Oänfehöchstpreise für das Jahr 19i8. Die
Festsetzung der Gänsehöchstpreise für das Jahr 1918 wird sich voraussichtlich nicht wesentlich von der vorjährigen Regelung durch die Verordnung über den Handel mit Gänsen vom 3. Juli 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 581) unterscheiden. Die Käufer von Gänseeiern und Gänseküken werden daher bei ihrer Preiszahlung auf die in jener Verordnung festgesetzten Preise für lebende und geschlachtete Gänse Rücksicht nehmen müssen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, beim späteren Verkauf der Gänse erhebliche Nachteile zu erleiden.
Girre ober-hessische Milchxentrole Jur restlosen Erfassung der Frischmilchlieferung aus Oberhessen, Nassau und dem Kreis Hanau für die Belieferung der Släbte des Wirtschaftsgebietes hat sich in Friedberg eine „Oberhessische Milchzentrale G. m. b. H." gebildet. Von dieser sollen in Zukunft sämtliche Milchlieferungen, Milchpreise usw. einheitlich geregelt und geleitet werden. Die neue Vereinigung, die alle Milcherzeuger und voraussichtlich auch alle Molkereien des Gebietes umfassen wird, bezweckt auch ein verständnisvolles Hand in Hand arbei- ' ten mit den städtischen Verbraucher- Organisationen.
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** Gießen Bei den Kassen der hiesigen Rcichs- bankstelle und deren Nebenstellen sind auf die 8. Kriegsanleihe nahe 36 Millionen Mark gezeichnet woroen. Also eine sehr hohe Summe für unsere Gegend. — Im Fuldaec Bezirk erreichten die Zeichnungen nahe 25 Millionen Mark.
* Knd-Uanheim» 13. April. In der Stich wähl zum Hessischen Landtag, die, wie bereits mitgeteilt, mit dem Siege des Bauernbündlers Bürgermeisters Diehl-Hochwei- sel über den Ientrumskandidaten Rechtsanwalt Dr. Schrö- .der-Friedberg endete, erhielt Diehl 1526 Stimmen gegen 1061 in der Har^ptwahl. Schröder vereinigte in der Hauptwahl 600, in der Stichwahl 1182 Stimmen auf sich. Die Fortschrittler und Sozialdemokraten hatten Parole für Schröder ausgegeben, der sich für das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht ausgesprochen hatte. Die Nationalliberalen sind fast restlos zum Bauernbund übergegangen, wohl nicht zuletzt aus dem Grund, weil sie das Reichstagsmandat in Friedberg-Vüdingen den Bauernbündlern verdanken. Allerdings sind die Nationalliberalen in diesem Reichstagswahlkreis auch auf die restlose Unterstützung | des Zentrums angewiesen, das bei der letzten Reichstagswahl mit seinen 2000 Stimmen zu ihren Gunsten den Ausschlag gegeben hatte.
Friedberg, Der oberhessische Kirchen gern ein deta fl, der anfangs April hier gehalten worden ist, erfreute sich, wie die bisherigen Gemeindetage, trotz der Ungunst der Kriegs- Verhältnisse eines guten Besuchs- insbesondere waren mehr als 00 Theologen anwesend, und, der Absicht der diesjährigen Veranstaltung entsprechend, überwogen unter den Teilnehmern die Männer. In seiner Eröffnungsansprache wies Prof. Dr. Schian in eindrucksvollen Worten nach, daß die Landeskirchen, zumal wenn^die in Aussicht stehende Neuorientierung des Verhältnisses von Staat und Kirche kommen wird, sich nur behaupten können, wenn sie wirkliche Geineindekirchen werden, in denen alle Glieder und insbesondere auch die Männer, inobil gemacht werden für die Mitarbeit am Geineindeleben. Beide Vortragende, die den Hauptgegenstand der Verhandlungen, die Frage: „Wie gewinnen wir die Männer für das kirchliche Gemeindeleben'?" behandelten, fesselten das dankbare Interesse der Versammlung dadurch, das; sie. Begeisterung und Hoffnungsfreudigkeil mit nüchterner Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse und Möglichkeiten verbanden. Auf Grund seiner Erfahrungen im städtischen Gemeindeleben I zeigte Pfarrer Pabst, datz eö nicht allein die notwendigste, sondern auch eine der dankbarsten Aufgaben ist, an der Verwirklichung dieses Ziels zu arbeiten, darauf hinweisend, datz in seiner Wormser Luthergemeinde 60 Prozent derer, die zu den Männer-Versamm- lungen geladen wurden, der Einladung Folge leisteten und an dem Gemeinschaftsleben teilnahmen, daß aber das Geheimnis des Erfolgs der Arbeit an den Männern darin besteht, datz jeder Ausdruck des kirchlichen Lebens möglichst wahr, schlicht und echt den. Kern der Sache wiedergibt. Alsdann beantwortete Pfarrer Mahr-Gießen dieselbe Frage von seinen in der Dorfkirchen, arbeit gesammelten Erfahrungen aus, indem er zeigte, wieviel auch in den Dorfgemeinden an den Männern zu wirken notwendig und möglich ist, aber betonte, datz es nicht gut ist, neue Vereine zu gründen, sondern viel mehr zu erreichen sei, wenn bei allen Vereinigungen und Versammlungen die Gesamtgemeinde die Grundlage ist, schlietzend mit dem Bekenntnisse, datz, wer in diese Arbeit eintritt, mehr Freude erleben werde als Enttäuschung. Die Aussprache, an der sich Geh. Oberkonsistorialrat Dr. Petersen, Prozessor Dr. Diehl, Pfarrer Vogel, Pfarrer Weck, Pfarrer Strack, Prof Dr. Matlhes und der Vorsitzende Professor Dr. Schian beteiligten, war ein lebhaftes Echo auf die dankbar aufgenommenen Gedanken, Anregungen und Ermutigungen zur Arbeit- be- sonders wurde erörtert, wie unsere Kirchenverf'assung als erster Versuch zur Mobilisierung der Männer sich bewährt habe, und wie sie zur Erfüllung unserer heutigen Aufgabe zu verwerten sei.
Friedberg. 16. April. Bei einem Einbruch in das Warenhaus von Geschwister Meyer, Vahnhofstratze 13, fielen den Dieben Seidenwaren im Werte von mehr als 20000 Mark in die Hände. Das Diebesgut haben die Einbrecher in Koffern, die sie gleichfalls im Geschäft stahlen, fortgeschleppt. Einen gefüllten Koffer mutzte die Bande, da er zur Fortschaffung zu schwer war, stehen lassen.
* Küdlngeu. Die Urterbcingung von Stadt
kindern in Büdingen begegnet in diesem Sommer insofern Schwierigkeiten, als sich bisher nur sehr wenig Landleute zur Uebernahme von Pflegestellen bereit finden ließen. Die Kretsdehörde richtet infolge- vessen einen erneuten dringenden Aufruf an die Bevölkerung, dieser überaus wichtigen vaterländischen Pflicht nachzukommen. Ten Pflegeeltern werden besondere Bevorzugungen tu der Zuteilung der Lebensmittel zugestanden. #
iUridjfUin (Vogeisbecg). Nachdem in Köddingen dies ^ Tage ein Landwirt der Tollwut erlag, mußte sich jetzt auch der dortige Förster nach Berlin zur Schutz-
impfung begeven, da ec ebenfalls, wie der Landwirt,
mit dem Eingeweide des tollwutkcank n Hundes in Be rührung gekommen ist.
* Höchst u M Im Stadtteil Sindlingen hatte im vorigen Sommer ein Kaufmann einen Jungen, den er in seinen Gart.n beim Dübstahl von Johannisbeeren überrascht«', du chgeprügclt Der Vater des Jungen stellte darob Strafantrag wider den Kaufmann. Dieser wurde aber vom hiesigen Schöffengericht fceigesprochcn, womit sich jedoch der Kläger nicht zufrieden gab und Berufung einlegte. Doch auch das Wiesbadener Landgericht sprach den Kaufmann frei und führte dazu im Ucteilsspcuch begründend aus, daß Selbsthilfe gestattet und in der gegenwärtigen Zeit mit ihrem Mangel an Aufsichtsp'rsonal so^ar geboten sei. Hoffentlich hat man dem Vater dieses Jungen die Gerichtskosten aufge'hängt.
* Frankfurt a. M. Eine von den Körperschaften des Baugewerbes und des Hausbesitzes in Nassau und Hessen stark besuchte Versammlung, der auch Vertreter der beiden Regierungen beiwohnten, beschloß die Gründung einer Hypotheken schütz-Bank für Hessen-Nassau und das Grotzherzogtum Hessen mit dem Sitze in Frankfurt a. M. In der Tagung erfolgten bereits zahlreiche Anmeldungen für die Zeichnung zur Finanzierung des auf gemeinnütziger Grundlage aufgebauten Unternehmens.
* Frankfurt a. M. Dom 20. April ab werden die Preise für Milch und Milchmischungen aus der städtischen Milchküche nach dem Einkommen abgestuft. Es kostet das Liter Milch bei Einkommen unter 2400 Mk. 44 Pfg., von 2400 - 4200 Mk. 52. Pfg., über 4200 - 6000 Mk. 72 Pfg., über 6000 Mk. 1 Mk. - Die^Stadt hat bei Landwirten bis jetzt 1487 Kühe mit einem Anschaffungswert von 2516-120 Mk. eingestellt. Da sich diese Einstellwirtschaft nicht bewährt hat, sollen 750 Kühe verkauft werden. Der durchschnittliche Verlust be: jeder Kuh beträgt den Mitteilungen des Finanzausschusses zufolge 900 Mk., zusammen 675 000 Mk. Dagegen sollen Landwirte, die sich als tüchtig bei dieser Einstellwirtschaft bewährten, mit besonderen Prämien bedacht werden. Insgesamt werden für diese Zwecke 987 500 Mk. in die städtischen Ausgaben eingestellt.
* Frankfurt a. M. In der vergangenen Nacht wurden aus einer Billa an der Mainzer Landstraße japanische und chinesische Elfenbeinwaren im Werte von etwa 6000 Mark gestohlen.
* Frankfurt a. M. Sechs Knaben im Alter von 9—12 Jahren erbrachen im Hause Nödelheimer Landstraße 111 ein Wohnung und plünderten diese gründlich aus. Als die Bürschchen am nächsten Tage im gleichen Hause in eine zweite Wohnung einbrechen wollten, wurden sie überrascht und der Polizei übergeben.
* Gndensberg Weil er längere Zeit mit einer Bahnsteigkarte gefahren war, der ec durch mehr- saches Lochen das Aussehen einer Wochenkarte gegeben hatte, erhielt der Arbeiter Schmidt aus Kalben drei Monate Gefängnis.
* Aschafferrburg Ein reiches Bauernmädchen aus der Gegend von Marktheidenseld hatte eine anonyme Postkarte beleidigenden Inhalts geschrieben. Da ihm die Täterschaft nachgrwiesen werden konnte, zahlte es, um einer gerichtlichen Bestrafung aus dem Wege zu gehen, als Buße 1000 Mark für gut; Zwecke und übernahm außerdem auch noch die gesamten Kosten des Sühneverfahrens in Höhe von ebenfalls 1000 Mark.
* Mühlhausen (Thür.) Ein junger Mann wurde in Stettin bei der Musterung für dauernd untauglich erklärt. Nun stellte er sich freiwillig und er soll angenommen werden, wenn er sich einer schweren Operation unterziehe. Der junge Thüringer erklärte sich sofort auch dazu bereit.
EiierariRbes.
Goldene Worte Hindcnl nrgs. Aussprüche und Kundge- bungen nebst einem Lebensbilde des Feldherrn von Viktor Ott mann. Verlag Ernst Busse, Berlin. Preis kart. 1,—M. Den Inhalt bildet zunächst eine poetische Huldigung an den Genius HindenburgS von Paul Warncke, dem Hauptschriftleiter des „Kladdaradatsch", dann folgt eine von Viktor Ottmann knapp und klar geschriebene Lebensgeschichte *des Feldherrn, und den Beschlntz macht eine sehr geschickt zusammengestellte Auswahl der bemerkenswertesten Aeutzerungen Hindenbnrgs mit kurzen Erläuterungen.
Krieg und Landwirt von Julius Steinberg, Bankdirektor a. D., Bonn. (Deutsche Kriegsschriften, Heft 27.) A. Marcus & (&. Webers Verlag in Bonn. Preis M. 1,50. Nachdem er nachgewiesen hat, datz die Landwirtschaft mit de»! für ihre Produkte erzielten Preisen während des Krieges sehr wohl zufrieden sein kann, verbreitet er sich über die Rentabilität des landwirtschaftlichen Gewerbes als Ganzes, über die starke Nachfrage und die damit zusammenhängende Preissteigerung von Grund und Boden. Des weiteren unterzieht der Verfasser die Vorliebe der Landwirtschaft, ihr Kapital in Boden und Vieh anzulegen, einer kritischen Betrachtung und kommt zu dem Schluß, datz unter den heutigen Verhältnissen diese Kapitalanlage bei weitem nicht mehr die Sicherheit bietet, die sie früher geboten hat, da bei der Wiederkehr normaler Verhältnisse ein starker Preisrückgang sowohl der landwirtschaftlichen Produckjc wie auch eine Senkung der Preise für Grund undBoden eintreten muß. Demgegenüber weist Steinberg u^ter Anführung zahlreicher Gründe darauf-hin, datz die Deutsche Reichsanleihe immer ihren vollen Werl behalten wird, und er empfiehlt deshalb den Landwirten, ihr Kapital in Reichsanleihe anzulegen. Der verdienstvollen Schrift ist die weiteste Verbreitung unter Landwirten und in den Kreisen der Kapitalisten zu wünschen.
Zu'.dcn gewaltigen Kämpfen im Westen gibt die Franckh'- sche Verlagshandlung in Stuttgart eine sehr beachtenswerte Kartenreihe heraus. Die soeben erschienenen Blätter 39: Arras und Lille, 14: Amiens— Arras —Bapaume—Peronne, 45: Nesle — Laon — Soissons — Compiegne geben dem Leser e n vorzügliches Mittel an die Hand, die Vorzüge an der Front im Westen eingehend verfolgen zu können. Ein neuer und kennbarer Vorzug dieser in Reliefart gezeichneten Karten ist die Uebersichtlichkeit und dann der autzerordentsich billige Preis von 25 Pfg. für das Blatt.
Kirchliche Anreizen.
Sonntag den 21. April (Jubilate). Gottesdienst.
In der Stadtkirchc. Vormittags 8 Uhc:Z gleich Christenlehre für die Neukonfi'mierten aus der Ma thäusgemeinde. Pfarrer Mahr. — Vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Schwale. — Vormittags 11 Uhr: Kmdcrkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Scbwabe. — Mittwoch den 24 April: Kciegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.
In derJohanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Zugleich Christenlehre für die Neukonficmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bcchtolsheimer. — Vormittags 9 1 / 2 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Krnderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.
Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.
Versteigerung.
Die Dickmühle bei Steinberg soU Montag den *42. April d. I., nachmittags 1 h t S Uhr» jum Abbruch öffentlicht meistbietend versteigert werden. Die Verkaufsbedingungen liegen bet der Großh. Bürgermeisterei Watzenborn und dem Unterzeichneten Amte offen.
Gießen, den 12. April 1918.
Gr. Hochbauamt Gießen.
Becker.
Für Wiedcrvcrkäufcr und Großverbraucher.
= Kautabak =
behördlich eingeführte Auslandsware. Mk. 45.— per Kilo franko. Verpack, frei. Versand nicht unter 4 Kilo gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages.
M. Dubien $ 6s., Mm.
Großhandlung in Tabakfabrikaten u. Raucherartikel.
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Birke ureifigbesea
aus gutem Reisig, Probepack 12 Stck. 10 Mk. 100 Stck. 80 Mk. Nachnahme empfiehlt bei reeller Bedienung.
Peter Wresner, Grotz-Nmstadr.
f FRITZ NOWACK
Kinder-Soeken
in Grössen 1 — 9 in grosser Auswahl eingetroffen.
Einige
fsrlini- und lasciiimcilisssr
sowie
Arbeiter
ZU" gesucht.
Schunk & Ebe, KobleDbursteolabrik, Fulda.
Schreiner
für Flugzeugbau sofort gesucht. «
Ludwig Älter, Oarmstadt,
Kirschen-Allee 12.
1000000 Zentner M
bester Qualität können noch in diesem nahrungsmangelndcn Jahre mehr geerntet werden, wenn jeder sofort seine unfruchtbaren Obst- bttume mit meiner patentamtlich gemeldeten leicht anzubringenden Fruchtpatrone versieht. Preis 3 Mk. Nach«. Falls nicht lvirksam bei gesunden zu stark ins Holz treibenden Kernobstbäumen zahle bcti Betrag zurück. Behörden, eingetragenen Vereinen und Genossenschaften liefere auf Ziel.
I. Herrn es, Kräutcrhans, Köln, Blaubach 34.
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