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band breit über die Brust, die Jagdtasche und das Pulver- Horn an der Leite, in der linken Hand die lange Tabaks­pfeife und in der rechten einen derben Stock oder einen Regenschirm, den treuen Raro hinterher, sah man ihn gar oft über den Reuenweg auf den Rnstand ziehen. Die Jagd übte er in der Regel mit seinem Freunde und Rachbar, dem Ronservator am zoologischen Rabinett (5. gemeinschaftlich aus.

So kamen die beiden Herren einstmals zusammen von der Jagd zurück, und als sie die Wiesen überschritten hatten, fanden sie an der Wieseck ihren Weg gehemmt. Der hölzerne Steg, den sie sonst benutzten, war durch einen Tags zuvor niedergegangenen Wolkenbruch fortgeschwemmt wor­den, und das Wasser hatte sich noch nicht ganz verlaufen. Da bemerkten sie den Rädger Hannes, der von der Stadt, wo er getaglöhnert hatte, wieder nach Hause wollte, und sich gerade anschickte und Vorbereitung traf, die Wieseck zu durchwaten.

Ermüdet von der Jagd und angesichts der Möglichkeit, einen großen Umweg zu ersparen, riefen sie den Hannes an und wurden mit ihm handelseinig, daß er sie für ein angemessenes Trinkgeld über das Wasser trüge. G. kam zuerst an die Reihe und gelangte glücklich hinüber. Rls er von dort aus sah, wie sein Freund W. auf den Schultern des Hannes thronte, kam ihm als richtigem Waidmann ein neckischer Gedanke. Sobald Hannes mit seiner schweren Bürde mitten im Bache angelangt war, ries er ihm zu: Hannes, von mir noch drei Batzen extra, wenn du ihn fallen läßt."Tinen Sechsbätzner von mir, wenn du mich weiter trägst," raunte W. dem verblüfften Hannes zu. G. bot daraus einen halben Gulden, und W. dagegen einen ganzen Gulden. Begreiflicherweise konnte G. es auf die Dauer im Ueberbieten mit dem reichen Handelsherrn nicht ausnehmen, und so kam auch W. trocken und wohlbehalten über das Wasser, und Hannes freute sich über den uner­wartet hohen Verdienst.

Die beiden Freunde gaben sich zwar nachher gegen­seitig das Wort, über das kleine Rbenteuer Stillschweigen zu bewahren, hatten aber dabei wohl nicht an den Hannes gedacht. Rurzum, schon einige Tage später konnte man von jedermann in der Stadt die lustige Geschichte hören.

(Schluß folgt.)

Ein pfälzischer Musikant.

Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer.

(Fortsetzung.)

Fritz öaldner drang gegen das Schiff, dessen Riesen­leib schon ein- mächtiges Stampfen und Stöhnen erschüt­terte, vor und machte Miene, an einem herabhängenden Tau nach dem verdeck zu Klettern. Da erschien oben ein Matrose und schlenkerte ihm ein zweites Tau gegen den Raps, daß er von seinem unsinnigen Beginnen abließ. Um so heftiger wurden die Zurufe meiner Musikanten.

heraus mit unserem Geld, du schlechter Hund! Du hast uns an der Rase herumgesührt. wart' nur, wenn wir dich in der Pfalz treffen, dann wollen wir dich windel­weich dreschen. Du sollst das Unglück Kriegen! Wenn nur das Schiff noch heute mit dir unterginge!"

3e heftiger die Musikanten schimpften und fluchten, um so vergnügter wurde der Mann auf dem Verdecke. Er tanzte aus einem Bein herum, dann rief er höhnisch herunter:Rdjes, ihr Leut', geht nur heim und sagt einen schönen Gruß von dem Peter Ratzenbach!"

Das Schiff setzte sich in Bewegung, das Wasser rauschte am Riele, langsam glitt der große Ruswandererdampfer hinaus in den Hafen. Roch lange stand Peter Ratzen­bach oben, machte Rapriolen aller Rrt, und die Glieder seiner früheren Rapelle knirschten in ohnmächtiger Wut.

So war ein starker Mißton in das schone Gottes­lied gekommen. Sch redete meinen Leuten so gut zu, als ich konnte, schließlich beruhigten sie sich und nahmen ihre Instrumente unter den Rrm. Rber auf dem Heimwege schimpften sie noch immer vor sich hin, pfälzische Hitze will sich eben nicht so schnell legen.

Immerhin.konnte ich mit meinen Leuten zufrieden sein. Sie ließen sich von mir leiten, hatten vertrauen zu mir und waren tüchtige Musikanten, von Rotterdam gingen wir nach dem Haag und dann nach dem Seebad Scheve­ningen. Ratürlich hatte ich längst auch den neu eingestell­ten Musikanten ihren richtigen Lohn ausbezahlt, und sie

waren zufrieden, daß sie jetzt regelmäßig ihr Geld erhielten. Der verdienst, den ich in diesem Jahre erzielte, überstieg bei weitem den des vorausgegangenen Jahres, und oft weilte ich auf dempostkantoor", wie die Holländer ihre Post­ämter bezeichnen, um Geld an meine Frau einzuzahlen.

16.

Wieder war für mich der frohe Tag der Heimkehr

gekommen. Das Herz war mir übervoll von Freude und

Dank, als ich an einem schonen Gktobertage in Hochstätten die Eisenbahn verließ und die mir wohlbekannte Straße

nach Fürfeld aufwärts ging. Daß ich die Heimatflur wieder­sah und wieder zu den Meinigen kommen sollte, nachdem ich im fremden Lande krank gelegen hatte, trieb mich zum Dank gegen Gott, der mich behütet hatte. Wie wunderbar waren in diesem Jahre die Fügungen des Ewigen ge­wesen. Dadurch, daß ich krank gewesen war, war ich mit Georg Dackermann bekannt geworden,' dieser Begegnung war es zu verdanken, daß ich meine Rapelle um ein Be­deutendes verstärkt und ausgezeichnete Geschäfte gemacht hatte. Immer dachte ich auf diesem Wege an meinen kleinen Sohn, ich stellte ihn mir so vor, wie ich ihn zum letzten- male gesehen hatte, als meine Frau bei meinem Weggange ihn auf dem Rrme trug. Ruf den Feldern waren die Leute damit beschäftigt, Rüben und Rartoffeln einzuheimsen, froher Zuruf begrüßte mich von allen Seiten,' denn ich war all­gemein in Fürfeld bekannt und stand mit allen Einwoh­nern aus freundschaftlichem Fuße.

Endlich war ich vor meinem Hause angelangt. Ls über­kam mich ein Gefühl des freudigen Stolzes, als ich vor dem eigenen Hause stand. Durch die Ladentür trat ich ein, laut gellte die Rlingel, aber es war niemand im Laden. Rasch sah ich mich um unö fand alles in der schönsten Drdnung. Der Ladentisch war blitzblank, aus dem Fußboden war kein Stäubchen zu erblicken, alle Gegenstände waren wohlgeord­net. Ruf dem Ladentisch stand ein Behälter mit Zigarren, daneben unter einer Glasglocke das Raschwerk, wie es ein Rrämer auf dem Lande um der einkaufenden Rinder wil­len halten muß, an der Wand waren die Schubladen an­gebracht, die alle wohl verschlossen waren, im hintergrund­sah ich das Petroleum- und das Essigfaß, und seitwärts waren die Gelkuchen aufgestapelt, wie sie die Landleute für ihr Vieh brauchen.

Roch hielt ich Umschau, da ging die Tür, die im Hintergründe zum Wohnzimmer führte, auf, und Lina trat ein. Sie stieß, als sie mich sah, einen leichten Schrei aus,'