Ausgabe 
13.4.1918
 
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Den Zaghaften.

Schwer geht des Krieges Lehr' uns ein,

Die alte Lehr': Das Liben ist nickt Dein!

Das Leben steht in Gottes Hand",

Ein alter Spruch uns wohlbekannt.

Dem Vaterland, wenn es in Not,

Gehört mein Sein, mein Blut Und meine Treu bis in den Tod.

Ihm gehöret auch mein irdisch Gut.

Laßt Gcldcswert uns nicht zu hoch anschlagen,

Ging deutsche Gcistcsnot verloren Das müßte alle Welt beklagen;

Der deutsche Geist ist auserkoren Nach hohem Ziel den Flug zu wagen.

Opfern wir dem Land, das uns geboren Kindlich fromm in notbeschwerten Tagen Des Herzens warmes Blut,

Da wiegt wohl leichten Mammons kaltes Gut.

Doch nötig ist des Opfergeldes Klingen:

Die achte Gab' sei Hilf' uns bei dem schweren Ringen Karlsruhe, Marz 1918.

Hans Thoma.

Hu$ Stadt und Land.

* Marrrrn sind 1000 Mark Kriegsanleihe für den Landwirt mehr wert als 1000 Mark bares Geld? Vielfach ist namentlich in Kreisen der Landwirtschaft die Meinung verbreitet. man könne keine Kriegsanleihe zeichnen, weil man für die Zeit nach dem Kriege flüssiges Geld zur Neuanschaffung und Ergänzung von Jnventargcgenständcn brauche. Demgegenüber sei auf eine neuerdings zwischen der Heeresverwaltung und der Rcichsfinanzverwaltung getroffene Vereinbarung ver­wiesen, daß die Heeresverwaltung bei Verkäufen (von Pferden, Geräten usw.) unter sonst gleichen Umständen solcheKäufec bevorzeugt, die in Kci eg s a n l eih e zahlen. Die Stücke der Kriegsanleihe werden dies ist ein weiterer erheblicher Vorteil für die Besitzer von Kriegsanleihe zu 100 °/o angenommen, während der Zeichnungskurs aus 98°/ 0 festgesitzt ist. Es liegt also tm eigenen Int resse aller derer, die später Pferde, Ge­genstände und Materialien von der Heeresverwaltung erwerben müssen, jetzt soviel Kriegsanleihe zu zeichnen, daß der Kaufpreis seinerzeit in Kriegsanleihestücken be' zahlt werden kann.

* Lumpen und neue StoffakfäUe Es ist eine neue Bekanntmachung bctr. Beschlagnahme, Bestands nhebung und Höchstpreise von Lumpen und neuen Stoffabsüllen aller Art am 9. April in Kraft getreten In ditsec Bckanntmochung sind die verschiedenen Be­stimmungen über die Beschlagnahme, Bestandserhcbung und die Höchstpreise bet Lumpen und neuen Stoffab­fällen einheitlich zusammengefaßt, sodaß gleichzeitig die früher erlassenen Bekanntmachungen aufgehoben worden sind. Im allgemeinen verbleibt es bei der bisherigen Regelung des Verkehrs mit beschlagnahmten Lumpen und neuen Stoffabfällen. Im einzelnen enthält die neue Bekanntmachung allerdings verschiedene Abweichun

gen gegen die bisherigen Anordnungen Besonders sei darauf hingcwiesen, daß auch alle aus dem Auslande stammend n unter die Verordn uw fallenden Lumpen und neuen Stoffabfälle von der Beschlagnahine betrof­fen sind.

* Cierabtteferung und Aufnahme von Stadt­kindern auf dem Lande. In letzter Z it sind mehr­fach Stimmen laut geworden, daß die Landwirte mit Rücksicht auf die Eierablieferung Bedenken trügen, Stadt­kinder bei sich aufzunehmen Um Mißverständnissen vor zubeugen, sei darauf aufmerksam gemacht, daß von Landwirten ausgenommcne Stadtkinder bei der ©Ietab; gabepflicht selbstve stündlich berücksichtigt werden und das die Eicrabgabepfltcht des betreffmden Landwirts entspre­chend enuäßizt wird. Dahingehende Anträge sind von den Landwirten durch Vermittlung des örtlichen Vertrauens» mannes an die Landcs-Eierstelle zu richten. Die An­rechnung von Stadtkindern liegt einmal im Interesse der Allgemeinheit, um die Unterbringung von solchen Kindern aus dem Lande möglichst zu fördern, dann aber auch im selbstverständlichen Interesse des betreffen­den Geflügelhalters, da er auch hinsichtlich der Eierab lieferung in den Stand gesetzt werden muß, die in hochherziger Weise aufgenommenen Kinder auch ent» sprechend zu verköstigen.

O

* Ach Zur Sicherstellung der Kohlenver­sorgung der Ltch'Grünbergec Eisenbahn hat der Prä­sident des Reichsetsenbahnamtes auf eine Anfrage des Reichstagsabgeordneten Dr. Werner der R ichskommissac für Kohlcnversorgung dahin bedeutet, daß die Bahnlinie eine Nebenbahn sei und als solche mit ^ ohlen beliefert werden müsse.

* Uarrheim 9. April.- In der heutigen Stich­wahl zum Landtag zwischen dem Baucrnbündler Bürgermeister D i e h I - Hochweisel und dem Zentrums- kandidatcn Rechtsanwalt Dr. Schröder-Friedberg wurde nach den bisher vorliegenden Meldungen der erstere mit 300 Stimmen Mehrheit gewählt.

* Schotten (Vogelsberg). Als vor kurzer Zeit in Köddingen ein der Tollwut verdächtiger Hund tier­ärztlich geöffnet wurde, nahm ein dortiger Landwirt das Eingewette in die Hand. Durch eine geringfügige Wunde, die sich der Mann tags zuvor an einem Finger zugezogcn hatte, drang das Tollwutgift in den Körper Nach zwei Tagen erkrankte der Landwirt an Toll­wut, der ec am Freitag nach qualvollem Leiden im Beisein zweier Aerzte erlag.

* Frankfurt a. M. Im Spezialitäten - Theater

Groß Frankfurt" trug sich während der Vorstellung ein schwerer Unfall zu. Der Artist Planet sängt eine etwa 40 Pfund schwereGranate", die aus einer Kanone auf ihn ab.uschosscn wird, mit der Brust auf, ein Schau­stück auf dessen Gefährlichkeit schon wiederholt hinge- gewiesen wurden. Durch irgend eine Zufall ging dies» mal das Geschoß etwas höher als sonst üblich ist und traf den Kops. Der Künstler erlitt erhebliche Verletzun­gen. _

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

Äeinragenüer öcfcbütz!

Hunnertzwcmzig Kilometer Schieße Deitsche irf Paris.

Dunnerwetter! frogt do jeder Wie des menschenmeeglich is?!

Des is meeglich, un kae Wunner,

Was der Franzmann jetzt erfährt.

Hot mer net bereits de Dünner In der ganze Welt geheert?!

Deitscher Geist un Fleiß us's Neie Bracht' des Sltckelche in Schwung.

Un die Ladung? Deitscher Treie Heilige Begeisterung!

Un's is needig!Dunnerkeiler!

Daß me uf de Deckel kloppt!

's gibt noch ungestopple Meiler,

Un 's is Zeit, daß mer se stoppt!

Dort in London sitzt so Aaner Stellt sich der net rei' wie doll'?

Un der MaulAmerikaner Nimmts det7 net noch besser voll?

War's net was vun Silbertreffer Was von d^ciwwe kam als Witz?

Nimm d'r emol ufs Korn die Kläffer,

Deitsch weittragendes Geschütz.

Achte deitsche Kriegs-Anleihe Bring' des SBckelche in Schwung,

Ladung sei der deitschew Treie Heilige Begeisterung.

Dhut Ei'r Schuldigkeit!Mer hoffe,

Daß der Treffer sitze soll,

Un sie krieje, schee(n) getroffe Uf des Maul, was annersch voll!

Pfarrer F.

Kirchliche Anzeigen»

Sonntag, den 14. April.

In der Stadtkirche. Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr : Kinderkicche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.

In der Johanneskirche. Vormittags 9 1 /. Uhr: Pfarrassistent Liz. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche für die Lukasgemeind?. Pfarrer

Bechtolsheimer.

Stadt Cheater giessen.

Sonntag, den 14. April 1918, nachmittags 3 1 / 2 ll^r: JtlM)Cidc!bcrg Schauspiel in 5 Akten. Abend 7 x / 2 Uhr:San ein Knab ein Röslcln stehn" Siegsptet aus Goethes Jugendzeit in 3 Auszügen.

Freitag, den 19. April 1918, abends 7 1 /» Uhr: . Zweites Gastspiel der Tanzkünstlerin hanneiere Ziegler vom Hoftheater in Mannheim. Dazu: 3cb heirate meine Cochter Lustspiel in l Aufzug. Sonntag, 21. April 1918, nachmittags 3^2 Uhr: in unbeschriebener Blatt Lustspiel in 3 Aufzügen von Ernst von Woizogen. Abends l l l 2 Uhr. Das Dreimäderlhaus Siegspiel in 3 Akten.

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Nach dem Quartalswechsel

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