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Druck der Gießener Verlagsdruckerei,'Albin Klein.
Expedition: Züdanlage 21.
Nr. 7. Teilephon Nr.362. Mittwoch, den 23. Januar 1918. Telephon Nr.363. 31. Jahrg.
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Friedensaussichten mit den Ukrainern.
Im Westen englische und französische Angriffe abgeschlagen.
An dec
Mazedonischen Front und
Italienischen Front ist die Lage unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.
vor tinletreicbnung des Uertrages.
Brest-Litowsk, 20. Jan. Die bisherigen Ver- Handlungen, die zwischen den Delegationen der Mittelmächte einerseits und der ukrainischen Volksrepublik andererseits geführt worden sind, haben das Ergebnis gezeitigt, daß über die Grundlagen eines abzuschließenden Friedens - Vertrages Einigung erzielt worden ist. Mit Feststellung dec wesentlichen Grundzüge deS Frie- densvectrageS sind die Verhandlungen an einem Punkte angelangt, der es den Delegationen zur Pflicht macht» mit den heimischen verantwortlichen Stellen in Fühlung zu treten.
Die Delegationen sind darüber einig, daß die hiermit notwendig werdende Aussetzung der Verhandlung so kurz als möglich bemessen sein soll. Sie haben sich daher zugesagt, sofort nach Brest-Litowsk zurückzukehren und sind entschlossen, sodann im Rahmen dec ihnen erteilten Ermächtigungen einen Fciedensvertrag abzuschließen und zu unterzeichnen.
Hiermit ist es zum ersten Male in diesem weltec- schüttecnden Kriege gelungen, die Grundlagen zur: Herbeiführung des Friedenszustandes zu finden.
Amtliche deutrcbe Cagesberlcbte.
wtb. Großes Hauptquartier, 19. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Lebhafte Artilleriekämpfe im Stellungsbogen nocd« östlich von Upern, auf dem Südufer der Scarpe und in der Gegend von Moeuvres. Auch an vielen Stel- len der übrigen Front, namentlich zu beiden Seiten dec Maas, war die Feuertätigkeit gesteigert. Nördlich Be- zonvau^ holten Stoßtrupps Gefangen» aus den französischen Linien.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Im Cerna-Bogen lag unsere Höhenstellung nordöstlich von Paralovo tagsüber unter Artillerie- und Minenfeuer.
Italienische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalquarttermeifter: Ludendorff.
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Berlin, 19. Jan., abends. Lebhafte Artillexie- Tätigkeit im Aperer Bogen. — Von den anderen Fronten nichts Neues.
Die Beute der U-Boote.
Berlin, 19. Jan. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Dieckmann, hat kürzlich 6 durchweg bewaffnete Dampfer mit rund 32,000 Bruttocegistertonnen vernichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde in der Irischen See, teils einzeln, teils in Geleitzügen unter starker Sicherung fahrend, abge- schoffen, unter ihnen ein etwa 12,000 Tonnen großer Dampfer ähnlich dem Afric-Typ der White Star Line.
Dec Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 20. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Ostende wurde von See her beschossen. Heftige Artillrriekämpfe dauerten im Stellungsbogen nordöstlich von Apern bis spät in die Nacht hinein an. — Zu beiden Setten dec Lys, am La Baffekanal sowie zwischen LenS und St. Quentin hat die Gefechtstätigkeit zugenommen. Mit besonderer Stärke lag englisches Feuer tagsüber auf unseren Stellungen südlich von der Scarpe. Die französische Artillerie war nur in wenigen Abschnitten lebhaft. Feuersteigerung trat zeitweilig im Maasgebiet sowie nördlich und südlich vom Rhein- Marne-Kanal ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
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Berlin, 20. Jan-, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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ioooo Tonnen.
Berlin, 20. Jan. Im Südwestteile der Sperr- gebieteS um England fügten unsere rastlos tätigen U- Boote dem Gegner einen Verlust von 19000 Br.- Reg.-To. Handelsschiffsraum zu. Die Mehrzahl der Schiffe wurde im Aermelkanal und St. Georgs-Kanal unter stärkster feindlicher Gegenwirkung vernichtet.
Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.
22,000 Tonnen versenkt!
Berlin, 21. Jan. Neue U Booterfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 23,000 Bruttoregister, tonnen. — Unter den versenkten Schiffen, von denen die Mehrzahl tiefbeladen und bewaffnet war, konnte der bewaffnete französische Dampfer „Magellan" (6265 Tonnen) mit Salpeterladung von Chile nach Frankreich festgestellt werden. Unter den übrigen vernichteten Schiffen befanden sich zwei größere englische Dampfer.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 22. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Südlich von Ipern war die Kampftätigkeit der Artillerien am Tage und zu einzelnen Nachtstunden lebhaft. Mit kleineren Abteilungen versuchte der Engländer vergeblich, an mehreren Stellen in Flandern in unsere Kampfzone einzudringen — An der übrigen Front ist die Gefechtstätigkeit mäßig.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albxecht.
In den Argonnen nördlich von Le Four de Paris stießen französische Kompagnien nach tagsüber anhal- tendec Arttlleriewirkung am Abend gegen unsere Stel- langen vor. Sie wurden durch Feuer und im Nah- kampf abgewiesen. — Auf dem östlichen Maasufer und in der Gegend von Fltrey lebte das Artilleriefeuec zeit- weilig auf.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
An der
Mazedonischen Front und
Italienischen Front ist die Lage unverändert.
Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorfs.
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Berlin, 22. Jan., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
wtb. Großes Hauptquartier, 21. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nordöstlich und östlich von Npern, sowie an der Front von Lens bis Epehy hielt gesteigerte Artillerietätigkeit an. — Südlich von Vendhaille blieben bet Abwehr eines Engländer-Vorstoßes Gefangene in unserer Hand.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In einzelnen Abschnitten, besonders in der Champagne und zu beiden Seiten der Maas, Kampftätigkeit der Artillerien. — Nordöstlich von Reims und in den Argonnen hatten kleinere Unternehmungen unserer Erkundungsabteilungen Erfolg. — In den beiden letz- ten Tagen wurden 11 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Fxont.
Zwischen Wardar- und Doican-See lebte das Artilleriefeuer zeitweilig auf. — In der Strumaebene kam es mehrfach zu Vorfeldkämpfen, die für die Bulgaren erfolgreich verliefen.
Italienische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Dec Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.
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Berlin, 21. Jan., abends. Von den KriegSschau- Plätzen nichts Neues.
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702.000 rönnen verlern».
Berlin. 21. Januar. Durch kriegerische Maß- nahmen der Mittelmächte sind im Monat Dezember 1917 insgesamt 702,000 Brutto-Registertonnen de« für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffscaumcs ver- nichtet worden. Damit erhöhen sich die bisherigen Erfolge deS uneingeschränkten U-BootkctegeS auf 8,958,000 Brutto-Registertonnen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
„Bresslau“ untergegangen.
Berlin, 22. Januar. Am 20. Januar stießen türkische Streitkräste und zwar der Panzerkreuzer „Sultan Iavus Selim" (früher „Gäben"), der kleine Kreuzer „Midilli" (früher „Breslau") und Torpedoboote aus den Dardarnellen gegen feindliche Streitkräfte vor, die zur Fliegeraufklärung bei der Insel Imbros festgestellt wurden. Ein großer und ein kleinerer englischer Monitor wurden vemichtet, ein Transportdampfer von 2 000 Tonnen versenkt, mehrere Hulks schwer beschädigt, und die englische Signalstation an der Kephalo-Bucht zerstört. Beim Rückmarsch nach den Dardanellen ist der kleine Kreuzer „Midilli" von mehreren Unterwassertreffern von Minen und Unterseebooten gesunken. Der Kreuzer „Sultan Iavus Selim" saß beim Einlaufen innerhalb der Dardanellen an der Enge bei Nagara leicht fest. Er ist jetzt, wie die englische amtliche Meldung behauptet, durch schwere Beschädigungen auf Strand gesetzt.
Sie letzte fahrt.
Rühmlich wie ihr Kriegszug, den bereit? die Sage umweht, ist ihre letzte Fahrt gewesen. Auf kühnem Vorstoß in das minendurchfeuchte Aegäische Meer hat die „Breslau" noch einmal der britischen Flotte beträchtliche Verluste zugcfügt, che sie selbst ihr Schicksal ereil- te. Sie hat der deutschen Marine wie der osmanischen Flagge, die sie trug, Ehre gemacht. Für alle Zeiten aber ist ihr Name wie der des großen Panzerkreuzers „Gäben" mit der Geschichte unserer Kriegsflotte unlös- lich verbunden. Als der Krieg ausbcach, haben beide Schiffe wagemutig die algerische Küste angegriffen und dann vor überlegenen feindlichen Streitkräften den Rück» zug nach Messina in den Schutzbereich des damals noch neutralen einstigen Bundesgenossen angetceten. Wie beide Schiffe dann den englischen Ring zersprengten und mit Aufbietung aller Kraft in kecker Fahrt die Dardanellen erreichten, gehört mit zu den rühmlichsten Taten dieses Krieges. Im Bosporus wurde dann nach dem Verkauf an das noch neutrale Osmanenreich die türkische Flagge gehißt. Die „BreSlau" wurde als „Sultan Iavus Selim", die „Gäben" als „Midilli" in die türkische Marine eingereiht. Bei dem Kampf um Galltpoli, in tollkühnen Angriffen auf die Schwarz. Meer-Flotte, bei der Beschießung Sewastopols haben sie immer neuen Ruhm erworben, lieber das Schick- sal der „Gäben" ist noch nichts endgültiges bekannt. Es ist zu hoffen, daß sie noch geborgen wird.
Mit innigem Dank und Stolz gedenkt das deutsche Volk heute der Männer der „Breslau", die im Ostbek- ken des Mittelmeeres durch Heldentaten den deutschen Namen ehrten-


