Ausgabe 
30.10.1917
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

ben

^ ein

\ bO «jt ' \ °°tz b er f l'ap.Wrf re das eJi

Bezugspreis 50 pfg. monatlich

vierteljährlich 1,50Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint ^leßen. Mittwochs und Samstags. Redaktionsschlutz

früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verla- tzerGießener Zeit««-", Gienen. --

Expedition : Südanlage 21

(Vieftener Tagehlatt)

anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärlS 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grvhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlungr- zieleS (30 Taaei, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

Druck der Gictzener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Nr. SS.

Telephon Nr. 362.

.N 6 ,

&****

' *" Wn, daß

® °hn- brauchbar-!

Z» Sunftcn ci nes ic ^ das Aind eine

raten.

Äelstandes unt> des

;es durch Uebeu

Drtsgewerbevereiu

ichrrungsleiftungen

chastsverficherunger

Lrseru schicke«,

» können glaubt.

MO.)

Dienstag, dep 30. Oktober 1917.

Telephon 4tr. 302.

30. Jahrg.

GewaLnge Ausdehnung des großen Sieges am Jsonzo; die Sieger vor Udine.

Cividale und Görz genommen.

Ueber 100000 Gefangene eingebracht und über 700 Geschütze erobert.

aggonladungen und Weinet; in zu den höchsten Preisei

H, Salier

1*1

Zum 31. Oktober 1917.

Von Kurt Ziese nitz.

Nun steig empor, du Jubelfest des Glaubens,

Wie es die Welt noch nie gesehen!

Zum erstenmal in der Geschichte,

Vermählest du, 0 einunddreißigster Oktober,

Umbrüllt von Donner der Geschütze,

Umheult von berstenden Granaten,

Den Sang der Glocken mit dem Klang des Krieges.

So grüßte dich noch kein Geschlecht,

Wie wir dich grüßen, großer Luther!

Vierhundert Jahre nennt dein Deutschland deinen Namen, Vierhundert Jahre beugt sich vor dir eine Welt,

Die Welt des Geistes, die du uns erschlossen Aus Kraft und Trotz, aus Demut und Vertrauen,

Die Welt des Glaubens an uns selbst und Gott.

Im Gluteubrande dieses Krieges Bestand dein Geist die Feuerprobe.

Wie eine Lohe schlug dein Lied zum Himmel,

Als uns die Feinde rings umstellt,

Dein Lied, das alle, alle einte:

Ein feste Burg ist unser Gott!

In deinem Geiste, großer Luther,

Ward Deutschland, unser Deutschland, eins.

So laßt am Jubelfest des Glaubens,

Wie es die Welt noch nie gesehen,

Das Trutzlied deutscher Einheit klingen!

Das ganze Deutschland stimm es an:

Ein einig Volk von Brüdern!

Die Glocken schwingt! Laßt die Kanonen dröhnen!

Und singt und singt in dieses große Tönen:

Und ob die Welt voll Teufel war,

Und wollt uns gar verschlingen,

So fürchten wir uns nicht so sehr,

ES muß uns doch gelingen!

Micbt deutfebe Cagesbericbie.

lvtb.

ebote nach Heidelberg. Haiip! sse 36, Telephon 1194 erbeten

Flöhe, Läuse Schwaben etc.

tilgt unter schriftl. GarM

litt Uli lvtb. Großes Hauptquartier, 27. Okt. 1917.

viy Westlicher Kriegs sch auplatz.

lreichspatentamtlich geschBl Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Z-Fl.M. 12 -. *>kg$U' Die Franzosen und Engländer setzten gestern tags- >, 0 -Fl. 3.25. per auf dem Kampffelde in der Mitte der flandrischen

Fabrikant .und > 'W c Aont von neuem starke Kräfte ein, um die (Schlackst- Laboraton «Weidling zu suchen. Der Erfolg blieb unser; vergeb-

th hoben die feindlichen Divisionen sich in unserer Ab'

- ^ehrzone verblutet. Gesteigerte Artilleciewirkung lag

^ , ns dem Kampfgelände, ehe der Feind zum Angriff

Mf Hinter der sich vorwärtsschiebenden Feuerwalze

^ v /4/ rachen seine Sturmtruppen vor. Nördlich von Bix-

Konditoreien HMe gelangten die Franzosen bis Bultehoek; von

e m

«RÜ5

für größte

Bezirke

urt warf sie unser Gegenstoß ins Trichterfeld zurück, livischen der Straße Klekm-Poelcopelle und der Bahn feM. äoulcrs Ipern dlangen in wiederholtem Ansturm die ^ bevorzugt- Ägländec vor. Nach hin und herwogenden Kämpfen, Fachman ^ 52351 ^ westlich von Passchendaele besonders erbittert waren, ^eboie untgr g|| te fjH fc ec Feind mit wenigen Trichterlinien Vor Vincr Ausgangsstellung begnügen. Abgesehen vom »j »Mptangriff wurden mehrere englische Divisionen gegen

«lece Front von Vecalaeie bis südlich Gheluvelt vor-

Z!ve

Anfänglich brachen sie in den Park von Paezel-

~-.uftion ü£> n ÄLcef und in Gh'-luvelt ein, doch wurde der Feind durch ^.Maschinen u^Mseren kraftvollen Gegenangriff bald wieder über die rin ferner^ cr 9^ ^ l u 7^a^^) ir ^ tc Linie zurückgewoifen. Die Teilangciffe dauerten

^Zerkleinerung^'El.

in die Nacht an; das starke Feuer ließ nur vor-

sucht- -2BilbFe^MHchend nach. Truppen aus allen Teilen des Reiches ^stLebeus 'nd,..^ u Laben ruhmvollen Anteil an dem für uns günstigen «Mgang des Schlachttages.

mE'Ä"«udÄ« 5li Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

wenigen Abschnitten am Oise - Aisne-Kanal der Artilleriekampf größere Stärke an; feindliche Infanterie vcrsuchte gegen Abind vergeblich an mehreren ellm auf dem Norduier des Kanals Fuß zu fassen. Jj der Champagne und an der Maas steigerte sich ' Musarbeit,Ist üfachdieFeuertätigkeit in Verbindung mit AufklärunngS- rfeft/ 2'Mesechten. Auf dem

c!"ch erM

Allein

4t ( V

mi\^ 6¥an

inb an der

Oestlicheu Kriegsschauplatz

Mazedonischen Front ist die Lage unverändert.

Italienische Front:

Die unter persönlicher Oberleitung Seiner aposto­lischen Majestät des Kaisers Karl von Oesterreich, König von Ungarn, vorbereitete Operation gegen die Haupt­macht der italienischen Armee reift unter der Mttwir kung^der unvergleichlichen Stoßkraft deutscher Truppen, die Schulter an Schulter mit ihren tapferen Waffen- brüdern am Jsonzo in den Kampf traten, einem großen Erfolge entgegen. Die zweite italienische Armee ist ge­schlagen. Durch gutes Wetter begünstigt drangen über die Höhen und durch die Täler, vielfach zähen Wider­stand des Feindes brechend, deutsche und österreichisch­ungarische Divisionen unaufhaltsam vor. Der scharf- gratige Höhenrücken des Stol wurde von der k. u. k. 2. Schützendivision genommen. Der 1641 Meter hohe, statt befestigte Gipst.! d.s Mt. Matajour fiel schon am 25. Oktober, 7 Uhr vonniltags, 23 Stunden nach Be­ginn unserer Angriffe, bei Tolmein durch die hervor­ragende Tatkraft des Leutnants Schnieder, der mit 4 Kompagnien des oberschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 63 den starken italienischen Grenzstützpunkt stürmte Die Kampf- und Marschleistungen aller Truppen, die durch die Vorwerke der Julischen Alpen der italienischen Ebene zuströmen, sind über jedes Lob erhaben Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 60000, die der er­beuteten Geschütze auf 450 erhöht. Unübersehbares Kriegsgerät muß aus den genommenen Stellungen der Italiener noch geborgen werden. 26 feindliche Flug­zeuge sind in din beiden letzten Tagen abgeschossen worden. Die italienische Jsonzofront wankt bis zur Wippach; auf der Kaisthochfläche hält sich der Gegner.

Der Erste Genecalquartiermeister : Ludendorff.

*

Berlin, 27. Okt., abends. In Flandern heftige Artillerietätigkcit. Am Südwestrond des Houthoulster Waldes örtliche Jnfanteriekämpfe. Am Oise-Aisne- Kanal nichts Neues. Im Osten keine größeren Kampfhandlungen. An der italienischen Front auch heute gute Fortschritte. Die Gefangenenzahl von 60000 ist um einige wertere Tausend gestiegen, die Zahl der erbeuteten GZchütze hat sich auf mehr als 500 erhöht.

«

Berlin, 27. Okt. Im Aecmelkanal und in der Nordsee wurden durch unsere U Boote wiederum 18800 Bruttoregistertonnen versenkt. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich 2 m ttelgroße bewaffnete eng­lische Dampfer, ferner der bewaffnete italienische Damp­ferGemma" (3111 Tonnen) und der englische Segler Eldra". Außerdem wurde ein tiefgeladener Dampfer torpediert, der jedoch schwer beschädigt eingeschleppt wer­den konnte.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

wbt. GcoßesHauptquartier, 28. Okt. 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In Flandern war die Feuectätigkeit längs der User-Niederung wiederum stäiker als früher, insbeson dere bei Dixmude. Zwischen Blankaart See und der Straße Menin-Apern schwoll der 'Actilleriekampf zeit­weilig zu großer Heftigkeit an. Morgens griff der Feind an der flachen Einbcuchsstelle südwestlich des Houthoulster.Waldes erneut an, ohne größere Vorteile als am Vortage zu erzielen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Oise-Aisne-Kanal verstärkte sich die Feuer­tätigkeit bei Branrourt und Anizy le Chateau. Nach­mittags stießen starke französische Kräfte tiefgegltedert am Eh'min des-Dames östlich von Filain^und nord westlich von Bcoye gegen unsere Linien vor. Sie wurden überall blutig abgewicsen. Bei Sonain, Tahure und Le Mesnil in der Champagne führten unsere Stoßtrupps erfolgreiche Unternehmungen durch. Auf dem östlichen Maasufer unterhielten die Franzosen starkes Feuer auf die von uns im Ehaume-Wald kürzlich gewonnenen Gräben.

Auf dem

Oestlichen Kriegsschauplatz

und an der

Mazedonischen Front keine größeren Kampfhandlungen.

Italienische Front:

Die schnelle Weitersührung des gemeinsamen An» griffS am Jsonzo brachte auch gestern volle Erfolge.

Italienische Kräfte, die unseren Divisionen den Aus- tritt aus dem Gebirge zu verwehren suchten, wurden in kraftvollem Stoß zutückgcworfen. Abends drangen deutsche Truppen in das brennende Cividale, die erste Stadt in der Ebene, ein. Die Front der Italiener bis zum Adciatischen Meer ist ins Wanken gekommen. Auf der ganzen Linie sind unsere Korps im Nachdrängen.

Görz, die in den Jsonzoschlachten vielumkämpfte Stadt, ist heute früh von östecreichisch-ungartschen Divi­sionen genommen worden. Die Zahl der Gefaitgenen ist auf mehr als 80000 gestiegen, die Zahl der Geschütze hat sich auf mehr als 600 erhöht.

Der Erste Generalguarttermeister: Ludendorff.

*

Berlin, 28. Okt., abends. In Flandern lebhafte Feuertätigkeit bei Dixmuden und am Houthoulster Wald.

Am Oise-Aisne-Kanal bei Filain örtliche Kämpfe.

Im Osten nicht wesentliches. Die ttalienische zwei­te und dritte Armee sind im Rückzüge nach Westen. Unsere Verfolgung ist vom Gebirge bis zum Meere im schnellen Fortschretten. An Gefangenen sind bis jetzt 100000, an Geschützen über 700 gezählt.

m

nördlich Ostende.

Berlin, 28. Okt. Nördlich Ostende kreuzende leich­te Stceitkräfte des Gegners wurden am 27. Oktober nachmittags gleichzeitig von unseren Torpedobooten mit Artillerie und einer großen Zahl von Flugzeugen mit Bomben angegriffen. Obwohl der Feind beschleunigt nach Westen abmarschierte, wurden ihm mehrere Treffer beigebcacht. Die eigenen Streitkräfte sind unbeschädigt zurückgekehrt.

Der Chef des Admicalstabes der Marine.

»

Neue U-öootbeute.

Berlin, 28. Okt. An der englischen Westküste wurden durch unsere U-Boote wiederum 6 Dampfer ver­senkt.

Der Chef des Admicalstabes der Marine.

m

wbt. Großes H auptq u art ier, 29. Okt. 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Dunst und Nebel schränkten in Flandern die Kamps- tättgkeit ein. Trotzdem war längs der Äser das Feuer lebhaft. Es erreichte besonders bei Bi^muidc nachts große Heftigkeit. Vorstöße feindlicher Abteilungen nördlich der Stadt scheiterten. Zwischen dem Hout- houlstec Walde und der Lys belegte der Gegner unsere Kampfzone mit einzelnen starken Feuerwellen. Englische Infanterie, hinter Trommelfeuer und Rauchgcanaten vorgehend, griff nördlich der Bahn Voesinghe-Staden an. In uuserec Abwehrwirkung brachen die Sturm- wellen zusammen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin der Dames stürmten starke französi­sche Kräfte nach heftiger Artillerievorbereitung zweimal bei Braye an. Von unserem Feuer, an etnzelnen Stellen durch Gegenstoß unserer Grabcnbesatzung ge­faßt, mußte der Feind zurückweichen; ec hatte schwere Verluste und ließ Gefangene in unserer Hand.

Bei den anderen Armeen nur stellenweise auslebende Gefechtstätigkeit.

»

Seit dem 22. 10. verloren die Gegner durch Luft- kampf und Abwehrfeuer 48 Flugzeuge, davon 3 im Heimatgebiet. Leutnant Müller schoß den 30. und 31., Leutnant von Bülow den 22. und 23. feindlichen Flieger ab.