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Un dem ordnungsmäßig gewählten Bauernrat noch einen Soldatenrat aufzustellen,
Wurde im Keim unterdrückt. Auch diejenigen, die aus den Begriffen „Freiheit und Gleichheit" für sich die Berechtigung herleiten zu müssen meinten, nun die abzulie.ernden Lehensmittel zurückzubehalten, konnten durch vernünftiges Zureden leicht eines Besseren belehrt werden. Tie zurückflutenden Truppenmassen, soweit sie unser Torf berührten, wurden freundlich, von der Schuljugend mit Begeisterung empfangen: man weiß, daß sie ihre Pflicht getan haben und keine Schuld an dem schweren Zusammenbruch tragen.
Im ganzen ist das Bild des Dorfes kein
besonders erfreuliches. Das liegt vor allem _ _
daran, daß der Bauer den Dingen der Welt | dem Appodecker ein megtlein. ferner steht als der Städter: er wirb nicht.
so unmittelbar von ihnen in Mitleidenschaft 1622.
fehlt ihm darum auch in man-
1620 . .
Der alt Seiler — Ein studiosus begraben, welchen Juncker Koleblatt (Name etwas unleserlich) erstochen hatt — Arnolt unda, ein fremder Soldat, welchen Bauern haben verwundet bey einem Fifchdeich, das er ist gestorben — ein frembter Notarius von straßpurg im spital gestorben — Ten Blet- terer begraben ohne der glocken klangt und ohne gesanck und predig, ist ein gottlosser Mensch gewessen — Margret« zur trauben (Wirtin oder Wirtstochter aus dem Gasthaus zur Traube) — Conrad Wehdich ein Wochen Kind.
1621.
Magister Mhlius ein Kind — Erasmus
gezogen. ... _ .
chm Dingen das starke Berantwortlichkeits gefühl, das in diesen kritischen Tagen so unbedingt notwendig ist. Es dauert lange, oft sehr lange, bis er aufgemuntert ist undJich mit dem neuen Zustand anseinanderfetzt. Solange sein Hans, sein Vieh, sein Geld nicht direkt in die Tinge hineingezogen werden, solange vermag ihn nur schwer etwas aus seiner Ruhe und seinem Phlegma aufzurütteln. Daneben hängt er zähe am Alten und Angestammten, und es wäre eine gefährliche Selbsttäuschung, wenn unsere jetzigen Machthaber glauben wollten, das; die Landbevölkerung dem entschwundenen Kaisertum nicht nachtrauere. Es lebt da noch mancher ehemalige Mitkämpfer von 1870/71, dem es eine Ehrensache ist, die Treue zu dem angestammten Herrscherhaus ebenso wie die Treue zu Kirche und Religion auf Kinder und Kindeskinder zu vererben. Das innere Mitcr- leben und Verarbeiten der Dinge, die jetzt über uns dahinbrausen, fehlt aber wohl bei den meisten: das wird erst kommen, wenn die neuen Verhältnisse sich irgendwie geklärt haben und 'zu einem gewissen festen Abschluß gekommen sind. Und man hat doch allgemein das, wenn auch z. T. vielleicht noch unklare Gesühl, daß es so nicht weitergehen kann und daß die Tinge, so oder so, zum baldigen Abschluß kommen müssen. Sind erst wieder Ruhe und Ordnung im Land eingekchrt, dann wird auch der Bauer in mancher Äe- • ziehung 'seine alten Anschauungen revidieren und mithelfen an dem Ban des großen Vaterlandes. Pfr. St.-B.
Geschichten und Bilder aus Alt-Giehen.
12. Der Zug des Todes im Dreißigjährigen Kriege.
(Fortseünng.)
1619.
Herrn Johannes zum Hirsch (Gastwirt zum Kirsch) sein Hauß'tan — Nikolaus Will ein Sohn, welcher von studiosen geschossen ist — ein studiosus aus Abraham Fischers Hauß, welcher in der Löhn ersosfen.
Just Ebel zur Cron (Gastwirt zur Krone) ein wochenkind — der schwartz Jegerin ein Megtlein (Ter schwarze Jäger wird schon im Jahre 1614 erwähnt) — Antonius, des Schwartzferbers Frau Anna im Spital — Ter Ochsenmann (wohl Ochsenwärt.r), ist in der Schubbach erfoffen — Juli den 4. tag ein Soltat geköpfst, hat mit fünf Soltaten aufs die Strassen gekrieffen (gegriffen = geräubert) hatt Ihnen F. D. (Fürstliche Durchlaucht) das loss gegeben im spilen, welcher unter ihnen sollte geköpft werden, ist. also von den Soltaten begraben worden. (Von dieser Zeit an werden in Gießen oft Soldaten und Soldatenkinder bestattet, ihre Namen hat man nicht gewußt und deshalb auch nicht verzeichnet) — Ein frembter Kramer sein Frau, hatt der Hans; Caspar der Wagener bestellt das Läuten.
1623.
Just Batzenacht (wahrscheinlich Schreibfehler für den in Gießen in alter Zeit vorkommenden Familiennamen Bastenack) und seine Frau begraben u'f einmal —-Salomon Ebel — Des Schwartz Jegers Wittwe.
1624.
Der Commiß Becker — Caspar Seip sein Frau — Horst Schmit Balbirer ein Kind — Nicolaus Will ein Sohn hatt in das paedagogium gegangen — Johannes Geor- gius Victor (Op'ermann, der das Kirchenbuch schreibt) sein Töchterlein — Hans Tickhaut der thornmann (Turmwächter) — Bernhard der Spitalmeister.
1625.
Ein Soldat von Anrodt hatt die Wassersucht — Adam Ebel zum Helm (Gasthaus zum Helm) begraben im 81 Jahr — eine arme lremde Frau aus dem Spijal — einem Soldaten ein Kind aus Baltzer Krockers Hauß — ein srembter Leinweber aus Henrich Schuppen Hauß.


