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teilen in Gottes allweise Gedanken und Ziele. So schreiten wir über des neuen Jahres Schwelle mit neuer Hoffnung, mit neuer Entschlossenheit.

Die stillen, feierlichen Stunden des Uebergangs aus dem alten Jahr ins neue sollen uns ein Atemholen sein. Wir sammeln uns zu neuer Kraft, zu neuem Entschluß, zu neuer Arbeit. Das Atemholen des Glaubens aber ist das Gebet. Gott, unserem Vater, befehlen wir mit der eigenen Sorge und dem eignen hoffen das Größere, unsres Volkes Kampf, seinen Sieg, seine Zukunft. Vus seiner Hand erhoffen wir, erflehen wir den Frieden, der das große Werk des heißen Streites krönen soll. Und vor seinem Ungesicht geloben wir uns aufs neue unsrem deutschen Volke. Zn des Glaubens Treue, in des Gebetes Kraft wollen wir unsere Urbeit tun und unsere tasten tragen. Eines frommen Preußenkönigs Wahlspruch: Meine Zeit in Unruhe, meine Hoffnung in Gott! weise uns den Weg zu treuem Dienst, zu hoffnungs­froher, geduldiger Urbeit. So warten wir im neuen Jahre neuen Segens.

Jahresende.

wird es uns nich t weh um das Herz, uns wiederum dem Ende eines Jahres zu nahen, während die Welt noch immer in Brand steht, ja, während wir ferner von dem heiß ersehnten Frieden entfernt zu sein scheinen, als im vori­gen Jahre um die gleiche Zeit? Wir müssen uns sagen, daß die Zeiten schwer, sehr schwer sind, schwerer als je zuvor,' und niemand kann uns dafür eine Gewißheit geben, daß sie nicht noch viel schwerer kommen werden.

Dabei regt sich in uns die Frage, ob wir in dieser langen Zeit gelernt haben, es einigermaßen zu verstehen, daß wir uns von allem frei machen machen müssen, was uns früher groß und wichtig schien, daß wir angesichts der unerhörten Tragödie, die sich um uns abspielt, wirklich lernen müssen, das Kleine gering zu achten, dem wir bisher oft übertriebenen Wert beimaßen, und dagegen das, was allein Wert für Zeit und Ewigkeit hat, in seiner hohen Bedeutung zu schätzen. Sind es doch die idealen Güter, die wir bisher gering achteten, und die sich nun in ihrer Größe und Unentbehrlichkeit uns in dieser schweren Zeit offenbarten.

Zch denke, wir haben wohl erkannt, daß alles, was in der Welt schön und herrlich geachtet ist, uns nicht einmal eine Stunde lang über das herzweh hinweghelfen kann, das uns angesichts dieses großen Sterbens so oft befällt. Wir müssen uns noch mehr von vielem Irdischen lösen und den Unker tiefer in das Meer der Ewigkeit lenken, um uns den Aus­blick nach der ewigen Stadt nicht zu trüben, die keinem Wechsel unterworfen ist. ,,Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist."

Ruch brauchen wir starke, innerlich gereifte Menschen für die Friedenszeit, die ebenfalls manches Schwere für einen jeden unter uns mit sich bringen wird,' denn sie wird eine andere Erde finden, als sie zuvor war,' es ist alles, was fest stand, durcheinander gerüttelt worden. Ein jeder möge sich bewußt werden, daß niemand so unbedeutend oder ver­borgen ist, daß sein gutes oder sein böses Beispiel nicht irgend­wo wirken könnte.

So wollen wir an dem Ende dieses ernsten Jahres mutig vorwärts wandern, gläubig aufwärts schauen und uns täg­lich wiederholen:

Ich weiß nicht, was der Tag mir bringt, Doch soll mir drum nicht grauen,

Denn meine Seele hat gelernt,

Dir, Jesu, zu vertrauen.

Und so erwart ich froh und still Was, Herr, dein Wille von mir will,'

Gewiß, du führst mich durch die Zeit Ruf sichrem Pfad zur Herrlichkeit.

Baronin B.

Uonfiriiiandentleider.

Line recht äußerliche Sache kann doch eine recht ernste Sache sein,' denn auch im Ueußerlichen muß es sich zeigen, daß wir unsere Pflicht bis ins Kleine hinein erfüllen wollen. So war es recht, daß man auf ein würdiges Gewand der Konfirmanden von alters her Wert legte,' fast überall hat sich in evangelischen Kreisen die schwarze Farbe für das Kon­firmandenkleid eingebürgert, nur daß sie bei den Knaben auch schon seit vielen Jahrzehnten an vielen Orten durch Dunkelblau ersetzt werden kann. Der Schnitt der Kleider folgte langsam dem Wechsel des Geschmacks. So ist heute der früher gebräuchliche lange Bock der Knaben fast überall durch die kürzere Joppe ersetzt,' der noch lange auf den Dörfern getragene hohe Hut hat dem kleinen runden Hut und der Schülermütze Platz gemacht. Ruch die Kleidung der Mäd­chen folgte, meistens etwas zurückhaltend, dem geltenden Brauch.

Die Konfirmation in der kommenden Gsterzeit wird, wie schon die letzte, in vieler Richtung durch den Krieg ihre besondere Färbung erhalten. Die ernste Feier wird noch um vieles ernster. Das frohe Familienfest, das sonst mit ihr ver­bunden ist, erfährt wegen der Schwierigkeit der Beköstigung eine Einschränkung, die man als hart empfindet, auch wenn manche Ausschreitungen früherer Zeiten damit in Wegfall kommen. Und im vaterländischen Interesse scheint es geboten, daß auch bei der Kleidung unserer Konfirmanden dem Ernst der Zeit Rechnung getragen wird. Es kommt nicht darauf an, was Eltern nach dem Maß ihrer Mittel sich leisten können, sondern ob die für die Konfirmandenkleider gemachten Auf­wendungen bei der bestehenden Knappheit an Stoffen unserm Vaterland gegenüber sich rechtfertigen lassen.

In der Lukasgemeinde werden nächste Ostern 180 Kin­der konfirmiert werden - in ganz Gießen nahezu 500. Die Zahl der Konfirmanden in Deutschland dürfte mehr als das Tausendfache davon betragen. Für alle diese Kinder sollen nun auf den Konfirmationstag neue Kleider beschafft werden zu erheblich höherem Preis als in Friedenszeiten und für viele nur als Festtagsgewand, das kaum mehr getragen wird. Erlaubt das unsre vaterländische Pflicht? Wenn man die Frage ausgesprochen hal, ist sie auch schon beantwortet.

Rlso empfiehlt es sich, dem Konfirmandenknaben am Konfirmationstag fein gutes Sonntagskleid anzuziehen, und damit mag er auch während der Kriegszeit zum Rbendmahl kommen. Ruch die schwarzen Handschuhe könnten meines Tr­achtens diesmal ohne jeden Schaden bei der Feier wegbleiben. Schwieriger erscheint die Entscheidung bei den Mädchen. Der Farbenreichtum und putz ihrer Sonntagskleider dürfte oft nicht zu dem Ernst der Konfirmation und des Abendmahls passen. Da wäre es vielleicht angezeigt, der katholischen Schwesterkirche in dieser äußerlichen Frage zu beweisen, daß man nicht unnötigerweise vor einem Zusammengehen mit ihr sich scheut. Das weiße Kleid ist seit den ersten Zeiten der Kirche