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Druck der Gießencr Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Ar. 37. Telephon Nr. 862.

Samstag, den 2(

). April 1918.

Telephon Nr. 382. 31. Jührg.

Die 8. Kriegsanleihe ein neuer Milliar-ensieg -er Heimatfront. Die Einkreisung von Wern nimmt zu.

Scbälrungrweisr Is MMlaraen.

Berlin, 19. April. Das Ergebnis der Zeichnungen auf die achte Kriegsanleihe ist bis zur Stunde amtlich noch nicht bekannt gegeben worden, indessen kann nach Urteilen sachverständiger Kreise angenommen werden, daß ein Gesamtbetrag erreicht worden ist, der alle bei früheren Kriegsanleihen erzielten Summen hinter sich läßt. Bei unserer größten Bank halten die Anmeldungen schon reichlich acht Tage vor dem Ablaufe der ZeichnungS- frtft die Gesamtzeichnungen, die bet der Anstalt auf die 7. Kriegsanleihe eingelaufen waren, überschritten. Gerade in den letzten Zeichnungstagen pflegen aber noch große Summen einzulaufen. Die bisher größte deutsche Kriegsanleihe, die sechste, die einen Betrag von fast 13 Milliarden gebracht hatte, dürfte durch die 8. Kriegsanleihe bedeutend überflügelt worden sein. In Finanzkreisen schätzte man am Freitag mittag die Zeichnungssumme auf annähernd 15 Milliarden Mark. Die Einzahlungen auf die achte Kriegsanleihe übersteigen schon jetzt die bei der siebenten Anleihe um 1,7 bis 2 Milliarden Mark.

6oo Schuss auf Dünkirchen und nieuport.

Berlin, 18. April. In der Nacht vom 17. auf den 18. April wurde Ostende von See aus beschossen. Militärischer Schaden ist nicht entstanden. Unsere Toc- pedostreitkcäste nahmen am Morgen des 18. April feind­liche Lager und Stapelplätze zwischen Dünkirchen und Nieuport mit 600 Schuß unter Feuer.

Der Ehef des Admicalstabes der Marine.

fleusserfter widerstand.

Zürich, 18. April. Der Pariser Vertreter der Slampa" meldet: Die Kämpfe der nächsten Tage wer- den sich um den außerordentlich wichtigen Eisenbahn­knotenpunkt von H a z e b c o u k bewegen. Der Eisenbahn­knotenpunkt von Hazebrouk wird von der englischen Heeresleitung als ebenso wichtig wie Amiens ange­sehen. Sein Verlust müßte den Weg nach Dünkirchen öffnen. Die Verbündeten rüsten zum alleräußersten Widerstand in der Gegend von Apern.

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flrras und Ypern ifolieri

* Zürich, 19. April. Meldungen derDaily Tele­graph" und derTimes" von der Front in Flandern führen die errungenen Fortschritte der Deutschen im Bogen von Bailleul und Armentieres zu einer immer fortschreitenden Isolierung der Festung Arras und des Dp ern gebt et es.

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* Basel, 19. April.Daily Mail" spricht in einem Telegramm von der Front zum ersten mal von der Bedrohung der von Engländern besetzten französischen Kanalhäfen.

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Holländische Grenze, 18. April. LautAm- sterdamer Handelsblatt" meldet derDaily Expreß": Man erwartet einen großen deutschen Flottenvorstoß, um das Heer zu unterstützen.

Jlmtlicbe deutsche Cagesbericbie.

Die Beute eines U-Bootes.

Berlin, 17. April. Im Sperrgebiet um die Azoren wurde von einem unserer U-Boote in den letzten Wochen 5 Dampfer und 2 Segler versenkt. Hiervon waren be waffnet der griechische DampferKtthica" von 2240 Brt. und der französische DampferQued Sebou" von 1540 Brt. Auf dem letzteren befanden sich 150 Soldaten. Die Geschütze, je eine 9 cm- und 7,5 em-Kanonc, wur> den erbeutet. Die für unsere Feinde bestimmten Ladungen warrn besonders wertvoll. Sie bestanden aus Palmöl, Palmkernen, Erdnüssen, Baumwolle, Gummi, Wachs, Eisen, Stahl. Das U-Boot bxachte 27 Tonnen Gummi

und 5 Tonnen Wachs für die deutsche Kriegswirtschaft in der Heimat mit.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 18. April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Der Feind überließ uns gestern große Teile des von ihm in monatelangem Ringen mit ungeheuren Opfern erkauften flandrischen Bodens. Die Armee des Generals Sixt von Arnim nahm, dem schrittweise wei­chenden Feinde scharf nachdrängend, Poelkapelle, Langemarck undZonnebeke und warf den Feind bis hinter den Steenbach zurück. Südlich vom Blaukaart- fee hemmte ein feindlicher Gegenstoß unser VorwäctS- drängen. Nördlich von der LyS gewannen wir unter starkem Feuerschutz Boden und säuberten einige Maschinen- gewehrnester. Dle dämpfe der letzten Tage brachten mehr als 2500 Gefangene, einige Geschütze und zahlreiche Maschinengewehre. An der ^Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme nahm der zeitweilig auf­lebende Feuerkampf bet Moreuil und Montdidier größere Stärke an. Auf dem Ostufer der Maas hatten kleine Unternehmungen bei Ornes und Watronvtlle vollen Erfolg und brachten Gefangene ein. Nördlich von Flirey (zwischen Maas und Mosel) scheiterte ein starker fran- zöfischer Vorstoß unter blutigen Verlusten.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.

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Berlin, 18. April, abends. In Flandern und auf dem Schlachtfeld an der Lhs ist die Lage unver- ändert. Nordwestlich von Moreuil brachen starke französische Angriffe blutig zusammen.

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ein grosser?affagierdampfer versenkt.

Berlin, 18. April. Am Morgen des 31. März wurde von einem unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Wilhelm Meyer, ein besonders wert­voller englischer Passagierdampfer, ein Schiff von min- bestens 18 000 Brt. versenkt. An der Versenkungsstelle wurden später Schiffstrümmer und leere Rettungsboote gefunden.

Der Chef des Admicalstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 19. April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Auf dem flandrischen Trichterfeld entspannen sich mehrfach kleinere Gefechte unserer Eckundungsabteilungen mit belgischen und englischen Posten. Starke Angriffe, die der Feind von Norden und Nordweften her gegen Wytschaete führte, wurden abgewiesen. Schon bei seiner Bereitstellung erlitt der Feind in unserem Vernichtungs­feuer schwerste Verluste. Zwischen Bailleul und La Bassee starke Kampftätigkeit der Artillerien. Nordwest­lich von Bethune stieß unsere Infanterie gegen feindliche Linien nördlich vom La Bassee-Kanal vor und eroberte einige Geschütze. Bei Festubert und Givenchy wurde wechselvoll gekämpft. Wir machten mehr als 600 Ge- fangene. Der seit einigen Tagen an der Avre gesteiger­ten Feuertätigkeit folgten gestern starke tiesgegliederte französische Angriffe gegen Morisel und Moreuil. Auf beiden Avreufern, durch den Senecawald und zu beiden Seiten der Straße Ailly-Moreuil stürmten dichte Angriffs­wellen mehrfach vergeblich an. In erbittertem Kampf wurde der Feind unter blutigen Verlusten zurückgeworfen. Starkes Artillertefeuec hielt in diesem Kampfabschnitt auch während der Nacht an.

Osten.

Ukraine.

In Taurien haben wir Tschaplinka und Mclitopol besetzt.

Mazedonische Front.

Stoßtruppunternehmungen im Cernabogen brachten einige Italiener als Gefangene ein.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.

*

Berlin, 19. April, abends. Von den Schlacht- fronten nichts Neues. Nordwestlich von Moreuil hat der Franzose nach den Mißerfolgen des gestrigen Tages seine Angriffe nicht erneuert.

Der Krieg gebt um dein Brot, deutscher Arbeiter!

Nur zu leicht vergißt man unter der verwirrenden Fülle der fich überstürzenden gewaltigsten Ereignisse, daß dieser Krieg letzten Endes nicht um Serbien oder Belgien, sondern um die deutsche Arbeit und den von ihr mit zähem Fleiß erkämpften Platz an der Somme geführt wird. Nach altem Brauch wollte England den aufsteigenden deutschen Konkurrenten, der durch Geschick und Tüchtigkeit die bequeme Sicherheit der englischen Welthandelsstellung bedrohte, durch Krieg vernichten und sich vom Halse schaffen. Dieses Ziel ist trotz mehr denn dreieinhalb Kciegsjahren und trotz einer über­mächtigen Koalition nicht erreicht worden. England kämpft alfo weiter, denn es hat den Krieg verloren, wenn der verhaßte Nebenbuhler nicht für alle Zukunft vom Weltmarkt verdrängt ist. Aber Englands Möglich­keiten, den Krieg nach Belieben zu verlängern und da- durch zu seinen Gunsten zu entscheiden, erscheinen, vor allem durch die Wirksamkeit des U-Boot-Krieges, stack begrenzt. Es ist allmählig, wider alle Ueberlieferung, zum Hauptträger seines Krieges geworden. Sein Geld, seine Lieferungen und Versprechungen genügten nicht mehr, um die abgenutzten und zusammenbrechenden Verbündeten aufrecht zu erhalten. Es muß nun mit der eigenen Volkskcaft und seiner ganzen Wirtschaft für seine Sache eintceten. Und es spürt jetzt am eigenen Leibe bitter die schweren Leiden des Krieges, die täglich zunehmen und härter empfunden werden.

Das Weltringen ist dadurch in ein letztes entschei­dendes Stadium gerückt. Jetzt handelt es sich um die stärkeren Nerven, die nach einem Worte unseres Hinden- burg den Krieg gewinnen. Auf der ganzen Welt ruht schier unerträglich der Druck der harten Zeit. Wir leiden und entbehren. Aber das gleiche Schicksal erdulden unsere Feinde vielleicht ein schlimmeres! Da heißt es, die Zähne zusammenbeißen und weiter zu tragen und ducch- zuhalten noch jene verhältnismäßig kurze Frist, die uns vom ersehnten Frieden trennt. Denn wenn wir schwach werden und den Feinden den Engsieg überlassen, den sie nicht auf den Schlachtfeldern draußen, sondern nur durch den geistigen Zusammenbruch Jnnerdeutschlands erringen können, dann wären die Zeiten der Not und der Leiden verewigt. Rache und Raubgier der Gegner kennen keine Grenzen. Was das für das deutsche Volk, nicht allein für die Besitzenden, sondern vornehmlich für die werktätige Bevölkerung bedeutet, zeigt eine einfache Ueberlegung. Die Verwirklichung der französischen Raub­ansprüche würde hunderttausende von Familien brotlos machen und ins Elend stürzen. Denn die von den Franzosen verlangten linksrheinischen Gebiete sind wich­tige deutsche Jndustctereviere, deren Hergabe der deutschen gewerblichen Arbeit die Rohstoffe rauben und sie da­durch zu einem großen Teil stillegen würde. Englands unbestrittene Herrschaft auf den Meeren würde unfern Handel, unsere Ein- und Ausfuhr unter die englische Kontrolle bringen und sie von englischer Willkür ab- hängig machen. Der Verlust unserer Kolonien würde uns jede Aussicht auf eigene Rohstoffversorgung nehmen. Rechnet man zu dieser beabsichtigten und mit einer Niederlage Deutschlands zu verwirklichenden Ecwürgung der deutschen Arbeit noch die Kriegsentschädigung hin­zu, die die siegende Entente uns aufbücden würde, so kann nur eine vollkommene Verarmung Deutschlands die Folge sein. Diese Verarmung trifft zuerst die werktätige Bevölkerung, die von ihrer Hände Arbeit lebt. Dem Arbeiter wäre die Grundlage seiner Existenz entzogen. Für ihn wäre in seinem eigenen Vaterlandc kein Platz mehr, er fände keine Beschäftigung mehr, denn ein 70- Millionen-Volk, das auf verhältnismäßig engem Raum zusammengedrängt ist, kann nur durch industrielle Ar­beit leben. Ec müßte auswandern und draußen, ver­achtet und niedergehalten, fremden Völkern als Kultur­dünger und Arbeitssklave dienen.

Das sollen wir nie vergessen! Der Krieg geht um dein Brot, deutscher Arbeiter!

Das Zeldheer braucht dringend Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere!