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Nr. 3.

Eichen, 3. Sonntag nach Epiphanias, 24. Januar 1915. 4. Jahrgang.

Dem Kaiser!

Pjalm 146, 5. Wohl dem, des fjilfc der Gott Jakobs ist, des Hoff­nung auf den Herrn, seinen Gott, stehet.

Sn der Kommenden Woche feiern wir den Geburtstag unseres Kaisers, wir werden dieses nationale Fest diesmal ganz anders feiern als sonst, wenn sonst der 27. Januar ge­kommen war, so herrschte Jubel im deutschen Lande, von Tilsit bis zum Bodensee, von wetz bis nach Kattowitz und Leuchen im oberschlesischen Kohlengebiete flatterten im Win­terwinde die deutschen Fahnen, wenn der Festgottesdienst zu Ende war, so fanden festliche Veranstaltungen statt' in ge­hobener, freudiger Stimmung wurde der Tag begangen. Sn diesen! Jahre wird der Geburtstag des Kaisers auf einem räumlich viel größeren Bezirke gefeiert werden als sonst. Vicht bloß auf deutschem Boden, sondern auch in der ein­tönigen Ebene Polens, wo der Sand sich meilenweit ausdehnt und grundlose Wege das Fortkommen unserer Truppen er­schweren, werden die deutschen Krieger begeistert ihres ober­sten Kriegsherrn gedenken. Sn Flandern, wo die Kanäle das Land durchziehen und die Nordsee gegen die vünen rauscht und schäumt, wie auch in Kord- und Gstfrankreich, wo unsere Truppen im Schützengraben liegen oder in halbzerschossenen Dörfern Unterkunft finden, werden die Landeseinwohner mit Staunen sehen, daß unser Kaiser in den Herzen seines Volkes eine Stätte hat.

Sm übrigen aber wird unser Fest diesmal auf einen an­deren Ton gestimmt sein als in früheren Jahren. Der Ernst wird bei weitem überwiegen, wie könnte es auch anders sein, da unser vo.k jetzt unter der Führung seines Kaisers um seine Existenz kämpft und da dieser Kampf so schwere Gpfer for­dert! Jeder nach innen gerichtete Mensch wird es deshalb von ganzem Herzen billigen, daß das preußische Staats­ministerium angeordnet hat, daß Festessen, Theatervorstellun­gen und Veranstaltungen ähnlicher 5lrt diesmal am Geburts­tage des Kaisers wegfallen und daß die gottesdienstliche Feier die eigentliche und einzige Feier sein soll. Uuch darin ist unsere patriotische Feier anders als sonst, daß wir in diesen Kriegs­zeiten von unserem Kaiser viel weniger sehen und hören als früher, wir wissen nicht, wo er sich befindet, und wir haben lange keine Ueußerung aus seinem Munde gehört. Uber wir wissen von ihm doch mancherlei, das uns das Herz erhebt.

Unser Kaiser ist jetzt dort, wo die preußischen Könige im Kriege stets gewesen sind und wohin auch ihn sein Pflicht­gefühl geführt hat, er ist mitten unter seinen kämpfenden Soldaten, er teilt mit ihnen Mühsal und Gefahr, unter seinen Uugen haben sie vom 12. bis 14. Januar bei Soissons große Erfolge errungen. Sodann aber wissen wir, daß die Hilfe unseres Kaisers der Gott Jakobs ist und daß er seine Hoff­nung auf den Herrn, seinen Gott, stellt. Um Kriegsbettage hat er das ist das letzte Wort gewesen, das wir von ihm gehört haben seinem Volke gesagt:wie ich vonJugend auf gelernt habe, auf Gott den Herrn, meine Zuversicht zu setzen, so empfinde ich in diesen ernsten Tagen das Bedürfnis, vor ihm mich zu beugen und seine Barmherzigkeit anzurufen."

Fester denn je steht das deutsche Volk in dieser Zeit zu seinem Kaiser, wir haben zu ihm in den Jahren der Friedens gehalten, den seine kluge und erfolgreiche Politik uns so lange erhalten hat, wir haben mit ihm vor anderthalb Jahren das 25jährige Jubiläum seiner Negierung gefeiert, nun halten wir zu ihm furchtlos und treu in der Kriegszeit. Mit ihm sind wi> entschlossen, den Kamps so durchzuführen, daß uns ein ehrenvoller Friede beschieden ist und unsere Kinder und Kin­deskinder auf Jahrzehnte hinaus gegen die Uänkesucht und den Neid fremder Nationen gesichert sind. In diesem Kampfe wird der Herr, unser Gott, mit uns und unserem Kaiser sein und UNS in seiner Gnade verleihen, daß wir den 27. Januar in der Zukunft noch recht oft als nationalen Festtag feiern, wenn der Friede im Lande wohnt und reiches, tätiges Leben segenspendend durch Deutschlands Gaue flutet. h. B.

Der Krieg und die Mission.

wir haben in diesem Jahre unser Landesmissionsfest unter traurigen Umständen gefeiert. Vas schöne, blühende Werk der deutschen Heidenmissionsarbeit ist jetzt zum größten Teile lahm gelegt, ja zerstört. Schmerzlich hat uns die Kunde berührt, daß die Engländer die Basler Missionare in Indien gefangen genommen haben, nachdem sie das schon vorher mit den Missionaren in vuala (Kamerun) gemacht hatten, wir müssen leider annehmen, daß auch unser Landsmann Missionar Heinrich Walther aus Beuern, der früher für unser Ge­meindeblatt so anschauliche Berichte aus seinem Arbeitsgebiete