Ausgabe 
20.9.1917
Seite
3
 
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ZU beendigen, indem sie

tcl gegen unsere lr-Boote gäbe. Tie Minen seien zu ihrer Bekämpfung ungenügend und die zu lr-Boots- Berfolgern umgcbauten Dampfer nicht schnell genug. Tic Luche nach U-Booten sei geradezu hoffnungslos, da man nichts sehe, selbst aber iunnrr gesehen werde. Ebenso könnten die Geräuschempsängcr wenig helfen. Tie als U-Boots-Zerstörer von Amerika gelieferten 500 Motorboote feien wertlos und die Wasserbomben ungenügend.

Tie bekannten Klagen über den Mannschastsman- gel und die schlechte Ausbildung des Besatzungsperso­nals dehnte der Kommandant auch auf die Geschütz­bedienung der Handelsdampfer aus, die nur eine ganz kurze Ausbildungszeit erhalte. Ten in England und einem Teil der englischen Presse so oft geforderten Eingriff der englischen Flotte auf Zeebrügge hält der Kommandant für ausgeschlossen, da es zu stark befestigt sei, ebensowenig glaubt er, daß die englische Flotte sich noch einmal zu einer Seeschlacht stellen wird. In den wirtschaftlichen Zuständen Englands merke man von Tag zu Tag mehr die Schäden, die die unbezwingbaren deutschen U-Boote durch die planmäßige Vergröße­rung der Frachtraumnot anrichten. Weizen sei knapp, auch an anderen Lebensmitteln, besonders an Zucker, fehle es. Die für England so wichtige Gru­benholz-Zufuhr sei so zurückgegangen, daß die fran­zösischen und schottischen Wälder gefällt werden müs­sen, um Ersatz zu schaffen.

Ter allgemeine Eindruck aus den Worten des Kommandanten ist der, daß Deutschland in der U- Boots-Wasse ein Mittel besitzt, das die Siegeszu­versicht der Engländer seit dem vorigen Jahr seh wesentlich herabgedrückt hat. Unsere Siegeszuversicht aber lüicD durch unsere U-Boot-Ersolge täglich weiter gestärkt, und unsere Hoffnung aus ein glückliches Ende täglich neu genährt. dk.

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23 000 Tonnen.

Im Atlantischen Ozean, Biseaya und in der Nord­see wurden durch unsere U-Boote wiederum 4 Dampfer und 1 Segler mit 23 000 Brutto-Negister-Tonnen ver­senkt, darunter den bewaffneten englischen Dantpfer Malda" (7884 Tonnen) undRoanoke" (3755 Tonnen) mit Stückgutladung, eine U-Bvotssalle in Gestalt eines Treimastschoners, der mit zwei Geschützen bewaffnet war und unter schwedischer Flagge fuhr. Vom Damp­ferRoanote" wurde der Kapitän gefangen genom­men

Zuversicht.

s tt.'Äootkriegcs. ootftieg auf alle Zweige ausübt, ift mit dein chen. Sicher und Mg. reibt der U-Bootkrieg egen. Weber !urz oder nmen.

über erfolgreiche Gegeii- verden nur zur Jrre- einung in den Staaten feindlichen Völker den lcht erfahren sollen und mng nicht darunter lei-

nung gelang es einein en Tainpser. welcher als iederzukämpfen und zu ein englifcher Seeosil- t und mit nach Teutsch- j über alle Fragen sehr cs leiu /tot*

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Mit grotzen^Schritten

zum Frieden.

Abg. Erzberger sehr hoffnungsvoll.

In seinem oberschwäbischen Wahlkreise hat der Reichstagsabgeordnete Erzberger über die politische Lage gesprochen. Er führte dabei u a. folgendes aus:

Tie Frievensrcfolulion des Reichstages habe bahn­brechend gewirkt für die große Weltfriedensmelle, die heute über Europa und die ganze Welt ergeht. Tie Stunde komme vielleicht sehr bald, wo man dein Reichstag dafür danken werde, daß er den Mut ge­sunden habe, diese Resolution zu beschließen. Sein Vorgehen im Hauptausschryse sei unabhängig nach allen Seiten erfolgt. Tie deutsche Antwort auf die Friedens­note des Papstes, die für die Annexionisten eine große Enttäuschung bedeute, sei gestern an den päpstlichen Nnntins in München übergeben worden, der sie durch einen besonderen Kurier des Heiligen Vaters nach Rom weitergeben werde. Ende dieser Woche werde in Rom und Berlin der Wortlaut dieser Note gleichzeitig ver­öffentlicht werden. Bis dahin müsse man Geduld haben und dürfe auch nicht glauben, was in den Zeitungen über die Antwortnote stehe.

Wir gehen," sagte Erzberger weiter,mit großen Schritten dem

gerechten, dauerhaften Frieden entgegen."

Mit Bestimmtheit erklärte Erzberger, daß der Welt­frieden. dem wir uns mit großen Schritten näherten, ausgebaut sein werde aus der Grundlage der Friedens­resolution der Reichstagsmehrheit vom 19. Juli. Schwierigkeiten biete allerdings die belgische Frage, aber auch sie könne im Rahmen der Mehrheitsresolution gelöst werden. Zum Schluß führte Erzberger aus, daß die Konturen des nach seiner Meinung bald kommenden Friedens sich bereits abheben und zwar im Ausbau des polnischen Staatswesens und insbesondere auch in einem unabhängigen Königreich Litauen, das ebenfalls im Entstehen sei unter Anschluß an Deutschland.

Tie belgische Frage.

Unter der Ueberschrift:Hat man verzichtet?"

schreibt dieDeutsche Tageszeitung":

Die Gerüchte, die Reichsregierung habe auf Ober­herrschaft und eine tatsächliche Kontrolle über Ge­biet und Bevölkerung des ehemaligen Königreiches Belgien verzichtet, nehmen immer bestimmtere Formen an. Es heißt, daß in der vergangenen Woche von den maßgebenden Faktoren ein dahingehender Beschluß in Gegenwart des Deutschen Kaisers gefaßt worden sei."

DieTageszeitung" verlangt von der Regierung eine unzweideutige Aufklärung über diese Gerüchte.

Dasonglische Friedensangebot" von dem neulich soviel die Rede war, ist nach der Deutschen Zeitung" eine Anftage Englands in Bezug auf Belgien, und sie soll von der deutschen Regierung mit der Erklärung, an diesem Lande nicht interessiert zu sein, beantwortet worden sein. /

AllgerneAre Kriegsrrachrtchten.

Artillerickampf auf der ganzen Westfront.

Am 16. September war bei günstiger Witterung der Artilleriekanrpf auf der ganzen Westfront rege. Im Ipernbogen steigerte sich das Feuer mehrfach zum Trommelfeuer; ebenso war es an der Küste stark. Am 17. September, Montag, morgens setzte um 5 Uhr 30 Min. östlich APern nochmals Trommelfeuer ein. ue Abwehrwirkung der deutschen Artillerie verur­sachte große Zerstörungen in den englischen Gräben und Batteriestellungen.

Mehrere gewaltige Explosionen wurden beobach­te^ so in der Nähe der Kirche von Langemarck und

nördlich Dpern. Bei Frezenberg explodierte ein Zant. Jnsanterieangriffe erfolgten nirgends. Dagegen wur­den deutscherseits mehrfach erfolgreiche Patrouillen­vorstöße gemacht, so südlich des Houthoulster Waldes, wo in erbitterten Kämpfen die deutschen Linien vor­geschoben wurden. Auch an mehreren anderen Stel­len der Front brachten Patrouillen Gefangene zurück.

Tie Flicgcrtätigkeit war vor allem am Abend des 16. September (Sonntag) außerordentlich rege. Ein englischer BaNon wurde im Luftkamps zerstört.

Im Artois gingen starke englische Patrouillen am 16. um zehn Uhr abends und am 17. September um ein Uhr ftüh gegen die deutschen Stellungen südöstlich Gavrelle und dei Roeux vor. Sie wurden im Gegenstoß zurückgeworsen. Ebenso wurden in der Gegend von Sr. Quentin feindliche Patrouilleuvor- stötze aus die deutschen Gräben von Aanteur bis Vendhuille abgewiesen. Bei Jtaneourt brachten die Deutschen bei Säuberung eines feindlichen Sappen­kopfes mehrere Gefangene ein.

Tie Franzosen hatten mit ihren Patrouillenvor­stößen keinen größeren Erfolg als die Engländer. An der Aisnesront wurden am Morgen des 16. frair- zösische Patrouillen südlich der Lamotte-germe abge­wiesen, wobei Gefangene in deutscher Hand blieben. Vor Verdun lebte beiderseits der Maas die Fcncr- Lütiglcit wieder auf. Die deutschen Batterien erziel­ten bei Bekämpfung der ftanzösischen Artillerie große Erfolge. In und hinter den französischen Stellun­gen wurden zahlreiche Explosionen und Brände beobachtet. Deutsche Geschwader belegten ftanzösische Bahnhöfe und Truppenuitterkünfte mit beobachte­tem guten^ Erfolg mit Bomben.

Im Osten versuchten die Russen an der Rigafront mehrfach vergeblich, die deutschen Stellungen zu­rückzudrängen.

An der übrigen Ostftont wie in Mazedonien kerne besonderen Ereignisse.

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Friedenskratvalle in Australien.

Tie Masse des australischen Volkes muß jetzt dafür büßen, daß die gewissenlose Regierung das Land in den Krieg hineingezogen hat. Schwere Teuerung sucht das Land heim. Darauf ist jetzt die Volkswut zum Ausbruch gekommen. In den beiden südostaustralischen Städten Sidney und Melbourne waren die Ausschrei­tungen besonders schwerer Natur. In Sidney fanden große Demonstrationen, die teilweise von den austra­lischen Frauen ausgeführt wurden, statt. Eine gewal­tige Volksmenge plünderte Läden und griff schließlich die aufgebotene starke Polizeigewalt mit Waffen an. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. In Melbourne nahmen die Ausschreitungen ebenfalls be­trächtlichen Umfang an. Es fand eine Riesenkund­gebung gegen die weitere Kriegsbeteiligung Austra­liens statt. Tie Teilnehiner an der Demonstration verlangten die sofortige Rückführung der australi­schen Truppen, die gegenwärtig auf den asiatischen, aftikanischen und europäischen Kriegsschauplätzen ver­bluteten.

Hindenburgs Gcburtstagsbitte.

Aus manchem ersehe ich, daß man in freundlicher Gesinnung besonderen Anteil an meinem bevorstehenden 70 jährigen Geburtstag nehmen will. Ich bitte, von allen Festlichkeiten und Glückwünschen, die mir zuge­dacht werden, Abstand zu nehmen. Unser aller Zeit ist zu ernst für Feste, meine Zeit zu sehr durch Arbeit in Anspruch genommen, um persönliche Glückwünsche entgegenzunehmen oder zu beantworten. Wer an mei­nem Geburtstage für Verwundete und Hinterbliebene sorgt, tn seinem Herzen das Gelübde zum zuversicht­lichen Durchhalten erneuert, und wer Kriegsanleihe zeichnet, macht mir die schönste Geburtstagsgabe.

Großes Hauptquartier, den 9. September 1917.

von Hindenburg, Generalfeldmarschall.

Sozialiftcn-Kongresse über Kongresse.

Aus Stockholm wird halbamtlich (parteiamt­lich) mitgeteilt, daß die russischen Delegierten aussagen, eine zweite Konferenz der Entente-So­zialisten werde in Petersburg abgehatten werden.

Tie eigentliche sozialistische Friedellskonferenz in Stockholm soU erst gegen Mitte Dezember einberusen werden. Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß' während der Weihnachtstage die Konferenz nicht statt- sinden könne und daß deshalb das Zustandekommen der Konferenz möglicherweise erst für Januar zu er­warten ist. Bis zum 1. Dezember werden dann alle Parteien die Fragebogen des niederländisch-skandina­vischen Komitees bearbeiten. Tie Verhundlungen des Komitees mit den russischen Delegierten des Sowjet dauern fort.

Wie Tommy behandelt wird.

Tie in England sehr populäre WochenschriftJohn Bull" bringt in ihrer Ausgabe vom 6. September einen aus Karachi (Indien) datierten Soldatenbries über die Fahrt des TruppentransportschiffesEm- preß of Britain" von Südafrika nach Indien. Auf dieser verhältnismäßig kurzen Fahrt zwischen Tur­ban nach Bombay starbenzehnSoldaten infolge der schlechten sanitären Bedingungen auf dem Schiffe und durch ärztliche Nachlässigkeit beim Impfen. Ter Brief lautet:

Wir schifften uns am 13. April auf derEm- preß of Britain" ein und fuhren acht Tage später

von Turban ab. Die Zustände auf dem Schiffe waren sehr schlecht. Wir zählten über 4000 Mann, dazii kamen noch die Offiziere und die Schiffsbesatzung, so daß es rund 5000 Mann waren. Während der acht ^-.age auf der Reede von Durban erklärte der Sa­nitätsoffizier das unter der Wasserlinie liegende tiefste >r-eck für unbewohnbar. Unser Oberst versuchte sein Möglichstes, um uns auf ein anderes Schiff hinüberbringen zu lassen. Aber die Hasenbehörden »veigerten sich. DaL ganze Schiff war in schmutzigem Zujtande und saß voll Ratten, Schwaben und an­derem Ungeziefer. Die Sache wird anschaulich, wenn ich erzähle, daß wir bei unserer Abfahrt eine Hem­deninspektion hatten, und daß sich bei 220 ooii beu 250 Mann, die meine Kompagnie zählte, Läuse fan­den. Bei den anderen Kompagnieii waren die Ver­hältnisse gerade so. Aber selbst dies schien auf die Sanitätsbehörden keinen Eindruck zu machen. Unser Eßgeschirr und unsere Becher saßen voll Rost. Ta das Schiss so stark mit Truppen belegt war, wurde der Wasservorrat knapp. Wir durften uns alle vier Tage einmal waschen. Das Wasser wurde dann für eine Stunde angedreht. Trinklvasser wurde in spär­lichen Rationen an jeden einzelnen Mann ausgeteilt. Zum Baden war für die Truppen ein mit Seewasser gefülltes Segeltuch an Teck ausgespannt, worin auch die Hunde gebadet wurden." Diese Skandalaffäre ist in England so lange wie möglich totgeschwiegen worden.

Einheit ansNieten nnd Stahl".

Beim Stapellauf des Großen KreuzersGraf Spee" auf der Danziger Schichauwerst sagte Groß­admiral Prinz Heinrich von Preußen in seiner Tauf­rede :

. . Aus Nieten und Stahlplatten zusammenge- siigt. Wenn diese Nieten und diese Platteir nicht ange- ftessen sind, dann trotzt ein solcher Bau den Stür­mern Sind aber faule Nieten und faule Platten dar­unter, so droht das Gebäude zu zertrümmern; eine Mahnung an rrns in der heutigen schweren Zeit. Nicht nur den Anwesenden, sondern dem ganzen deutschen Volke gelte sein Nus: Nietet zusammen, schweißt zu­sammen, aber zerpflückt nicht!"

2tmerikanischc Toppelzüngigkcit.

TieGermania" schreibt zu dem anrerikanischeu Treiben gegen Schweden:

Es verdient, festgestellt zu werden, daß die ame­rikanische Regierung und amerikanische Botschafter in der Zeit, als die Vereinigten Staaten noch ihre Neu­tralität betonten, selbst deutsche amtliche chifftierte Telegramme ihnen unbekannten Inhalts befördert haben. Damals hielten die Vereinigten Staaten dies nicht für einen Neutralitätsbruch; die Schweden haben mithin gar keinen Grund, sich jetzt selbst solchen Beden­ken hinzugeben."

Politische Rundschau.

:: Tie 16. Bcrtrctcrversammlnng des Khffhüttser- Bundes der deutschen Landes-Krregerverbände hat an den Kaiser, den Schutzherrn des Kyffhäuser-Bundes, folgendes Telegrainm geschickt:

In unwandelbarer Treue stehen auch im vier­ten Kriegsjahre die Landes-Kriegerverbände desKyff- Häuser-Bundes fest im Kampfe um des deutschen Vol­kes gutes Recht. Euer Kaiserlichen Majestät Führung unentwegt folgend, getreu dem Vorbilde der deut­schen Fürsten, in stolzem Vertrauen auf unsere un­vergleichliche Arniee und unsere stolze Flotte, wird der Kyjshäuser-Bund in zähem Durchhalten in der Heimat bis zum siegreichen Frieden nicht nachstehen seinen kämpfenden Kameraden an den Fronten zu Lande und aus den Meeren. Dies Gelöbnis deutscher Mannentreue legt der aus dem Kyffhäuser versam­melte Vertreter-Tag des Kysshäuser-Bundes in Er­neuerung des einst geschworenen Fahneneides an den Stufen des Kaiserlichen Thrones nieder."

Aus Mer Welt.

** Ter Segen des Hamfterfanges. Den schädlichen kleinen Vierbeinern, den richtigen Hainstern, die auf unseren Fluren viel Schaden stiften, ist ein als Hamsterfänger bekannter Erfurter Arbeiter mit gro­ßem Erfolg aus den Fersen. Auf einer ausgedehnten Flur bei Ingersleben und Neudietendorf ist ihm allein das Recht des Hamsterfanges eingeräumt. Hier fing er im Laufe dieses Sommers mehrere tausend Ham­ster. Daß auch diesesHandwerk" goldenen Boden hat, beweist folgende Rechnung: Für ein Hamsterfell werden 60 Pfennig bezahlt, und für das Fleisch eines Tieres geben Liebhaber 70 Pfennig: außerdem er­beutete der Hamsterfänger in den Vorratskammern der kleinen vierbeinigen Felddiebe nicht weniger als 30 Zentner ausgelesene Frucht.

** Warum die Bräuburschen keinen Dürft hatten. In einer Brauerei der Umgebung von Deggendorf fiel es dem Brauereibesitzer auf, daß seit Einführung des Dünnbiers die Bräuburschen ihr vertragsmäßiges Quantum von dem heutigen Bier nicht mehr holten. Bei einer Nachsuchung fand man, daß die munteren Braugesellen etwa 30 Fässer gutes, altes Bier auf die Seite geschafft hatten.

** Immer neue Pilzvergiftungen. Nach dem Ge­nüsse von altgewordenen, aber sonst eßbaren Pilzen starben in Wetzlar in der Familie Blech die Ehe- ftau und deren Nichte. In Flieden sind einer Pilzvergiftung zwei Kinder des Tagelöhners Joseph Müller erlegen. Ta der Fliedener Arzt im Felde steht, so konnte ärztliche Hilfe nicht ftüh genug herbeigeholt werden. In Westerhüsen erkrankten nach dem Ge­nuß von selbst gesuchten Pilzen eine Frau Schulze, deren Mann im Felde steht, ihre verheiratete Schwester mit Kind. Zuerst erlag das Kind den Leiden, dann Mutter und Tante.

Kleine Neuigkeiten.

* Sämtliche Königsberger Zeitungen erhöhen vom 1. Oktober ab den Bezugspreis.

* Im Streit erstochen hat in Nürnberg der Zu­hälter Johann Mehl seine Geliebte, die 32 jährige Proq stituierte Babette Lengenfelder.

* Tödlich verunglückt ist die 15 jährige Tochter des

Gutsbesitzers Nölle-Whing, als sie in Schwerte aus einem fahrenden Zug sprang. __ ^