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Verlag derGieftener Zeitung", Gießen. Druck der Gießener Verlaasdruckerei, Albin Klein.

Nr. 27. Telephon Nr.382. Donnerstag, den 28. März 1918. Telephon Nr.362. 31. Jahrg.

Der Uebergrmg über die Somme erkämpft.

Der Feind auf breiter Front im Rückzug nach Westen. Lihons, Roye, Noyon und Albert genommen.

20 ooo Tonnen versenkt

Milicde llerttsede cMLbrricdlr.

,8 ooo Tonnen versenkt.

Berlin, 25. März. Unsere Unterseeboote vernich­teten auf dem nördlichen Kriegsschauplätze 21000 Brutto­registertonnen feindlichen Handelschiffsraumes. Die Er­folge wurden vorwiegend an der englischen Ostküste bei besonders starker Gegenwirkung erziehlt. Unter dm versenkten Schiffen waren zwei größere englische tief beladene Dampfer. Ein großer tief beladener zur Täu­schung unserer Unterseeboote der das ganze Schiff bunt bemalter Dampfer wurde aus stark gesichertem Geleit­zuge herausgeschoffen. Den Hauptteil an diesen Erfol­gen hat Oberleutnant zur See Mendel.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wtb Großes Hauptquartier, 26. März, 1018.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Im Weitergange derGroßen Schlacht" in Frank­reich haben unsere Truppen gestern neue Erfolge errungen. Aus Flandern und aus Italien herangeführte engli­sche Divisionen und Franzosen warfen sich ihnen in verzweifelten Angriffen entgegen. Sie wurden geschla­gen! Die Armem der Generale v. Below (Otto) und v. d. f)üb:n in heißem wechselvollen Kamp­

fe Ervillers endgültig behauptet und im Vordringen aus Ach'ist Le Grand die Dörfer Binuconrt, Diesvillcrs und Grevillcrs geurmmcu. Sie e rohrten Jrles und Miraumoitt und haben dort die Ancce übeischctten. Bon Albert aus griffen neuherangeführtc englische Kräfte in breiter Front heftig an. In erbittertem Ringen wurde der Fdnd zurückgeworfen; wir haben die Straße BopaumcAlbert bei Gourcelette und Pozieres über­schritten. Südlich von Peronnc hat Genera!. Hofacker den Uebergang über die Somme erzwungen und die in der Sommeschlacht 1916 heiß umstrittene Höhe von Maisonctte, sowie die Dörfer Mach s und Barieux er­stürmt. Starke feindliche Gegenangriffe verbluteten vor unseren Linien. Die Armee des Generals v Hutter hat in harten Kämpfen den Feind bei Marchele- pot und Hattencoult über die Bahn PeronneRohe zurückgcworftn. Franzosen und Engländern wurde das zähe verteidigte Etalon entrissen. Bon Noyon heran- geführte französische Divisionen wurden bet Fieniches und Bethaucouct geschlagen. Bussy wurde genommen. Wir stehen auf den Höhen nördlich Noyon.

An den errungenen Erfolgen haben unsere Nach- richtcntruppen hervorragenden Anteil. In unermüdlicher Arbeit ermöglichten sie das Zusammenwirken der neben­einander fechtenden Verbände und gaben der Führung die Sicherheit, die Schlacht in die gewollten Bahnen zu lenken. Elser,bahntruppen, die erst den gewaltigen Aufmarsch vor Beginn des Kampfes reibungslos voll- führten, und jetzt den Verkehr hinter der Fmnt bewäl- Ligen, arbeiten rastlos an der Wiederherstellung zerstör ter Bahnen.

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Seit Beginn der Schlacht wurden 93 feindliche Flugzeuge und 6 Fesselballone abgeschoffen. Rittmeister Frhr. v Richthofeu ecrrang seinen 67. und 68.. Leutnant Bongartz sein n 32., Oberleutnant Lörzec seinen 24 , Vizeseldwebel Bäumec seinen 23., Leutnant Kroll seinen 22. und Leutnant Thuy seinen 20. Luftsieg. Die Beute an Geschützen ist auf 963 gestiegen. Mehr als hundert Pauzcrwagcu liegen in den eroberten Stellungen.

An oec übrigen Westfront dauerten Artillerie kämp' fe an, die sich an der lothringischm Front zu größerer Stärke steigerten.

Wir setzten die Beschießung der Fest-mg Paris, fort.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Subenborff.

Berlin, 26. März, abends. Ein neuer Abschnitt in der gewaltigen Schlacht! Zu beiden Seiten der Somme ist der Feind aus breiter Front im Rückzug. In der Verfolgung haben wlr unsere alten Stellungen vor der Sommeschlacht von 1910 nach Westen bereits au vielen Punkten überschritten. Wir stehen vor Aivcr't

Ahaus» Aoye und Uoyou sind genommen.

Berlin, 26. März. Unsere U-Boote versenkten im Aermelkanal und in der irischen See 5 Dampfer und mehrere Segler mit zusammen 29000 Brutto- registertounen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 27. März, 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:

Die am 25. Mäcz geschlagenen englischen und ftan- zösischen Divisionen suchten gestern erneut in dem un­wegsamen Trichtergelände der Sommeschlacht unserem Vordringen Einhalt zu tun. Unser Angriff durchbrach die feindlichen Linien. Seit frühem Morgen begann der Feind aus breiter Front zu beiden Setten der Somme zu weichen. Zähec Widerstand feindlicher Nachhuten wurde in scharfem Nachdrängen bezwungen. Nördlich und südlich von Albert erkämpften wir uns den Iftber- gang über die Ancce. Am Abend siel Albert. Süd­lich der Somme warfen wlr den Feind nach heftigem Kampf über Chaulnes und Lihons zurück, Roye wurde erstürmt, Noyon in blutigem Straßenkampf vom Feinde gesäubert. Wir haben unsere alten Stellungen vor der Sommeschlacht von 1916 nach Westen an vielen Stellen überschritten. Die Gesangenenzahl wächst, die Vevte mehrt sich. Arvllcrtekämpse in Flandern, vor Verdun und in Lothringen dauerten an. Rittmeister Frhr. v. Richthofeu errang seinen 69. und 70. Luftsicg. Bon den anderen Kriegsschauplätzen n chts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocss.

Berlin, 27. März, abends. Zu beiden Seiten der Somme sind unsere Armeen in langsam fortschrei­tendem Angriff.

ver friede von BuRarcTt.

Bukarest, 26. März. Die wichtigsten politischen, territorialen und militärischen Bestimmungen des Fcie- densvertrages mit Rumänien sind he te um 4 Uhr morgens paraphricrt worden Ebenso wurde ein um­fangreicher rechtspolitischec Zusatzvertrag paraphiert und die Grundlage eines Abkommens über die Ecdölfcage unterschrieben. Die übrigen wirtschaftlichen Fragen wer­den in Kommissionsberatungen weiter behandelt. Einer Verabredung mit den rumänischen Delegierten entspre­chend, wird das gesamte Vertragswert nach seiner Fertigstellung gleichzeitig unterzeichnet und veröffentlicht werden.

KaiferlicM Airzreichnungeii an llndenburg Duknßortf.

Berlin. 25. März. Die Handschreiben, in denen S. M. der Kaiser dem Generalfcldmarschall v. Hindenburg und dem General Ludendorff die ihnen aus Anlaß der großen Schlacht in Frankreich überreichten Auszeichnungen verleiht, haben folgenden Wortlaut:

Lieber Feldmarschall!

In wohl der größten Schlacht der Welt- g eschichte ist in diesen drei Tagen ein großer Teil des englischen Heeres aus seinen Stellungen ge­worfen und von unseren heldenmütigen Truppen ge­schlagen worden. Ihre hohe F e l d h e r r n k u n st hat sich hierbei wieder auf das glänzendste b e > währt. Für den Sieg von Belle-Allianee erhielt der Feldmarschall Fürst Blücher das besondere für ihn ge­stiftete Eiserne Kreuz mit goldenen Stcah- l e n. Dieses nur einmal verliehene höchste Ocdcnszeichen Ihnen heute zu verleihen, ist mir eine ganz be­sondere Herzensfreude. Mit dem gesamten Vater lande toeiß ich mich eins, daß diese hohe Auszeichnung niemanden mehr ge­bührt als Ihnen, dem auch heute wieder alle

deutschen Herzen in Dankbarkeit, Verehrung und Vertrauen entgegenschlagen.

Ihr danbarec König Wilhelm R.

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Das Handschreiben an General Ludendorff lautet:

Mein lieber General Ludendoxff!

Die unvergleichlichen herrlichen Er­folge, welche unsere heldenmütigen Truppen in diesen Tagen gegen das englische Heer errungen haben, sind ein glänzendes Zeugnis für Ihre unüber­troffene klare Voraussicht und nie ver­sagende Tatkraft, mit der Sie in zielbewußter Arbeit die Grundlagen für diese Siege ge­schaffen haben. In dankbarer Anerkennung Ihrer hohen, dem Vaterlande erneut in treuester, selbstloser Hingabe geleisteten Dienste verleihe ich Ihnen mit besonderer Freude das Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Ihr dankbarer König Wilhelm R.

Großes Hauptquartier, 24. März 1918.

Berlin, 25. März. Seine Majestät haben dem Generalobersten von Plessen, dem ersten Komman­danten des Großen Hauptquartiers, und dem Admiral von Müller, dem Chef des Marinekabinetls, am 24. März 1918 den Orden Pour le mente verliehen.

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Der Kaifer an die Kaiferin. __

Berlin, 25. März S. M. der Kaiser sandte von dem Schlachtfelde der großen Schlacht in Frankreich das folgende Telegramm an I. M. die Kaiserin:

Großes Hauptquartier, 25. März 1918.

11 Uhr vormittags.

Ihrer Majestät der Kaiserin, Berlin, Bellevue!

Heute nacht fiel Bapaume nach schwerem Ringen. Meine siegreichen Truppen sind im Vordringen von Bapaume nach Westen. Weiter südlich Vormarsch aus Albert. Die Somme oberhalb Peronne ist an vielen Stellen überschritten. Der Geist der Truppen ist frisch wie am ersten Tage. U°ber 45000 Gefangene, über 600 Geschütze, Tausende von Maschinengewehren, unge­heure Bestände an Munition und Verpflegung, ähnltck wie nach der Jsonzoschlacht in Italien. Gott mit uns!

Wilhelm.

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vir töpfere hessische vivision.

Darmstadt, 27. März. DieDarmstädter Zei- tung" veröffentlicht folgenden Telegrammwechsel zwischen S. M. dem Kaiser und dem Großherzog von Hessen:

Großherzog von Hessen, König!. Hoheit

Darmstadt.

Auf dem Gefechtsfelde wurde mir gemeldet, daß die Truppen der 25. Division in diesen Tagen wiederum Vortreffliches geleistet und zu den schönen Erfolgen hervorragend beigetragen haben. Ich freue mich, Dir dieses mtttdlen zu können. Mit vielen Grüßen

Wilhelm.

Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser

Großes Hauptquartier.

Ich bin Dir von ganzem Herzen dankbar für Deine Worte und stolz, daß meine Division Anteil haben durfte an den g waltigen Erfolgen, die unsere unver­gleichlichen Heere unter Deiner Führung soeben errungen haben. Ich weiß, mit welcher Begeisterung meine Hessen cs vernehmen werden, wenn ich ihnen diese lobende Anerkennung alsbald mittcile. Unsere allertceucstcn Wünsche sind mit Dir und unseren Waffen.

Ernst Ludwig.

Darmstadt, 27. Mäcz. Der Großherzog hat an die großherzogl. hessische Division folgendes Tele­gramm gerichtet:

25. Infanterie-Division. Soeben telegaphiert mir S. M. der Kaiser, daß die Division wiederum hervor- ragende Taten vollbracht hat in der großen Schlacht, deren Verlauf wir alle dankbar und stolz in atemloser Spannung verfolgen. Gott sei weiter mit Euch.

Ernst Ludwig.