Ausgabe 
29.8.1917
Seite
3
 
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Auf Beiveise für diese freche Anschuldigung legt Mann natürlich leinen Wert. Er hat wohl erkannt, er dabei vergeblich suchen würde.

Französische Friedhofs-Vandalen.

Einen urkundlichen Beweis für den Vandalismus «er Franzosen gegenüber den deutschen Friedhöfen lie> hrt der erbeutete Befehl des kommandierenden Gene­rals der Heeresgruppe Nord vom 24. Mai 1917.

rS heißt da: . _ . » .

Es ist mir mitgeterlt worden, daß 7n den wre- .Dereroberten Gebieten deutsche Friedhöfe durch fran­zösische Truppen verheert und verwüstet worden sind.

I Derartige Handlungen, die im Widerspruch zu un- ' serem Geist und Ueberlieferung stehen, dürfen nicht geduldet werden. Die Armeeführer haben entsprechende

Anweisungen zu geben." , . e

Also nicht einmal am Grabe der gefallenen Gegner macht der Haß des verblendeten Poilu halt!

Ter Präsident in Nntersuchung.

Die sozialistischeHumanite" berichtet: Ter Aus­schuß des französischen Senats für auswärtige Ange­legenheiten hat am 18. August beschlossen, rn einer Sondersitzung die Regierungshandlungen Poincarees zu überprüfen.

Italien will die Papstnote ablehnen.

Wie halbamtlich verlautet, wird die italienische Regierung die Note des Papstes ablehnen. Die Kam­mer soll erst in der zweiten Hälfte des Oktober ein­berufen werden, obwohl die Kriegssozialisten ihren sofortigen Zusammentritt infolge der ..neuen wich­tigen Ereignisse" dringend fordern.

Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Das Reutersche Büro meldet aus London, daß nach den endgültigen Angaben, die das Lebensmittel­amt erhalten hat. das mit Getreide und Kartoffeln Gebaute Land in England und Wales für die Ernte 1917 um 388 WO Acres zugenommcn hat. nicht um 347 000, wie ursprünglich berichtet worden war. Die lKartofselanpflansungen in Gärten sind dabei nicht mitgerechnet.

Kriegsentschädigungsvertrage der Entente.

Nach französischen Mitteilungen hat die letzte Al­liierte nkonferenz in London einen neuen Vertrag der Alliierten festgelegt, welcher in Ergänzung des Londoner Abkommens gegen einen Sonderfrieden für alle Staaten der Entente die Frage der Kriegsentschä­digung und der nach dem Krieg beginnenden Ab­rüstung zu Wasser und zu Lande geregelt hat. Die französische Regierung wird in einer Geheun­sitzung der Kammer Mitteilung von dem neuen Ver­trag machen.

* * *

Kleine Kriegsnachrichten.

" Die italienischen Behörden gewährten 220 000 Beurlaubungen bis zu 40 Tagen für die Herbstaroei- ten in der Landwirtschaft.

" Nach demTemps" verbot die heimische Armee- Verwaltung die beabsichtigte Konferenz der Uorkshrre- Telegierten zur Förderung der Gründung von Arbei­ter- und Soldatenräten.

Zum Jahrestag von Lannenberg

wird uns von ganz besonderer Seite geschrieben:

Die Schlacht von Tannenberg jährt sich zum dritten Male. Ein Jubelruf erscholl durch das deutsche Land und Oesterreich-Ungarns Gauen. Eine Tat von unge­heurer Größe war geschehen. Von dieser Stunde an bewegte sich die Macht Rußlands rückwärts. Dre Schlacht von Lodz brach endgültig den russischen An- griffsgeist. Der Durchbruch von Tarnow-Gorlice setzte Das siegreich begonnene Werk fort. Nur durch die Schlacht bei Tannenberg ist dies möglich geworden.

In Gedanken sehen wir die schwache deutsche Streit­macht im Osten zwischen Lötzen und Königsberg vor der starken Armee Rennenkampfs zurückgehen, sehen die ebenso starke Narew-Armee über Reidenburg im Vormarsch in der Richtung Hohenstein gegen raum vier deutsche Divisionen zwischen Gilgenheim-Hohen- stein Mit eiserner Ruhe galt es. des Feindes Blöße zu erspähen und gewaltige Entschließungen zu fassen. Das 1. Armeekorps, das mit der Bahn von Königsberg her nach Deutsch-Eylau herangeführt wurde, wird über Usdau in die Schwäche des Feindes geführt, durchbricht hier die feindliche Linie, wirft den Feind nach rechts und links zurück und dringt auf Reidenburg vor. Von der Armee Rennenkamps werden alle Kräfte bis aus die Besatzungen von Lötzen und Königsberg und zwei Kavallerie-Brigaden abgedreht und ebenfalls in der allgemeinen Richtung Reidenburg vorgeführt. So schließt sich um die russische Narew-Armee zur V er­reich tung der Kreis.

Das erscheint heute selbstverständlich. Es er­scheint selbstverständlich, daß Rennenkampf nicht mar­schierte. um die Schlacht von Tannenberg in eine grauenerregende Niederlage zu verwandeln. Die Füh­rer. die die Schlacht zu leiten hatten, die hatten die Gefahren stets klar vor Augen. Wenn sie trotzdem die ungeheuere Verantwortung auf sich nahmen, so geschah es in dem Gefühl, daß ein fester Wille sein Ziel er­reicht. auch wenn der Weg noch so dornen- und gefahr- voN erscheint; es geschah in dem Vertrauen auf Gott und Deutschlands Zukunft.

Dieses unerschütterliche Vertrauen sei auch am dritten Gedenktage der Schlacht des deutschen Volkes Wahrzeichen. _

Volk weisen sie mit Neberzeugung darauf hin, dag durch die Absetzung des Zaren die höchste Gewalt im Lande an die erwählten Vertreter des finnischen Volkes übergegangen sei.

Waffengewalt schreckt sie nicht mehr.

Tie Kopenhagener Zeitung ..Politiken" meldet aus der großen finnischen Hafenstadt Helsingsors: ..Hier herrscht gegenwärtig eine lebhafte Bewegung gegen die Vorläufige russische Regierung. Tie Sozialdemo­kraten, die im Landtag die Mehrheit haben, beschlos­sen. dem Verbot ver russischen Regierung zn trotzen und den Landtag auf den 29. August einzuberufen. Sie erklären, daß sie selbst vor Waffengewalt nicht zurückschrecken werden. Folgenschwere Ereignisse wer­den erwartet, da der Generalgouverneur aus Peters­burg den Beseht erhalten hat. gegenüber den Sozial­demokraten Waffengewalt anzuwenden, falls diese ver­suchen sollten, ihren Willen durchzusetzen."

Uralte Waffen.

Granatenwerscn.Gasmastenball." y Das Werfen der Handgranaten erfordert Uebung und wird deshalb bei den Sturmkompagnien auch mit Ererziergranaten eifrig betrieben. An dem­selben Morgen, wo wir einem Uebungssturm beiwoh­nen dursten, sahen wir weiter noch der Ausbildung im Handgranatenwerfen zu.

Als ' ich einer der Uebung zusah. fiel mir ein. daß die Handgranate ans eine Waffe aus ^ uralter Zeit zurückgeht.Und nahm seinen Stab in seine Hand und erwählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die er hatte, und rn den Sack und nahm die Schleuder in seine Hand und machte sich zu dem Philister." heißt es vom, jungen David. Es ist überhaupt bemerkenswert, dag dieser jüngste und größte Krieg vielfach auf Formen längst verschollener Jahrhunderte und Jahrtausende zuruck- aeht. Man denke nur an den neuen Stahlhelm, der uns an die Sturmhauben mittelalterlicher Ritter er­innert. Und ist etwa der Gasangriff, der uns als modernste Errungenschaft des Vernichtungswillens er­scheinen will, wirklich neu? ..Alles schon dagewesen" Gutzkows Weiser hat auch hier wieder recht. Er­zählt doch Plutarch in seinen vergleichenden Lebens­beschreibungen vom römischen Feldherrn Sertorius:

..Unter allen seinen kriegerischen Unternehmungen in Spanien fand vorzüglich die gegen die Charaki- taner viele Bewunderung. Dieses Volk wohnte jen­seits des Flusses Tagonius, aber nicht in Stadien und Dörfern, sondern auf einem Hügel von ziemlicher Ausdehnung und Höhe, der an der Nordseite viele >öhlen und Felsenklüfte enthält. Die darunterliegende Gegend gibt eine tonartige Erde, die so locker ist. daß sie'sich leicht zerbröckelt und bei der geringsten Be­rührung wie Kalk und Asche Herumgetrieben wird. In jene Höhlen flüchteten die Barbaren, so oft sie einen feindlichen Angriff befürchteten, und schleppten alle ihre Habseligkeiten dorthin, weil sie hier vor jeder Gewatt sicher waren. Sertorius ritt nun nach dem

l Geheime Rat im Verkehre mit ihm hat Haare lassen , müssen. _

Nachdem wir noch erst ohne, dann mtt Gasmaske photographiert waren, bargen wir unfernMaulkorb in einer Art Botanisiertrommel, die nun fortan, wie bei den Feldgrauen an der Front, immer an unserer Seite baumelte.

Politische Rundschau.

:: Mit der Einschränkung der Presse hat man sich im Hauptausschusse des Reichstages beschäftigt. Der unabhängige Sozialist Wurm hatte an den Stell­vertreter des Reichskanzlers die Frage gerichtet, ob vom Kriegsamt eine Verordnung ergangen sei, nach der an jedem Ort die bestehenden Zeitungen zusammen­gelegt werden sollen. Als Beweis dafür, daß eine solche Verordnung ergangen sein muß, führte der Abg. Wurm an, daß in Nord hausen bereits den Ver­legern der dortigen Zeitungen mitgeteilt worden ist. eS solle künftighin in Nordhausen nur noch eine Zei­tung erscheinen. Tie Zeitungen möchten sich unterein­ander abfinden. Dr. Helfferich erwiderte, daß ihm nichts bekannt sei. Der Abg. Wurm richtete daraus die gleiche Frage an den Kriegsminister. Kriegs­minister von Stein erklärte, dc.H er keine Auskunft

darüber geben könne: ihm schienen diese Dmge nrcht ( wahrscheinlich zu sein. Daraus wurde dieser Gegen- ! stand verlassen. Es darf wohl die Erwartung aus- gesprochen werden, daß über diese Angelegenheit rest­lose Aufklärung erfolgt, zumal es sich bei den Ar­beitskräften. die da fürs Heer sreigemacht werden könnten, nur um eine recht bescheidene Anzahl handelt.

:: Der Zentralvorstand der nationalliberalen Par­tei ist aus den '23. September nach Berlin einberufen worden. Nach einem Beschlüsse des geschäftssühren- den Ausschusses haben künftig drei Vertreterinnen von Frauenvereinen Sitz und (Stimme im Zen­tralvorstand erchalten.

* * * *

Griechenland: Venizelo- rüstet.

* Nach dem AmsterdamerAlgemeen Handels­blad" meldetDaily Chronicle" aus der griechischen Hauptstadt Athen, daß 12 Reservisten-Jahrgänge unter die Massen gerufen wurden.

Spanien: Tie Entente als Rcvolntionsschürer.

* Der bekannte, gut unterrichtete Korrespondent desSecolo" in London, Campolonghi, drahtet seinem Blatte.' Die Situation in Spanien ist äußerst ernst. Die Regierung hat beschlossen, alle Revolten auf das Härteste zu unterdrücken. Der Entente stehe zwar keine Befugnis zu, sich in die inneren Ange- legenheiten Spanwns einzumiscyen. sie könne jedoch ihre Sympathien jenen nicht versagen, die wegen ihres Solidaritätsgesühls mit der Entente zu leiden und zu sterben wissen. Es handelt sich auch hier, wie klar ersichtlich, um eine ossenkundige Aufreizung der Bevölkerung gegen die spanische Negierung.

Vor folgenschweren Ereigniffen.

Es geht aufs Ganze.

In seiner'Rede auf dem MoskauerNational-Kon- vent" nahm der Diktator Kerenski u. a. auch zur fin­nischen Frage Stellung, und zwar in einer überaus herausfordernden, offenbar mit den allerernstesten Din­gen rechnenden Form. Er besprach die Verhältnisse von Finnland und bestätigte, daß vie Regierung vie Wicvcrcröffnung de- aufgelösten Landtages mit Ge­walt verhindern werde, und hoffe, daß das ganze Land diesen Entschluß der Regierung billigen werde.

Ter Sclbstäudigkeitsgeist erstarrt.

Bon der finnischen Grenze wird gemeldet: Die sozialdemokratischen Mitglieder des finnischen Land­tages arbeiten unermüdlich an der Vollendung der K-stständigkeit Finnlands. In einem Aufruf an das

vyeiuuit sicher waren. ,- * .

Berge hin und nahm dessen Lage in Augenschern Er fand nirgends einen Zugang, aber wie er hin und her sprengte, bemerkte er, daß der Wind von jener Erde einen dicken Staub emportrieb und gerade auf die Barbaren zuführte, denn die Höhlen sind, wie ich schon sagte, nach Norden hin gekehrt, und der Nordwind ist in diesen Gegenden der herrschende und stärkste. Sertorius befahl nun seinen Soldaten, von jener lockern und aschenartigen Erde Stücke los­zumachen und sie dem Hügel gegenüber auf einen Haufen zu werfen, worüber die Barbaren, m der Meinung, daß ein Damm zum Angriff gegen sie auf- aeführt werden solle, sich sehr lustig machten. Als nun am folgenden Tage mit ausgehender Sonne der Nordwind sich immer stärker erhob und die Hügel in Staub gehüllt wurden, fingen die Soldaten an, den Erdhaufen umzuwühlen und die Stücke zu zer­schlagen; andere sprengten zu Pferde auf und ab und ließen den Staub vom Winde fortführen. Dieser faßte alles, was zerbröckelt und aufgewühlt war, und trieb es gegen die Wohnungen der Barbaren, die dem Nordwinde ganz offenstanden. Weil sie nun in den Höhlen nur diese einzige Oeffnung hatten um Lust zu schöpfen, so währte es nicht lange, daß ihre Augen verfinstert und sie selbst bei dem Einatmen der rauhen, laubigen Lust von einem erstickenden Keuchhusten lefallen wurden. Daher hielten sie kaum zwei Tage aus; am dritten ergaben sie sich dem Sertorius und vermehrten nicht sowohl die Macht als den Ruhm desselben, weil er das, was den Massen unbezwing- lich war, durch List und Klugheit überwältigt hatte."

Und die Stinktöpfe der Chinesen, wohl ein paar tausend Jahre alt, find Vorbilder unserer

Gasgranaten. ^ m

Es war der Gasoffizier m S., im Frieden Pro­fessor der Chemie an der Universität Heidelberg, der uns beim Verpassen der Gasmasken auf diese Ver­wandtschaft hinwies. Durch seinen kölnischen Humor

er ist in der Domstadt geboren gestaltete er den umständlichen Vorgang zu einem Vergnügen, und so ist es beareiftich, daß jene Stunde in und beim Sttnk- raum stets als ..Gasmaskenball" in unserer spatern Unterhaltung auftrat.

Stinkraum? Ja. so heißt die Bude, und sie verdient wirklich ihren Namen. Denn in ihr wird dieSeßhaftigkeit" oderSitzsamkeit" der Gasmasken vor den Köpfen erprobt, die von der fpielftohen und verschwenderischen Natur so verschieden geformt find. Zu dem Zwecke wird durch Abfeuern von gewissen, übrigens unschädlichen Gasen aus einer Pistole ein Geruch erzeugt, den man eben nur mit der Bezeichnung Gestank einigermaßen zutreffend kennzerchnen kaum Sitzt die Maske nicht ganz dicht am Geficht, so daß auch nur die geringste Menge des Gases erndringen kann

sofort tränen die Augen, als ob sie in Zwiebeljafi gebadet würden. Man braucht nur mal eine einzige Sekunde den ungeschützten Kopf in den Raum hrnernzu- stecken, um die heftige Wirkung des Stinkgases kennen­zulernen. Mit dem einfachen Verpassen, rote etwa beim Helm, ist es da nicht getan, vielmehr muß auf alle mögliche Weise nachgeholfen werden. Recht scherzhaft war's in unserer Anpassungsstunde, daß ern Geheimer Rat, der Herausgeber einer bekannten Zeitschrrst, der einen Teil seines Bartes opfern mußte, sich der Schere eines ihm politisch scharf entgegengesetzten Chefiedak- teurS anvertraute. Der kann sich nun rühmen, daß per

Scherz und Ermst.

ts. Neutrale Ersenbahuschmerzen. Auch die Neu­tralen haben ihre Kriegsjorgen, und sie tragen daran in ihrer Art nicht minder schwer als wir an den unseren. Ta beklagt sich beispielsweise imSchwe­dischen Tagblatt" ein Einsender bitter über die Unmög­lichkeit. jetzt in Schweden zu reisen. Früher, meinte er, da hat man sich getrost in eine Fensterecke geschmiegt, ein möglichst idiotisches Buch gelesen, woran es in der Weltliteratur glücklicherweise keinen Mangel gäbe; jetzt sei es ein so unerhörtes Gedränge, daß man im Abteil nicht einmal mehr seine Füße ausstrecken könne; nicht nur, daß zu wenig Züge gehen, nein, die Züge find obendrein auch noch von Tausenden von Fremden überfüllt. Nun hat ja die schwedische Eisen- baynverwaltung die sogenannten Platzkarten eingeführt; aber, meint der Einsender, man hat es ja nicht nur mir schwedischen Herren und Damen zu tun, sondern rm Fegefeuer des Reiseverkehrs begegnet man Leider auch russischen Hrändlerinnen, deutschenGeschäftma- karen" und vor allem englischen Krankenschwe­stern. die wahrscheinlich von Rußland Heimreisen oder aus der deutschen Gefangenschaft. Gerade diese Sorte begreift niemals, daß ein Platz besetzt ist. und zu allem Uebel stapeln sie den Gang noch mit wahren Bergen von Handgepäck, Schachteln und Kisten und Koffern voll, so daß man seines Lebens kaum mehr sicher ist. Unverständlick) bleibt dem Schweden (Uns auch! Die Schrifrleitung), wozu die enalischen Krankenschwestern mit riesigen Hutschachteln reisen!O," ruft der Aermste aus.was ist es schwer, neutral zu sein, mitten in diesem unerträglichen Fremdeneinsall. der alle Tresflichkeit in unserem Lande zerstört? Wes­halb sollen wir überhaupt neutral sein, wenn wir so angegrissen werden auf unserem eigenen Grund und Boden?" Hübsch ist auch, daß der erzürnte Neu­trale empfiehlt, die von Ausländern benützten Wagen nach der Fahrt in eineA us la u su ng s an sta lt" (er nennt das in seinem Deutsch so!) zu bringen, damit sie auch eine Ahnung von Trommelfeuer im Schützen­graben bekommen. StattAusspucken verboten" sollte man lieber schreibenspuckt aus den Boden!"; denn der Geruch und der Tabakrauch der zusammengepferch­ten Menschen, vor allem in der dritten Wagenklasse. fordere das geradezu gebieterisch. Uebrigens gesteht er, daß ohnedies die meisten spucken, und wenn man so die schweißtriefende, qualmende, spuckende Menge betrachte, so müßte man einen neuen politischen Grund­satz versechten: Schweden den Schweden!" _

Gerichtssaal.

Vernichtung gehamsterter Lebensmittel hat einem Berliner Ehepaar eine empfindliche Strafe ein­gebracht. Ein Maschinenschlosser und seine Ehefrau hatten in Vietz (Mark) Butter und Eier ausgekauft. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden sie von einem Polizeibeamten überrascht, der mit der Kontrolle über den Verkauf der Lebensmittel beauftraat war. Als der Beamte die gehamsterten Waren für beschlag- 8 nahmt erklärte, gerieten die Eheleute in so starke - Erregung, daß sie Butter und Eier durch Zertreten vernichteten. Beide hatten sich vor Gericht zu verantworten und wurden wegen Vernichtung beschlag­nahmter Lebensmittel zu je vier Wochen Gefäng­nis (!!) und der Mann wegen unbefugten Aufiausens * zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt.