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als ich und meine Geschwister. Lr hatte die Rrt der Heimat abgelegt, sprach Mainzer Dialekt und redete in einem davon, daß Ruppertsecken ein elendes Nest sei, an dem er es keine drei Tage aushalten könne. Zu meinem Schrecken merkte ich auch, daß er unreligiös geworden war, er meinte, es sei doch Unsinn, daß am Grabe eines Derstorbenen über einen Bibelspruch gesprochen werde, man solle hier auf Erden den teuten das Leben gut und schön machen, damit sie nicht mehr so viel zu arbeiten brauchten. Das sei vernünftiger, als Kirchen zu bauen und die Kinder im Glauben zu unter^ richten. Ich bedauerte im tiefsten Herzen, daß die große Stadt und schlechter Umgang meinen Bruder auf diese Rbwege gebracht hatten.
c)u meinem Erstaunen hörte ich bei dieser meiner Unwesenheit in Ruppertsecken, daß der Krämer Lippert ein Mann fei, der über und über mit Schulden belastet sei. Lr habe nichts rechtes gearbeitet und mit seiner Familie leichtsinnig gelebt, namentlich habe Marie viel Geld" verschwendet. Der Bankrott, so sagten die Leute, stehe jeden Tag bei ihm vor der Tür. Das also war der Mann, der früher vor mir so sehr mit seinem Geld« geprahlt hatte. Damals war ich noch so unerfahren, daß ich jedem Prahlhans glaubte, heute weiß ich, daß die, die sich am meisten rühmen, am wenigsten dazu Ursache haben.
Gedankenvoll und traurig ging ich an demselben Tage wieder nach Fürseld zurück. Ich fühlte, daß mit dem Tode der Mutter das Land zwischen mir und der Heimat so gut wie zerschnitten sei, aber gottlob, ich hatte ja eine neue Heimat, ich hatte eine brave Frau und ein kleines, liebes Kind, und war mit dem, das mir Gott gegeben hatte, zufrieden.
Ruhig ging ich in den nächsten Tagen meiner Beschäftigung nach, da bot sich mir unerwartet die Gelegenheit zu einem hauskaufe. Ein Einwohner in Fürfeld, der seither ein Spezereigeschäft betrieben hatte, war gestorben, und seine Fra», gedachte, zu ihrer einzigen in (Obermoschel verheirateten Tochter zu ziehen. Die hofreite wurde auf diese Rrt feil. Ls war ein einstöckiges, geräumiges Haus, das an der Hauptstraße lag, dahinter war eine kleine Scheuer mit Stallung
und Schuppen, und hinter der Scheuer dehnte sich ein großer Garten aus. Sofort zog ich meinen väterlichen Freund Wilhelm Hinkel zu Rat. Lr kam, besichtigte ganz ohne Rufsehen das Haus und meinte dann, es fei alles gut im Stande. Lines Rbends im Januar ging ich zur Besitzerin und fragte sie nach dem Preise. Sie forderte für das ganze Rnwesen nicht mehr als 6000 Mark und war offenbar sehr erfreut, alv ich mich als Käufer meldete, da sonst noch niemand angefragt hatte. Die geforderte Summe ging allerdings über meinen Besitz, aber ich hatte ja meinen Freund an der Hand. Lr war sogleich bereit, mir 4500 Mark gegen einfachen Schuldschein zu 3 Prozent zu leihen, so daß ich das Haus bar bezahlen konnte. _ (Fortsetzung folgt.)
Nirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 24. Januar, 3. nach Epiphanias.
In -er Staütkirche.
vormittags 9-/2 Uhr: pfarrassistent hoffmann. vormittags I I Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.
Pfarrassistent hoffmann.
Rbends 5Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und heil. Rbendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Rnmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Mittwoch, den 27. Januar, vormittags 10y 4 Uhr: ver- emtgter Zivil- und Militärgottesdienst zur Feier des Geburtstags S. Majestät des Kaisers. Pfarrer Rusfeld.
Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.
In -er Johanneskirche.
vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags I I Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Bechtolsheimer.
Rbends 5 Uhr: Pfarrer Russe ld.
Rbends 7Ve Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal, sowie der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal.
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