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Hiekener Zeitung
Bezugspreis 50 pfg. monatlich
vierteljährlich 1^0 Mk., voranszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. — Erscheint Mittwochs und Lamstags. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „«ießeuer Zeitung", Gießen.
Expedition: Züdanlage 21.
Nnzeigenpreis 20 pfg.
die 44 mm breite Petitzeile, für AllSwärtS 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 73 Pfermsg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grvhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung». zieleS (30 Tages, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit.
Truck der Gießener Berlagsdruckerei, Nlbin Mein.
Nr. 64.
Telephon 9fr. 362.
Samstag, dm 4. August 1917.
Telephon Nr. 362.
30 Jahrg.
Die große feindliche Angriffsschlacht in Flandern für die Feinde ohne Resultat. Galizien und die Bukowina fast gänzlich vom Feinde befreit.
Czeruowitz zurückerobert.
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•C. Saalwächter
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Jn das vierte Kriegsjabr hinein.
Das Angeh eure, hier wird's Ereignis: die Fortsetzung des Weltkrieges in sein viertes Jahr hinein. Keiner von uns hätte eine solch furchtbare Entwicklung für möglich gehalten, keiner von uns aber auch geglaubt , daß wir drei Jahre den Krieges aushalten, überstehen und dennoch voll Kraft und Mut in das vierte Jahr hineingehen würden. Als die Weltkatastrophe in den letzten Tagen des Juli 1914 über uns hereinbrach, und als unsere unvergleichlichen Truppen in den ersten Wochen von Sieg zu Sieg, von Eroberungen zu Eroberungen jagten und die militärische Sicherung weit in Feindesland hineintrugen, da glaubten wir alle den Krieg in wenigen Monaten beendet und waren voll höchster Zuversicht und Begeisterung für ein schnelles Ende des Krieges. Don dieser ersten jubelnden Begeisterung ist sicherlich so manches verflogen, und der tiefe Ernst dieses gewaltigen Ringens und Opferns hat sie ersetzt. Die militärischen Tatsachen und Erfolge aber sind bestehen geblieben. Trotz mancher kleinen Rückschläge, wie sie in einem solchem Weltringen ganz unvermeidbar sind, haben wir unsere ersten militärischen Erfolge festzuhalten bewußt, und bis auf ein kleines Stückchen deutscher Erde im Westen ist nicht nur unser Vaterland von den Einfällen der Feinde verschont geblieben, sondern wir haben unsere Eroberungen feindlicher Landesteile festzuhalten gewußt und sie zu einer Schutzwehr unseres eigenen Vaterlandes ausgebaut. Die Leistungen unserer Truppen zu Lande und zu Wasser, die das zu Wege gebracht haben, sind in der Weltgeschichte unvergleichbar und voll besonderer heißer Dankbarkeit gedenken wir heute dieser Taten. Unsere Feinde haben sich tapfer gewehrt, aber sie haben trotz aller Hilfsmittel der ganzen Welt nichts Wesentliches erreicht. Im Gegenteil, alle Anstürme feindlicherOffensiven im Westen wie im Osten wurden siegreich abgeschlagen und bis in die letzten Tage sehr oft in ihr Gegenteil verwandelt. Auch neue Feinde und neue Kriegserklärungen haben den Mut und den Drang nach Vorwärts bei unseren Truppen nicht vermindern können. Unsere unvergleichliche U-Vootwaffe, für die kein Land der Welt etwas auch nur annähernd Gleichwertiges besitzt, hat besonders seit deni 1. Februar 1917 die Kriegsführung außerordentlich unterstützt und bedroht das Leben unseres hartnäckigsten Feindes von Tag zu Tag stärker. Die amerikanische Gefahr, so wenig sie ein Verständiger gewünscht hat, vermochte uns keinen Augenblick zu schrecken. Auch hier haben wir die alte deutsche Erfahrung von neuem erhärtet gefunden, daß die Deutschen immer dann am stärksten und widerstandsähigsten wurden, wenn sie am meisten bedroht waren. Stolz und ungebrochen steht unsere militärische Kraft zu Lande und zu Wasser, ungebrochen aber auch unsere innere Widerstandskraft trotz aller Entbehrungen und Schwierigkeiten.
Uns dem Ulege mm Ziege.
Das Kriegsiabr m/n.
Zu Beginn des dritten Kriegsjahres sind von den deutschen Truppen besetzt: 431 000 qkm, von den Feinden: 22 000 qkm, ferner die Mehrzahl der deutschen Kolonien und die von Russen und Engländern eroberten Gebiete der asiatischen Türkei. Tapfer hält sich Ostafcika noch heute. Die Zahl der Kriegsgefangenen beträgt bei allen Mittel nächten 2 658 000, darunter beinahe 2 Millionen Russen.
Zu Anfang August 1916 schweres Ringen an der Somme und bei Verdun, am Jfonzo und in Galizien. Vereinbarung betreffs Aufteilung Persiens zwischen England u.Rußland. Eroberung des Brückenkopfes von Goerz durch die Italiener. Gewaltsames Vortreiben der rus fischen Armeen durch^ General Brussilow. Beispiellose Leistungen der deutschen Heere bei Ai-bert, Bapaume, am Stochod und bei Kowel.
Rückkehr des Unterscehandelsschiffs „Deutschland" (am 23. Aug). Kriegserklärung Italiens (an Deutschland) und Rumäniens (28. August). Enthebung Falkenhayns von seiner Stellung als Chef des Generalstabs, Verwendung an der Südostfront und seine Ersetzung durch Hindenbucg. Ludenborff wird erster Generalquarticr- Meister 29. Aug.
Anfang September gewaltiges Anschwellen der Schlacht im Sommegebiet, die den ganzen Monat mit unverminderter Stärke anhält. 6. September: Beginn der Offensive gegen Rumänien. Die Schlacht bei Hermannstadt (29. Sept). eröffnet den russischen Zusammenbruch. 6. Oktober: Die fünfte Kriegsanleihe ergibt 10*/, Milliarde Mark. 8.Oktobec: 0. 53 in Newport in Nordamerika.
Die Sommeschlacht tobt den ganzen Oktober mit unverminderter Stärke. Gleichzeitig sieghaftes Vordringen in Rumänien. 28. Okt: Tod des Fliegerhauptmanns Volke, der in 40jLuftkämpfen Sieger gewesen war. 3. November: Aufrichtung eines selbständigen polnischen Staates.
Die Schlacht hält ander Westfront mit kurzen Unterbrechungen in alter Stärke an. Unser siegreicher Vor-- marsch tn Rumänien dauert den November über fort. Wilson zum Präsidenten erwählt. 21. Nov: Tod des Kaisers Franz Josef. 2. Dezember: Annahme des Gesetzes über den vaterländischen Hilfdienst durch den Reichstag.
Am 6. Dezember: Deutsche Truppen in Bukarest. 12. Dezember: Friedensangebot des Verbundes an die Entente. Ablehnung am 30. Dez. Manifest des Kaisers: „Ihr werdet zu Stahl werden". 6 Januar: Wir erreichen in Rumänien unsere noch heute bestehende Linie. 16. Jan: Festigung der deutsch-tückischen Bundessceund- schaft durch Abschluß von Sonderverträgen. 31. Jan: Die bisherige erfolgreiche Tätigkeit der U-Boote gibt uns die Möglichkeit, die Ablehnung unseres Friedensangebots mit der Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot- Krieges zu beantworten. 3. Februar: Amerika bricht daraufhin seine Beziehungen zu Deutschland ab.
Um die erwartete feindliche Offensive zu durchkreuzen, wird in der zweiten Febcuachälfte ein Teil des von uns besetzten Gebietes an der Ancce planmäßig geräumt. Durch Hindenburgs Genialität wird der französisch-englische Kriegsplan umgewocfen.
24. Februar: Der deutsche Reichstag bewilligt weitere 15. Milliarden Kriegskredite. Die Februar U-Bootbeute: 782000 Br.-Reg.-To.
6. März: Abbruch der Beziehungen Chinas zu Deutschlands. — 11. März: Ausbruch der russischen Revolution. Der Zar dankt am 15. d. M. ab.
11. März: Die Engländer haben Bagdad besetzt Am 17. März rücken die Feinde in den von uns geräumten Landstrich zwischen Arcas und Aisne nach; damit beginnt die große französisch-englische Frühjahrs- Offensive .Wiederum ungemein blutige und völlig er. gebnislose französischengltsche Bemühungen. 22. März: Rückkehr der „Möve" im. Atlantischen Ozean von ihrer 2. erfolgreichen Fahrt.
8. April: Tie kaiserliche „Osterbotschaft". 9. April: Schlacht bet Arras, der englische Durchbruchsversuch scheiterterte unter unechörtemblutigen Opfern des Feindes und bei wahnwitziger Munitionsverschwendung. 16. April: Beginn der Rtesenschlacht an der Aisne und nördlich Rheims. Brasilien bricht die Beziehungen ab. Die Siegfriedstellungen nordöstlich Soissyn werden am 19. April von den Deutschen bezogen. Der Riesenkampf an der westlichen Fornt beginnt sich in Einzelkämpfe aufzulösen und damit zu zerflackern. Das Aprilergebnis der U-Boote überschreitet die ungeheure Ziffer von einer Million Tonnen. 29. April: Rittmeister von Richt- hofen erlegt das 32. feindliche Flugzeug. 17. Mai: Die provisorische russische Regierung geht immer mehr in die Hände den Sozialisten über, Miljukoff und Guifchkow treten zurück. In Amerika wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.
Anfangs Juni: Beginn der großen Schlacht in Flan dern. 7. Juni: der Kolonialsekcetär Dr. Solf erklärt: „Was unser war, bleibt unser". 12. Juni: Der König von Griechenland wird von der Entente aus dem Lande vertrieben^ Im Laufe des Juni bröckelt die französische Front unter den beständigen Stößen der Deutschen ab.
1. Juli: Beginn der 2. „Brussilow Offensive". - 12. Juli: Ankündigung des „gleichen Wahlrechts für
Preußen". 14. Juli: Bethmann Hollweg tritt zuruck. Dr. Michaelis wird Reichskanzler. 20. Juli- FxetdenZ-
kundgebung der Mehrheltsparteihen im Reichstag und weitere 15 Milliarden Kriegskredite. Empfang der Par. teifühcer durch den Kaiser.
19. Juli: Wir durchbrechen die russische Front bet Tarnopol. Das Gesamtergebnis des U Bootkteges beträgt bis zum 1. Juli: 4 671000 Tonnen.
Wir wissen am Beginn des 4. Kriegsjahres genau so wie in den ersten Stunden dieses Weltringens, worum es für uns Deutsche geht: um unser Sein oder Nichtsein als kulturelle Vormacht der Welt. Wir haben diesen Kampf nicht gewollt, aber ihn, da er uns aufgezwungen wurde, mit stolzer Energie auf uns genommen uns siegreich bisher durchgeführt. In einem Meer voll Blut und in einer fast unbegrenzten Reihe von Siegen haben wir Deutsche dennoch und trotz allem das Gefühl für der Menschheit Würde nicht verloren und haben den Feinden wiederholt die Hand zum Frieden geboten. Unser Friedensangebot vom 12. Dezemer 1916, wie die letzte Fciedensresolution des Reichstages werden in der Geschichte der Welt unvergleichliche Ruhmestaten bleiben und nicht minder, groß in der Geschichte der Kultur dastehen wie unsere Waffentaten in der Geschichte der Kriege aller Zeiten. So haben wir nationales Pflichtbewußt- fein zu verbinden gewußt mit Regungen der Menschlichkeit, und es ist wahrlich nicht unsere Schuld, wenn die Kultur und Menschlichkeit nicht über Krieg und Kriegsi- taten siegen konnten. Wie der Anfang des Krieges, so ist uns seine Fortsetzung aufgezwungen worden und kein Deutscher wird diese uns aufgezwungene Fortführung des Krieges auch in das 4. Kciegsjahc hinein anders beantworten als mit neuer Zuversicht und mit einem neuen Drang nach vorwärts. Wir wissen jetzt mehr denn je, daß der Deutsche Wille zum Siege ungebrochen geblieben ist und von keinem Feinde der Welt zu überwinden ist. Mit Stolz auf diese Erfahrung und auf diese Zuversicht treten wir in das 4. Kriegsjahr hinein und gedenken voll tiefster Dankbarkeit unserer Helden, die unser Vaterland geschützt und vor feindlichen Einfällen gesichert haben. Wir haben den Krieg nicht gewollt und wollen ihn auch jetzt nicht, aber wenn die Feinde ihn nicht beenden wollen, so werden wir sie, was unseren, Friedensangeboten nicht gelang, eben nicht mit Worten sondern durch weitere Taten und Erfolge zu Lande und zu Wasser zu diesem Ende des Krieges Zwingen. Dies Ende des Krieges wird eine Krönung deutscher Kraft und deutscher Siege sein, zugleich aber auch eine neue Aera deutscher Kultur und Friedfertigkeit; mit solchem reinen Willen gehen wir in das 4 Kciegsjahc und rufen unseren Brüdern und Schwestern draußen an der Front, auf hoher See und in der Heimat zu, daß sie nicht verzagen sollen, und daß das Vaterland keinen vergessen wird, der diese Zeit mit ihm durchgemacht und durchgehalten hat!
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wbt. Großes Hauptquartier, 1. Aug. 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die große Schlacht in Flandern hat begonnen. Eine der gewaltigsten des heute ersolgverheißend zu Ende gehenden dritten Kriegsjahres. — Mit Massen, wie sie bisher an keiner Stelle dieses Krieges, auch nicht im Osten von Brussilow eingefetzt wurden, griff der Engländer und in seinem Gefolge der Franzose gestern auf 25 Kilometer breiter Front zwischen Noordschoote und Warneton an. Ihr Ziel war ein hohes: Es galt einen vernichtenden Schlag gegen die „ll-Boot-Pest", die von der flandrischen Küste aus Englands Seeherrschaft untergräbt. Enggeballte Angriffswellen dicht aufgeschlossener Divl- sionen folgten aufeinander, zahlreiche Panzerkcaftwagen und Kavallerievecbände griffen ein. Mit ungeheurer Wucht drang der Feind nach dem vierzehntägigen Artilleriekampf. der sich am frühesten Morgen des 31. 7. zum Trommelfeuer gesteigert hatte, in unsere Abwehc- zone ein. Er überrannte in einigen Abschnitten unsere in Trichterstellung liegenden Linien und gewann an einzelen Stellen vorübergehend beträchtlich an Boden.


