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genug des Unfriedens in Indien. Uber man macht im Uriege mit England allentchalben die gleiche Erfahrung: Brutalität gegen Wehrlose und niederträchtige Verleumdung des Gegners. So erlebt man nun auch in Indien die schmachvolle Hetze der Presse gegen alles, was deutsch ist.

£. 3- Frohnmeyer schildert im Märzheft des ^Evangeli­schen Missions-Magazins" die Vorgänge auf Grund umfassen­der Unterlagen in anschaulicher Meise. Mir lesen dort im Rahmen ausführlicher Betrachtungen: ,,Ls ist Zpstem in der Zache, und man bemüht sich insbesondere, Deutschland als ein Land ohne Religion und Zittlichkeit darzustellen. Das macht Eindruck auf den religiösen Indier. Der gebildete Eng­länder und der gebildete Hindu glauben das nicht,' aber der einfältige Mann vom Volk kann nicht wohl anders, als diese Ideen in sich aufnehmen. Es werden natürlich dabei auch unvorsichtige Ueußerungen in der deutschen Presse aus- gebeutet. Zum Beispiel wird im ,,Christian Patriot" mitgeteilt, daß nach einem leitenden deutschen Blatt in Deutschland nirgends Religion gepredigt werden solle, bis die Ration durch diesen gegenwärtigen schrecklichen Krieg, in dem die Rudimente des Ehristentums ignoriert werden, sich durch­gerungen habe. Diese Erklärung eines ,,religiösen Morato­riums" zeige den sittlichen Zustand Deutschlands und die wahre Gesinnung des deutschen Volkes. Der ,,Ehristian Pa­triot" zitiert deshalb mit Zustimmung das Mort eines John Douglas, der die kleinen unschuldigen Rinder, die jetzt in Deutschland geboren werden, bedauert, denn sie werden hundert Jahre brauchen, bis sie sich daran gewöhnen, die Mahrheit zu reden. Ls werden Greuelgeschichten in Indien kolportiert, die man selbst in Frankreich dem Publikum gegenwärtig nicht zumuten würde. Die neuesten ereignen sich nun in Polen! Um tollsten sind die Betrachtungen der ,,Zimla Times". Dort schreibt einer, der während des Krieges in Deutschland und in Frankreich gewesen sein will, daß in Frankreich, dem das Ehristentum nie aus dem Herzen ge­rissen werden könne, eine große religiöse Bewegung statt- sinde. In Deutschland sei es zu keiner Einkehr gekommen. Man gehe nicht in die Kirche, um im Gebet Leitung und Ztärke zu holen. Betrunken und Gott lästernd ziehen die deutschen Zoldaten aus den Bierhallen hinaus ins Feld, prahlend von Mord und Plünderung. Er sei von Bierhalle zu Bierhalle, von Kaserne zu Kaserne (!) gegangen und habe es o gefunden. Der Gott Deutschlands sei die Personifikation des Volksgeistes, und Deutschland sei das einzige Land der Erde, in dem Unsittlichkeit die nationale Religion sei. Im Grund sei es immer heidnisch geblieben,' auch seine Refor­mation habe in bloßer Negation bestanden, und es wäre besser gewesen, es hätte den Buddhismus oder Mohamme- banismus angenommen, dann hätte es wenigstens Religion. Statt dessen habe man es zuerst mit dem kategorischen Im­perativ probiert, darauf mit Goethes Idealismus, dann mil­dem Uebermenschen von Nietzsche und schließlich mit der Pickelhaube des Kaisers Wilhelm. Zo sei es denn nun auch um Uuswürfling auf den Ztraßen der Welt geworden. Urthur Pristlp, Mitglied des Parlaments, sei der Unsicht, noch lange Jahre nach dem Krieg der moderne Hunne 'm der Welt umherkriechen werde, so, wie der Pariahund in Indien: ohne Heimat, ohne Freund, gemieden von jeder­mann."

Das ist einiges von der Kost, die dem indischen lesenden Publikum gegenwärtig vorgesetzt wird. Bedauerlich ist, daß )lche Dinge selbst in christlichen Blättern erscheinen, daß

Hunderte von Engländern und Zchotten klar und deutlich das widerlegen oder dagegen austreten könnten, es aber nicht swagen, den Mund aufzutun oder die Feder zu ergreifen.

)ch mutz es verlassen".

wir bauen hier so feste Und sind doch nichts als Gäste! Schickt das herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein!

,,Ich muß es verlassen?" Niemand kann einen Zweifel darüber haben, was es in diesem Wort zu verlassen gilt. Es klingt so schlicht, so einfach und doch was liegt alles darinnen eingeschlossen!

Dieses Wort: relinquenda, verdeutschte ich muß es ver­lassen, ist die Ueberschrift eines Hauses, welches der Besitzer sich selbst in einer schönen Gegend gebaut hatte, wobei er mit besonderer Liebe und Zorgfalt für alles gesorgt haben mag, was sein und der Zeinen Leben behaglich und schön gestalten konnte. Und doch mochte er wohl weiter sehen über dieses geliebte irdische heim hinaus,' denn er wußte, daß er nur ein Gast auf Erden war. vielleicht auch trug er die Himmelssehnsucht im Herzen, und um diese nicht zu verlieren, schrieb er das Wort über den Eingang seines Hauses: ich muß es verlassen. Ich weiß sonst nichts von diesem Manne als nur dies Eine, daß er an die Vergänglichkeit alles irdischen Zeins stets erinnert sein wollte, und in diesem Zinne fühle­ich mich eins mit ihm.

Er war sich bewußt, daß er das mit so viel Liebe ge­gründete Erdenheim nach verhältnismäßig kurzer Zeit werde verlassen müssen und daß dann ein anderer es bewohnen würde. Diese Gewißheit wird ihm nicht leicht gewesen sein, denn wer hängt nicht mit großer Liebe an dem eigenen selbstgeschasfenen heim, wo jedes Ztück, jedes Eckchen uns vertraut ist mit all den vielen Erinnerungen, die damit verbunden sind? Ein jeder von uns weiß es und erfährt es täglich selbst wieder und wieder, wie sehr wir mit . den Räumen und Dingen verwachsen sind, die uns umgeben, mit Dingen, die schon von unsern Eltern und Geschwistern benützt wurden, von geliebten Menschen, die längst zur ewigen Ruhe eingingen. Dennoch ist nichts gewisser, als daß wir das alles verlassen rnüssen.

Die Gewißheit davon würde uns ein unerträglicher Ge­danke sein, wenn wir nicht durch die mannigfachen herrlichen Verheißungen wüßten, daß ein Vaterhaus unser wartet, mit dem verglichen alles Irdische verblassen muß. Denn es ist uns zugesagt, daß es dort kein Leid und keine Tränen, keine Zünde und Unfechtung mehr geben kann. Uber Leid und Tränen sind, wie wir alle wissen, untrennbar mit unserem irdischen heim verbunden,' wer könnte wohl sagen, daß er in seinem Leben diese Lasten nie gefühlt, daß er nie sich gesehnt habe, ausruhen zu können von allem Erdenweh, die Erdenschwere abzulegen, um frei von allem Irdischen an Gottes Thron mit allen seligen Engeln ein halleluja anzu- stimmen?

Lasset uns so leben, daß, wenn wir unser Erdenheim verlassen, wir wissen können, daß die himmlische Heimat uns- ihre Pforten öffnen wird! Baronin R.

Gebühren der Gietzener Uirchendiener im N- Jahrhundert.

von den italienischen Kutschern weiß man, daß sie gern mehr von ihren Fahrgästen fordern^, als der Tarif zuläßt, den Kriegsleuten hat Johannes der Täufer gesagt: Lasset