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den jie ihm aus Herzensgrund danken und sich eifrig be­mühen, seinen willen zu tun. hat er es aber anders be­schlossen, so tröstet sie die Zusage, daß es dort droben ein Wiedersehen gibt, eine Welt, in der man nicht mehr von­einander zu scheiden braucht.

Man reicht sich wohl die Hände,

Uls sollt's geschieden sein,

Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein,'

Man sieht sich an, als sähe

Man sich zum letztenmal

Und bleibt in gleicher Nähe

Dem Herrn doch überall. h. B.

Die Mutter.

Da ich noch auf meiner Mutter Schotz satz, Da war es gut für mich,

Da war es gut!

Siebenbürgisches Lied.

wie mag so mancher in den vergangenen Monaten schweren Bingens in der Fremde der Mutter gedacht, mit Zehnsucht und Dank sich erinnert haben, wie gut es damals war, als die Mutter noch ihn hütete und leitete, als noch Mutterhände ihn führten. Mir ist gesagt worden, daß viele unserer jungen Kriegsfreiwilligen, die so mutig und freudig in diesen Krieg hinausgezogen sind, wie es ja gottlob von jeher deutsche Urt gewesen ist, die Urt, die unser Vaterland so stark und schier unüberwindlich gemacht hat, daß diese teuren Jünglinge, die der Stolz und die Zukunstshoffnung ihrer Eltern und unseres ganzen Volkes waren, angesichts des Entsetzlichen, das sie sahen, nach der Mutter riefen! Gewiß ist der Gedanke an die Mutter daheim bei vielen das Letzte gewesen, was sie mit dem Leben verband, dem Leben, das sie bis dahin nur von der Sonnenseite gekannt hatten.

wie manche Mutter, bei der Nachricht, daß ihr ge­liebter Sohn nie mehr heimkehren wird, mag sich in dem Bestreben, seiner so zu gedenken, daß sie ihn finden kann, sich zum Tröste sagen: er ist nach dem Sonnenschein dieses Lebens, nach kurzem Kampfe in das Neich des ewigen Lichtes versetzt, wo ich seiner Seele dereinst wieder begegnen werde.

Und ihre treuen Mutterhände brauchen nicht zu ruhen, sie können weiter wirken, die Bugen brauchen nicht müde zu. werden; denn wenn dieser unerbittliche Krieg ihr auch Unersetzliches genommen, kann er ihr nicht auch etwas geben? Brauchen sie nicht alle, die da draußen treue wacht halten, alle, die drinnen ihre Wunden und Schmerzen aus­heilen, ob in blühender Jugend oder in reiferen Jahren, be­dürfen sie nicht alle treuer betender Herzen daheim, der Mutterherzen?

welch seliges Vorrecht der Mutter, zu geben, unermüd­lich zu geben, aus dem Schatz reiner Liebe, der in dem Herzen einer jeden echten Frau aufgespeichert ist! Die jetzige Zeit hebt manchen solchen bisher verborgenen Schatz auch bei denen, welchen von Natur der hehre Mutterberuf ver­sagt war,' auch sie umfassen mit weichen Urmen alle, die sich darin bergen wollen. Und es gibt ja so viele, und wird es immer geben an Einsamen, verlassenen - seien es Kinder, die jetzt mit dem Verlust des Elternhauses vielfach jede Ver­bindung mit ihrer bisherigen Umwelt verloren haben, oder Erwachsene. Es gibt immer Seelen^ die für ein warmes Wort empfänglich sind, mit dem man ihnen die Erinnerung an die eigene Mutier zurückruft.

wir wollen auch der Mütter gedenken, deren Sohne schon so lange in dem schwersten Kampfe stehen, den die Welt je sah, der immer erbitterter wird, je länger er währt, wir alle kennen die C)ualen der Sorge in schlaflosen Nächten, der Unruhe des Tages, wo alles Denken nur von einem Gedanken beherrscht wird. Gedenken wir dieser schwer Be­drückten in dem folgenden Verse, der in einem Lieblingslied der lieben Gräfin waldersee enthalten ist:

Gott ist getreu in allen seinen Werken,

Macht er mir gleich die Bürde noch so schwer,

So kann er mich dabei doch wieder stärken, von ihm allein kommt Trost und Labsal her.

Und wenn die Zeit vorhanden,

So machet er mich frei von allen Jammerbanden.

Gott ist getreu! Baronin U.

Letzter Grutz. *)

Ein eiliger Gruß auf schlechtem Papier,

Mütterchen, sehn' dich nur nicht nach mir! warum auch, Lenztage kommen doch bald,

Die Nächte sind nicht mehr so bitter kalt,

Und alles steht gut! So muß es auch sein,

Und nun hör' zu: ,,heut im Mondenschein,

Huf Patrouille am Waldesrand, weißt du, Mütterchen, was ich da fand?

Ein Veilchen, ein kleines blühendes Ding,

In dessen Kelch sich ein Tränlein fing,

Fast so, als hält' es im Traum schon gewußt,

Daß es im Frühlicht sterben mußt'.

Ich brach's! Im Schlachtendonner dröhnte die Luft,

Und doch der süße Blau-Veilchenduft Ließ eine Welt vor mir erstehn,

Die ich seit Monden nicht mehr geseh'n,

Ich war zu Haus war weit von hier,

Mutterlieb du, ich war bei dir!

Es war so wie einst, wenn der Frühling kam Und uns in die weichen Hände nahm,'

Tausend Wunder wurden geweckt.

weißt du noch, wie ich dich damals geneckt?

Du seist doch der Wunder größtes für mich.

In all deiner Liebe! und ich streichelte dich,

Und ich küßte innig dein braunes haar Volk dankenden Glücks, weil es Frühling war.

Und heut hält mich wieder der Lenz bei der Hand,

Der Heimat fern, in Feindes Land.

Sieh dir das Veilchen nur ordentlich an,

Deines Jungen Küsse hängen daran!

Den ersten Frühlingsgruß bringt es dir.

Mütterchen, seh'n dich auch nicht mehr nach mir,

Ein bißchen Geduld noch und unverzagt,

Ein nächstes Mal keiner mit mir es wagt.

Nun sei ganz ruhig, ich muß jetzt mit,

Ich eile, wir sammeln uns gleich zum Uitt. vorwärts mit Gott! Der Sieg ist uns nah!

Und ich bin dabei - Hurra! Hurra!

*) Dieses Bedicht wurde mir von einer Freundin der Heimge­gangenen Gräfin Waldersee zugesandt mit dem Wunsche, es zu ver­breiten, damit es die Mutter des jungen Helden erreichen könne. Cs scheint demnach, als ob diese, deren Namen ich nicht kenne, noch nicht in den Besitz dieses letzten Trutzes ihres Sohnes gesetzt werden konnte.

Baronin R.

VK