Diktatur
„Historische Notwendigkeit".
Aber die Gelegenheit verpaßt.
Kornilosf sollte England- Einfluß und die Vier verbandSsache in Rußland retten. Aus ihn hatte John Bull gewettet, nachdem sich KerenKi als unfähig erwiesen hatte, Ruhe und Ordnung und damit die Widerstandsfähigkeit de- Heeres wiederherzustellcu Und nun hat es sich doch gezeigt, daß die Revolu- tionSgeifter, die man seinerzeit leichten Herzens nach Rußland rief, doch stacker sind, als ihre Pstegev^cr die Engländer, es sich oorgesteltt haden. itornit^rr
stand haben können, weil ihr die wirtschaftlichen Unterlagen fehlen.
Darum muß man sich auf weitere innerrnsf'sche /kämpfe und Reibereien gefaßt machen, die eine Wie- htung des russischen Bären zur alter: lrchleir einstweilen auSschliehen.
* s:s< 5 r
Aber man weiß nicht, was aus diesem He^en-
ls-'
kessel nicht noch alle- an Ueberraschungen auftrergen kann. ^
hat sich nicht durchzusetzen vermocht. Las russische Volk hat richtig erkannt, daß eine XütJtuc cen armen
Ucrenffie Pläne.
Zit Londoner ..Daily New-" melden, daß Kerenski die Kadetten (Freisinn um Mtljukow) augenblicklich oollstandtg auSge schaltet habe. Inzwischen sandte
Muschik vom Reuen in die Traufe dringen würde. Und darum hat eS Korniloff kein Berkrauen geschenkt mit nach wie vor sich an iterenff& gehalten Die Englän. der haben dieses Tiktatur-Spiel verloren. Es ist eine fcltfame Komödie. Die englische Diktatur rat natürlich, als fel sie an der ganzen Entwicklung unschuldig Aber der englischen Presse hatte man die Zügel bereits zu sehr gelockert, und so konnte ein konservatives englische- Blatt die Diktatur nach der Revolution bereits für eine ..bistorische Notwendigkeit" erklären. Daß diese sehr wahrscheinlich wieder zum alten Zarenregt- nient, aus jeden Fall aber zu einem keineswegs demo.
er drahtlose Telegramme an alle Ausschüsse des Arbeiter- und Loldatenrares an der Front. Boi
kratilchen Zustande geführt haben lvürde. daran dach- ten öle biederen Engländer natürlich nicht. Es ist auch
das wieder ein Beweis dafür, daß das ganze Gerede von dem demokratischen Eelbstbeftimmungsrecht der
!on einzelnen
Offizieren wurde der Versuch gemacht, diese Telegramme an den drahtlosen Stationen der Front bei der An kunfr ausznhairen und zu unterschlagen, was offenbar nicht in ausreichendem Maße gelungen ist. In diesen Telegrammen wurde die Lage Rußlands dargelegt und 7 ? zeigte sich, daß die Frontausschüsse der Arbeiter- und Soldarenräre ein wirksames Mittel wären, um an die Treue der Mannschaften und Offiziere zu appel- iieren. Die FrontauSschüsse suchten mm auch mit den Truppenteilen Fühlung zu erhalten, die Jtorniloff Gefolgschaft leisteten. Wenn nian dem am Gegenteil inter- essierten Korresvondenten der ..Daily News" glauben darf, sind diese Truppen bereits soweit, daß s!e Kor- niloff als Verräter bezeichnen.
et**,
sehe,
tbeiilV
55 Ä> '
riE ichleHe
S&S"
s 0 nt für
Völker nur ein unwahres Getue ist. bestimmt, die Völ- geaen Deutschland aufzuhctzen.
Tie Situation hat nun eine für England unzweifel-
hast unangenehme Verschiebung mit sich gebracht. Ter jetzige Ministerpräsident Kerenskt. den man jetzt wohl uls Inhaber regelrechter Dikta,ormacht ansehen muß.
müßte natürlich ein Engel sein, wenn er angesichts dieser offenkundigen englischen Quertreibereien gegen
seine .Herrschaft nicht bis an den Hals gegenüber allen chen Lieber'
englischen LiebeSbemühungen. die natürlich sofort wie der etnsetzen werden, zugeknöpft wäre.
Einen schwereren Stand als bisher hat England also ln Zukunft sicher bei den Russen. Leider aber scheint es. daß die Engländer an dem Kerenskt ein ungewöhnlich brauchbares Objekt ihrer Beeinflussung gefunden haben Der Mann lst offenbar überzeugt, daß Rußlands Heil bei der Entente liege, und handelt danach. Und das ist für uns die unangenehme Seite der Entwickelung. Korniloffs Steg wäre für uns
gefährlich geworden, weil er möglicherweise die russische Dampfwalze wieder flott gemacht hätte. Kerenski erstrebt dasselbe, aber auf den» Umwege über die Wie
dergeburt der Ruhe und Ordnung des Landes, und da» ist. wenn auch minder gefährlich, so doch recht unangenehm. Daß er mit diesen Bestrebungen während
unangenehm, er nur diesen Bestrebungen wahrend des Krieges einen durchgreifenden Erfolg haben könnte, ist sehr unwahrscheinlich. Aber er macht damit den
Engländern weitere Hoffnungen, und das bedeutet eine weitere Verschleppung der Entscheidung. Sobald England erkennt, daß es mit der russischen Unterstützung endgültig vorbei ist. wird es bis zum Kriegsende nur noch ein Schritt sein. Wenn der Brite aber noch die geringste Hoffnung hegen kann, daß ei.l anderer ihm die angebrannten Kastanien aus der Asche holen könnte, dann wird er
weiter ausbalten und hoffen und den Krieg weiter- l, fol
schleppen, solange noch ein Fünkchen Hoffnung möglich ist.
Der Angelpunkt der Friedenshoffnungen liegt
jedenfalls^ in Rußland, und darum find die dort kom
menden Dinge so außerordentlich wichtig für unS. Tort wird die Weltgeschichte ver kommenden Jahr
zehnte gemacht ltsl
Einstweilen hat Kerenski sich auf eine rein sozialistische Regierung eingerichtet. Die bürgerlichen Gruppen haben sich an die Wand stellen müssen, nachdem
sie durch das Techtelmechtel mit England und mit
- mim -
Korniloff gegen Kerenski sich mit den Sozialisten unheilbar überworsen haben. Eine solche sozialistische ReichSregternng wird auf die Tauer aber keinen Be-
Unsere Wohnung.
Bon vizeseldw. Luschnat in der .L KriegSztg.'
Wir haben eine herrliche Wohnung. Mancher Bataillons oder Regimenisstad könnte uns darum beneiden. Ee ist ein langer und breiter Keller, fast ein Saal, in einem noch ziemlich unversehrten Hause. Mindestens drei Meter Beton liegt oben auf. Wände und Wölbung sind mit roter Leinwand ausgeschlagen. In der Mitte des Räumet sieht eine schwere, eichene Tafel, umgeben von dochlednigen Stühlen. Ich als Rangältester und Hans- vaier habe einen grünen Plüschsessel als döchsteigcntüm- liche Sitzgelegenheit.
Jeder Schütze dal sein eigenes Bett mit Matratze. Kopfkissen, Laken und Steppdecke. Der Fußboden ist mit Linoleum auSgelegt. und auf dem Tisch prangt eine Wachstuchdecke.
«der unser Prachtstück ist das Klavier. Es ist zwar etwas verstimmt, jedoch wenn man schnell spielt und ordentlich die Pedale braucht, so merkt man eS kaum. Rebenon, wo die Injanteriebedeckung zu meinem Maschinengewehr liegt, steht außerdem noch ein Harmonium Da» g»dt eine Mustk. wenn die beiden Maschinen von sach. kundigen Händen in Betrieb gesetzt werden!
Ich kann leider nicht spielen. Ader ein paar Häuser — oder besser gesagt: Keller weiter liegt ein Unter- ossizier, der beinahe Lehrer geworden wäre, hätte sich der Krieg ihm nicht hindernd in den Weg gestellt Und der spielt natürlich Klavier.
Dann ist noch so ein junger Dachs da. der Harmonium spielt. Diese beiden kommen gegen Abend zuweilen her und gelen ein Konzert Sie haben Mark in de,i „Kochen das muß man ihnen lasten. Wenn sie richtig loStegen dann dröhnt unser Heldenschlajsaal. daß die Stühle wackeln und die Schläfer, die im Traum bei den Heimat- lichen Fleischtöpfen weiten, entsetzt hochfahren
Ihrc Auswahl ist reichhaltig: Soldatenlieder. Märsche. Stuoenlenlieder. Operettenschlager folgen nnanoer »n buntem Wechsel. Heriwch. wenn die Finger lahm sind jUl* rrommslsell, gsnug auSgOßanden haben. »ersam«
„Arm in Arm mit dir . . /
Die Engländer klammern sich noch immer an die Hoffnung auf Korniloff. Dieser soll sich nicht unterworfen haben, sondern hat. wie ebenfalls bereits vermutet wird, von Kerenski die Einführung eine» Triumvirats verlangt, dem er beitreten wird, ferner die Unterdrückung aller Ausschüsse des Arbeiter- und Sol- datenrateS an der Front. Achnlich berichtet ..Seeolo" aus London. In dortigen russischen Kreisen vermutet man, daß zwischen Kerenskt und Korniloff eine Einigung erzielt und daß Korniloff in die neue Regierung eintreten wird.
Bon der russischen Grenze verlautet, daß Kor niloff- Aufentyalt unbekannt sei. daß er aber trotzdem seinen Einfluß auf die Gegner Kerenskis immer stärker ausübe. Eine große Rolle spiele dabei der Umstand, daß Kerenski in den letzten Tagen während des Korniloff-Bormarsches in Paris und London verleugnet worden sei, wo man ihn als „ver. bltchenen Stern" schimpflich abgetan habe. Auch mit den Gesandten des Bierbundes in Petersburg, die sich
mit Buchanan an der Spitze in Kerenskis letzte Be-
M«
stimm»ngen hätten etnmischen sollen, lebe Kerenski auf Kriegsfuß. Seine Erklärung, für die Sicherheit der Gesandten sich nicht mehr verbürgen zu können, ivären auf den genannten Umstand zurückzuführen. Vorgeblich würden die anarchistischen Zustände als Grund angeführt.
Bier Offiziere von der Mannschaft an Bord erschossen.
Tie Mannschaft des Kriegsschiffes ..Petropawlowsk'
. .AÄ ?« 1
zu Kerenski ins Hauptquartier reisen. Im allgemeinen wird der Aufenthalt der Regierung iveiter Peters bürg bleiben.
Treibjagden ans Offiziere.
In den füDpun: Stäoren räumen die Sol^
Voten unter den Ossi -.iacuIv.;! auj In Wys borg gab's eine regelrechte Treibjagd gegen Ossi« ziere. Ta einzelne Offiziere sich zur Wehr setzten und einen Sa!"a en i derschoisen stieg die Erbt teruua der letzteren aufs erste. Sie veranstalteten in den Straßen, in den Wohnungen. Hotels und Restaurant» eine förmliche Treibjagd auf Offiziere. Dabei wurde, noch vier Obersten ermorde.' Zwetu udzwanz i hohe Offiziere wurden am der Straße cnrioi det In Helsingfors wurden Donnerstag abend diF
S ?uare4 durch Gewehrschüsse
breckt. >o: » ebcns^ ,
mit Matrosen. Im Boot >. sich vier Ceeossj 1 Ei '
ziere, die von bewaffneten . . oldsten In Empfang -Mfifioft» 1
genommen und nachmittags mit einer Salve erschossen wurden. Unter der finnischen Bevölkcruitg herrscht große Nervosität.
Ucrcnitl unterwirft szck ocu Englandera.
Das ..Echo de Pari«- meldet, daß Kerenski in den letzten Tagen versichert, dis' er in Uebereinstim- mung inir den Alliierte» den Krieg fort.eyen werde.
Kerenskt hat sich weiter verpflichtet, keine», Sondcrjrie- den zu schließen.
Sein u.'ues Programm.
„Tjela Naroda". da- Kerenskt nahestehende Blatt, erklärt, daß das Programm der neuen Regierunz energischer Kampf gegen den äußeren Feind. schpZ
nungSlose Unterdrückung der ertremistlftben Besiredun- gen von link- und recht.. Bekämpfung der Wirtschafte I anarchie. Neugestaltung der.ginanzwirtschaft. Aufbau der Rechtsordttting und Vorbereitung der konstituierenden Versammlung sein werde.
Gewaltsame Auslösung des Parlaments.
Tie provisorische Regierung hat die bereit- vor einiger Zeit angeordnete Auflösung der Duma, de» russischen Reichstages, durch gewaltsame Mittel ver ftlgt. Tie meisten- rechtsstehenden Dumamitglieder ] flüchteten. Tie provisorische Regierung beschlagnahmte umfangreiches Material und Protokolle in der Wohnung des Präsidenten Rodztanko.
Im Lande der „Freiheit" mutet diese Gewalt- I tätigfeit einigermaßen seltsam an.
Unzufriedenheit an der Front.
Dem Petersburger Börsenblatt „Rußkaja Wolja" j zufolge hat das andauernde Regenwettcr an der Front die Unzufriedenheit der Soldaten nur gestei- gert. Ganz besonders befürchtet man Vcrpsle- g un g - schwierigkeiten auf der südwestlichen Front, wo die Soldaten am meisten disziplinlos sind. Viele beschließen einfach, den Krieg zlt beendigen, indem sie sich von der Front entfernen.
M ff J u-Loote D tfUl,dK t,er 8rn4««“!
^ Sm“ ,c
' cn ' j« allgemeine .anöanten >n
SSȊ!f,
<*»'"■ ‘‘VIS
in HelsingsorS erschoß vier Offiziere, die sich geweigert
nicken
hatten, einem Befehl der örtlichen demokratischen Versammlung zu gehorchen und ein Treugelöbnis gegen- über der provisorischen Regierung zu unterzeichnen.
Die Lage in Rußland.
schildern russische Sozialisten, die in Schweden weilen, folgendermaßen:
„Mit dem Siege KerenskiS ist die Möglichkeit des Wiederauftretens einer Gegenrevolution für mehrere Wochen verschoben. Einstweilen beherrschen wiederum die Arbeiter- und Soldatenräte die Lage. Sie haben sich für Kerenski ausgesprochen und die Frontsoldaten zu einem entschiedenen Auftreten gegen Kor- nilow bewogen."
Kercnsti als KricgSmaun.
Dem Petersburger Börsenblatt „Berschewija Wie domosti" zufolge wird Generalissimus K e r e n s k i ftän dig im Hauptquartier wohnen. Je nach den Umständen wird die provisorische Regierung bisweilen
Seemanns Zuversicht.
Tie Tanmfchrauben des tt-Bootkriegeö.
Die Wirkung, die der U-Bootkrieg auf alle Zweige der englischen Volkswirtschaft ausübt. ist mit dem Druck einer Schraube zu vergleichen. Sicher und stetig, unaufhaltsam und planvoll treibt der ll-Bootkrieg England seinem Schicksal entgegen, lieber kurz oder lang muß die Katastrophe kommen.
Tie englischen Meldungen über erfolgreiche Gegenmittel gegen unsere U-Boote werden nur zur Irre- 'ührung der öffentlichen Meinung in den Staaten der Entente verbreitet, da die feindlichen Völler den wahren Umfang der Gefahr nicht erfahren sollen und dürfen, wenn ihre KriegSstimmung nicht darunter leiden soll.
Aus einer Fernunternehmung gelang es einem U Book kürzlich, einen englischen Dampfer, welcher als BootS-Falle diente, nlederzukämpfen und au versenken. Der Kommandant, ein englischer Seeoffizier. wurde gefangengenommen und mit nach Deutschland gebracht. Er äußerte sich über alle Fragen sehe freimütig und erklärte glatt heraus, daß e« lein Mit-
täglich neu
Ai
-Im MntiHen c
j (i wurde» surch unier
U J -egi-r mit l
Darunter den j^lda" C78Ö4 Tonne" m Stüdflutlabunfl, ei
IKinM|>W» n « ? '
mb unter Wed! ic Joanok" wurde uen
Mit großenj
Kbg. Erzber gn seinem ober :.richeragsadgeordnete rage gesprochen. Er !
Tie griedensrcsol brechend gewirkt für reute über Europa u -mnde komme viellei .Icicijstag Dafür Danke funiV:; labt tiefe R - ■ im HauptausE seilen eciolflt. Tie dcu "«e vcs Papstes, die \ Enttäuschung bedeute. Suiliiiö in München i wen besouDeren Kurie ^ltergebeu werde. En r-D Berlin der Wortlc cssentlicht werden. Bis ^ dürfe auch nicht c ^der die Antwortnote ;-®ir gehen," jagte schritten dem
Ofrfd)tcn, dauer Mlt Bestimmtheit e
lu den, dem wir uns !^baut sein werde a
"iolution
mell sich alles um den großen Familientisch. Ter eine ißt. ve. schreibt, der dritte liest. Die beiden Musikanten lind ick. wir unterhalten uns.
Dir Nerzenflamme überflackert die Gesichter, der Qualm der KriegS;igarre wallt in dickten Schwaden und kringelt um unsere Häupter, die wir aufrecht and m Ehren durch fu manches Kriegsjahr getrag enhaben ... In den Tasten und Bechern dampft der warme Regerschweiß alias Komniißkasfee.
Wir sprechen von der Zeit vor dem Kriege, als die Tage noch so ruhevoll und friedlich dabinslosscn. ohne Maschinengewehre und Gasgranaten, als man Engländer und Franzosen nur vom Hörensagen kannte. Und wir schwärmen von dieser wunderbaren Zeit und gewinnen ihr immer neue Schönheit enab.
Ja damals — und dort.-
Wie ein fernes Traumbild steigt die Heimat vor uns aus. Ereignisse, Augenblicke, die wir lange ocrgrstcn hat len. kommen wieder: Damals und dort. —
Draußen lagert die Nacht über der toten Stadt. Eine Katze schleicht über Schutthaufen an der zerbrochenen Mauer entlang, die allein von den Stuben noch übrig blieb wo sie idr Zuhause batte. In einem Ganen duftet Jasmin. In einem eingeschossenen Keller liegt .wm letz ten Angriff der noch ein Toter, den sie dis jetzt nicht wnden.
Durch die schwere Luit heult eine Mine und schlägt unweit vor dem Hause ein. Der Keller dröhnt, die eKr^en flamme duckt sich und flackert. Dann ist wieder alles still.
linserc Geschichten sind zu Ende erzählt. Nun sprechen wir nicht mehr. Eine Sehnsucht ist in uns ausgewachl. so stark und übermäßig, daß wir schweigen müsten
B.toel d»c wir längst rm Schutt der Vergangenheit begraben wähnten, werden wieder lebend,«. Wahrend wir w.rttos Tabakrauch ins Leere bUise... ,leben sie au uns vorüber, die Scharren der Dinge, die nie wieder- kommen Und wir geben der verborgenen Schönyeit un jeres Lebens nach, jeder für sich.
Damals und dort.
Scher- und Ernst.
tk Aecker, die nach fünfjährigem Anbau IFahre brach liegen! Daß es in Errropa noch weite Ländereien gibt, die inr Sinne der veralteten Dreifelderwirtschaft bebaut wurden, ist befannt; daß c- aber -lecker gibt, die l.'). buchstäblich fünfzehn Jahre brach liegen. d'.S sie wieder bebaut werden, sollte man kaum für nröglich halten. Und doch geschieht die? in den Steppen- gätern der Ukraine. Die Gesamtfläche wird gewöhnlich in 20 Schläge eingeteilt: alliährlich wird dann eine 1 > Jahre alte Steppe aufgerissen und mir Getreide bestellt: dagegen überläßt man einen ü Jahre alten Getreideboden gleichzeitig der Begrajutra Erst nach einigen Jahren freilich gedeiht auf dem Getreideboden richtiges FuttergraS; zwrschen dem vierten und achteir Jahre ist der Frrtterwert des Grases am höchsten: nachher erscheint da- harte Steppengras, auch . Kowil" genannt Erst wenn dieses Gras, das sich brirch lange iveiße Haare erkennbar macht, den Boden weithin deckt, erst dann, nach 15 Jahren, denkt der Ukrainer daran, den Boden wieder mit Getreide zu bestellen; freilich ist dann der Boden so hart, daß kein Unkraut gedeiht. Tatsache ist freilich, daß bei länger anhaltendem (Getreidebau das Unkraut so üppig enrporschitßl. daß der Erntende mehr Unkraut als Körner heimvringt. Natürlich ist eine solche Bebauungsweise eigeirtlich Unsinn: sie ist lediglich recht bequem: denn der ukrainische Russe düngt nicht. ES wird hohe Zeit, daß die Ukraine sich von Rußland loSreißt und nach mitteleuropäischem Muster düngen lernt!
Erster Gedaukr. Bäuerin lals auf einer Wiese ein Flugzeug notlandet): ..Jess'. Marie. Sepp, dös san g'wiß wieder so Hamsterer!"
Tie zerstrcutc Tippmamieil. „Nein. Fräuleirt, wo Cre immer Ihre Gedanken haben! Da schreiben Sie schon wieder: Bezugscbeinnehmend. .
Zeitbild. „Bevor ich meinen Posten antrete, möckt' ich acl): Tage auf Urlaub gehen!"
..Habe-, Sre sonst noch Wünsche?"
„Ja. und dann möchr' ich gleich wieder kündigend
(„Fliegende Blätter/')


