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Träume ging es hindurch. Me Bleigewicht lag es auf meiner Brust, ein Wasserfall rauschte in meinen Ohren, zwei Schmiede hatten die großen Zuschlaghämmer in den fänden und hämmerten auf meine Schläfen ein. Gottfried Keiper stand vor mir und schnitt schreckliche Fratzen, über die ich mich so ängstigte wie einst, da ich noch ein kleiner Junge war. Ich empfand quälenden Durst und wiewohl ich an Pumpen und Böhrenbrunnen stand und große Gefäße mit dem erfrischenden Naß an den Mund setzte und das Wasser in tiefen Zügen trank, so wurde der Durst doch nicht gestillt. Dann ging alles, was ich fühlte und in ewig wechselnden und sich ineinander schlingenden Bildern sah, in tiefe, traumlose Nacht unter.
Bls diese Nacht von mir gewichen war, schien der Helle Tag in den Saal herein. Die Schwester, die mich am vorhergegangenen Tage am Portale des Krankenhauses in Empfang genommen hatte, stand mit freundlicher Miene an meinem Bette und hielt mir eine Tasse Milch an den Mund. Mehrere Kranken saßen in ihren Letten und schauten sich nach mir um, aber ich war so schwach, daß ich, als mich die Schwester etwas aufgerichtet hatte, wieder kraftlos zurückfiel.
Es kam mir zum Bewußtsein, daß ich schwer krank sei und im fremden Lande liege. Ich sah meine Frau, wie sie den kleinen Wilhelm auf dem Brme hatte, als ich wegging, und dachte, daß ich beide nicht mehr Wiedersehen werde. Es war mir seither in meiner Ehe gut gegangen, und nun sollte ihr dieser traurige Nusgang beschieden sein. Das peimweh kam über mich in derselben Stärke, wie damals, da es mich als fünfzehnjährigen Jungen, nach dem Tode meines Vaters, als ich Knecht bei Wilhelm Pinkel war, gepackt hatte, und ich weinte, daß die Tränen mir über das Gesicht liefen und ich nichts mehr sehen konnte.
Da hörte ich eine Stimme in echt pfälzischer Mundart sagen: „Bch Gott, seid doch nicht so traurig, Ihr werdet auch wieder gesund werden!" Ich richtete den Kopf etwas in die Höhe und sah, daß die Stimme von dem Bett kam, das dem Fenster am nächsten stand. Es fiel mir ein, daß ich diese Stimme schon am Bbend zuvor gehört hatte, und ich wunderte mich, daß hier im holländischen Spitale ein zweiter Pfälzer sei. Ich gab mir Mühe, den Sprechenden in das Buge zu fassen, und gewahrte, daß er ein Mann mit starkem, schwarzen Schnurrbarte war.
Weitere Nachforschungen konnte ich nicht anstellen, da ich zu schwach war, auch kam der Brzt, um nach mir zu sehen. Wieder beklopfte er mir Brust und Bücken, prüfte den puls- schlag und sah nach der Fiebertabelle, die über meinem Bette hing. Die Umschläge wurden fortgesetzt, und jede Stunde gab mir die Schwester eine bittere Brzenei zu schlucken.
Dieser Tag ging einigermaßen leidlich vorüber, bis am Bbend, als die Dämmerung aus den Ecken des Saales gekrochen kam, mich von neuem das Fieber schüttelte und das Btmen mir große Mühe machte. Da zündete die Schwester, die mich pflegte, zwei Kerzen an und stellte sie nebst einem Kruzifixe auf ein kleines Tischchen, das sie an das Kopfende meines Bettes rückte. Dann sagte sie, sie wolle den Pastor rufen, damit ich beichten könne. Ich konnte nur den Kopf schütteln und mit leiser Stimme sagen, daß ich nicht katholisch sei. Da nahm die Schwester die Kerzen und das Kruzifix wieder weg.
Mir aber ging durch die Seele, daß mein Ende nahe sei. Es hielt mir schwer, meine Gedanken zusammenzufassen,' denn wieder schlugen meine Zähne im Schüttelfrost aufeinan
der, aber ich konnte doch die pände falten und konnte im Gebete Gott anrufen, er möge seine Hand über mein armes Weib und mein kleines Kind halten, mir alles vergeben, worin ich gefehlt habe, und mich dahin zu bringen, wohin meine Eltern mir vorausgegangen waren, in das pimmelreich. Und sonderbar, indem ich so meine Seele Gott befahl, siel mir ein altes Gebetchen ein, das meine selige Mutter des Bbends oft mit uns Kindern gebetet hatte. Ls lautete: „Bbends, wenn ich schlafen geh', vierzehn Engel um mich stehn, zwei zu Päupten, zwei zu Füßen, zwei zur Bechten, zwei zur Linken, zwei, die mich decken, zwei, die mich wecken, zwei, die mich weisen ins himmlische paradeisen." Ich sah mich wieder in Buppertsecken im Llternhause neben meinem Bruder Jakob, der gleich mir die pände gefaltet hatte, im Bette liegen, und das Kindergebet gab meiner Seele Buhe. Der heftige Unfall ließ nach, noch eine Weile zuckten meine Glieder, dann lag ich still in meinem Bette, alles in Gottes pände gebend. _ (Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
In der Beihe der vom Oberhessischen Verein für innere Mission veranstalteten Vorträge über Krieg und Beligion wird Sonntag, den 14. Februar, abends 8 Uhr in der Stadtkirche perr Pfarrer Werner aus Frankfurt a. M. das Thema
behandeln: „Der Krieg als Zerstörer und Erneuerer".
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Buch in der passignszeit werden die Kriegsbetstunden, die seither eine so große Bnziehungskraft entfalteten, weiter gehalten werden, natürlich werden sie dem Tharakter dieser Zeit des Kirchenjahres angepaßt werden. Die nächste Kriegs- betstunde ist Mittwoch, den 17. Februar, abends 8 Uhr, in der Iohanneskirche.
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Schickt unser Gemeindeblatt hinaus in das Feld! Diese Bitte dürfen wir wohl an unsere Gemeindeglieder richten, da wir vielfach erfahren haben, wie dankbar unsere im Felde stehenden Gemeindeglieder sind, wenn ihnen der „Sonntagsgruß" als ein Gruß der heimatlichen Kirchengemeinde zugeht. Die Lukasgemeinde wird demnächst allen ihren dem peere angehörenden Gliedern zwei verschiedene Nummern, nämlich die Nummern 7 und 8, zusenden. Diese beiden Nummern werden so gestaltet sein, daß sie besonders auf unsere Kämpfer Bezug nehmen. Wer auf privatem Wege diese Nummern in das Feld schicken will, möge sie möglichst sofo t in der Geschäftsstelle des „Sonntagsgruß", Schulstraße 7, bestellen.
Worte zuin Nachdenken in der Kriegszeit.
Ganz und gar wie Pilger sollen wir uns betrachten, rastlos unsers Weges wandern, die Bugen immer auf den leitenden Stern gerichtet. Ludw. Bichter.
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Die Sorge treibt mich ins Gebet hinein und dieses wieder
aus der Sorge hinaus. U. Zwingli.
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Sorge, daß du an der Ouelle der Fülle Thristi bist, so wird dein Brünnlein Wassers die Fülle haben, so wirst du ein überfließendes Gefäß der Erquickung für andere sein.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 14. Februar, Estomihi.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Schwabe.
vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die INarkusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.


