Ausgabe 
16.4.1918
 
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Der Kampf um unser tägliches Lrol.

UnserHaupifeind England führt den Weltkrieg haupt­sächlich als Wirtschaftskrieg. Denn sein Hauptgrund zum Kriege war, Deutschland als Mitbewerber auf dem Weltmärkte zu vernichten, es dauernd aus der Reihe der großen überseeischen Wirtsä aftsmächte auszustreichcn. Hatte doch Deutschland auf den wichtigsten Wettbewerbs' flpCtt n bis kurz vor dem Kriege England bereits überflügelt. So erzeugte, um nur ein Hauptbeispiel herauszuheben, die deutsche Eisen- und Stahlindustrie im letzten Frieden sjahre 1913 mehr als die englische an Roheisen bald 9 Millionen Tonnen, an Stahl mehr als 11 Millionen Tonnen. So betrug die Steigerung der deutschen Maschienenausfuhr in den letzten dreizehn Fciedensjahren eine halbe Milliarde, die der englischen nur 271 Millionen Mark, und vor Kriegsausbruch führte Deutschland schon mehr Maschinen aus als England.

Roch ehe die deutsche Wirtschaft solche Fortschrit e aufzuweisen hatte, trachteten der britische Geschäftsneid und die Geldgier danach, sich durch Deutschlands V.f nichtung zu bereichern. Der bezeichnende Ausdruck die­ses Willens ist jener Ausspruch, den vor nunmehr sieb­zehn Jahren eine englische Wochenschrift tat:Englands Gedeihen kann nur gesichert werden, wenn Deutschland vernichtet wird. Wenn Deutschland morgen aus der Welt, vertilgt würde, so gäbe es übermorgen keinen Engländer in der Welt, der nicht um so reicher sein würde."

Dieses Werk des Vertilgens hat England während des Weltkrieges gründlich besorgt: überall, wo draußen in der weiten Welt putsche Arbeit und deutscher Fleiß sich festgesetzt hatten, hat England uns verdrängt, unsre Handelsniederlassungen ausgeplündert und sich ange­eignet. Zur Zeit ist der deutsche Wtttbewerb über See so gut wie ausgeschaltet. Wo es ihnen nur möglich war, haben die englischen Räuber selbst in den am Kriege unbeteiligten Ländern unter Verhöhnung alles Völkerrechts durch erpresserische Gewalttaten den deutschen Handel mit Stumpf und Stiel ausgerottct. Damit ist England aber nicht zufrieden. Sein Ziel bleibt cs noch, zu verhindern, daß Deutschlands weltwirtschaftlicher Wettbewerb nach dem Friedensschluß wieder auflebe. Es hat mit seinen Vasallen Vereinbarungen getroffen, wonach sie den Handel mit Deutschland nicht wieder aufnehmen wollen. Ein englischer Minister hat erklärt: Deutschlands gesamter Handel muß in Grund und Boden bombardiert werden."

Darum muß England so besiegt werden, daß es außer Stand gesetzt wird, den Krieg nach dem Kriege gegen uns fortzusetzen. Daß das eine deutsche Lebens- Notwendigkeit ist, muß dem ganzen deutschen Volke vor Augen stehen, bis zum letzten Arbeiter. Denn es handelt sich darum, ob wir weitecleben und wieder emporkom­men, oder ob wir hungern und verhungern sollen. Es geht uin die deutsche Zukunft, um das deutsche Gesamt- schicksal und um Arbeit, Lohn und Nahrung. Es wird um das tägliche Brot aller nnd jedes einzelnen gekämpft. Sehr richtig hat der frühere Saatssekcetäc Helffecich kürzlich ausgerufen:Arbeiter, der Krieg geht um Dein tägliches Brot!"

Nur einHindenburgfriede kann dem deutschen Arbeiter das tägliche Brot gewährleisten, ein Friede, der der deutschen Arbeit Pie Freiheit zurückgibt, sich draußen in der Welt zu betätigen, der unsere weltwirschaftliche Stellung w ederhecstellt und sichert. Einfuhr und Aus­fuhr müssen wie vor dlm Kriege wieder vonstatten gehen. Wir müssen aus dem uns feindlichen Auslande Rohstoffe beziehen, wie Wolle, Baumwolle, Metalle, Gummi usw. Die Drohung der Feinde mit der Rohstoff- specre darf nach dem Kriege nicht ausgefühct werden. Sonst ist, wie Helffecich sagt, das deutsche Volk für absehbare Zeit zum Krüppel geschlagen. Der Friede mit den Westmächten muß uns ferner den Ausfuhrhan­

del wieder eröffnen, der uns befähigt, die Rohstoffe zu bezahlen, deren unsere Industrie für ihre Erzeugung bedarf. Deutschlands Industrie, Handel und Verkehr beschäftigten kurz vor dem Weltkriege mehr als 12 Millionen Arbeiter und gaben deren Familien das tägliche Brot. Ein großer Teil davon müßte arbeits- und brotlos werde», w.nn England unfirn Handel dauernd lähmen würde. Im.Westen wird jetzt um die Entscheidung gerungen, ob den deutschen Arbeitern ihr tägliches Brot verbürgt sein wird. Helfen wir den braven Kämpfern, indem wir Kriegsanleihe zeichnen!

Heimatdarrlr an steimgekehrte derrtfcheKriegs- gefarrgene Es gilt erneut die Opferfreudigkeit des deutschen Volkes zu Gunsten der deutschen Kriegsgefan­genen zu erweisen. Schon zweimal (in den Jahren 1915 und 1916) mußte sich der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz an die hessische Heimat mit einem Sammel­aufruf wenden, um die nötigen Geldmittel zur Unter­stützung der deutschen Kriegsgefangenen aufzubringen. Dank unseren siegreichen Waffen handelt es sich diesmal darum, den aus Rußland und Rumänien und hoffentlich wohl bald auch aus den anderen feindlichen Ländern heimkehrenden deutschen Kriegsgefangenen im Augenblick ihres Heimkehrens durch Ueberreichen von Liebesgaben einen ihnen wohltuenden Willkomm und ein bescheidenes Zeichen der Dankbarkeit des deutschen Volkes darzubrin- gen. Es sollen die heimkehrenden deutschen Kriegsge­fangenen zunächst auf den Uebernahmestellen durch Dar­reichen von Genußmitteln, wie Keks, Kakao, Fruchsäfte, Rotwein, Tabak und Zigarren usw. erfreut und erfrischt werden. Es ist aber auch weiter in Aussicht genommen, für die ärztlichen Beobachtungsstellen, in denen die heim­kehrenden Gefangenen vor ihrer endgültigen Entlassung in die Heimat längere Zeit verweilen müssen, nicht- nur Genußmittel der gedachten Art, sondern namentlich auch, um den Gefangenen den eintönigen und ihre Geduld auf eine harte Probe stellenden Aufenthalt in diesen ärztlichen Beobachtungsstellen zu erleichtern, Lesestoff und Unterhal­tungsspiele anzuschaffen. Selbstverständlich wird für die nötige Verpflegung der heimkehrenden Kriegsgefangenen auf den Uebernahme- und den ärztlichen Beobachtungs­stellen in erster Linie durch das Deutsche Reich in aus­reichender Weise gesorgt werden. Die durch die Samm­lung aufzubringenden Mittel sollen aber dazu dienen, darüber hinaus den Gefangenen wieder einige langent­behrte Annehmlichkeiten des Lebens zu verschaffen. Den demnächst ergehenden Sammelaufruf hat der Großher- z o g selbst unterzeichnet. Es sind reiche Geldmittel erfor­derlich, wenn das geplante Werk der Liebe und Dank­barkeit gelingen soll. Das hessische Volk hat aber, wie dies die reichen Ergebnisse der beiden früheren Samm­lungen zu Gunsten der deutschen Kriegsgefangenen dar­getan haben, bisher gezeigt, daß es sich seiner Pfllcht gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen, die für das deutsche Vaterland gekämpft und gelitten haben, voll be­wußt ist. Es wird auch diesmal seine Pflicht erfüllen!

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

Bersieigerrmg.

Die Dickmühle vei Steinderg soll Montag den 22« April d. I., nachmittags Va3 Uhr. zum Abbruch öffentlicht meistbietend versteigert wer­den. Die Verkaufsbedingungen liegen bei der Großh. Bürgermeisterei Watzenborn- und dem Unterzeichneten Amte offen.

" Gießen, den 12. April 1918.

Gr. Hochbauamt Gießen.

Becker.

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Leistet werden. Käufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe anbreten, werden bei sonst gleichen Geboten in erster Linie berück­sichtigt. Oie Vorschrift zur Bevorzugung der Kriegsanleihe gegenüber der Annahme baren Geldes erstreckt sich auf alles, was zur Abgabe an die Bevölkerung frei wird, also insbesondere aus Pferds, Fahrzeuge und Geschirre; Feldbahnaerät, Motorlokomotiven und Kraftfahrzeuge nebst Zubehör- Futter­

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