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Verlag der „Gicstener Zeitung", Gieße».
Expedition: Lüdanlage 21
(«iesteuer Tageblatt)
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Druck der Giestencr Verlagödruckerei, Albin Klein.
Ar. 28.
Telephon Nr. 302.
Samstag, den 30. März 1918.
Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
Die große Kaiserschlacht in Frankreich in voller Bewegung siegreich vorwärts.
Deiüsche Truppcii aot Palis und Amiens.
Montdidier erobert. Gefangene gemacht und über 1100 Geschütze erbentet.
Neuer großer Schlag Hin-enburgs au anderer stelle.
vrr DtircbbrucS) im ÄUrrn
Nach dreieinhalb Jahren Stellungskrieg hi durch die glücklichen Operationen und durch den Durchbruch der ! feindlichen Linien der Bewegungskrieg wieder in Gang gekommen. Schwere Kämpfe ftehen den deutschen Streit- j Kräften noch bevor. Trotzdem gibt uns das bisher Erreichte ! allen Gtund zur Dankbarkeit gegen unsere heldenmütigen Kämpfer. Die Offensive, die nach einer nur sechsstündigen I Artillerievorbereitung einfetzte, brachte uns bereits in drei i Tagen Erfolge, wie wir sie nicht für möglich hielten. Natürlich wird der Gegner alles versuchen, unr durch Entlastungsoffensiven unserem unaufhaltsamen-Vordringen Einhalt zu gebieten. Derartige Angriffe könnten bei Verdun, in der Champagne und in Loth-ingen einsetzen. Unsere Verluste sind entgegen den feindlichen Meldungen tatsächlich gering. Nur bei einigen Divisionen, die die schwierigsten Aufgaben zu lösen hatten und die ganz besonders befestigte Stützpunkte Niederkämpfen mutzten, sind sie etwas schwerer.
Dorwärts der von uns erreichten Stellung beenden stch keine feindlichen SteUnngen mehr, j
Auch im Süden sind keinerlei feindliche Stellungen mehr j vorhanden. Wir sind also
vollkommen im Bewegungskrieg
Mit feindlichen Gegenangriffen auf beiden Flügeln muh gerechnet werden. Westlich Chauny wurden bereits zwei französische, eine englische und eine amerikanische Division zurückgeschlagen. So muh also an den beiden Flügeln erneut mit dem Einsatz feindlicher Reserven gerechnet werden. Das Geheimnis, warum unser Durchbruch gelungen ist, während er den Franzosen und Engländern niemals möglich gewesen ist, liech in der ganzen Anlage der Operationen. Wir sind von vornherein auf 80 Kilometer Frontbreite eingebrochen, der Gegner stehts nur auf 10-30 j Kilometer Frontbreite. Da war es naturgemäh für uns j leichter, die Einbruchsstelle abzuriegeln. Andererseits liegt j der Grund für das Gelingen darin, daß wir es eben kön- i nen und die andern nicht. Wenn auch die halbe englische j Armee jetzt schon geschlagen ist, so ist ein übertriebener ! Siegesjubel noch verfrüht. Bei der Truppe vorn herrscht völlige Zuversicht vom höchsten Führer bis zum letzten Mann. Die Heimat muh sich genau so verhalten.
Die grosse Scblac&i in frank? eich
hoi auch noch dem 24. März bmH'lfccn großen (5' folg zu v rze'chnen lim zwischen dem 21. und 24. März. Die (Sk(j<nb w c ft l i ck ' Puisieux und Albert ist der Brcnnpmü des nördlichen Kawpfslldcs. Hur stiften die Engländer in ihren letzten ausgeblNiten St Lungen hallrmckigen Widers and. w-.idcn abe** dezimiert im Feuer der Deutschen, die sich sturmbockarllig vo schieben. Vom 26. Mäiz ab wa en unstre Toppen über das , zerrissene Erdreich der Somnukämpfe hinaus mio ge wannen unberührten französischen Bodcn ohne Trichter. Der Engländer haben sich bemüht, die Tä.fecll iederzu-
brenncn. — rdwestlich von Bapaume gehen Teile der Armee von Below jetzt auch vor, wodurch die Eisen, bahnllnie Arras—Doulleur für den Feind bedroht ist.
Das schnelle Vorgehen unserer Infanterie hat die Verbände des zulückweichendcn Gegners zerrissen. Die Schlacht steht sll^on völlig im Zeichen des Bewegungskrieges Bei der Armee des deutschen Krön- p inZ n kam den Truppen das in vo züglichcr. Ordnung vcsindliche Wegenetz sehr Zu statten. Die Zahl der Gefangenen und der Geschütze ist ständig im Steigen.
Die Eroberung von Montdidiev ist von der allergrößten Dedcutrrug. Dort haben unsere Stcell- kcä te die von dcn Amerikanern ausgebaute viergleisigc Hauptbahn Paris —Amterrs erreicht und unter- b ochcn Unsere Stellungen dort können als eine Be drohung von Paris gelten, das anhaltend mit den reuen deutschen Ferngeschützen beschoss n wird. Das trifft umso mehr zu, als die deutsche Oberste Heeresleitung sich socbcn Geschickt, ?w einem neuen gewaltigen Schlag an anderer Stelle der Front auszuholen. Diese neuen Ereignisse sind bereits im vollen Gang.
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Der Kaiser über die Lage.
** Berlin, 29. März. Der Kriegsberichterstatter des „Lok. Anz." Rosner drahtet vom Schlachtfeld im Westen unterm 27. März unter anderem: Der Kaiser
trat zu einer kurzen feldmäßigen Abendtafel herein, öle Sonderkarte des Schlachtgcbiets ln den Händen. Seine Augen strahlten m f ohem und stolz m Glanz Nach seinem Gruß sagte er: „Meine Heilen, die neuen
Nachrichten von lcr Truppe sind so überwältigend und über alles kühne Erwarten gut, daß ich sie Ihnen gleich voc Tisch noch geben will"
Der Kaiser lnß die große Karte, auf die n selbst die gemeldeten Kampstrzebniss^ cingczeichnet halt-', aufrecht an die Wand halten un^ gab dcm kleiorn K.cise seines militärischen Gefolges in kurzen, plastrschen Abschnittsschilderungen cm klares Bild dcc Lage. Er schloß mit dcn Worten: „Die Bewegung, die wir nach
den harten Jahren des Stlllungekimpfes im Westen er eichen wollten, ist dai-k den Ulivc: gleich lichen Leistungen von Führung und Trupp.' »rzwungcn. Wir sind über das Feld der großen Doppelschlacht hinaus und haben die Linien erreicht, die j nseits der Schauplätze des Stellungskrieges der letzten 3 Iah e ste. en Die Truppen stehen vor den Toren von Daris
Beim Abendb:ot erhob sich d^'i Kaiser und leerte sein Glas auf das Wohl der Truppe.
llmMcde dewlfcbe Cagesbericbit
20 ooo rönnen versenkt.
Berlin, 27. März abends. Unsre Ilnt.-i s.eboote haben in der Irischen See und an de: Onküste. Englands neuerdings 20000 Brutto gist rtonnen seinb lichen Handelsjch'ffsiaums vernichtet.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 28. März, 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Auf dem Schlachtfclde in Frankreich führt der Engländer erneut fusche, aus anderen Fronten herausge» zogene Divisionen unseren Truppen entgegen. Nord, westlich von Bapaume warfen wir den Feind aus alten Trichterst -.Lungen auf Bucqury und Hebuterne. Mit besonderer Zähigkeit kämpfte der Feind ve-geblich um die Wiedereroberuug von Albert. Starke, von Panzer- wagen begleitete Angriffe brachen auf den Hängen der der Stadt westlich vorgelagerten Höhen blutig zusammen. Südlich von der Somme bahnten sich unsere Divisionen an v ll n Stillen den Weg durch alle feindliche Stillungen ui.b Waisen Engländer und Franzosen in das seit 1914 vom K.ieg i;nb rührt gebliebene Ge- bui F ankreichs zurück. Die siegreichen Truppen des deutschen Kronprinzen haben in unaufhaltsamem Angriff von St. Quknrm üint die eommc die feindlichen Stell" ungen in 00 Kilometer Tiefe eingestoßeu. Sie drangen gestern bis Picrrepont vor und haben Moutdidier genommen.
Uns re Verlust'.' halten sich in normalen Grenzen, an einzelnen Brennpunkten sind sie schwerer. Die Zahl der Leichtverwundet»n wird auf 60 bis 70 vom Hundert aller Verluste geschätzt.
An der lothringischen Front nahmen die Actilleric- kampfe an Stärke zu.
Rittmeister Frhr. von Nichthosen errang seinen 71., 72. und 73. Luslsicg.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorff.
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^ wtb. Berlin, 28. März, abends. Kämpfe an der Scaipe und Aucre. — Zwischen Somme und Avre wurden un Angriff zäh verteidigte Dörfer genommen.
20500 rönnen versenkt
Berlin, 28. Mürz. Jnr Sperrgebiet um England vernichteten unier U-Boole 20 500 Brutto R.-T. feindlichen Hgndclsschifföraum. Die Erfolge wurden unier stälkster seindl.chec Gegen.w rkung zum Teil im Aeimelkaual erzult.
Der Chef deö Admi'alstabes der Marine.
wtb. Großes H a u p t q u o r t i c r, 29. März. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
3« örtlichen Kämpfen zu beidln Seiten der Scaipe brachen wir in die vollsten englischen Stellungen ein und machten nuhrcre Tausend Gesangcac. — Bll und nördbch von Albert s yv> der Eniiänxr erfolglose und Vertustr'cich: Gegenangriff, fo l. Z.visch n Somme und Avre griffen wir erneut an. Aus alten Stellungen und tapfer v.lllldigten Dürfe« n morsen wir den Feind über Wmfn'ce—Barcou t und Plissier nach W.sten und Nord lveien ] liinf. — Gg n cm re ne Ab chnute unserer neuen Front zwischen Moatbldre. »»d Noyoa iührte dir Franzose mehrfach bektrge G genangr-ff.. Sie ichllterten unter schwersten Verlusten.
Die bisher festgestc-llte Ben c seit Beginn 70000 Gegangene, 8100 Geschütze. Du Armee d.s Generals Huticr brachte davon allem 40000 Gefangene und 600 Geschütze ein.
hast noch Geld genug, das Du Deinem Vaterlande leihen kannst. Jeder zurückgehaltene Pfennig verlängert den Krieg. Jede Stunde Krieg bedeutet weitere Opfer an Gut und Blut. Zögere nicht, zeichne!


