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Ihn haben wir im Sturm des Krieges gefunden. Wir haben ihn gefunden, und mit ihm den Glauben, der über dies Leben hinausweist, wir haben ihn gefunden und mit ihm die Hoffnung, die des Sieges harrt, so schwer er auch er­rungen werden muß.

Mit diesem Gott und Glauben, mit dieser Hoffnung und Zuversicht wollen wir hinausschreiten in die dunkle Zu­kunft. wollen in ihm die Kraft zur ernsten Selbstzucht und zur opferwilligen Liebe bis zum Letzten finden. Und wenn Furcht und Uberglauben dem Dunklen und Ungewissen gegen­über nicht schweigen wollen, dann wollen wir es machen wie jener fromme Fürst des Sachsenlandes, der, als seine Sterndeuter abergläubisch seine ganze Zukunft ihm prophe­zeiten, an den Uand ihres umfangreichen Schriftstückes die Worte des ZI. Psalms schrieb:Ich aber, Herr, hoffe aus dich und spreche: ,,Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen!"

Dem Xaiser.

Zum 27. Januar 1916.

wo Du auch weilst in Gst und West, Im Schmuck der Siegesreiser,

Die deutsche Treue hält Dich fest Und dankbar von Dir nimmer läßt,

G vielgeliebter Kaiser!

Gott sei Dir Psalm und heil und Macht Zur neuen Jahresstunde,

Daß uns nach langer Leidensnacht Die Friedenssonne wieder lacht Und alle Welt gesunde!

Allerlei von unserem Kaiser.

Einst schrieb ein Jäger seinen Eltern eine Karte. Da nahte der Kaiser. Schnell wollte der Schütze die Karte weg­stecken, doch der Kaiser hatte es bemerkt, nahm sie, schrieb einen Gruß darauf und die schönen Worte: ,,Uuhig ab- kommen und auf Gott vertrauen! Wilhelm I. R."

Die unverlierbare Erinnerung an die glorreiche winter­schlacht in Masuren wird noch leuchtender durch das Be­wußtsein der Tatsache, daß der oberste Kriegsherr selbst in diesen Uuhmestagen an der Front war! Es war nach einer furchtbar blutigen Schlacht an der Westfront. Kurz nach dem Ende des Bingens kommt der Kaiser auf den Kampfplatz, der alle Entsetzen des Krieges offenbart. Ueberwältigt und aufs tiefste erschüttert von den furchtbaren Bildern kniet der Kaiser mitten auf dem Schlachtfeld nieder und betet. Dann erhebt er sich mit nassen Bugen und spricht zu seiner Umgebung: ,,Ich habe es nicht gewollt!" (9, herrliches Kaiserwort, das dauern wird in alle Ewigkeit hinaus, an dem alle elenden Verleumdungen der Feinde zerschellen, das einen tiefen Blick tun läßt in die Leiden, die dieses edle Herz um diesen Krieg trägt! Um dieses Wortes willen schlägt dir deines Volkes Liebe noch einmal so heiß ent­gegen ! heil Kaiser dir!

Der Kaiser sucht seine Soldaten auch in den Schützen­gräben auf. Eines Tages besuchte er seine Garde,' er war in prächtigster Stimmung und erzählte den begeistert lau­schenden Kriegern viel. U. a. folgendes: Er hatte einen Besuch

an der Front im Brgonnenwald gemacht. Dort war er in einen Unterstand geführt worden, wo ihm von einem Br- tillerieoffizier an einem richtigen Büffet ein Glas wein an- geboten wurde. Bls er aus derkomfortablen" Erdhöhle herauskroch, sah er sich zu seinem nicht geringen Erstaunen einer ganzen Kompagnie Franzosen gegenüber. Da trat ein alter Landsturmunteroffizier vor und sagte:Majestät, das sind man bloß Gefangene, die ich hergebracht habe, damit sie Ihnen auch mal sehen können!"

Der Kaiser kommt an einen Schützengraben heran. Guten Tag, Kameraden!"Guten Tag Majestät!"Ua, Jungens glaubt ihr auch, daß ich den Krieg frevlerisch an­gefangen habe? wollt ihr denn auch durchhalten mit mir bis zuletzt?"Jawohl, Majestät!" Dann nahm der Kaiser sein Neues Testament mit Psalmen heraus, las den 52. Psalm und betete mit den Truppen. Diesen Bugenblick werden die Beteiligten nie vergessen.

Ein Krieger, der kürzlich leichtverwundet heimgekehrt ist, erzählte, wie er den Kaiser bei einem Gang über das Schlachtfeld beobachten konnte. Der Kaiser gewahrte einen sterbenden Soldaten, da kniete er auf dem Felde neben dem sterbenden Soldaten nieder und betete mit ihm.

Zeiertagsheiligung bei unseren Gegnern.

wer jemals vor dem Kriege Frankreich und Belgien bereist hat, der hat beobachtet, daß man dort die Heilig­haltung der Sonn- und Feiertage, wie sie in Deutschland eingebürgert ist, nicht kennt. In der eleganten Weltstadt Paris sind die Läden geöffnet, auf den Straßen sieht man ein Publikum, das nicht weniger als elegant ist. während in Deutschland jedermann am Sonntage in reinlicher, wenn auch schlichter Kleidung erscheint, treiben sich in Paris auf den Straßen Leute herum, die in Deutschland sofort die Bchtsamkeit der Polizei auf sich lenken würden, vor einigen Jahren sah ich an einem Sonntagvormittag im Bugust auf einer der belebtesten und längsten Straßen in Paris, dem Boulevard Sebastopol, zerlumpte Gestalten aus den Bänken in den Bnlagen liegen, und niemand war da, der ihnen auf die Bchsel getippt und sie zum Weggehen aufgefordert hätte. Genau so ist es in Belgien. Dort wird Sonntags auf den freien Plätzen der Städte Markt gehalten, in die Städte strömt ein Publikum, das nichts weniger als Sonntagsstille und Sonntagsheiligung mit sich bringt. Merkwürdigerweise haben dort die Vereine die Gepflogenheit, sich in allerhand militärischen Uniformen, in Uniformen von übertriebenem, lächerlichem Glanze zu kleiden. In den belgischen Seebädern sieht man an jedem Sonntage in geschlossenem Zuge Leute über die Straßen marschieren, die Sporen und Schleppsäbel tragen und auf ihre bunten Uniformen, ihre roten Bchsel- stücke und die weißen Haarbüsche auf ihren Kopfbedeckun­gen sehr stolz sind. Der Deutsche meint, Soldaten vor sich zu haben, der Einheimische aber belehrt ihn, daß das eine Societo" sei. Fast immer bringen diese Vereine ihre eigenen Kapellen mit, namentlich tun das die Feuerwehren, die Sappeurs und Pompiers", wie sie sich auf ihren Bannern nennen. Diese Musiker nennen sichFanfarons", Fan­farenbläser' mit ihren Blasinstrumenten machen sie einen furchtbaren Lärm, wild hauen sie auf die Trommeln ein, daß der Fremde entsetzt flieht, während die Musikanten selbst wegen ihrer Leistungen von nicht geringem Selbst­gefühl erfüllt sind.