Ausgabe 
8.12.1917
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3
 
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Keneralstabsches ist, haben Deutschlands stärke und' Aussichten von Monat zu Monat sichtbar zugenommen. Tabei taten Engländer, Franzosen und Italiener ihr Möglichstes, die deutschen Kräfte zu schwächen. Sie taten es. als im Sommer die Russen aus Galizien vertrieben wurden, und als in kaum acht Tagen die Rigaer Bucht in die Hände der Deutschen fiel; aber stets hielt die deutsche Westfront stand. Hier stehen die Deutschen allein gegen Engländer, Franzosen, Bel­gier, Amerikaner, Portugiesen, Sudanneger, Malaien und chinesische ArbettskulieS. Auch die halbe Front im Osten halten sie nahezu allein: sie haben Truppen an der Saloniki-Front, in Palästina, in Mesopotamien, gewaltige Kräfte führen sie zurzeit gegen Italien. Kein Frontabschnitt, an dem nicht auch Deutsche standen und bluteten, und das nach 3y* Jahren. Woher neh­men sie die Menschen? Die enormen Verluste, die Deutschland nach englischen Angaben gehabt haben soll, gehören zunächst das ist sicher - in das Reich der Fabel.

Die Lösung des Rätsels liegt wohl in der ver­schiedenen Art, wie Deutschland und wie die Entente ihre Freunde und Helfer behandeln. Die Völker der Demokratie, des Rechts und des Fortschritts betrachten eS als selbstverständlich, daß sich andere für sie opfern müssen: Portugiesen, Griechen, Inder, Neger haben für England einfach zu sterben, für die englische Demokra­tie, die nach dem Krieg die Welt glücklich machen will. So wollen es die Börsenmatadore. So sieht Fort­schritt, Kultur und Demokratie durch die englisch­amerikanische Brille aus. Zu diesem hohen Kultur- standpunkte haben sich die deutschen Barbaren noch nicht erheben können.

Wirklich, die Deutschen scheinen noch Barba­ren. noch Wikinger zu sein, die mit und für ihre Brüder kämpfen und bluten, nach jenem katego­rischen Imperativ, der sie in Not und Tod. in Freud und Leid an des Freundes Seite stehen heißt. Auf seiten der Mittelmächte sind sie die Stärksten, und sie haben ihre Verbündeten, zumal sie die Leitung des Ganzen hatten, nie im Stich gelassen. So war es in Galizien, so ist es heute in Italien. Das Geheimnis der Stärke des Blocks der Mittelmächte liegt aber nicht nur in der deutschen Organisation oder in ihrer genialen Führung, sondern vor allem darin, daß die Deutschen sich selbst in die Bresche stellen, wo Tod und Gefahr am größten sind, und das Gleiche ist der Fall, wo es gilt, erst einmal Bresche zu schlagen. Auch jetzt in den Alpen kommt wieder der Kamerad wie früher, und hilft dem ebenbürtigen Bruder. Darin liegt das Geheimnis des ErfolgeS."

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Tie letzte Rettung.

Die italienischen nachgemusterten Jahresklassen 1874 bis 1899 werden zum 6. Dezember 1917 einbe­rufen. Die Mannschaften auS den besetzten Gebieten müssen sich spätestens am 12. Januar 1918 stellen.

Italiens Geheimdokument.

Auch Italien ist durch die russische Enthüllung der Geheimverträge aufs schwerste bloßgestellt. Die Verträgesichern" dem Banditen- und Treubruchkönig­reich alles, was sie wünschen. Sogar die weitere Kne­belung des päpstlichen Stuhles hoben die Engländer verbürgt. Artikel 15 dieses Geheimvertrages sagt:

Frankreich. England und Rußland übernehmen die Verpflichtung. Italien darin zu unterstützen, den Heiligen Stuhl daran zu hindern, irgendwelche diplo­matischen Schritte für die Erreichung eines Friedens­schlusses oder die Regelung von mit dem gegenwärtigen Kriege zusammenhängenden Fragen zu unternehmen "

Nun weiß man, warum die Entente auf die Papst­note nkcht geantwortet hat! Daß ihr Vertrag freilich etitmai an Die Oeffenillchkeit kommen könnte, haben oke Engländer, die sich sonst wie die Schmeißfliegen an den Vatikan heranzumachen suchten und verstan­den, wohl nicht geträumt; denn derartiges wirkt doch aus Jahrzehnte nach.

Neger als Offiziere.

Nicht nur die Indianer wollen nach Europa, um gegen Deutschland zu kämpfen, sondern auch eine große Anzahl von Negern haben sich als Soldaten anwerben lassen und sich bereit erklärt, für die ..Ehre der Ver­einigten Staaten" gegen die Deutschen zu kämpfen. An ihrer Spitze steht der Oberst Charles Aoung, ein Neger, aber, wie die amerikanischen Zeitungen mel­den, wird er nicht der einzige ..farbige Offizier" in der Armee der Vereinigten Staaten, die nach Europa geht, bleiben.

DieZierden" der gegnerischen Armeen werden immer interessanter.

Tie erschrockene Entente.

Nach Petersburger Telegrammen bieten die Bot­schafter der Entente alles aus, um in letzter Stunde die Petersburger Friedensschritte zu verhindern. Sie ließen ihren Protest in Millionen von Exem­plaren drucken und versuchen, ihn an der Front zu verteilen. Der Rat der Volkskommissare gibt darum letzt bekannt, daß er hierin eine ungehörige Ein­mischung in Rußlands inneres Leben erblickt. Auch nichtbolschewistische Blätter verurteilen die Einmischung schär fstens.

Nowaja Shisn" meint, England vergase, was Rußland dergemeinsamen Sache" geopfert habe und was es jetzt dafür leidet. Das Blatt sagt weiter:

Die Engländer drohen bereits offen mit einem japanischen Angriff, doch glaubt daran kein Unterrichteter. Amerika könnte dann nicht ruhig Zu­sehen, diese Spannung erkläre auch Amerikas Zurück- Ihaltung von den Schritten der Verbündeten.

Unser Gegenstoß bei Eambrai.

Wie in Flandern, scheiterten auch auf dem Schlachtfelde von Eambrai abendliche feindliche An­griffe, die nach stärkster Feuervorbereitung gegen die Linie Jnchy und Boureon angesetzt waren. Desgleichen brach ein starker englischer Angriff bei La Vaequerie blutig zusammen. Der im Gegenstoß geworfene Feind erlitt in unserem Verfolgungsfeuer weitere schwere Verluste. Außer den gemeldeten 6000 Gefangenen und 100 Geschützen verloren die Engländer seit dem 80. November noch über 100 Maschinenge­wehre. Bei der Wiedereinnahme von Masnieres wur- drn i Ssfiziere und S4S Mann eingebracht. Unter

den Offizieren befindet sich auch ein Regimentskom­mandeur. Bei dem Gegeustoß in Gegend La Vacque- ne, wo dem Gegner 9 Geschütze und 18 Maschinen­gewehre abgenommen wurden, griffen unsere Sturm­flieger wiederholt aus niedrigen Höhen in den End­kampf ein.

Banditos Rache für die Niederlage.

DerZürcher Tagesanzeiger" meldet aus Lugano, daß in den letzten Tagen Massettsiisilieruugen italieni­scher Offiziere und Soldaten in den oberitalienischen Städten durch französische (natürlich! Eigene Hen­kersknechte hatten die Italiener selbst unter der ver­brecherischen Feldgendarmerie nicht mehr!) Soldaten stattfanden. Nach dem Tessiner BlattePopolo e Li­beria" wird berichtet, daß nicht nur in Mailand, son­dern auch in Monza, Bologna und anderen Städten italienische Offiziere und Soldaten wegen Feigheit (!!) vor dem Feinde erschossen wurden.

Politische Rundschau.

Berlin, 3. Dezember.

Der vorübergehende erste Staatssekretär des neuen ReichSwirtschaftSamts, Dr. Schwander, hat in Straßburg den Gemeinderctt in einer Ansprache feierlich begrüßt. Dr. Schwander hat danach einen kürzeren Urlaub ange­treten und wird erst Mitte Dezember die Bürgermeister- geschäfre wieder übernehmen.

* * *

:: In der Landtagsersatzwaht in Breslau wurde anstelle des verstorbenen Abgeordneten Dr. Ehlers der Stadtverordnete Kaufmann Wolf-Breslau (Vp.) ohne Gegenkandidat gewählt.

:: Tie Wahirechtödebattc im preußischen Abgeord- netenhause wird am Mittwoch vom Reichskanzler und Preußischen Ministerpräsidenten Grafen Hortung per­sönlich durch eine Rede eiugeleitet werden, mit der sich Gras Hertling zugleich dem Hause in seinem neuen Amte vorstellen wird. In parlamentarischen Kreisen verlautet, nach der linksliberalenVoss. Ztg.", daß die Konservativen dem gleichen Wahlrecht die schärfste Opposition machen, und zu dessen Ver­hinderung einen 'Antrag auf Einführung des Berufs- ständische n Wahlrechts stellen wollen. Das genannte Blatt vermutet dahinter Verschleppungsabsichten. Es schreibt: ..Wohin dieser konservative Alttrag zielt, wird ganz klar, wenn man sich erinnert, daß sogar in den während des Sommers geführten Verhandlungen zwi­schen den Konservativen und dem danlaligen Minister des Innern Herrn v. Loebell, über die Wahlreform die Konservativen keineswegs an ein berussständisches, sondern nur an ein Pluralwahlrecht dachten. Die Annahme des konservativen Antrages könnte nur da­zu führen, daß neue, und zwar endlose Erhe­bungen angestellt werden müßten, wodurch die Reform überhaupt ganz ins Ungewisse verschleppt werden würde. Jedenfalls wird der parlamentarische Kampf um die Waylreform mit großer Heftigkeit entbrennen."

:: Fürst v. Bülow stattete dem Reichskanzler Grafen Hertling. seinem 3. Nachfolger. einen Besuch ab und hatte der dieser Gelegenheit mit ihm eine längere Aussprache über die politischen Fragen.

:: HattSbesitzerkammcrn wurden in einer in Berlin abgehaltenen Massenversammlung von Hausbesitzern verlangt, um damit eine Entsendung von Vertretern ins preußische Herrenhaus nach der Neu-Ordnung zu ermöglichen.

:: Ter Larrsesausschuß der preußischen Zentrum»- parter hat in seiner letzten Sitzung als neue Mit­glieder zugewählt den Justizminister Tr. Spahn, den Generalsekretär Stegerwald, Mitglied des Herren­hauses, und Kommerzienrat M ü l l er -Hobert (Mün­chen-Gladbach), Vorsitzenden des rheinischen Jndustrie- komitees. Mit den beiden letztgenannten Herren tritt je ein Vertreter der Arbeiterschaft und der Industrie in den Landesausschuß ein.

Das Zentrum des preußischen Abgeordnetenhauses hat einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, beim Bundesrat dahin zu wirken, daß bei der Regelung der Uebergangswirtschaft folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:

1. weitgehende Heranziehung des Handels, seiner Fähigkeitc.i und sachlichen Erfahrungen sowie besonders seiner Lrganisarion für die Rohstoffversorgung während der UeberganSzeit, wobei:

3) Einkauf, Einfuhr und Verteilung der auslän­dischen Rohstoffe durch sachkundige Kreise (Einkaufs- und Vertetlungsgesellfchafteni unter staatlicher Aufsicht er­folgen sollen,

b) s a ch v e r st ä n d i g e Personen auS gewerblichen Organisationen und Gewerkschaftskreisen zur Mitwirkung bei den gesamten Vorarbeiten zur organisatorischen Um­schaltung deS WirlschaftSgetriebeS heranzuziehen sind und

e) eine durchgreifende Kontrolle der P r e i s b i l - d u u g für die Dauer der Uebergangswirtschaft durch Mit­wirkung von Vertretern beruflicher Organisationen der Erzeuger, de» Handels und der Verbraucher zu sichern ist;.

2. rasche und gleichmäßige Abgabe der bei Kriegs­ende noch im Besitze der Heeresverwaltung befindlichen Vor­räte an Rohstoffen, Material und Maschinen zu mög­lichst billigen Preisen an Handwerk. Baugewerbe und In­dustrie ohne Gründung neuer Kriegsgesellschaften, wobei in erster Linie soweit als möglich durch den Krieg ge­schädigte Handwerker und Gewerbetreibende zu berücksich­tigen sind:

8. Förderung der Errichtung von H y p o t h e k e n schutz­banken und Nutzbarmachung der Mittel der öffentlichen Sparkassen und BerufSgenossenschaften zur Wiederbelebung der Bautätigkeit nach dem Kriege, namentlich durch Her­gabe zweitstelliger Hypotheken und Bauvarlehen zu mög­lichst günstigen Berzinsuugs- und Tilgungsbedtugungen.

4 Unterstützung der durch den Krieg oder kriegs­wirtschaftliche Maßnahmen besonders hart betroffenen mitt­leren und kleineren Gewerbebetriebe durch vor­zugsweise Zuweisung von Rohstoffen und öffentlichen Ar­beiten, besonders an die genossenschaftlichen Organisationen:

5. Anerkennung der den Revisionsverbänden angeschlos­senen R o h st o f f g e n o s s e n sch a st e n als Großhändler ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt ihrer Gründung."

In demselben Zentrumsantrage wird die Regie­rung des weiteren aufgefordert, das Tätigkeitsgebiet der KrieAshilsskassen dah-m Zu erweitern, daZ

deren Mittel auch Nichtkriegsteilnehmern. namenilich Angehörigen des gewerblichen Mittelstandes, zugute kommen, die durch die Kriegswirkungen eine schwere wirtschaftliche Schädigung erlitten haben.

Aus aller Welt.

** NeueSelbstversorgung". Durch ein belausch­tes Wirtshausgespräch erhielt man Kunde von einem neuen Trick wendländischer Selbstversorger. Sie sol­len s i ch nämlich s e l o ft bestehlen, damit sie Er­laubnis zum Schlachten von Schweinen bekommen, und das angeblich gestohlene Gut ersetzen können. Merk­würdig ist jedenfalls, daß dort in letzter Zeit auffal­lend viel Diebstähle an Fleisch, Wurst usw. vorgekom- men sind, ohne daß es möglich war, eine Spur der Diebe zu finden.

** Eine Köpeuickiade in Warschau machte ein fal­scher^ Kriminalbeamter bei einer polnischen Bank in Warschau. Der Schwindler, der bürgerliche Kleidung trug, stellte sich zwei Landsturmmännern als Krimi­nalbeamter vor. wies sich ihnen mit einem gefälschten Schreiben auö und forderte sie auf, ihn zu der Bank ' zu begleiten, wo er dienstlich zu tun habe. Der Bank- .. Verwaltung, der er wieder sein Schreiben vorlegte, > schwindelte er den Auftrag vvr, den Kassenbestand vor- ' läufig zu beschlagnahmen und mitzunehmen, um zu prüfen, ob sich darunter falsches Geld besinde. Die Kassenverwaltung, die von der Fälschung des Aus­weises keine Ahnung haben konnte und um so weniger an einen Schwindel dachte, als der angebliche Krimi­nalbeamte die Landsturmmänner zu seiner Verfügung hatte, händigte 45 000 Mark aus in der Erwartung. > daß sie sie bald wtedererhalten werde. Erst Nachtrag- ' ltch mußte sie sich überzeugen, daß sie einem Gauner in die Hände gefallen war.

** 24 Bahnaugestellte wegen Güterdiebstahls ver­haftet. Tie Eisenbahndirektion hat jetzt scharfe Maß­nahmen ergriffen, um den fortgesetzten Güterdieb­stählen ein Ende zu bereiten. Nachdem in den letzten Tagen in Magdeburg und Hannover eine Anzahl Eisenbahner wegen Güterdiebstahls verhaftet worden sind, greift inan jetzt auch in Berlin durch. Auf einem Güierbahnhof' wurden abermals 24 Personen. AuS- helfer und Bahnarbeiter aller Art. die umfangreiche Diebstähle verübt hatten, verhaftet. Bei allen wurde in ihren Wohnungen noch Diebesbeute gefunden. Ein Hilfsrangierer hatte hinter einer dünnen Rabitzwand SO Kisten Zigarren versteckt. In das Strafverfahren sind auch noch andere Personen, die braven Hehler, verwickelt, die vorläufig auf freiem Fuße blieben.

* t;: Was kosten die Weihnachtsbünme? Augenblick­lich kaufen die Händler im Vogelsberg (Hessen) die Weihnacht^bäume auf. Um allen Preistreibereien von Vornherten die Spitze zu bieten, haben die Ober- sörstereten sogenannte Richtpreise festgesetzt. ES wer­den abgegeben Bäumchen bis zu 1 Meter Höhe mit 30 Pfennrgen, von 13 Nietern Höhe mit 60 Pfen­nigen und mehr als 3 Metern Höhe mit 1,60 Mk. das Stück Gegen die Vorjahre sind die Preise wohl m die Höhe gegangen und sichern den Forstbetrieben eure schöne Einnahme: aber man kann nun mit Recht gespannt sein, welche Preise die Städter in diesem Jahr für ihren Weihnachtsbaum anlegen müssen.

** Eine Schafherde ertrunken. Die bei Schül- perfiet an der Westküste Holsteins belegene sogen. Grüne Insel, aus der 180 Schafe der Hirten Kruse-Wessel- burenerkoog und Holst-Strübbel weideten, wurde von einet Flutwelle überschwemmt, so daß alle Tiere er­trunken sind. Küstenbewohner haben viele Schafe aus dem Wasser geholt, um sie noch nutzbringend zu ,ver­werten.

** Opfer einer Mine. In der Gegend von Aarö- sund ist der in Sunderburg beheimatete Schiffer Nts Nielsen, der mit seinem neuerstandenen Schiff die erste Reise von Helsingborg nach Lübeck machte, in ein Minenfeld geraten. Schiff und Ladung sind verloren. Tie an Bord befindliche Frau und iyr kleines Kind sowle der Steuermann fanden den Tod. Nielsen selbst wurde gerettet und nach einem Hamburger Lazarett gebracht.

** Wo bleiben die Walnüsse? Von der sehr guten Walnußernte ist im hessischen Kreise Büdingen von den Kreisbewohnern dem Kreisamte so gut wie gar nichts abgeliesert morden. Ter Kreisausschuß erhebt nun gegen dieSäumigen" Strafantrag, wenn sie nicht sofort ihren Ernteertrag anmelden bzw. abgeben. Es wird kaum noch eine Nuß abgeliefert werden können, da wohl der weitaus größte Ertrag der Nutzernte im Wege des Schleichhandels um weit höhere Sum­men, als sie die Abnahmestellen bezahlen, verkauft worden ist.

Kleine Äriegsnachrichten.

* Im Hause Luisenstraße 5 in L a n g f u h r bei Danzig hatte eine Frau Jlisch drei Kinder von 3 bis 6 Jahren allein zurückgelassen, um eine Älufwartestelle zu versehen. Die Kinder haben dann wohl mit Streichhölzern gespielt und einen Brand hervorgerufen. Die Feuerwehr konnte die Kinder nur als Leichen bergen.

* Der Landwirt Matthias Verhülsdonk, der jetzt in Benz bei Lübeck wohnt, erhielt ans dem Großen Haupt­quartier ein Kaiserbild in Rahmen mit einem ehrenden Kaiserschreibeu. Seine sämtlichen elf Söh ne sind im Kriege befördert worden. Ein Sohn ist in den Kämpfen an der Westfront gefallen.

* Dak Grubenunglück in Alsdorf, das auf der Grube Anna durch Verqualmung mehrere Stollen ent­stand, forderte bis jetzt 27 Tote. 31 Bergleute werden noch vermißt.

* Bei dem Straßenbah nunglück in Reckling­hausen, wobei zwei Wagen mit MuntrionSarbeiterinnen umstürzten, sind zwei Frauen und zwei jugendliche Ar­beiter getötet worden. Die Ursache des Unglücks ist wahr­scheinlich im Versagen der Bremsvorrichtung zu suchen.

* Volkshäuser als Denkmäler-Ersatz werden von neuem in Berlin von einem, überwiegend von sozialisti­scher Seite geleiteten Volkshausbunde verlangt.

" Der Berliner Magistrat bietet den Bäckern für leben Fall, in dem sie den Inhaber einer gefälschten Brotkarte polizeilich seststellen lassen, so daß er ge­richtlich bestraft wird, eine Belohnung von Z0 KhUk,