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Gefängnis für Miesmacher.

In England, in Svnth Shields so schreibt die

. 2)orkfd»re Pos!" halte sich ein Arbeiter vor Gericht zu verantworten, weil er seinem Arbeitsgenossen ge- sagt hatte: ..Ter Krieg dauert noch 2 Jahre und dann werden wir die deutsche Flagge hier im Lande sehen!" Zur Verteidigung wurde au.sgesühct, solche Gespräche seien unter Arbeitern üblich. (Sehr bezeich­nend!!)

Ter Krieg amerikanischer Spart.

Im Verlaufe deö Verhörs, dem sich der ameri­kanisch". Kriegsminister Baker vor dem Senatsaus- schnsse für militärische Angelegenheiten zu unter- wr.-fen hatte, brachte laut ..New Work Times" Senator £btdS folgende Angelegenheit zur Sprache:

Es fei ihm in einem Privatbriefe mitgeteilt wor­den. das; eine ganze Anzahl von Offizieren t".id Mannschaften in der amerikanischen Armee ganz offen ihre deutschfreundliche Gesinnung in Gesprächen bekunden und kein Hehl aus ihren Shm- palhten für Deutschland machten. Er wisse von zwei Fallen, wo General Pershing, der Oberkommandierende in Frankreich, einen Offizier und einen Feldgeistlichen nach Amerika zurückgeschickt habe wegen allzu großer Teutschsreundlichkeit."

Kriegsminister Baker erklärte auf Befragen, daß er nur von einem Falle dieser Art wisse. Er werde die Sache natürlich untersuchen lassen und den betreffenden Offizier, falls das Beweismateria! ge­nügend sei. vor ein Kriegsgericht ftelleit.

Offenbar ist für diese Leute der Krieg eine Art Sport, ein besseres Fußballspiel

Ein italienischer Deputierter als Flaumacher.

Ter italienische Deputierte De Giovanni loffizieller Sozialist) wurde wegen ..desaitistischer Aeußernngen".

er in Gegenwart mehrerer Personen im November im Eisenbahnwagen tat, zu drei Monaten Gefängnis und 200 Lire Butze verurteilt.

Politische 2H«ridsch<m.

Der Aeltestenausschutz des N e i ch S t a g e s tritt am Dienstag, den 16. April, l Uhr nachmittags, zu einer Besprechung der Geschäftslage zusammen.

- Staatssekretär v. Kühlmann begab sich zum Bortrag beim Reichskanzler ins Große Hauptquartier.

:: zur Sache Bchr-Pinno« teilt dessen Rechtsbei stand Dr. Görres n. a .mit: .Herr v. Behr-Pinnow hat sich ans Ersuchen zweier kaufmä»misch erfahrener Herren, die je V , 0 Anteile nahmen, mit l / 10 Anteil an der P Laufabrik beteiligt, weil ihm die lohnende Beschaf tigung der damals arbeitslosen Kriegersrauen in hohem Grade erwünscht erschien. Er ist weder Ge­schäftsführer noch sonstwie von Einfluß aus die Fa­brikation und Preisbemessung der Gesellschaft gewesen. Die Planfabrik hat mit einem Aufträge von 8. nicht, wie ein ReichstagSabgeordneler behauptete,^28 Millio neu Säcken begonnen. Die Verhandlungen über die Er­teilung des Auftrages sind nicht von Herrn v. Behr geführt worden. Die Preise waren stets angemessen Von dem ans das ganze Geschäftskapital entfallenden Bruttogewinn von 4.6 Millionen sind allein an Steuern und Jlvgaben ufw.» wie die Bücher unwiderlegbar ergeben/87,97 Proz. abgeführt, wozu noch weitere Ab 'ge hinzutreten werden, so datz ich erwäge, ob nicht das Konkursverfahren über das Gefeltschastsverinvgen oearrtragt werden soll, damit die verschiedenen Fisei gtkichheitlich befriedigt werden. Die Lohnzahlungen an die Arbeiterinnen sind nach den vorgeschriebe neu Normalsätzen gezahlt, wie das Gewerbegericht und de>- Schneiderverband nach Prüfung anerkannt haben. Die erhobenen Klagen waren ausnahmslos ohne Erfolg für die Klägerinnen.

: Für das gleiche BK ah l recht iu Preuße» hat der Deutsche Bauernbund" Stellung genommen: In der in Stendal al-gehaltenen Generalversammlung des Deutschen Bauernbundes wurde beschlossen, folgendes Telegramm an den stellvertr. Ministerpräsidenten Tr Friedberg zu senden:

Tie Generalversammlung des Deutschen Bauern­bundes steht rückhaltlos ans dem Boden der zur Ver­wirklichung des gegebenen Königswortes eingcbrachten Vorlage der Siaatöregiernng. Sie bittet die Sraats- regrerüng den Fehdehandschuh auszunehmen, den ihr und dem preußischen Volke eine schlecht beratene Kom- mrssion-mehrheit hingeworfen hat. Eine Auslö­sung des Abgeordnetenhauses würde selbst unter dem Drerklassenwahlrecht klar zu erkennen geben, datz auch der stär'/.e Widerstand der Reaktion dem Bündnisse von König und Volt unterliegen muß."

Eine Entschließung der Versammlung spricht sich für die Einführung des gleichen Wahlrechts aus und weist die Bestimmungen über die Herrenhaus­reform auch in der' Ausschußfassung zurück, daß sie den nach Millionen zählenden lanowirtschaftlichen Be­trieben unter 15) Hektar im Gegensatz zu allen änderen Bernsen keine Vertreter gewährt. Eine Ab lehnung des gleichen Wahlrechts würde den inneren Frieden aufs schwerste gefährden.

:: Fm Postscheck ver kehr vc- Reichspostgebiets ist während des März die Zahl der Postscheckkunden um 3400 aus 199 450 am Monatsende gestiegen. Der Ge- »anttumfatz hat 9827 Milliarden Mark betragen. Bar­geldlos wurden 6881 Milliarden Mark beglichen. Vor­drucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckkontos sind bei jeder Postanstalt erhältlich.

:: Ein unbegründetes Gerücht. DieNordd. Allg Zeitung" schreibt:In derTäglichen Rundschau" wirb behauptet, der Abgeordnete Erzberger habe im Ja­nuar 1917 mit Wissen des damaligen Reichskanzlers durch Vermittlung eines holländischen Journalisten ein Friedensangebot gemacht, das ans einen Frieden um jeden Preis herausaekommen sei. Daß mit Wissen des damaligen Reichskanzlers eine derartige Aktion gemacht worden sei. ist, wie wir feststen«»» können völlig unbe gründe t."

:: Zwölf Steuervorschläge werden dem Reichstag, der am heutigen Dienstag wieder zusammentritt. vom Reichsschatzamt vorgelegt werden. Die Vorlagen sind zum Teil recht tiefgreifend und werde»! ein schweres Stuck Arbeit seitens der Volksvertreter erfordern. Was diesmal an Steuern aufgebracht werden mutz, um die Neichrfinanzcn auf eine gesunde Grundlage zu stel­len. überschreitet bei weitern alle früheren Steuernot Wendigkeiten.

Mit 5eu K<m,ilttnalfi,»iu»zen hat sich der Vor­stand des Verbandes der Preußischen Landkreise be­schäftigt. Es wurde mit Bedauern davon Kenntnis ge nommen, daß das Reich sich nicht als verpflichtet betrachte, den Kommunalveroänden die Zinsen zu erstatten, die sie für die zur Zahlung der Familien­unterstützungen aufgettvrnmenen Darlehen austvenden »nüssen. Der Vorstand beschloß, den Standpunkt fest­zuhalten, daß die Erstattung dieser Zinsen Sache des Reiches sei, und nötigenfalls aus eine Gesetzesänderung u dringen. Den Hauptteil der Erörterungen bean- ruchten im Anschluß an die vorhergehende»» Be­ratungen des Kriegswirtschaftsausschusseö Fragen der Kriegsbeschädigtenfürsorge sowie die Bestre­bungen der landwirtschaftlichen Organisationen einerseits und des Handels andererseits in bezug auf die triegswirtschaftliche Organisation. Im Anschluß an die Sitzung fand aus Wunsch des Verbandes der Ge­treide und Futter Mittelvereinigungen gleichfalls eine Besprechung des Vorstandes mit Vertretern dieses Ver­bandes stott.

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Oesterreich: Ezernius Rücktritt.

$ Der österreichisch-ungarische Auswärtigen Mini­ster Gras Ehern in hat sein Abschiedsgesuch eingereicht und der Kaiser Karl hat es angenommen, ihn aber bis zur Ernennung eines Nachfolgers mit der Fortführung der Geschäfte betraut.

Der Rücktritt ist erfolgt, »veil dem Grafen Czernin vom Kaiser seinerzeit keine Kenntnis von dein Briefe an dessen Vetter Sixtus v. Bourbon gegeben worden war. ne mark: Pa rlam t it tsw ahl.

$ Es ist die erste Wahl nach dem neuen Wahlgesetz von 1915. Ter demokratische Charakter dieser politi­schen Reformen drückt sich in der neuen Zusammen­setzung des Landsting, der Ersten Kammer Dänemarks. 0er bisherigen .Hochburg des Konservatismus, scharf aus. Ter Hauptunterschied liegt darin, datz das Mtn- destalter für das Stimmrecht zur Ersten Kammer höher ist, als dasjenige für die Wähler zur Zweiten Kammer (Folkering). so daß das Durchschnittsalter der gesamten Wählerschaft höher wird, was man als eine Sicherheit für die konservativen Interessen betrachtet. Schließlich sind diese Wahlen auch die ersten in Dänemark, bei denen F r a u e n und T i e n st b o te n als Wähler den Männern hinsichtlich des aktiven und passiven Wahl­rechts vollständig gleichgestellt sind.

Alle diese Neuerunge»» gestatten den Ausgang der Wahlen etwas ungewiß. Bo»» allen Seiten wird je­doch die F o r t d a u e r der äußer en Politik der gegen­wärtigen Regierung gewünscht, selb stfür den Fall, daß das Ergebnis der Wahlen zu einem Wechsel der Regierung führe»» sollte. Sämtliche Parteiführer er­kennen einstimmig an, datz das energische Festhalten des Ministers des Aentzern SeaveniuS an dem Grundsatz absoluter und gleichmäßiger Neutralität die einzige für Dänemark n»ögliche Palitik ist.

Hfvaittr: Sie will Brssarabieu haben.

An Kiew wurde unverzüglich eine außerordent­liche Sitzung des ukrainischen 'ParlamentsZentral»« Rada" adgehalten. die speziell der bessarabischen Frage genndmec war. Alle Fraktionsführer im Parlament haben energisch gegen die internationale Spekulation der rumänischen Regierung Protest erhoben. Sie haben daraus hingennesen, daß dieser Anschluß nicht nur dem Wunsche der Ukrainer, Deutschen und Bulgaren in Bessarabien nicht entspricht, sondern auch nicht de»»» Wunsche der moldauischen Bevölkerung selbst.

Tie Beschlüsse des sogenannten bessarabischen Lan­desrats. des ..Spatul Ceri", »velcher im Beisein des rumänischen Ministerpräside»»ten Marghiloman den An­schluß Bessarabiens an Rumänien beschlossen hat, sind nur mit 86 Stirnmen gegen 8 Stimmen bei 83 Stimmenthaltungen gefaßt worden. Abwesend »varen 13 Mitglieder der Versammlung.

Aus aller Welt.

A Es kommt eine Zeit, wo der Krieg vorbei ist. Schon jetzt werden »vir darüber beruhigt, daß für diesen Fall die weitesten Maßnahmen schon getroffen sind, damit alle Heeresangehörigen wieder ihrem bür­gerlichen Berufe zugeführt »verden. Die nähereit Be­stimmungen werden rechtzeitig bekannt gegeben »verden. Es besteht jedenfalls nicht die mindeste Gefahr, daß der eine vor dem anderen zu spät kommen wird. Jeden­falls kann augenblicklich allen Kreisen nur bringend empfohlen werden, sich von keinerlei Nachrichten be­unruhigen zu lassen. Wenn die Zeit gekommen ist, wird es sich zeigen, daß die Uebersührung der .Heeres­angehörigen tn das Wirtschaftsleben ebenso vorsorglich von der Heeresleitung vorbereitet worden ist, wie seinerzeit die Mobilmachung.

A Sendet Tabak au unsere Kriegsgefangenen iu England. Ten Angehörigen unserer in englischer Kriegsgesangenschaft befindlichen Landsleute wird zum großen Teile mcht bekannt sein, daß in den englischen Gefangenenlagern eine starke Beschränkung des Tabak- verkauss eiugetreten ist. Sicherlich würde unter diesen Umständen unserne KrieLSgesangenen in England durch Ueberfendung von Tabak eine besondere Freude bereitet »verden Aber bitte kein Buchenlaub!

A Hütet Euch vor dem Photographie-Schwindel. In der Annahme, daß viele Angehörige der ans dem Felde der Ehre gesallenen ein großes Interesse daran haben, auS kleinen Photographien ihrer Lieben Ber- Krötzerungen in Qel oder Kreide Herstellen zu lassen, überschwemmen Agenten angeblicher Bildver- größerungs-Jnstitute das Land und versuchen, von den Leuten Bestellungen auf Dergrötzeru»»gen an Bildern zu erlangen. Diesen Agentei» ist mit großer Vorsicht zu begegnen. In vielen Fällen kommt es ihnen nur aus die 'Anzahlung cni. Deshalb ist besonders hierin Zurückhaltung und recht genaue Prüfung aller vor- zelegten Bedingungen geboten. Bor allen» unter­schreibe inan nichts! Der Schade»» beläuft sich bis ans 1.00 Mark.

A Bom Holz sch uh muß jetzt mattcher et»vas erfah­ren, der si-üher nie daran gedacht hat. Jetzt heißt es, das Lairfe»! in solcheir Dingern erlerne»». Und doch »st es kein Kunststück, das Holzschuhlaufen, vielmehr besteht die ganze Kunst" darin, »vie der Holländer mit etwas steifen Beinen zu marschieren. Durch einen »viegendeit Gang geht man sich in Holzschuffb», »nüde und reiht leicht die Kappen der Schuhe ein. Auch das Klappern Ed merklich gedämpft, wenn man diese Regel bevb

achtet. Mer geklappert muß »verden Leverschuhe ge­hören bald ins Reich der Vergangenheit, darum klap­pern wir!

A Ter Frühling kommt. Er hat es jetzt sogar sehr eilig. Tie Witterung »var seit Ostern nicht gleich­mäßig. Stellenweise, narnentlich nach Osten hin, »varen die Ostertage prachtvoll, anderswo herrschte Regen vor. Tann tarnen warme Tage und strichweise Gewitter, bis s»ch die letzten auöbreiteten, Abkühlung, aber auch den ersehnten Regen brachten. In den letzten warmen Tagen hat der Frühling einen erheblichen Schritt nach vorwärts gemacht. Nicht nur alle Sträucher im Garten und an den Hecken, sondern auch die Bäume tragen jetzt jenes zart- hellgrüne Kleid, in dem sie sich nur während »venige» Wochen zeigen, und das durch seine duftige Frische so entzückend wirkt. In den Gärten ist man überall mit dem Pflanzen von Kartoffeln beschäftigt, trotzdem die Jahreszeit noch reichlich früh ist.

** Verschobene Käselieserungen aus dem Militär­besitz. Fünf Waggons Edamer Käse, die für die Front bestimmt waren, sind auf dem Bahnhof Wedau bei Duisburg durch Vertauschen von Frachtbriefen verscho­ben worden. Der Käse »vurde als Schmuggelware an industrielle Werke verkauft, wo er von der Mili­tärüberwachungsstelle zum Teil noch beschlagnahmt »ver­den tonnte. Mehrere der Täter, darunter auch Bahn­angestellte, wurden verhaftet.

** Fünf Bancrngnter durch Blitzschlag vernichtet. An Bahren bei Pößneck wurden infolge Blitzschlages fünf Bauerngüter durch Großfeuer vernichtet. Drei der Geschädigten stehen im Felde.

Eine Flucht in die Ocfferrtlichkeit Ter Srendaler Magistrat sieht sich veranlaßt, imAltmärker" folgende Fluch» in die Oeffentlichkeit anzutreten:Tie hresige Stadtverwaltung, Beamte und Privatpersonen werden seit Monaten in gemeiner Weise durch Briese und Karten verleumdet. Um dem Feigling endlich das nreSertrDchtige Handwerk zu legen, und ihn der ver­dienten Strafe entgegenzuführen, bittet der Magistrat da- Publikum um Beistand bei der Ermittlung des MiveS Er wird eine Belohnung oo»» 10 Mark zu- geskhert. In unserem Schaufenster ist einer der Schmähbriefe auSgehängt. ES dürfte nicht schwer sein, aus der Handschrift den Uebeltäter sestzustellen. Ter Name des Anzeigers wird geheim gehalten. Angaben wolle man im Rathaus, Zimmer Nr. 13, machen.

** Merhim-niSvONer Pickel. Weil er einen Pickel im »Sesichr nicht beachtet hatte, zog sich ein Bahnbeamter in Gentyin eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen der 40 jährige Mann nach kurzer Zeit unter Schlnerzen perstarb.

Wann hört dieser Leichtsinn ans'? Ein Todes- ipser hat wieder das Aufgießen von Petroleum auf ^as Feuer gefordert. Als eine Witwe in Bremen mor­gens den Hern angezündet hatte, legte sie sich noch ekurze Zeit nieder. Inzwischen standen auch ihre beiden 11 und 6 Jahre alten Knaben auf und plötzlich hörte die Mutter einen lauten Knall und Schreie in der Küche, wo sie die Kinder in Flammen stehend vorfand. Wie sich herauöstellte, hatte einer der Knaben Petroleum in das nur glimmende Feuer gegossen, dabei war der Inhalt der Kanne explodiert. Ter jüngste Knabe ist gestorben. In München hatten zwei Kinder beim Spiritus nachgießen dasselbe Schicksal.

* Verwüstung der Jugerrd-Gcele In Frankfurt a M. erbrachen 0- Knaben im Alter von 912 (J> Jahren eine Mahnung »znd plünderten diese gründlich aus. Als die Bürschchen am nächsten Tage im gleichen Hause in eine zweite Wohnung einbrechen wollten, wurde»» sie überrascht und der Polizei übergeben.

Gerichtsfaal.

Zu» Mordprozesse Kieper, in den» kürzlich die vor 7 Jahren unter dem Verdachte der Ermordung ihres Mannes und anderer Angehörigen zu Tode ver­urteilte, nachher zu lebenslängliche»»» Zuchthaus be­gnadigte Frau Gutsbesitzer Kieper, im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochen »vurde, ist jetzt der Freige­sprochenen eine Entschädigung für die erlittene Strafe zugesprochen worden. Tie Ansprüche, »velche darauf­hin Frau Kieper an die Staatskasse stellen wird, dürsten nicht gering sein. Es ist ihr inzwischen nicht nur ihr ganzer Gntsbesitz versteigert und in die Hände des Gemeindevorstehers von Klei»»-Sibsau bei Schwetz, ihrem früheren Wohnort übergegangen, soridern fie hat auch ihr ganzes Vermögen durch Gerichts- und andere Kosten verloren. Ihr Anspruch stützt sich auf 8 5 des Gesetzes vom 21. Mai 1898 betreffend die Ent­schädigung der in» Wiederaufnahmeverfahren Freige­sprochenen.

Eine schon mehr humoristische Gänsegeschichie beschäftigte die Hagener Strafkammer. Tie Ehefrau W. Altena aus Gevelsberg hatte in derLeipziger Aeflügelbötse" eine Anzeige erlassen, »vonach s e sechs Stück schneeweiße italienische Riesengänse für luO Mark liefern könne. Es liefen 17 Bestellungen und was die Hauptsache war, auch die nötigen Gelder aus aller Welt ein, aber die Angeklagte hat auch »»icht eine»» einzigen der heute so geschätzten Braten geliefert. Sie ecklärte vor Gericht unter allgemeiner Heiterkeit, datz die Gänse bei einem Breckerfelder Bauern von dort angeblich vor­handenen Gänsen, denen Eier untergelegt werden soll­ten, ausgebrütet werden sollten, indes wußte der berr. Bauer von gar nichts. Ta die Angeklagte in ö Fällen das Geld nicht zurückgezahlt har, wurde sie wegen Betruges zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt.

Volkswirtschaftliches.

di Berlin, 15. April Die Geschäftswoche »vurde mit einer anregungslosen und »venig einheitlichen Börse eröffnet. Ter Rücktritt Czernins wurde lebhaft be­sprochen; ein Teil der nach Wien gravitierenden Werte lag schwach

Berlin, 15. April. Warenmarkt. (Nicht­amtlich.) Saattveizen, -roggen, -Hafer bis 20, Saat- gerste bis 22,50, Saatbohnen 42,50 47,50, Ackerbohnen. Peluschken 32,50 37,50, Saaterbsen 37,50 42,50, Saatwickel» 44, Serradella 85 92. Spörgel 115 132,

Heidekraut sofort. Lieferung bis 4, Richtpreise für inländische Sämereien: Rotklee 260 278, Schweden klee 210 228, Weißklee 160 176, Inkarnatklee 1 18

.bis 132. Gelbklee 96 106, Timott» 96 106, Knaulgras

108 120. Reygras 108 120 für 50 Kg. ab Station,

Flegelstrvl» 4..'5 5.25, Preßstroh 4,75, Mafchinenftroh 3 - 4 , 2 *