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aurhalten konnte. Zwei Merzte kamen and versuchten, mir die Schmerzen zu lindern, aber ihre vemühungen waren vergeblich. Schließlich fiel ich. von Schmerzen überwältigt, in einen tiefen Schlaf, von dem ich erst am nächsten Abend erwachte. Nun nahm ich keine Pillen mehr,- denn ich war überzeugt, daß ich gestorben wäre, u-enn ich die mir ver- ordneten zwei Pillen genommen hatte.
Dennoch wurde er mit meiner Krankheit nicht besser, der Vlutverlust nahm immer mehr zu. Aber ich lieh nicht nach mit bitten, die Aerzte sollten mich doch von Asien fortschicken. bis ich einer Tages dem Generalärzte vorgestellt wurde. Cr gab mir den vescheid. wenn meine blutungen aufhorten, käme ich fort.
Ich will hier nun zuerst eine beschreibung unserer Krankenbaracken geben. Er waren große, geräumige bauten, ungefähr 20 bis 25 Meter lang und 8 Meter breit, sie waren jedoch nicht unterkellert, standen vielmehr auf Pfosten, die ungefähr 25 dir 50 Zentimeter hoch waren; dar war ge« schehen mit Kücksicht aus die Feuchtigkeit der vodenr und mit Rücksicht auf die vielen Tiere, die dort über den boden kriechen. Auf jeder Seite standen eiserne bettstellen. die alle mit einem Eisengestell umgeben ivaren, dar einen Meter hoch war. Um dieser Eisengestell war an allen Seiten ein Vorhang sestgemacht. der aus ganz dünnem Stoff, einer Art Gaze oder Mull bestand. Unter diesem Vorhang mußte man liegen, wenn man nicht von den Morkitor zerstochen wer» den wollte. hatte man einen oder zwei dieser Peiniger unter dem Vorhang, so lvar an buhe nicht zu denken, man mußte, um buhe zu haben. Jagd auf diese unangenehmen Lebewesen machen. In der Mitte der baracke hingen die Ventilatoren, viele waren Gestelle, die aur bamburrohren bestanden, die mit einem Stofs überzogen waren. Sie hingen an beiden Enden in Scharnieren, die von Eingeborenen an einer Schnur hin- und herbewegt wurden, so daß in der baracke frische tust herrschte, vie fiische Luft hatten wir aber nur wenige Stunden.- da wir nur Zremdenlegionäre waren, so gab man sich keine sonderliche Mühe, uns den Aufenthalt erträglich zu machen. Immerhin hatte auch hier jeder Uran Ke ein kleiner Tischchen mit Schublade. An der einen Schmalseite der baracke war der Eingang, hier stand dar allgemeine Getränk,' denn Wasser gab er nicht. Unser Getränk bestand entweder in schwarzem dünnem Tee oder in verdampftem Wasser mit irgend einer Zutat. Mer vurst h.itle, konnte sich dort laben, aber er mußte jeder seinen becher mitbringen. An der entgegengesetzten Seite der baracke waren ztvei Abteile, eine für den Arzt, die andere für die Schwester oder den Lazarettgehilfen. (Fort etzung folgt.)
war der alte Vetter erzählte.
Eine Erzählung aus der Zranzosenzeit von E u g e n M a y e r.
(Fortsetzung.)
viese Voppelseier ist mir im Gedächtnis geblieben, er- :ähltc der ..alte Vetter", und ein behagliches Lächeln ging über sein Gesicht, während er die pfeife aur dem Munde nahm und mit dem Handrücken über die Stoppeln seines am vergangenen Samstag zum letzten Male rasierten Kinns und der Oberlippe fuhr.' denn ich war ja noch ein Kind und cs ging bei dieser Festlichkeit ziemlich hoch her. Ver Herr Pfarrer von der Stadt, mit dem die Eltern gut standen und der int Frühsommer gern heraufkam. wenn die Kirschen reif waren, hatte sich bewegen lassen, die Hochzeit und Taufe im Dorf selbst vorzunehmen und hatte den Eltern
zuliebe auch eine Tasse Kaffee angenommen, vie hebamm. hatte, wie das so üblich ist. das Eingießen des schwarzen Trankes übernommen. Va sie andere Leute nach sich und ihrem Geschmack beurteilte, tvollte sie dem l)errn Pfarrer wohl und warf ihm, ehe er sich versah, vier Stücke Zucker in seine Tasse. Noch erinnere ich mich, wie die Leute, die am Tische saßen, sich darüber verwunderten und leise darüber sprachen, daß der Herr Pfarrer nur einen Schluck von dem guten Kaffee getrunken habe und den übrigen kalt werden lasse; denn Zucker und Kaffee waren damals, wo der große Napoleon den Engländern zum Aerger die Küste zugeschlossen hatte, ein Luxus, den nur der geheime, jetzt endlich erreichte Zweck der Festlichkeit entschuldigte. Sonst war man damals in diesen Vingen sparsamer. Ulan hatte für den Kaffee allerhand Ersatzmittel. Eicheln und Korn, und unsere Zunge war nicht verwöhnt. Einmal halte bei irgendeiner Gelegen heit ein Spaßvogel den Vorschlag gemacht und auch zur Aus- sührung gebracht, man solle, um doch etwas Süßes zu haben, ein Stück „Kannelzucker" an einen über dem Tisch von der vccke herabhängenden Faden befestigen und jeder dürfe dann der Keihe nach einmal daran ,.zuckeln". Nach dem Kaffee gab es später noch ein Käsebrot und lvein: denn dar Jahr 1811 war ein guter lveinjahr gewesen und man brauchte nicht viel Geld dafür auszugeben. Am Ende kam dann noch die Gabe für die Hebamme, zu der jeder nach der damals herrschenden Sitte beitragen mußte. Ein großer Glas lvein »machte die Kunde um den Tisch. Jeder, der trank, warf ein Geldstück in dar Glas, so daß dieser nicht merklich leer wurde. Vie Hebamme hatte den letzten Trunk und nahm dann dar Geld nebst dem Glas als ihr Kindtaufsgeschenk an sich, heutzutage macht man dar glücklicherweise nicht mehr so. Ucbrigens hat der Herr Pfarrer diesen Umtrunk nicht mehr mitgemacht: er war nach dem Kaffee, vom Vater ein Stück Weges begleitet, davongegangen.
von diesem Ihrem Amtrvorgänger etwas zu Horen, wird Sie gewiß interessieren. Herr Vikar, fuhr der ..Vetter" fort, nachdem er eine Weile, im Gedenken der Vergangenheit versunken, vor sich hingeschaut und seiner pfeife leichte Kauchwölkchen entlockt hatte. Er war ein kleiner, feiner Herr mit einem klugen Gesicht. Ueber vierzig Jahre stand er in der Stadt drunten, er hat mich auch konfirmiert wi? alle meine Geschwister. Als die Keformierten und Lutheri schen in der alten Kirche drunten in der Stadt sich zu einer protestantischen Kirche zusammentaten, spielte er eine der ersten Köllen. Ich war damals auch im Festzug unter den jungen vurschen und war stolz, daß mein Pfarrer unter den Geistlichen sich befand, die am Altar dar erste Abendmahl der neuen vereinigten Kirche austeilten. Wir hatten den freundlichen, liebenswürdigen Wann alle gern und wir Vorf- leute vor allem halten ein unbegrenztes vertrauen ztf ihm. Vas hat sich einmal in einer Weise kundgetan, über die Sie vielleicht lachen. Herr Vikar: aber man sieht doch daraus, wie große Stücke die Leute von ihrem Pfarrer hielten. Wir waren an einem Sonntag in die Stadt zum Gottesdienst gegangen, ver alte Wilhelm war auch dabei. Ver alte Wilhelm war ein weitgereister Mann: er war in der ganzen Pfalz, ja im ganzen Kheinland herumgekommen als Knecht oder als Hirte und hatte in seinen alten Tagen wieder den Heimweg ins vorf gefunden, wo er für diese oder jene Arbeit noch Verwendung fand und dar Gnadenbrot aß. Nach dem Gottesdienst begegnete uns der Herr Pfarrer und machte uns darauf aufmerksam, daß wir als Angehörige der Gemeinde dar Kecht hätten, untere Stimmen für die


