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frequentiert, sowohl von Uassau-Weilburger als Solms- Vraunfelssischer Seite jährlich dem Schuldiener (Lehrer) 27 Kr. geben. 2. von der Gemeinde erhält der Schuldiener jährlich vier Achtel Born und ein halb Achtel waitzen. 3. von einem jeden Gemeindsmann jährlich zwep Futter Ströher. 4. Erhält der Schuldiener jährlich von jedem Gemeindsglied 3 Laib Brot. 5. Giebt die Gemeinde dem Schuldiener nach Nothdurft Brennholz, und ein jedes Schulkind muß täglich 2 Schulscheiter liefern. 6. Ist der Schuldiener von herrschaftlichen Gemeinds- und Thausseediensten frei), vom Hirtenlohn und Mastgeld aber nur in so weit, daß er eine Buh und ein Schwein frei) hat und letztere so viel als der Gemeindsmann in die Mast treiben kann, übrigens ist von frepen Schafen hier nichts bestimmt. 7. An Acciden- zien a. von einer Hochzeit 20 Br. b. von einer Bindtauf 8 Br. c. von einem jeden Begräbnis außer den Bindern, die unter 7 Jahren sind, 10 Br. und einen Laib Brot. 8. Eine frepe Wohnung, die die Gemeinde in Vach und Fach zu erhalten hat. 9. vom Uhrstellen erhält der Schuldiener jährlich ein halb Achtel Born. 10. Hat derselbe den Birchhof zu benutzen."
Sn dieser Aufstellung werden weiter die Aecker und Wiesen genannt, die zum Schulgute gehören. Wir sehen aus dem Ganzen, daß der Uauborner Lehrer im Jahre 1789 nicht nur Lehrer, sondern auch Büster und Glöckner gewesen ist, er begleitete den Pfarrer zu Amtshandlungen, er zog die Birchenuhr auf und regulierte sie, er sang mit den Schulkindern bei Begräbnissen. Erst im Lause des 19. Jahrhunderts sind die Lehrer von diesen Diensten, den niederen Birchendiensten befreit worden. Die Uauborner Schulbesoldung war zumeist Uaturalbesoldung, wie dies auch mit den pfarrgehältern früher der Fall war. Born, Weizen, Stroh, Brot, Holz, freie weide, Benützung des Birchhofes (des noch nicht belegten Teiles desselben zum Futtermachen) waren die Posten, aus denen sich die Besoldung des Lehrers zu Uauborn zusammensetzte. Sein Haupteinkommen bezog er aus der Bewirtschaftung des Schulgutes, jeder Gemeindsmann (Bürger) war verpflichtet, ihm jährlich eine Fahrt zu tun.
Jedenfalls mußte ein Lehrer in der alten Zeit ein fleißiger Mann sein. Beben dem Birchen- und Schuldienste mußte er Feldbau treiben, da eine Verpachtung des Schulgutes wenig einbrachte. Daß diese alten Lehrer trotzdem die Jugend zur Gottesfurcht und einer ehrenhaften Lebensauffassung erzogen und ihnen die nötigen Benntnisse aus den Lebensweg mitgaben, gereicht ihnen zur Ehre.
(Schluß folgt.)
warum der Grenzer-Rarl die Rosen lieb hat.
Erzählung von Barl Hesselbacher.
(Fortsetzung.)
„Sch habe ihn retten wollen!" dachte sie. „Und jetzt?
Die guten wörtlein, die du ihm gegeben hast, Fränz, die sind zu zählen! Und die guten Stündlein, die du ihm verschafft hast, wiegen nicht schwer auf deinem Herzen!"
Als die Fränz nach Hause ging, lag aus ihrer Seele ein Breuz, das wog beinahe so schwer wie das, das auf dem Bücken des unglücklichen Grenzer-Barl wuchtete!
* * *
Die Bosen, die der Grenzer-Barl der Fränz gegeben hatte, schwammen schon ein gut Stück den lustigen Fluß
hinunter, der wenig danach fragte, ob er auf dem Bücken Freude oder stummes Leid trug' — als die Fränz in das Wohnzimmer des Forsthauses trat und die Forstmeisterin nach ihren Befehlen für den Abend fragte.
Sie hörte schon, als sie die Türklinke hob, die tiefe Stimme des Forstmeisters sprechen. Sonderbar! Der Mann schien gar nicht mehr böse zu sein. Es klang etwas wie ein behaglicher Frohsinn durch den Ton seiner Worte. Jetzt lachte er sogar aus vollem Herzen.
„So ist's, wie ich dir sage! Man kann dem Burschen, dem Helmstädter, nicht bös sein. Wie er auf mich zukommt und mir die Hand hinstreckt: „Nichts für ungut, Herr Forstmeister ! Aber Sie haben mir die Ehrenkrone heute aufgesetzt. vrum muß ich Ihnen ein ehrliches wörtlein sagen!" — da hat er mich gleich gewonnen. Weiß der Buckuck, was das ist — aber wenn ich in zwei so ehrliche blaue Augen hineingucke, verfliegt mein größter Zorn. Und dann fängt er an: „'s war ja freilich nicht recht, was ich gemacht habe, Ihnen einen ganzen Busch von Bosen abschneiden — Sie haben recht, daß Sie einen Zorn haben. Ich hätt auch eine Bapitalswut über so einen Ungut, der mir nichts dir nichts meine allerschönsten. Blumen abreißt. Aber was tut so ein junger Berl nicht im Uebermut! Sie sind ja auch jung gewesen, Herr Forstmeister, und wissen, daß man da nicht alles auf die Goldwage legt. Und hat man dann das Häfele zerbrochen, dann steht man da und beguckt sich die Scherben
aber dann ist es zu spät! wüßt ich vornedran immer gleich, was ich hintendran weiß, wäre ich schon hundertmal besser gefahren. Und hätt ich gedacht, daß ich Ihnen ins Herz greif, mit den Bosen da drauß, ich hätt Ihnen lieber noch einen Strauß dazu gebracht, als den einen Ihnen zu nehmen. Ich bitt Sie, Herr Forstmeister, halten Sie es einem jungen Berl zugut, daß er in der Bapuse eine Dummheit gemacht hat." was will ich machen? Ich habe mein grimmigstes Gesicht aufgesteckt und ihn gefragt: „Und jetzt, wo stecken denn die armen Dinger? Ganz gewiß schon wieder weggeworfen ! Etwas anderes könnt ihr leichtsinnigen Stadtbuben doch nicht machen!" Aber da hat er gelacht: „D nein! Die stecken an einem guten Platz. Sehen Sie, Herr Forstmeister, die Bruchhäuser Mädchen sind gewaltig stolz. An der fetzten Birchweih haben sie mit keinem von uns Helmstädtern getanzt. Und wie wir gehört haben, daß in Bruchhausen das Turnfest sein wird, haben wir ausgemacht, so, jetzt wird aber nicht mit einer einzigen Bruchhäuserin gegangen. Und drum habe ich der schwarzen Mine, die bei uns in Helmstadt im „roten Apfel" auswartet und die die Bruchhäuser Mädchen gar nicht leiden können, weil sie ihnen zu gering ist, extra den Bosenstrauß geschenkt. Ich habe gedacht, die machst du zu deiner Tänzerin, gerade weil sie bei den anderen nichts gilt. Und ich habe es ihr angemerkt, so glücklich wie heut rvar sie noch nie. Herr Forstmeister, das schad't mir nichts und schad't der Mine nichts und schad't Ihren Bosen nichts, daß das Mädel auch einmal seelenvergnügt ist." Und ich habe wieder nichts sagen können, als dem Burschen mit dem Finger drohen: „wären Sie nicht der Träger des ersten Preises, ging ich anders mit Ihnen um! Nun - gehen Sie in Gottes Namen und tanzen Sie mit der Mine so lang ein Sternlein scheint am Himmel heut Nacht.""
Die Fränz hörte das alles an und war wie an den Fußboden festgenagelt. Ihr war, als sollte die Stubendecke die, aus reichem Stuck gebildet, über ihr sich weiß und


