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Doktor am Grt habe ihm die Druckschrift mit Hbbilbuag gezeigt, und da habe er geglaubt, so ein kleiner Gewinn sei wohl einem armen Teufel zu gönnen. Uebri^ens habe er die 1100 Mark gar nicht ausgezahlt erhalten.
Das teilte ich dem stolzen Fabrikanten mit. Darauf erfolgte etwas Merkwürdiges. Cs kam bald nachher ein Schreiben eines dortigen Rechtsanwalts: Der Herr habe seinen Bankerott erklärt und ich solle ihm Vollmacht schicken, daß er mich bei der Masse vertrete. Ich habe aber dankend verzichtet.
Jetzt ist das alles durch die neuesten Errungenschaften der Industrie in Vergessenheit geraten, aber die mollige Wärme, die einst mein Kachelofen mit Sicherheitsofenklappe erzeugt hat, bei völlig erhaltener Schornsteinventilation, auf die jetzt leider allgemein verzichtet wird, haben mir die amerikanischen, irischen, Füll-und Begulieröfen nie wieder ersetzt.
Auz der Jugendzeit einer deutschen Männer.
(Fortsetzung.)
Meiner Mutter ging oft das Herz über, wenn sie daran dachte, daß auch ich Soldat werden müsse,- denn diesem Lose war ich nach damaligen Gesetzen unvermeidlich verfallen. Die Menschen, welche sie ringsum erblickte, waren allerdings nicht geeignet, sie mit jenem Gedanken auszusöhnen, und sie war zweifelhaft bei der Frage, was sie mehr betrüben würde, meine Einkleidung als Soldat oder mein Tod. Merkwürdig ist es, daß mein väterlicher Großvater in bezug auf meinen Vater über diese Frage ganz eben so zweifelhaft geblieben war, und beide, obgleich zwei ganz verschiedene Naturen, wie es scheint, mit gleichem Nechte und aus gleichen Gründen.
Es war um diese Zeit, daß ich die erste Bekanntschaft mit Büchern machte. Meine Mutter besaß nämlich Splittgerbers Lesebuch, und bemühte sich, wenngleich in sehr unterbrochenen Zeiträumen, mir daraus die erste Buchstabenkenntnis beizubringen, was mich wenig interessierte. Bei weitem wehr nahm die in jenem Buche befindliche Abbildung eines menschlichen Skelettes meine Aufmerksamkeit in Anspruch, von welchem mir gesagt war, es sei der Tod. Ich betrachtete das Gerippe immer mit einer Brt Schauder, und wenn ich des Abends die sehr spärlich erleuchteten gebrochenen Treppen der Kaserne hinunter gehen mußte, hielt ich mich so dicht als möglich am Geländer, weil ich mir einbildete, in den Winkeln stehe das Gerippe. Woher diese tolle Einbildung entstand, weiß ich nicht, aber sie hat mir oft die hacken lang gemacht, von Gespenstern wußte ich damals noch nichts. Offenbar war es nur die Furcht vor einem unbekannten Etwas, dem die Phantasie irgend eine Gestalt geben wollte und unwillkürlich diejenige wählte, welche ich als etwas Furchtbares im Bilde «ngeschaut hatte. Ich glaube daher auch nicht, daß die Ge- spensterfurcht anerzogen wird oder aus Erzählungen von Ammenmärchen entsteht. Sie liegt tiefer im Menschen und erwächst aus der dunkeln Ahnung, daß es außer dem Beiche der Sichtbarkeit auch noch ein Beich des Unsichtbaren gebe. Jenes Schaudern ist in unserm Wesen begründet, und erscheint eben deshalb bei allen Völkern.
Ein zweites Buch, welches meine Eltern besaßen, waren Simonetti's predigten. Ich konnte sie weder lesen noch verstehen ; aber die Buchdruckerstöcke am Ende jeder Predigt waren mir Bilder,' denn sie enthielten in den Arabesken allerlei Figuren, namentlich Faunen und Satyrn, von welchen man mir gesagt hatte, es seien ,,Waldteufel". Ich quälte
meine gute Mutter, mir von diesen recht viel zu erzählen,' denn sie interessierten mich, ich weiß nicht worum, über die Maßen, doch konnte ich nichts über sie erfahren. Noch weniger vermochte ich über ihre Verbindung mit dem mir sehr wohl bekannten gleichnamigen Instrumente des Ehristmarkts etwas entdecken, und sah hier unauflösliche Nätsel.
So lebten wir einförmig und ärmlich fort und hofften weder auf Verbesserung unserer Lage, noch fürchteten wir eine Verschlimmerung derselben.
Man kann hier wohl die Frage auswerfen, wie es zugegangen sein möge, daß mein Vater, trotz seiner langen Dienstzeit, nicht avanciert worden sei, allein dns erklärt sich bei näherer Erwägung sehr wohl aus unserer großen Ar- mut. hätte er seinen Adelstand behaupten können, so würde ihm das in jener Zeit ohne Zweifel sehr wesentliche Dienste geleistet haben. Dann aber hätte er sich auch standesgemäß halten müssen, und das war ihm unmöglich. Ein Avancement konnte nur auf die Vorschläge seiner nächsten Vorgesetzten stattfinden, und deren Wohlwollen sich zu erwerben, war daher -vor allen Dingen notwendig. Das ist einem völlig Armen jedoch ganz ungemein schwer,' denn die Armut entgeht nicht leicht, auch in den Bugen des rechtlichen Mannes, dem Lose der Nichtachtung, wenn sie nicht gar dem der Verachtung anheimfällt. Dies ist der böseste Fluch der Armut, und eben weil sie diesen nicht ertragen können, mühen sich so viele Menschen, wohlhabender zu scheinen, als sie sind, und wer kann si: darum tadeln?
Zur höchsten Eleganz eines damaligen Unteroffiziers gehörte damals noch mehr, als die feine Montierung. Er mußte auch in jeder Hosentasche eine silberne Uhr mit heraushängender silberner Kette tragen, und das neidisch bewundernde Wort: „Er hat zwei silberne Uhren in der Tasche" Gezeichnete einen Matador unter den Unteroffizieren, von dem man überzeugt sein konnte, daß er bald vorrücken würde.
(Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
Die Heizungsanlage in der Johanneskirche, welche Ende des vorigen Winters schadhaft geworden war, wird in dieser Woche gründlich erneuert. Diese Anlage besteht nun so lange, als die Johanneskirche steht, also 23 Jahre. Die Fortschritte, die die Technik gerade auf dem Gebiete des Heizungswesens in den beiden letzten Jahrzehnten gemacht hat, bringen es mit sich, daß die Anlage in der genannten Kirche^jetzt schon als veraltet gelten muß.
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Kirchendiener Wagenbach, der unserer Kirchengemeinde 23 Jahre lang treu gedient hat, hat mit Uücksicht auf sein Alter und seinen Gesundheitszustand um Versetzung in den Buhestand nachgesucht, von unseren Kirchenbeamten steht Hilfskirchendiener Benner im Felde, Gemeindehelfer Engels war im Felde und tut jetzt Garnisondienst. Kirchendiener Kolbe war 15 Monate lang zum Garnisondienste eingezogen.
Der Konfirmandenunterricht beginnt in allen Gemeinden nächsten Montag, den 16. Oktober, und zwar für die Knaben um 3, für die Mädchen um 4 Uhr. Die Termine für die Konfirmation sind für die Matthäusgemeinde: 1. Sonntag nach Ostern, der 15. April, für die Markusgemeinde: 2. Gstertag, der 9. April, für die Lukasgemeinde: 1. Sonntag nach Ostern, der 15. April, für die Johannesgemeinde:
Sonntag Judika, der 25. März.
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