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Verlag der „Vietze»er Zeitung". Gießen.
Expedition: Südanlage 21
(Vießeuer Tageblatt)
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Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Nr. 2«.
Telephon Nr. 362.
Samstag, den 9. März 1918.
Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
Frieden mit Rumänien und Finnland.
Rege U-Boot ««» Artillerietätigkeit im Westen und LnstangM aus England.
»er Haifer an fiindenburg
Seine Majestät der Kaiser sandte folgendes Telegramm an den Generalfeldmarschall von Hindenburg:
Nachdem gestern nachmittag der Frieden mit Rußland unterzeichnet und hiermit der fast vierjährige Krieg an der Ostfront zu glorreichem Abschluß gelangt ist, ist cs Mir tiefempfundenes Herzensbedürfnis, Ihnen, Mein lieber Generalfeldmarschall, und Ihrem treuen Gehilfen, dem General Ludendorff, Meinen und des deutschen Volkes heißen Dank erneut auszusprechen. Sie haben durch die Schlacht von Tannenberg, durch die Winterschlacht in Masuren und durch die Kämpfe bei Lodz den Grund für alle weiteren Erfolge gelegt und die Möglichkeit geschaffen, mittels des Durchbruchs von Gorlice-Tarnow die russische Armee zu weiterem Rückzuge zu zwingen und in den ferneren Anstürmen feindliche Heeresmassen siegreich standzuhalten. Und nun ist dex kostbare Friedenspreis glorreichen Ringens in unserer Hand. Unsere baltigen Brüder und Volksgenossen sind vom russischen Joch e befreit un d dürfen sich Wied er als Deutsche fühlen. Gott war mit uns und wird weiterhelfen.
Wilhelm I. R.
Jlmtlicbe deutsche Cagesbericbtt.
Im Sperrgebiet um England.
Berlin, 5. März. Unsere Unterseeboote haben im Sperrgebiet um England neuerdings 20000 Br.- Reg. T. feindlichen Handelsschiffsraum versenkt. Von den vernichteten Schiffen sind 2 besonders wertvolle, bewaffnete Dampfer von je 6000 Br.-Reg.-T. in ge» fchicktem Angriff, schärfster feindlicher Gegenwirkung zum Trotz, aus demselben Geleitzuge hecausgeschoffen worden. Einer der Dampfer hatte Munition geladen. 2 weitere tief beladene Dampfer wurden an der Ost küste Englands ebenfalls aus Geleitzügen hecausgeschoffen.
Der Ehef des Admiralstabes der Marine.
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wib. Großes Hauptquartier, 6. März. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht.
Htfrige Feuerübersälle richtete der Feind gegen unsere Stellungen auf dem Nordufer der Lys. Ein starker englischer Vorstoß bei Waasten wurde im Nah- kampf abgewiesen. Beiderseits der Sccupe und in Verbindung mit eingenen erfolgreichen Erkundungen nörd. lich und südwestlich von St. Quentin lebte die Gefechts, tätigkeit auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In einzelnen Abschnitten Artilleriekampf. Sturm abteilungen drangen in der Gegend von Ornes in die französischen Gräben und brachten 28 Gefangene ein.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Im Verfolg der von der finnischen Negierung erbetenen militärischen Hilfe sind deutsche Truppen aut den Aalands'Jnseln gelandet. — Der Waffenstillstands- Vertrag mit Rumänien ist von neuem formell unterzeichnet worden. Friedensverhandlungen schließen sich unmittelbar an. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Gcneralquartiecmeister: Ludendorff.
Berlin, 6. März, abends Von den Kriegsschauplätzen n'chts Neues.
21000 Tonnen.
Berlin, 6. März. Durch unsere U-Boote wurden auf dem nördlichen Kriegsschauplätze 21.000 Br -Reg - T Handelsschiffsraum vernichtet. Unter den der- cnkten Schiffen befinden sich der englische bewaffnete Dampfer „White Cour" (3680 Br.Reg.-T.) mit Kohlen- adung und ferner 2 bewaffnete Dampfer von 5000 und 4000 Tonnen. 1 Dampfer hatte Erz und Holz für England geladen. Die Erfolge wurden zum größten Teil tn der irischen See erzielt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 7. März. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nordwestlich von Dixmutde brachten Sturmabteilungen von einem Angriff gegen 2 belgische Gehöfte 3 Offiziere, 114 Mann und einige Maschtnengewehr- etn. Die Arttllerietätigkeit lebte in vielen Abschnitten auf. — Mehrfach wurden englische Erkundungsvorstöße abgewicsen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Die französische Artillerie entwickelte an vielen Stellen der Front rege Tätigkeit. Nordwestlich von Avo- court drangen Stoßtrupps tief in die französischen Stellungen ein und kehrten nach heftigem Kampf und nach Zerstörung zahlreicher Unterstände mit 27 Gefangenen zurück.
Im Luftkampf wurden 19 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone abgeschossen. — Hauptmann Ritter v. Tutschek errang fe.nen 26. Luftsteg. Durch Bomben- abwurf englischer Flieger auf ein Lazarett in Touc- coing wurden zahlreiche französische Einwohner getötet. Von den anderen Kriegsschauplätze» nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 7. März, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
wtb. Großes Hauptquartier, 8. März.. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Bei Durchführung erfolgreicher Erkundungen wurden östlich von Merkem 30 B«lgier, nordöstlich von Festubert 25 Engländer gefangen genommen. Der Artillerie- und Mtnenwerferkampf lebte am Abend in einzelnen Abschnitten aus.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Sturmabteilungen brachten von einem Vorstoß östlich von La Neuville (südlich von Berry an Bac) eine Anzahl gefangener Franzosen zurück. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkeit auf Störungsseucr beschränkt, das sich auf dem westlichen Maasufer vorübergehend steigerte.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
An der lothringischen Front entwickelte die französische Artillerie zwischen Seille und Plaine rege Tätig- kett.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorsf.
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Berlin, 8. März, abends. London, Margate und Sheerneß wurden in der Nacht vom 7. zum 8. von mehreren Flugzeugen mit Bomben angegriffen. Gute Wirkung war zu beobachten. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
1 $ 500 tonnen oerfenkt.
Berlin, 8. März. Neue U-Bootserfolge im Sperr- gebiet um England: 18500 Bruttoregistertonnen.
Von den versenkten Schiffen wurden 2 tiefbeladene Dampfer im Aermelkanal aus einem großen stark ge- sicherten Geleitzug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Der Triedensverlrad mil Rulzland.
Brest Litowsk, 3. März. Der zwischen Deutschland Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Türket einerseits Rußlands anderescits Unterzeichnete Frtedensver- t r a g weist einleitend darauf hin, daß die genannten Mächte übcreingekommen sind, den Kriegszustand zu beenden und die Fliedensverhandlungen möglichst rasch zum Ziele zu führen, worauf nach Aufzählung der Bevollmächtigten nachstehende Vereinbarungen folgen:
Artikel 1. Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türket einerseits und Rußlands ander-
setts erklären, daß der Kriegszustand zwischen
ihnen beendet ist. Sie sind entschlossen, fortan in Frieden und Freundschast miteinander zu lebe«.
A tilel 2. Die vertragschließenden Teile werden jede Agitation oder Propaganda gegen die Regierun- gen oder die staatlichen und andere Einrichtungen des anderen Teils unterlassen. Die Verpflichtung gtU- soweit sie Rußland obliegt, auch für die von den Mäch- ten des Vicrbundes besetzten Gebiete.
Artikel 3. Die Gebiete, die westlich der zwischen den vertragschließenden Teilen vereinbarten Linie lie- gen und die Rußland gehört haben werden der ruf-
sisch en Staats ob erhöh eit nicht mehr unterst e h e n. Die vereinbarte Linie ergibt sich aus der diesem Fliedensvertrag als wesentlicher Bestandletl beigefügten Karte.
Die genaue Festlegung der Linie wird durch eine deutsch-russische Kommission erfolgen. Den in Rede stehenden Gebieten werden aus der ehemaligen Zuge- Hörigkeit zu Rußland keinerlei Verpflichtungen gegen- über Rußland erwachsen. Rußland verzichtet aus Einmischung in die inneren Verhältnissen dieser Gebiete. Deut chland und Oesterreich-Ungarn beabsichtigen, das künftige Schicksal dieser Gebiete im Benehmen mit deren Bevölkerung zu bestimmen.
Artikel 4. Deutschland ist bereit, sobald der allgemeine Frieden geschloffen und die russische Demobilmachung vollkommen durchgeführt ist, das Gebiet o fl- lich der in Artikel 3, Abs. 1 bezeichneten Linie zu räumen, soweit nicht Artikel 6 anders bestimmt.
Rußland wird alles in seinen Kräften Stehende tun, um die alsbaldige Räumung der Ostonato- lischen Provinzen und deren ordnungsmäßige Rückgabe an die Türket sicherzustellen.
Die Bezirke Erdehan, Kars und Datum werden gleichfalls und ohne Verzug von den russischen Truppen geräumt. Rußland überlaßt es der Bevölkerung dieser Bezirke, die Neuordnung im Einvernehmen mit den Nachbarstaaten namentlich der Türkei durchzuführen.
Artikel 5. Rußland wird die völlige Demo- j t l m a ch u n g seines Heeres einschließlich der von oec zetzigen Regierung neu gebildeten Hreresteile unvcr- bügitch durchführen. Ferner wird Rußland seine Kriegsschiffe entweder in russische Hafen und dEt bis zum allgemeinen Fried.nschluß belassen oder sofort desarmieren. Kriegsschiffe der mit den Mächten des Vierbunds im Kriegszustand befindllchen Staaten werden, soweit sie sich im russischen Machtbereich befinden, wie russische Kriegsschiffe behandelt werden. Das Sperrgebiet im Eismeere bleibt bis zum allgemeinen Friedcnsschluß bestehen. In der Ostsee und
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