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mehr: stolz betont sie, daß sie ja vlamen seien, daß ihre Sprache fast dieselbe sei wie die deutsche. Freundlich be­gleiten sie uns noch weit vor die Hecke des Hauses.

Nach Tagen sieht mich der Müller irgendwo im Gelände herumstreisen. Flugs hat er mich mit dem Fahrrad, das jeder Belgier, der etwas auf sich hält, besitzt, über Feldwege ein­geholt und fragt nach den Bildern. Sie waren noch nicht fertig. Einige Tage später brachte ich sie ihm. Da war die Freude groß.

Gehälter in alter Zeit.

2. Das Jahr 1871.

Ts ist ausfallend, daß 82 Jahre nach der Zeit, auf die sich unsere obigen Darlegungen beziehen, die Kompeten­zen der ersten Schulstelle zu Nauborn mittlerweile war noch eine zweite Stelle errichtet worden - noch dieselben sind und daß der Lehrer auch noch im wesentlichen die gleichen Kmtsobliegenheiten hatte wie im Jahre 1789. Die Nachweisung über die Kompetenzen der evangelischen ersten Schulstelle zu Nauborn" zählt folgende Posten auf: 1. Freie Dienstwohnung. 2. Kn Ländereien 4 Morgen Kcker- feld und eine wiese. 3. Holz. Zur Heizung des Schulsaales muß jedes Kind von Martini bis Ostern täglich 2 Scheiter Holz mitbringen, außerdem stellt die Gemeinde noch Buchen­oder Tichenscheitholz und die nötigen Wellen. Zur eigenen Benutzung erhält der Lehrer aus dem Gemeindewald ein Losteil Holz, das die Gemeinde ihm anzufahren hat. 4. Kn Naturalien wurde eine bestimmte Menge Korn und Weizen geliefert, außerdem lieferten die Gemeindsmänner eine be­stimmte Knzahl Brote sowie Stroh, doch konnten alle diese Naturalien damals auch mit Geld abgelöst werden. 5. Die eigentliche Geldbesoldung war auch damals noch sehr gering, sie betrug, nachdem das Schulgeld für jedes einzelne Kind in Wegfall gekommen war, 40 Taler aus der Gemeinde­kasse, dazu kam ein besonderer Zuschuß von 8 Talern und der Staatszuschuß von 89 Talern. 6. DieLürgernutzungen" bestanden darin, daß der Lehrer ungefähr wie ein Jahr­hundert zuvor eine Kuh, ein Schwein und fünf Schafe, ohne hirtenlohn zu zahlen, auf die weide treiben durfte. Kn Stelle der früher von jedem Gemeindsmann zu leistenden Fahrt wurde dem Lehrer aus der Gemeindekäsfe ein Betrag von 9 Talern gezahlt.

von den kirchlichen Diensten war der Lehrer damals noch nicht befreit, für eine jede Trauung, Taufe und Beerdi­gung bekam er seine Gebühren, die sich insgesamt aus bei­nahe 7 Taler beliefen.

Das war ein kleines, bescheidenes Einkommen, und doch hat ein langjähriger Inhaber dieser Schulstelle, der allerdings privatvermögen befaß, sich nicht nur mit Ehren durch das Leben geschlagen, sondern auch seinen acht Kin­dern eine gute Erziehung und Schulbildung angedeihen las­sen. Zwei seiner Söhne haben studiert, der eine war Pfarrer, der andere ist Krzt, die übrigen vier Söhne haben sich dem Bergfach gewidmet und es hierin zu ansehnlichen Lebens­stellungen gebracht, die beiden Töchter verheirateten sich mit wohlhabenden Landwirten. Das Beispiel dieser Familie zeigt uns, daß es nicht auf die äußeren Mittel ankommt, um vor­wärts zu kommen, sondern darauf, daß ein Mensch strebsam, anspruchslos, fleißig und ehrenhaft ist. Das mag vielen bei den großen wirtschaftlichen Veränderungen, die dieser Krieg in seinem Gefolge haben wird und bereits hat, ein Trost sein. ?). B.

warum der Grenzer-Rarl die Rosen lieb hat.

Erzählung von Karl Hesselbacher.

(Fortsetzung.)

Uebrigens, Fränz!" rief der Forstmeister.Gut, daß du gerade hereingekommen bist! Den Hannes, den ich drum fragen wollte, sehe ich ja den ganzen Nachmittag nicht, weiß der und jener, wo er sich wieder einmal verkrochen hat, der alte Murrkopf! Gestern nachmittag auf dem Pirschgang bin ich dem Baron Berwitz begegnet. Der ist lächelnd auf mich zugegangen und hat gerufen: Kh, unser poetischer Forst­meister. Er trägt nicht nur den Wald in seinen Garten, er trägt jetzt auch den Garten in den Wald!" Ich frage mich, ob der Mann nicht mehr recht im Oberstübchen sei. Und muß ihn wohl ein bißchen kurios angesehen haben. Venn er nimmt eine Kose aus dem Knopfloch und zeigt sie mir: Kennen Sie die nicht?" Ich gucke wahrhaftig, es ist eine halboffene Blüte dererrötenden Jungfrau".Ei, natürlich!" sage ich.Die hat niemand in der ganzen Welt als der Forstmeister von Bruchhausen," lacht der Baron und schüttelt mir die Hand:Famos, ganz famos, lieber Herr Forstmeister! Dieerrötende Jungfrau" imSauloch" Poesie über der dunkelsten Prosa! Kuf das kann nur unser blumenfroher Waldgeist kommen!" Nun bitte ich die Mensch­heit, was soll das heißen? Ich habe dienstlich nach der an­deren Seite des Neviers gehen müssen, sonst wäre ich nach dem Sauloch gegangen und Hütte nachgesehen, ob dem guten Baron ein Geist erschienen ist? Kber du, Fränz, kommst ja ins Dorf und hörst allerlei. Ist dir etwas zu Ohren gekom­men von Kosen, die im Sauloch blühen sollen?" Die Fränz stand zuerst völlig verdutzt und schüttelte den Kopf. Kber aus einmal schrie sie auf:Ueber den Sommerrain geht der weg nach dem Sauloch und drum ist er über den Sommerrain gestiegen! Ich muß fort, Frau Forstmeister - halten Sie mir's zugut. Kber ich muß fori, sonst gibt es ein Unglück!"

Und zur Türe draus war sie.

Der Forstmeister schüttelte den Kops:Das Turnerfest hat das ganze Dorf verrückt gemacht, wenigstens einmal das Weibervolk. Das ist ausgemacht."

* '* *

Der Grenzer-Karl war am Sauloch angekommen. Die Sonne war am Untergehen. Ein rotgoldener Schein lag über dem wilden Busch und über dem Stücklein wiese, aus dem er glühend und prangend herauswuchs. Die dunkeln Eichen­stämme brannten wie Feuersäulen in einem mächtigen Tem­pel und die Khornbüsche flammten wie die Gluthecken, aus denen die dunkle Bläue des waldinnern wie ein Gpfcrdampf emporschwelte. Kus der funkelnden Fülle der Blätter und Zweige strahlten die weißen Kosen. Es war, als seien es die lichten Kränze von priesterinnen, die in dem opserduftenden Tempel dienten. Langsam begann der lodernde Glanz zu ver­blassen, eine zarte Schleierlust stieg aus der Tiefe des Tales und löschte sachte wie mit einem leisen'hauch eines Geister­mundes eins der flammenden Lichter um das andere aus. Das dunkle Blau des Himmels ward silbrig und verlor sein Leuchten. Die Baumkronen deckten einen schwarzen Flor über ihr goldenes Haupt.

Der Grenzer-Karl stand unter der Geffnung des Waldes­tores, das zwei prächtige Eichenstämme bildeten. Er stand unbeweglich und mit starren Kugen. wie einer, der in einer fremden Welt geht und nicht weiß, wo er ein Dach findet, unter das er sich flüchten darf. Ihm kam dies heraufsteigen der Nacht aus den verborgenen Gründen des Tales wie ein