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Verlag der«ietzcncr Zeitung", Gießen

Telephon Nr. 362.

Expedition: Züdanlagr 21

gnzeigenprei; 20 psg.

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Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albiu Klein.

Samstag, dm 2. März 1918.

Telephon Nr. 362.

Jahrg.

Das deutsche Friedens-Ultimatum an Rußland.

In Minsk allein 2 000 Maschinengewehre und 56000 Gewehre erbeutet.

Zwei russische Regimenter gelangen. Kiew durch deutsche Truppen gesäubert.

Beginn der Triedensoerbanfllungen.

Brest-Litowsk, 28. Februar. In einer form- losen Besprechung der Vorsitzenden der Delegatonen der Vicrbundmächte mit dem Vorsitzenden der russischen Delegation Sokolnikow ist vereinbart worden, daß die FriedenSverhandlungen in einer auf m o r g e n v o r° mittag angesetzten Plenarsitzung beginnen sollen.

ümtlicbe deutfcbe CagesbericbU-

I- ooo tonnen versenkt

Berlin, 26. Fcbr. Auf dem nördlichen Kriegs, schauplatz vernichteten unsere U-Boote 19 000 Brutto» regifurtonnen feindlichen Handelsschiffsraumes. Die mei­sten Schiffe wurden an der englischen Ostküste unter erheblicher feindlicher Gegenwirkung vernichtet, unter ihnen der bewaffnete englische DampferAthenia" (4078 Bitg.) Ein anderer Dampfer von mindestens 4000 Tonnen wurde als größtes Schiff eines Geleit- zuges in geschickt durchgesührlcm Angriff abgeschossen. Fast alle Dampfer waren tics beladen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 27. Febr. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

An der User wurden einige Belgier gefangen. An der flandrischen Front, beiderseits der Scarpe, in der Champagne und auf dem östlichen MaaSufer lebte die Artillerietätigkeit am Abend auf. Vielfach kam eS zu heftigen Luftkämpfen. Ein einheitlicher Angriff englischer Flieger gegen unsere Ballone zwischen Oise und Aisne schctterte. Wir schossen gestern 15 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone ab Hauptmann Ritter von Tutscheck errang seinen 24. Lustsieg. Gefreiter Kaffner brachte bei einem Fluge 2 Fesselballone zum Absturz.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Eichhorn

Nördlich von Dorpat nahmen wir 2 russische Regi menter bei ihrem Rückmärsche gefangen.

Heeresgruppe Linsingen.

In der Ukraine wurde 1 feindliches Bataillon, das sich bei KoroSstychew (30 Klm. östlich von Shilomir) unserem Vormarsch in den Weg stellte, unter Verlusten zerstreut. Südlich von Shitomir drangen unsere Trup­pen bis Berdischew vor. In Kcemenez (südlich von Dubno) nahmen wir den Stab eines russischen General­kommandos, einen DivtsionSstab und 200 Mann ge- fangen.

Mazedonische Front:

Englische Abteilungen, die über den Butkowafluß gegen die bulgarischen Stellungen vordrangen, wurden im Gegenstoß zurückgeworfen.

Italienische Front:

Nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorss.

Berlin, 27 Febr., abends. Plätzen nichts Neues.

Von den Kciegsschau

22600 tonnen oerlenkt.

Berlin. 28. Febr. Im Miitelmeec wurden aus den Wegen nach Alexandrien, Port Said und Saloniki 6 Damvfec und 2 Sealer von zusammen 22 009

Bruttoregistertonnen versenkt. Die Dampfer waren tief beladen, zum Teil bewaffnet und stark gesichert.

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.

9

wtb. Großes Hauptquartier, 1. März. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht.

Nördlich von Poelkapelle scheiterten nächtliche, nach starker Fcueiwükung unternommene Vorstöße englischer Jnfanteiie. An der übrigen Front lebte die Artillerie, tätigkeit vielfach in Verbindung mit kleineren Erkun- dungsgefcchten auf. Westlich von La Fere brachte eine Abteilung von einem Vorstoß Uber den Kanal einige Gefangene zurück. Ein scindlichcr Luftangriff auf Kortryk verursachte erhebliche Verluste unter der belgischen Bevölkerung.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei Chavignon drangen Sturmtrupps in die feind, lichcn Gräben und nahmen 10 Amerikaner und einige Franzosen gefangen. In den frühen Morgenstunden lebte die Gefechtstätigkeit in einzelnen Abschnitten der Champagne auf.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Längs der ukrainischen Nocdgrenze im Vordringen nach Osten haben unsere Truppen den Dnjepr erreicht. Bei Rjelschico stießen sie aus einen stark auSgebauten und vom Feinde verteidigten Brückenkopf. Stadt und Bahnhof wurden im Sturm genommen und einige 100 Gefangene gemacht. In Mosqc haben wir die Pcipct- Flottille, 6 Panzerboote, 35 Motorboote, 6 Lazarett- boote, erbeutet. Bet Cafto und Kasatin wurde die Bahnlinie Kiew-Shmcrtnka erreicht. Den südwestlich von Starekon-Stanttnow im Kampf gegen feindliche Ucbermacht stehenden polnischen Legionären eilten deut- sche Truppen zu Hilfe. Gemeinsam wurde der Feind geschlagen. Von der ukrainischen Regierung und Be­völkerung zum Schutz gegen feindliche Banden gerufen sind österreichisch-ungarische Truppen in breiten Ab- schnitten nördlich vom Pcuth in die Ukraine eingeruckt.

Italienische Front.

Zu beiden Seiten der Brenta war die Kampftättg- keit tagsüber gesteigert.

Von der

Mazedoaischeu Front

nichts Neues.

Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorff.

9

Berlin, 1. März, abends. In der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel führten wir kleinere Unternehmungen mit Erfolg durch. Von den anderen

Kriegsschauplätzen nichts Neues.

»

25000 tonnen verfenkt.

Berlin, 27. Fcbr. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Oberleutnant z. S. Lohs, versenkte kürz lich in der Irischen See und im Aermelkanal 9 Damp­fer mit rund 23 000 Bcuttocegistertonnen, darunter die bewaffneten tiesbeladenen englischen Dampfer Eleanor" (1980 Brt.),Polo" (2915 Brt),Carltsle Castle" (4525 Brt.), ferner die englischen Küstendamp ferLimansfield".Ardbeg" undBen Rein". Mit den versenkten Schiffen gingen für die Feinde wertvolle Ladungen an Kriegsmaterial und Gebrauchsgegcnstän den verloren, so mit dem DampferEleanor- (ine Schiffsladung Minen, für den Mittelmeerkcieg bestimmt; die 3 Küstendampser waren mit Werg. Soda und Seife voll beladen. Besonders wertvolle, mit mehreren Ge- schützen bewaffnete Dampfer von 4000 und 7000 Ton­

nen wurden in der Einfahrt zur irischen See aus stärk­st r feindlicher Sicherung herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

9

wtb Großes Hauptquartier, 28. Febr. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Engländer setzten ihre Erkundungen an vielen Stellen oer Front fort. Mit stärkeren Kräften stießen sie während der Nacht am Houthoulsterwalde und nörd­lich von der Scaipe nach heftiger Feuerwt kung vor. Im Nahkamps und im Gegenstoß wurden sie zurück» geschlagen.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht.

Erfolgreiche Unternehmungen bei Avoncourt und Les EpargeS brachten uns 27 Gefangene ein.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Operationen nehmen ihren Verlauf. In Esth- land hat fich das vierte Efthcnregiment zur Bekämpfung der das Land durchstreifenden Banden unserem Kom­mando unterstellt. - In Minsk wurden 2000Maschinen­gewehre und 56000 Gewehre eingebcacht.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartienneistec: Ludendorff.

Berlin, 28. Febr., abends. Plätzen nichts Neues.

Von den KriegSschau-

Baliifcber Notruf. '

Wir haben gestanden trotz Hohn und Spott, Allein vertrauend aus unfern Gott,

Ein steinerner Damm, eine feste Wehr Für dich, o Deutschland,

Für deine Ehr'!

Wir haben gestanden in Not und Pein,

Wir haben gestanden nun stehn wir allein! Und um uns brandet das rote Heer,

Um dich, o Deutschland,

Um deine Ehr'!

Sieben mal hundert Jahr!

Livland allzeit,

Deutsch und wahr!

Wir haben gestanden! Die Meute brüllt,

Der rote Hahn auf den Dächern schwillt!

Wir haben gestanden, wir können nicht mehr! Für dich, o Deutschland Für deine Ehr'!

Wir haben gestanden für deutsches Land, Deutschland, Deutschland, gib deine Hand!

Schlag drein mit dem Schwert Um Weib und Kind,

Wenn wir um Deutschland gestorben find!

Um dich, o Deutschland,

Um deine Ehr'!

Sieben mal hundert Jahr!

Livland allzeit,

Deutsch und wahr!

Lübeck, 21. Februar 1918 W. A. KrannhalS