Ausgabe 
11.4.1918
 
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(Nenrftr Nachrichten)

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Ar. 33.

Telephon Rr. 362.

Donnerstag den 11. April 1918

T e 1 e 4» tj o n Rr. 3*>2.

31. Jahrg.

Omncy, Laudrico^rt und Concy-le-Chaieun geuommeu. Nördlich von Armeutieres iss die euglischen Stellungen eiKgedrungekt. « 60 « Gefangene gemacht und IW Gefchütze srhentet.

wtb. Großes Hauptquartier, 9 . April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

An der Schlachtf-ont entwickelten sich vielfach leb­hafte Artillerickämpfe. Auf dem Südufer der Oise griffen die Truppen des Generals v. Scboeler und Wtchura den Feind erneut an. Zwischen der Oise und Folcmbroy stießen sie über die Ailette bis zum Oise Atsne Kanal vor. In heftigen Kämpfen nahmen sie den zäh ver­teidigten Wald östlich von Gunah. Sie erklommen im öon Norden und Osten her die steilen Hänge der Höhen östlich von Couch le Chateau und erstürmlen stark ausgebaute Stellungen des Feindes Qutncy und Laudricourt wurden genommen. Nach besonders erbst, tertenr Kampf fiel heute früh das festun^Sarttge Couch le-Chateau.

»

Jm Mürz bet-ägt der Beilust der feindlichen Luft, streitkcafte auf d?m westlichen Kriegsschauplatz 23 Ftssel ballone und 340 Flugzeuge, von denen 158 hinter unseren ÜUitcn, btc übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestü.zt sind. Wir haben im Komps 8t Flugzeuge und 11 Fesselballone verloren.

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^üii den anbccen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.

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B e r l i n, 9. April, abends. Nördlich vom La Basses Kanal sind wir in englische und poltugicsischc Stellungen ringedrungcn. An der Schlachtfront zu beiden Setten der öomme heftige Artilleriekämpfe. Auf dem Südufer der Oise warfen wir den Feind auch zwischen Couch le-Chateau und Braucou t über den OiicAisne Kana zurück.

»

20000 rönnen versenk».

Berlin, 9 April. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapiiänlcutnant Ich, hat in der Irischen BtejiOOOÜ Brutto cgisteitonne» feindlichen Handels. Ichisiraumcs vernichtet. Unter den versenkten Schaffen ® at '" 2 besonders wertvolle Dampfer von 9000 und oOUO Tonnen. Der bewaffneter Engländer, wurde aus einem einlaufenden größt«, stark gesicherten Geleitzua, vermutlich intt Tcanspoit aus Amerika kommend, her. ausgeichosscn. Namentlich fcstgestellt wurden der be­waffnet« englische DampferD.stro" (852 Bri.) mit Holzladung für England und der tie,'beladene englische Dampfer,Jukosi' (3358 43a). Außerdem hat das Boot 2 englische Fischkutter versenkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wtb. («r o ß e s H a u p i g u a r t i c r, 10. April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz

Armentlercs und dem La Bassce Kanal griff n wir nach starker Feuer Vorbereitung durch Arttl- strie und Mtnenwerfec englische und portagirstsche Stel- lungcn an und nahmen die ersten feindlichen Linien. f pochten etwa t>900 Mann zu Gefangenen und ^'uteten etwa 100 Geschütze. - An dex Schlachtfront

f l( ® beiden Seiten der Somme heftige Artlllerlckämpfe «xd erfolgreiche Jnfantertcgefechte -

fJ!r* Cm *! lbU l CC ÖfC Dife warfen wir den Feind auch zw. scheu Fobmbroy und Bra: court über den O.se Aisne- Kanal zuruck.

Osten:

Finnland.

Unsere in Hangoe gelandeten Truppen haben nach

kurzem Kampf mit bewaffneten Banden den Bahnhof Karis besitzt. '

Ukraine.

Cha low wurde nach Kampf am 8. April genommen.

Ter Erste Generalquartiermeistec: Ludendorfs.

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Berlin, 10. Ap ck, abends..blich von Armcn- lieres sind wir in die englischen Linien beiderseits von B aasten (Warneton) eingedrungen. Zwischen 21 nun- tictf§ und EstaireS haben wir an mehreren Stellen die LhS überschrittin.

Siilllgkeil derfmwordnungen!

In einigen rhelnhessischen Zütungen ist dieser Tage cin Urteil der Strafkammer des Landgerichts Koblenz veröffentlicht worden, wonach die Einführung einer Zwangsablieferung für Eier unzulässig und ungültig wäre, weil die Bekanntmachung des Bundes atS über Eier vom 12. August 1916 tu ihr.m 8 9 Absatz 2 aus. drücklich verbiete, den eigenen Verbrauch der Geflügel­halter und ihrer Familien zu regeln und zu beschränke::. D.eses U teil der St-askammer erregt allgemeine Vec- Wanderung, weil die Strafkammer vollständig übersrh-n hat, daß eine fpäterc VolwLnung dis Bundesrats vom 24. April 1917 ausdrücklich dcn 8 9 Absatz 2 aufhebt. Diese Aufhebung ist, wie der Präsident des Kriegser- nährungsamteS seinerzeit mitgeteilt hat, durch den Umstand veranlaßt, oaß einige Bundesstaaten zwecks ' besserer Erfassung der Eiererzeugung die Festsrtzung be­stimmter Erermengcn auch für die Geflügelhalter für ang!-Zli^t hielten. Es ist danach völlig unrichtig, wenn im Anschluß an das ll.teil in den Zeitungen behauptet wird, die Verordnungen über eine Zwangsablieserun s von Eiern seien ungültig und Geflügelhalter könnten nicht bestraft werden, weil sie der Ablieferungspflicht nicht nachgekommen wären. Diese Veroidnungrn, also auch die hessische Verordnung, über, die Eterablieferung bestehen sonach durchaus zu Recht und sind in ihren Bestimmungen über die Pflichtablieferung auch weiter hin gültig. Die Geflügelhalter, welche unter Berufung auf daS Koblenzer Urteil glauben, ihre Ablieferungs­pflicht nicht erfüllen zu brauchen, befinden sich srnach in einem großen Irrtum. Vielmehr macht sich jeder Geflügelhalter, der seiner Ablieferungspflicht nicht nach­kommt, strafbar und wird auch für eine solche die all­gemeinen Interessen schwer schädigende Handlung un- nachsichtlich zur Verantwortung gezogen werden.

** Der volle deutsche Sieg auch im Westen

DerVorwärts", das Hauptorgan der Sozialdemokratie, brachte einen Leitartikel, der folgenden bemerkenswerten Satz enthält:Es ist jetzt keine an de re Lösung der Weltwirren zu sehen als der erhoffte volle de ut s ch c Sieg auch im Weste n."

Jiu$ Siäöi und Lass.

* Zur Landtagsstichwahl in Nauheim- Butzbach sind die Sozialdemokraten bei drr Stich­wahl zwilchen Baucrnbündlern und Zentrum für das Zentrum cingetrcten. Dcn gleichen Beschluß hat die Fort­schrittliche VolkSpartei gl faßt. Das Zentrum hat sich für Beseitigung des Mehcstimmenwahlcechts in Hessen und für gleiches Wahlrecht erklä't.

* Aus Uheinhesten. Abgesehen von einigen kleinen Frostschäden sind die grwaltigen Aprikosen- an lagen auf den Rheinhügeln unterhalb Mainz aus­gezeichnet durch den Winter gekommen. Die tausend und abertausend Bäume stehen gegenwärtig im vollsten Blütenflor. Bei d m gelinden Wetter, das augenblicklich vorherrscht, ist ein guter Verlauf der L'prikosenblüte zu erwarten und damit auch die Voraussitzung für eine ergiebige Ernte.

* Frankfurt a M. Dcr Kaiser hatte seinerzeit von der Stadt Frankfurt als Jubiläumssp-nde 100000 Mk. für die Pflege des Volksliedes zur Ver­fügung gestellt erhalten. Davon hat nunmehr das Kultusministerium einen größeren Betrag für die Ein- samwlung des Volksliedes in Frankfurt und Nassau bewilligt. Ferner hat der Landesaus­schuß des Regierungsbezirks Wiesbaden zu diesem Zweck als jährlichen Beitrag 1000 Mk. ausgefltzt. Es ist nun ein Volksliederauöschuß süc Frankfurt und Nassau unter dem Vorsitz des 1lnivecsttät?psosiffvr Panzer in Frankfurt gebildet worden, d^r jetzt schon sich mit der Einsammlung des Soldatenliedes bei den Truppen des Regieruno.Sbezi-ks b.fassen will. Außerdrm sollen Kin­derspiele, die eine eigene Kriegsform angenommen haben, photographisch ausgenommen und dazu gehörende Zeich­nungen, Bilder und Sammlungen erworben werden.

10 600 Mk. aus dem ..Sparstrumpf" ge­stohlen. In Dortmund wohnt feit längere Zeit eine Witwe, diealle Toni" genannt, die mit Zwirn, Knöpfen, Wichse und dergleichen seit Jahren Handel treibt, und sich dabri, weil sic sehr sparsam l'bte, nahe, zu 10000 Mk. im Laufe dcr Zeit erspart hatte Anstatt nun aber dieses Geld zinsbringend anzulegen, verwahrte sie ihr ganzes Vermögen in lhrec Kommode, die nur durch einen gewöhnlichen Verschluß gesichert war. Die Alte fand am letzten Sonntag bei der Rück« kehr von der Kirche die Wohnung erbrochen und ihren schätz bis auf^d.'n letzten Heller geraubt. Man w rd sich den Schrecken der alten Frau, die sich so um die Eisparnisse eines ganzen Lebens gebracht sicht, vor. stellen können. Mitleid aber verdient die'Frau nicht. Hätte sie mit ihren 10000 Mark Kriegsanleihe gezeichnet, dann hätte ihr kein Dieb etwas anbabcn können.

* Auch rin Uekrutrufchmans. Die ausgemustec- tcn Rckcuten in ein?m Dorf bei Gotha hatten sich eine große Menge von Eiern zum herkömmlichen Rckcuten- schmauS eingesammelt. Als die Mahlzeit beginnen sollte, erschien der Gendarm und konftszie(te 80 Eier. Alles Magenknurren half nichts! -

CUerarilcim.

Forschcrfahrt in Feindesland (Kosrnosverlag: Franckh'sche Berlagshandlung, Sluttgart, Preis geh. Mk. 1.25, geb. Mk 2 .-). Floerrcke, dem wir schon manche lichtvolle Arbeit über dcn nahen Orient verdanken, entwirft hier mit kräftigen, treffenden Strichen ein fesselndes Bild von Land und Leuten der zukllnftsreichen Dobrudscha und schildert dann lebensprühend und begeisler- ungsvoll die dortige Bogelwelt, die einen ungewöhnlichen Neich- inm an groszen Naltbvögeln soivie einzigartige Massensiedlungen von seltenen Suinpf- und Wasservögeln aufzuweisen hat. Den Kernpunkt des Büchleins bildet das Bogelparadies der Donau- balta, der undurchdringlichen Rohrnvildnis an der untersten Donau, ivo Stnnpf und Wasser rwd die ihnen eigene wuchernde Pflanzenwelt wie ein schützender Wall ein unvergleichlich reiches Bogcüebcn umhegen oder doch tnnhegt haben.

(Fo-tsitzan.z auf der 4 Seite.)

Der Erfolg -er siebenten Kriegsanleihe hat uns zum

Der

Frieden im Westen

Frieden im Osten

verholfen.

muß durch dieAchte" erzwungen werden zeichne!