(Neueftc Nachrichten)
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Expedition: Südanlage 21
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Druck der Gießencr Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Nr. 45.
Telephon Nr. 362.
Samstag, den 18. Mai 1918,
Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
Siegreiche Lustkämpfe: 6 Fesselballone und 51 Flugzeuge abgeschossen.
33000 u. 11500 ii. 25000 = zusammen 69500 Br. R -T. durch deutsche U-Boote versenkt.
ZurlmilitäriTcben Lage int Aesten
DaS „Petit Journal" berichtet von der Front, die Generale Foch und Haig hätten Befehl erlassen, Ipern btSzumletzten Mann zu verteidigen. Der König von Belgien jist amZMittwoch an der Ipclnfront eingetroffen.
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„Dailly Mail" meldet aus Amiens: Bis ' j tzt sielen 7000 deutsche Granaten in die Stadt, 1200 Häuser wurden getroffen. In die Kathedrale schlugen neun Granaten ein. Das mächtige ChcistuS-Standbild der Kirche liegt zerschossen am Boden. Da die Deutschen in letzter Zeit in großem Umfang Gasgranaten benutzen, verließ die Bevölkerung die Stadt. Von 120,000 Einwohnern sind nur noch einige hundert zurückgeblieben.
Umllicbe aeullebr Lsgesbrrjebir.
Berlin, 14 Mai. Im kühnen Dcaufgehen vernichtete Kapitänlcutnant Steinbaucr mit seinem bewährten U-Boot im Sperrgebiet des westlichen Nittel meeres neuerdings innerhalb weniger Tage 7 wertvolle Dampfer meist unter erheblicher Gegenwehr und mehrere kleine Fah zeuge von zusammen rund 33000 Krtg. mit ihnen etwa 10 Geschütze. — Im Morgengrauen des 29. Apul drang Kapitänleutnant Steinbaucr in die stark b festigte Durchfahr von San Ptet o (Sardinien) und griff im Häfen von Carloforte zu Anker tilgende Schiffe an. Ec versenkte im Feuer mehrerer Landbatterien den englischen bewaffneten Dampfer „Kingstoniy i" (6564 Br. Neg.-To.) durch Torpedotreffer und vernichtete mit seiner Artillerie 2 große bewaffnete Secschlepper, schoß einen französischen Biermastschonec in Brand und bekämpfte das feindliche Artillerirfeuex. Alsdann erzwang sich das Boot trotz des Sperrseuers der Land- batterien und d.r Angriffe eines bewaffneten großen Motorbootes die Ausfahrt. Im Ablausen von Caclofort.' führte das U Boot ein halbstündiges Arttlleriegcfccht gegen einen stark bewaffneten Bewacher und beschoß die F. T. und Signalftation von Kap Sperone (Insel Antioco) mit beobachteter Trefferwirkung.
Der Chef dcS Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 15. Mai 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Nördlich vom Kcmmel hatten örtliche Angriffsuntei nehmungcn vollen Erfolg und brachten 120 Gefangen ein. Unser Angriff traf in der Ablösung befindlich Truppen und kostete den Franzosen hohe blutige Bei lustc. Der Artilleuekampf blieb im Gebiete deS Kemm« ^'tigert. H'vte f üh haben sich dort mit französische Bocflößen neue Jnfanteriegefechte entwickelt. — Zw schc ^em Bassee-Kanal, an der Scaipe un bei Bucquoy war die feindliche Artillerie namcntlie während der Nacht rege.—Zwischen Anrce und Somm orangen wir in kurzem Stoß an der Straße Bcoy Cocbi hinten ein und behaupteten das gewonnen Gelände gegen zweimalige starke Gegenangriffe de Lu'Unterstützung der Infanterie hielt lebhafj .U^Hkr!e.täUgkelt an. — Bei Billers-Bretonneux, beidei seits der^Dll« und Avre lebte der Feuerkampf vielfac auf Auf dem wcstlichen Avre User griff der Feind unser Tinten bei Eastel an. Unter schweren Verlusten ward er zuruckg. schlagen. — In einzelnen Abschnitten El kundun.sgcfechte.
Unsere Flieger schossen qcstein 5 feindliche F.sse MeOettätigkei^" ^ Kampffronten sehr rege nächtlich
^ c ^ Qr f (n lai s, Dünkirchen und ander uckwartige Munitionslager u. Bahnanlagen des Feinde ausgiebig mit Bomben.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts N.ue;
Der Erste Gencralquartiermeister: ^L u d e n d o r f
Berlin, 15. Mai, abends. Bei Abwehr des heute b^olgten feindlichen Angriffs nördlich vom Kemme! blieb eine begrenzte Einbruchsstellc in unserer vordersten ^ime zurück. Ein erneuter sta> ker Teilangciff der Frau zojcn nordwestlich von Moreuil scheiterte unter schweren Verlusten.
Berlin, 15. Mai. Im Sp.rrgebiet um England wucden neuerdings von unseren Unterseebooten 11500 Br'.-Reg.-To. feindlichen HandelSschiffsraumcS versenkt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wlb. Großes Hauptquartier, 16. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Nach Abschluß der gestrigen Jnfcmteriege si chte nördlich vom Kemmel, in denen wir den Franzosen aus örtlicher Etnbcuchsftelle wieder zurück warfen, flaute der Aitilleriekampf im Kemmel-Gebiet ab Auch an den anderen Kampffronten ließ die Artillerietätigkett nach. Heftige Feuerübersälle dauerten gegen unsere Infanterie- und Artilleriestellungen beiderseits des La Baffce- Kanals, sowie zwischen Somme und Avre an. Auf dem Westufcr der Avre stieß der Feind gestern siüh aus dem Semcit Walde mit starken Kräften vor Untec schweren Verlusten wurde ec zurückgeschlagen.
An der übrigen Front kleinere Vorst ldgefcchte.
Starker Fl egereinsatz an den Kampffronten führte zu zahlreichen Lustkämpfen. Wir schossen 3 3 feindliche Flugzeuge ab; 14 von ihnen brachte wiederum das früher von Ritimcistcr Frhr. v. Richthvstn geführte Jagdgeschwader zum Absturz. L-utnant Windisch errang seinen 20. Luslsieg.
Bon den anderen Kriegsschauplatz.n nichts Neues.
Der Erste Gencralqua tiermeister: Ludcndorff.
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Berlin, 16. Mal, abends. Bon du Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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Berlin, 16. Mai liefere M.tt- lmeec-U Boote vernicht ten über 35 000 Br.-Reg.-To. feindlichen Schiffs- raumes Den Hauptantcil an diesen Erfolgen hitte das Kapitärileutnant Macschall bffchligte U Boot.
Der CH f des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 17. Mai 1918.
West! icher Kriegsschauplatz:
Ein feindlicher Monitor beschoß Ostcride und fügte der Bevölkerung erhebliche Verluste zu. — An den Kampf f ontcn war die Fernrtätigk it nur in wen gen Abschnitten gesteigert. Rege Erkundungstätigkeit hielt an. Bei Abwehr stärkerer englischer Vorstöße nö.dlich von der Scixpe und bei Bcaumont Häme!, sowie bei erfolgreichen eigenen Unternehmungen südlich von Arrcrs machten wir Gefangene. — An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.
Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge und I Fesselballon obgeschosstn Leutnant Lömenhard errang seinen 22, Leutnant Windisch seinen'21. Luftsieg.
Der Erste Genecalquartienneister: Ludendorff.
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Berlin, 17. Mai, abends. Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Das feit des 6eM§.
Auch in einer Zeit, in der Macht auf Macht, Gewalt auf Gewalt stößt, dürfen wir das Fest des Geistes feiern. Denn hinter all den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Mitteln, mit denen sich die Völker bekämpfen, stehen doch ihre geistigen Kräfte. Würde die Waffe der äußeren Mittel entscheiden, so wären wir Deutschen längst geschlagen: Nicht umsonst haben die feindlichen Regier
ungen ihre Völker, so oft sich eine Beunruhigung über den Ausgang des ungeheuren Ringens zeigte, mit dem Hinweis auf die Überlegenheit ihrer Hilfsquellen getröstet. Wenn uns im Blick auf die Lage in Europa die Fähigkeit der Gegner oft fast unbegreiflich erscheint, so müssen wir bedenken, daß der Engländer und Amerikaner gewohnt ist, die Weltkarte vor sich zu haben. Wie verschwindend nimmt sich aber auf der Weltkarte Raum aus, den die Mittelmächte beherrschen und ausnutzen können, gegenüber den Ländern und Meeren, die unseren Feinden dienen! Für die
Staatsmänner der Entente und ihre Bundesgenossen war der Krieg eine sehr einfache gahlenoperation; es wurde addiert und subtrahiert, dabei kam für ihre Seite ein solcher Ueber- schuß heraus, daß der „Endsieg" nicht zweifelhaft sein konnte. In ihren Augen war der ein Narr, der nicht an den Sieg glaubte; denn der Sieg war ja mit mathematischer Sicherheit zu beweisen.
Wenn nun diese Rechnung über den Haufen geworfen wird, so bedeutet das nicht bloß eine politische Umwälzung ersten Ranges, sondern auch ein epochemachen des Ereignis für die Geistesgeschichte der Menschheit. So lange es denkende Menschen gibt, wogt der Kampf auf und nieder zwischen Idealismus und und Materialismus, zwischen der Verherrlichung des Geistes und der Anbetung des Stoffs. Was ist wertvoller, eine geistige Kraft oder ein äußerer Besitz? Was ist wichtiger, ein moralischer Sieg über niedere Triebe, oder ein Gewinn, den man mit Nachgiebigkeit gegen Lüge und Gemeinheit erringt? Je- der weiß, daß wir im Leben oft genug vor diese Wahl gestellt werden, und daß bei der Mehrheit der Menschen der augenblickliche und sichere Vorteil, den die Unterwerfung unter die niedere Natur verspricht, die sittliche Bedenken niederschlägt. Der Idealist gilt als ein unpraktischer, weltfremder Mensch, der sich nicht wundern darf, wenn er zu kurz kommt in dieser so überaus „praktischen" Welt. Wer abet: schärfer zusieht und genauer beobachtet, erfährt oft genug, daß jene Augenblickserfolge eine böse Erbschaft nach sich ziehen, während der tapfere Kampf um die Reinheit des Gewissens nicht bos eine nicht zu überbietende innere Befriedigung schafft, sondern auch reiche Gewinne für dieses Leben zeitigt. Bleibe treu und halte dich recht, denn solchem wird es zuletzt wohlgehen-das ist zwar eine sehr altväterische Weisheit, aber sie ist des- halb^nicht weniger wahr, weil sie schon vor tausenden von Jahren gefunden und ausgesprochen wurde. Sie liegt jedoch nicht auf der Gasse, sondern leuchtet uns nur hier und da auf. Einer dieser seltsamen Augenblicke ist auch jetzt gekommen in weltgeschichtlicher Stunde. Potsdam hat siegen können, weil Wittenberg und Weimar dahinter standen; in der ungeheueren Leistung unseres Volkes in diesen 4 Kriegsjahren kommt zum Vorschein, was es an inneren Kräften eingesammelt hat. Unsere Väter,die uns glauben und schaffen lernten, die uns ein Vorbild gaben in der rechten Wahl zwischen ernster Pflichterfüllung und leichtem Lebensgenuß, haben m i t g e s i e g t Darum ist dieser Krieg, der in seinen äußeren Formen den Materialismus Recht zu geben scheint, in Wahrheit ein Sieg des Idealismus, ein Triuinph des Geistes über d i e Maff e , wie ihn die Weltgeschichte seit dem Sieg des kleinen Griechenvolkes über die asiatische Weltmacht der Perser nicht mehr gesehen hat.
In das Gefühl reiner Freude über diese tiefste Bedeutung der gewaltigen Ereignisse, deren Zeugen wir sein dürfen, mischt sich aber ein Gefühl der Beklemmung und Beschämung. Wird unser Volk im Stande sein, gerade diese Errungenschaft der harten blutigen Jahre zu verstehen und festzuhalten? Wir durften zehren vom Erbe der Väter; schaffen auch wir etwas, was unseren Nachkommen Segen bringen wird? So manchen üblen Erscheinungen der Kriegszeit sind nur zu sehr geeignet, bange Sorge zu erwecken im Blick auf die Zukunft. Der Geist Griechenlands war stark genug, um die Perser zu besiegen; aber als die äußere Gefahr beseitigt war, fiel es einer inneren Zersetzung anheim, die schließlich den Verfall der stolzen Griechen herbeiführte. Dem deutschen Geiste, das wissen wir aus der jahrhundertelangen Leidensgeschichte unseres Volkes, drohen ähnliche Gefahren. Darum ist es mit dNn deutschen Geiste allein nicht getan; was wir brauchen, das ist der Geist, von dem das Pfingstfest redet, der Geist der Kraft, der Liebe und der Jucht, die freie und innerliche Hingebung an das Göttliche und Ewige, die des Zwanges nicht mehr bedarf. Aus diesem heiligen Geiste uns zu erneuern, der allein über das Schlechte zu siegen im Stande ist, sei unser wichtigstes Anliegen; dainit verschaffen wir uns eine Rüstung, die auch in Friedenszeiten nicht entbehrlich ist.
Das Zeldheer braucht dringend heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere!


