* Brennstoffverfforgung des Landkreises
Oietzcn. Wir werden um Aufnahme foUi(nber Zeilen gebeten: Nack Bekanntmachung des Kceisamts vani
23. April wird in din Sommermonaten (1 Mai bis 30. S'ptcmber) (ine Brennstoffmenge im Höchstbetrag von 15 Zentnern an die Familie ausgegebtn werden. Zur Vermeidung von mißverständlichen Auffassungen sei darauf hingewiesen, daß die im Sommer bezogenen Brennstoffmengcn auf die Gesamtbelikferung des I chrcs in Anrechnung gebracht werden müssen- Es wird daher die Winterbelieferung 1918/19 voraussichtlich geringer ausfallen, als dies im versang-nen Winter der Fall war. Deshalb wild dringend empfohlen, diegrößte Sparsamkeit im Kohlenverbrauch obwalten zu lassen.
Die Kotzlenpreise. Der Ientialverband der Kohlenhändler schreibt, die Annahme, daß die Kohlen nicht mehr aufschlagen, sei falsch. Es stünden Preiserhöhungen in Aussicht.
* Abzeichen für Verwundete Alle aus dem Heeresdienste entlassenen Mannschaften, die eine äußere oder innere Verletzung durch Kampfmittel erlitten haben oder sonstige Gesundheits Schädigungen durch die besonderen Gefahren d s Kriegsdienstes sich zugezogen und lediglich aus diesem Giunde entlassen wurden, müssen sich mündlich oder schriftlich unter Vorlage ihrer Militä.Papiere beim Bezi.ksfeldwebel melden, damit ihre Ansprüche auf Verleihung des Abzeichens für Verwundete festgestellt werden. Kriegsrenten ^ Empfänger sind von dieser Meldung befreit. Die Verleihung des Abzeichens wird voraussichtlich erst in einem Vierteljahre erfolgen können.
* Gin eigenartiger Kriegsgewinn. Daß auch Unkraut dem Landmann zum Segen gereichen kann, das konnte man in den letzten Wochen in der Gegend von Annaburg beobachten. Das äußerst trockene Aprilwetter begünstigte das Einsammeln der Ackerqreckeff die dann fuhrenwdise auf die nächsten Bahnhöfe gebracht wurden, wo Händler 2,50 Mark für den Zentner zahlten, Die kleine Gemeinde Purzian verkaufte allein für 8000 Mark Quecken. Neben diesem erheblichen „Kriegsgewinn" hat das Einsammeln der Ackerquecken noch den großen Vorteil, daß der vom Unkraut gereinigte Acker bessere Erträge liefert. Die aufgekauften Ackerquecken wurden zu Pferdefutter verarbeitet. Auch liefern sie einen vorzüglichen Kaffee-Ersatz. Die Quecken werden sauber gereinigt, wie Häcksel geschnitten, getrocknet und gebrannt wie Kaffee. Man erhält daraus den besten Kaffee-Ersatz von wunderbarem Geschmacke.
Krennfpiritns fit Flaschen. Die Kreisämter geben bekannt: Während bisher die Marken häufig ohne Prüfung des tatsächlichen Bedürfnisses ausschließlich an Minderbemittelte verteilt wurden, dürfen die Marken in Zukunft an diese nur insoweit abgegeben werden, als sie den Brennspiritus unbedingt zu kochzwecken benötigen und dies nachzuweisen in der Lage sind. In keinem Falle dürfen in Zukunft Marken für Spiritus zu Beleuchtungszwecken verteilt werden. Gewerbetreibende dürfen Bezugsmarken, die den Gemeinden zur Verteilung überlassen sind, nicht erhalten: diese Verbraucher haben sich zur Erlangung der erforderlichen Bezugsmarken an die Ve- triebsstellen zu wenden.
* Alle fi* Zuchthausstrafen verurteilen» durch Straferkenntnis aus Heer und Marine entfernten und mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf bestimmte Zeit bestraften gedienten Mannschaften (einschl. Ersatzreserve und ehemalige D. U.) sämtliche Jahrgänge, .einschließlich Jahrgang 1869, haben sich in der Zeit vom 3. bis 15. Mai zu melden.
Nachdem seit dem 1. April der Dostscheckverkestr wesentlich verbeffert und namentlich im Ueberweisungs- verfahren völlige Porto- und Gebührenfreiheit eingetreten ist, liegt es in Interesse der Geschäftsleute, Gewerbetreibenden, Aerzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Gutsbesitzer, Vereine, Genossenschaften, Krankenkassen, usw., ein Postscheckkonto zu besitzen. In der nächsten Zeit wird durch die Postanstalten an die hiernach in Frage kommenden kreise, soweit sie dem Postscheckverkehr noch fernstehen, ein von der Reichsdruckerei herausgegebenes Werbeblatt „Nimm dir ein Postscheckkonto" mit einliegendem Antrag auf Eröffnung eines Postscheckkontos zugehen. Nähere Auskünfte erteilen die Postanstalten bereitwilligst. Bis letzt befinden sich in Gießen 400 Postscheckkunden.
* Die Wiederzulaffung von Ginschreibpaketen»
sowie vereinfachte Zulassung von Wertpaketen ist von dem Staatsstkceläc des Neichspostamts in Aussicht gestellt worden. In der Bevölkerung wird dieses Entgegenkommen dankbar begrüßt werden. Der Ent- schädigungsbctrag für verloren gegangene Sendungen von 3 Mk. für das Pfund einschließlich Verpackung reicht in den meisten Fällen nicht entfernt aus, um den Schaden zu ersetzen. Es gilt das von Lebensmitteln, die außerordentlich hoch im Preise stehen, aber auch von sonstigen Waren, z. B- Kleidungsstücken, Wäsche usw. Hoffentlich kann den berechtigten Beschwerden der Bevölkerung durch Wiederzulaffung der Einschreihpak tc und erleichterte Bestimmungen übrr die Annahme von Wert Paketen recht bald abgeholfen werden.
Ml- und Frachtstnrirgntverketzr. Die bi,
vIigcn Annahmebeschränkungen für Fracht- und E: stückgütcc fallen vom 21. Mai an fort Es bleibe nur noch folgende Einschränkungen bestehen. Die B grenzung des Höchstgewichts der einzelnrn Stücke b Eilgut auf 100 Kg, für beschleunigtes Eilgut auf 50 K ferner die Anordnung, daß Holzverschläge, Lattengestcl und Hacasse nur n zerlegtem Zustande angenomnu
seither schon zugunsten des Wasserwegs von der Beförderung mit der Ellenbahn ausgrs^ lösten lvarm, auch weiterhin auf den Wasserweg verwiesen. Im übrigen Nihmea die Eisenbah Dienststellen nunmehr b schleunig' tes Eilstückgut, Eilsiückgut und Frachtstückgut wieder ohne weiteres zur Besö derung an. Für die Auflie f<rung in größerrn Mengen ist vorherige Vereinbarung mit der Versandabffrttgung erforderlich.
** Frühkartoffeln. Mit Zustimmung der Ncichs- kaitoffelstelle hat die Provinzialkartoffelstelle in Kassel für die Provinz H e s s e n - N a s sa u den Frühkartoffel E r z e u g e r h ö ch st p r e i 8 vorerst auf 10 Mark für den Zentner festgesetzt, und zwar zunächst füc den Monat Juli.
* Aus Oberhesten. Mehr wie in einem Jahre vorher leuchten jetzt zwischen den prächtig entwickelten Wintersaaten die goldgelben Rapsfelder heraus, selbst in vielen Hausgärten findet man kleinere Flächen mit Raps bestellt. Ein Beweis, daß die Ermahnungen zum Qelb.au vollste Beachtung gefunden haben. Auch die Flächen, welche diesmal für den kartoffelbau bestimmt sind, scheinen sich gegen das Vorjahr vermehrt zu haben. Die Wiesen zeigen bereits ein sattes Grün, hier und da wird sogar schon frisches Gras gefüttert. Die Steinobstbäume stehen in vollster Blüte, auch die Aepfelbäume zeigen einen guten Blütenansatz, während die Birnen zu wünschen übrig lassen.
* Uom Dogelsberg Im hessischen Teile des Vogelsvergcs nahe Salzschlirf erschienen in der vorigen Woche 2 Offiziere und 20 Mann, um in einigen Orten Haussuchungen nach verborgenen L bens- mittcfn zu halten. Der E.solg war groß Man vermutet, daß Hamster, über ihren geringen Erfolg erbost, Anzeige gegen die Landwirte erstattet haben.
* Friedberg. Im „Hotel Trapp" logierte sich dieser Tage ein nobel und sehr „distinguiert" auftretender Gast ein. Am nächsten Morgen war der feine Herr unter Mitnahme der Betten seines Zimmers verschwunden. Ebenfalls hatte er die Rechnung für Abendessen und Wohnung zu bezahlen vergessen. - Mühlenbesitzer Karl^koch, dessen Mühlenbetrieb wegen umfangreicher Mehlschiebungen mit der Firma Krupp in Essen polizeilich geschlossen wurde, ist infolge dieser Vorgänge nunmehr verhaftet worden.
* Mainz. 15 Mai. Der Bruder des ehemaligen Mainzer Bischofs, der unbesoldete städtische Beigeordnete Geheimrat Eugen Georg Haffner, starb hier im 76. Lebensjahre. Politisch zur Zentrumspartei zählend, erfreute sich der Verstorbene bei allen Parteien ungeteilter Wertschätzung. Die Stadt Mainz hat gegenwärtig keinen ehrenamtlichen Beigeordneten mehr.
* Wetzlar. Auf der Strecke nach Gießen wurde der 18jährige Hilfsbremser Wallbett aus Grebenteich von einem Zuge überfahren und auf der Stelle getötet.
Reiche Geniester. Der bekannte schweizerische Militärkritiker Oberst Egli war kürzlich in Frankfurt a. M. und schreibt über seinen Besuch daselbst:
„Von Frankfurt habe ich einen peinlichen Eindruck mitgenommen, der in gewissem Gegensatz steht zu der Opferwilligkeit einfacher Volkskreise. Ich speiste in einem sehr guten und nicht sehr billigen Restaurant zu Abend, das recht gut beseht war. Man sah den Gästen an, daß sie die Not des Landes noch nicht am eigenen Leibe verspürt haben. Wohlgenährte Herren und ebensolche Damen in kostbaren Kleidern mit funkelnden Steinen! Was auf den Tisch kam, war gut und teuer. Eine bescheidene,
bleiche Frau kommt mit der Sammelbüchse fürs Note kreuz. Sie wird von fast all den satten Bürgem mit ihren Frauen abgewiesen. Gewiß haben die meisten von ihnen wohl schon sehr viel gegeben, ihre Namen standen l wahrscheinlich in den Zeitungen in dem Verzeichnis der großen Zeichner auf Kriegsanleihe und mit großen Beträgen an der Spitze der Sammelliste für Kriegswohltätigkeit. Und doch bin ich der Meinung, daß man ein hartes Herz haben muß, um eine kleine Gabe für Verwundetenpflege zu verweigern, wenn man sich für viel Geld satt gegessen und getrunken hat. Wer 10 Mk. und mehr für eine Flasche Wein bezahlen kann, darf niemals 10 Pfg. verwehren denen, die ihr Blut auch für die Genießer im Hinterlande hergeben.
* Für 150 000 Mk Kutter gestohlen. Aus
Mannheim sckriibt man uns: Das Tagesgespräch bildet h^er ein überaus f.cch-s Diebßstück. Zwei beim hiesigen Proviantamt bffchästigte Milhä pusonen ver- schobrn eimn für die Front bestimmicn Waggon Butter im Werte von 150 000 Mark nach eiüem Vormtbahnhof, wo sie ihn durch einen Spedit'Uc in allir Gemächlichkeit entladen ließen. Füc die Butter brachten sie Liebhaber genug auf. Jetzt sind die beiden Diebe verhaftet und die Polizei gibt sich Mühe, von der gestohlenen Butter wieder herbeizuschaffen, was möglich ist und das ist wenig genug. Das meiste scheinen Wirte gekauft z l haben.
Literarisches.
Futtermittel für Geflügel und Kleintiere. Der vierte Kriegswinter, der allerschwerste der Kriegszeit, ist überstanden- vom Geflügel und von den Kleintieren wurden wohl das beste Zuchtmaterial, so gut es eben ging, durchgebracht. Mit dem Grünen in Feld und Flur schwinden die Erhaltungssorgen für die Frühlings- und Sommerzeit. Der Tierhalter und Tierzüchter aber mutz rechtzeitige Vorsorge für den kommenden Winter so früh als möglich treffen. Er weiß zu gut, daß er in der gegenwärtigen Zeit von niemanden Hilfe zu erwarten hat, daß er mit seinen' eigenen Kräften so viel als möglich Futterstoffe rechtzeitig schaffen muß, um auch den nächsten Winter durchzuhalten. Heute schon müssen wir daran gehen die Unkräuter, Pilze, Laub und Abfälle im Haushalte zu sammeln und zu trocknen, damit wir mehr Zuchtmaterial und dieses besser durch den Winter bringen. Das Sammeln aber darf nicht wahllos geschehen. Wir müssen die Futtermittel, die wir zvsamnlentragen, nach ihrem Nährgehalte werten und einschätzen lernen, damit wir auch die Zeit genau einhalten, wenn der Nährwert in den Futtermitteln am höchsten, tvenn diese am wertvollsten sind. Unentbehrlich wird bei dieser Arbeit die soeben im Berlage der L. V. Enders'schen K.-A. in Leipzig, Königstraße 35/37 erschienene Schrift: „Futtermittel für Geflügel und sonstige Kleintiere" von Georg Wieninger, sein. Die Schrift führt im Anhänge eine große Zahl Futtermittel für Geflügel und sonstige Kleintiere mit Angabe ihres Nährwertes auf Grund von Untersuchungen der k. k. laudw.-chem. Versuchsstation Wien und anderer Anstalten an. Gegen Einsendung von 35 Pf. wird sie überallhin vom genannten Verlag portofrei versandt, aber auch jeder Buchhändler besorgt sie.
Rechtsfragen für Haue« und Beruf. Von Referendar R. Werner. Verlag L. Schwarz & Co, Berlin S. 14, Dresdenerstr. 80. Preis-Mk. 1/50. Taschenformat. Das Buch ist belehrend und unterhaltend zugleich. Es beantwortet leichtverständlich und fesselnd die wichtigsten Rechtsfragen aus dem Privatleben, dem Berufsleben und dem Rechte der Frau. Von den L8 Kapiteln des Buches seien folgende besonders erwähnt: Das Dienstzeugnis. Hausfriedensbruch. Das Rücken des Mieters. Verpfändung des Hausstandes. Der Bürge. Das Garanrieversvrechen. Wie mache ich mein Testament? Mängel der Kaufsache. Führung von Handelsbüchern. Der Handlungsreisende. Der Lehrling. Dienstver- trag und Gesellschaftsvertrag. Versäumnisfolgen. Der Erfüllungs- , orl. Die Schlüsselgewalt der Frau. Die handeltreibende Frau. Die Verlobung. Mitgift und Frauengut. Das angenommene Kind. Die Scheidung. Mädchenehre und Rechtsschutz. Das Buch ist allen Ständen als Berater ivohl zu einpfehlen.
Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.
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Pai k Original-Rtformkästen
DasUolUsommensie
zur geordneten, staubsicheren Aufbewahrung von
Formularen, Akten, Schnellhef termappen, Noten, Zeichnungen, Katalogen, Waren usw.
Unentbehrliches Hilfsmittel für
Kaufmännische Büros, Behörden, Rechtsanwälte, Bankiers, Auskunfteien, Versicherungsgesellschaften etc.
Zum Zusammenbau vollkommener Schränke!
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Einige Schränke sind dort aulgestellt und werden Interessenten zur Besichtigung derselben höflichst eingeladen.


