Ausgabe 
30.5.1917
Seite
4
 
Einzelbild herunterladen

'*** /CiiiiSiniitiii»/

H\n Stadl und Land.

Pstrrgkerr. Die trauten Pfinzsttoge ffnd vorüber- aus dem Zauber des Festtags tritt der Mansch wieder in daS Wirken deS Alltags,- aus hehrster Poesie ruft ihn die Prosa deS Lebens. Noch klingt in den Lüften der Glocken Jubel und der Lrgel festliche Hymnen hal. len noch in der Seele wieder. Goldsonniger Maien zauber umhüllt die Welt. Saftgrün spcießt's im Garten und Feld. Die Saaten stehen in üppiger Pracht und die schwellenden Jruchtböden verheißen eine reiche Ernte. Wer htnauSzog, um die Schönheiten der Natur zu ge« nießen, wer den Blick über die wogenden Fluren schwel- fen ließ und sich erquickte an der alten, lt^bgewocdenen Sldnung, dessen Innerstes wurde freudig oewegt von all dem Herrlichen, das uns umgibt. Die Zufriedenheit zog ins Herz, der Stolz auf das, was unsere Braven im heißen Kampfgewühl uns gerettet Und darum wol len wir nicht kleinlich nörgeln, sondern uns dessen freuen, wa- uns in dieser schweren Zeit noch beschiedcn ist Die Eisenbahn wurde nach nah und fern am Pfingft. feste stark in Anspruch genommen und die Mahnung, im vaterländischen Interesse die Reisen auf das not­wendigste Maß zu beschränken, ist vtelzu wenig befolgt worden. Egoistischer Eigenwille und Mangel an Opfer- mut machten manchen taub gegen die Forderungen der Stunde.

i»

* ErnteauSsichten. Die Allgemeinheit beschäf. tigt sich in diesem Jahre mthr als sonst mit dem Stand der Saaten und den voraussichtlichen Ernte- auSfichten. Wo so vieles von der nächsten Ernte für das deutsche Volk abhängt, erscheint das Interesse natürlich und cS ist erfreulich, daß die Bevölkerung sich der Wichtigkeit ihrer einheimischen Landwirtschaft im mer mehr bewußt wird. Dies kann nur dazu beitca- gen, allseitig die Erkenntnis wachzucufen. daß die Für- derung der landwirtschaftlichen Produktion das Gebot der Stunde ist. So gut gemeint und indtrektlvielleicht nutzbringend ein vielseitiges Interesse der Bevölkerung an der Landwirtschaft ist, so scheint es, wie man uns von unterrichteter Sette schreibt, doch wenig angebracht, dasselbe auf Pcophezeihungen auf die diesjährigen ErnteauSsichten auszudehncn. Stichhaltige Anhalts- -unkte, wie die deu'schc Ernte ausfallen wird, lassen ich heute an Hand des Standes der Wintersaaten, der päten Bestellung und den Neusaaten nicht geben. Es f J* c * ne irrige Auffassung, daß eine späte

Bestellung auch eine späte E<nte zur Folge hat. Die Zeit der E.nte richtet sich ganz nach den Witterungs Verhältnissen während der BegetationSzeit. Durch die Plötzlich intensiv ctnsetzcnden Wärme ist die neue Saat z- B. in diesem Jahre sehr schnell aufgelaufen, wodurch fast ganz ein Ausgleich für die spätere Bestellung statte fand. Eine gute Ernte hängt vor allem von den Wärme, und Regenverhältnissen in der Vegetationszett ab Vor allem ist auch die Erholung eventuell schlecht übecwin. tertec Saaten von dem zum richtigen Zeitpunkt ein setzenden Regen abhängig. Starke Winde und Gewitter, besonders in der Periode, wo das Getreide im Halme steht, können Lagerung bringen, wodurch die sonst im

Marburg. Wie das LandratSamt bekannt macht,

erhalten diejenigen Karloffelbisitzer, welche ihrer Ab- lteferungSpst'cht genügt haben und von dem ihnen ve-» bl'ebenen Bestände noch Kartoffeln an den Kreis käui. sich abgeben, bei Ablieferung von je 10 Pfund Kactoi» feln bis auf weiteres einen Berugsschein aus 1 Pfund Einmachzucker. Diese Einrichtung hilft und ver­dient in ähnlicher Weise anderwärts Nachahmung.

Hersfeld. Für unseren KceiS ist eine Vieh- auSgieichftelle geschaffen worden, welche die Be­schaffung der erforderlichen Zugkühe und Zugochsen ver- Mitteln soll.

Gelnhausen. Wegen verbotener Ausfuhr von 300 Gramm Gold nach Antwerpen verurteilte die Frank» furter Strafkammer den Getreidehändler Karl Ka»f- mann aus dem nahen Orte Hallftetn zu 19b0 Mark Geldstrafe. Teures Gold!

* 3dffei*. Jur ausreichenden Versorgung der Be­völkerung mit Hülsenfrüchten laßt die Stadt gegenwärtig durch die hiesigen Landwirte ein 30 Morgen großes Acker- stück mit Erbsen besähen. Außerdem bestellte sie größere städtische Ländereien mit Getreide und Kartoffeln.

* Kassel« Eine recht praktische Einrichtung für Frauen, die arbeiten müffen, wurde von der hicfigen HauSfcauenveceintgung getroffen. Wer niemand zu Hause hat, der ihm seine Lebensmittelkarten und die auf Num­merausruf zu holenden Waren besorgt, gibt abends nach AcbeitSschluß seine AuSweiSkarte, Aufträge, Marken sund Bezahlung bei einer Sammelftclle gegen Quittung ob und nimmt am nächsten Abend nach ArbeitSschluß die besorgten und geordneten Waren gegen Rücklieferung der Quittung in Emgpfang. Kosten erwachsen nicht aus der Besorgung.

* Göttingrn. Neben Kohlenhöchftpcetsen gibt der Magistrat hier auch solche für Hühner, Hähne und Kapaune (ungerupft 2,75, gerupft und ausgenom­men 2.75 M. das Pfund) und für HauS- oder Feldtauben (2 M. d. St.) bekanntBilltgerAal" wird hier durch die Geschäfte verkauft mit 5.80 Mark das Pfund.

Eiterarifcbes.

* Was der deutsche Arbeiter vom Frieden erwartet. Ein

Wort auv der Arbeiterschaft. Bon Franz Behrens, Mit- slied des Reichstages und Vorsitzender de» Ausschusses des dein chen Arbeiterkongresses. Preis 10 Pfg. Das Lchriftchcn verdient rvetteste Verbreitung.

Täuglingsfürforge im Soi-^^r' -

Lechs wichtige Regel« skr d'e heitze

1 ?as 3immrr kühl hatten! Fleißig tc*!

Fußboden feucht halten! Sei Tage Vorhänge itfb Läden) zu! Bei Nacht Fenster offtn:

DaS Kind muß das kühlste Plätzchen haben ink über das Bett ausgebcetteter leichter Schleier verhü« 5 ^g daß Fli^en Krankheiten auf das Kind übertragen unf ' daß es Schnaken stechen.

5. yas Kind kühl halte»' Leichte Kleid! und leichtes Bettzeuch (auch im Freien)! Nur Federbetten! Bei großer Hitze kann dos Kind nackt liegen. Täglich wenn irgend möglich (autci baden oder wenigstens lauwarm abwaschen.

3. Krulthinder »iekerßehe« der Alke am beke». Unter keinen Umständen darf jetzt abgefntzt werden.

4 . Größte Vorsicht in der Ernährung! Ja nA überfüttern! Gegen den Durst gebe man nach Bedaff löffelweise dünnen lauwarmen Tee (Fencheltee).

5 Kuh- oder Ziegenmilch muß frisch sein, bei» dezug sofort 35 Minuten gekocht und gleich wieder gut gekühlt werde». Die Milch mutz immer kalt ktrbni! (Kühllops oder tkühikistr.)

6. Jede, mit der Flalche ernährte Mad maß ärztlich überwacht werden! In den Beratung,stelle» der Gr. Zentrale für Mutter- ünd SäugNngSsürsor,« erhält jede Mutter und Pflegemutter unentgeltlich ärii- ltche» Rat und Auskunft.

Bet dex geringsten AefundheitSstöcung mutz dar jttnd so rasch als möglich zum Arzt.

Für Lager und verfa«v

suchen wir

geeignete Persönlichkeit.

Verlangt wird ein fleißiger und energischer Mann, der in der Lage ist, ein größeres AcbeitSpysonal anzuletttn

Friedrich jlirschner, <#. tu. b. H.,

miliiür.Ctdtr- u Stflelmcbwareufabrlk,

!« elschei d.

tief«

8

lautst Mit Jl liisttt" I feaklk»

1 öle

famp als

1.

wieder

Men

ScaliN'

wl!

besten Stadium ln dem Fcuhjahr gegangene Soat in der Ernte schlecht auSfallcn kann. Pflanzenkcankl die durch klimatische Verhältnisse oft sehr ^lark aufi wie z. B. der Rost bet Getreide, Blattläuse usw. nen bei vorherigen besten ErnteauSsichten zur starken Verminderung der ErnteertrSgc führen. Trotzdem kann Z. B. auch bei schwachem Stand der FcühjahrSsaat durch das Ausbleiben der geschilderten Schäden eine befriedigende Ernte zustande kommen. ES läßt sich also . ,^'0 M« b,e ®teau8fic$ten kein einigermaßen lictjfreB Urteil fällen. Viel hängt wohl von der Witte­rung in den nächsten beiden Monaten ab, aber die endgültige Entsäeldung kann nur zu guter Letzt nur dle ungestörte Reife und trockene Embringuua der Ernte bringen

vom 1. Juni und dem- nächst vom t. September 1917 bllden die Grundlage entscherdcnder Maßregel» auf dem Gebiet der Ec näh. rung«. und Jul ter Wirtschaft im neue« Ernte pahrc. Jeder Btehbesitzer muß genaue und vollständige .I«aben bel den Viehzählungen als eine besondere vaterländische Psttchl bclrachtct. Bet der Schätzung des » an Bodenerzeugniffe» können ohne Verschulden erhebliche Irrtümer Vorkommen. Unrichligc «gaben über den Viehbestand sind nur infolge Böswilligkeit oder grober J.h.läff gkclt möglich. Rach den Zählungen Sttchp.vben durch unvermutete Stall rcvisio- vorgenommen werden. Wo sich dabei falsche An- b °* ^i'hb's'vrrn ergeben sollten, müßlc gegen ^chrrldigen schärfstens elngcschrltten werden, denn ^hadtgen dadurch an ihrcm reit die sachgemäße gung de« vecccS und der Bevölkerung, schädigt auch ihre Rachbarn und BcrufSgenossen, denen ze ihrer falschen Angaben erhöhte Ltescrungcn legt werden müssen

skleäderg. Das Kreisamt ordnete an. daß alle in chen Anlagen. Gärten. Spiel- Golf, und Tennisplätzen mdenen Rasenflächen bis zum Aeußersten als Futter l e für das Vieh auszunuhen sind.

*V5cd0tten Jur bleibenden Erinnerung an ihre bei- er n rf'r- ! r? Cn öcm Vaterland geopferten Söhne hat der ForslmVffter und Landlagsabgeordnete Dr. Karl Weber und dessen Gattin einen Gedächtnishain gestiftet in dem fift jeben der gefallenen Krieger der Stadt Schotten eme gepflanzt wird. Die Söhne Dr. Webern erhalten A '" Ä gemeinsame Ruhestätte. Die Stiftung wird gleichzeitig bestimmen Kapital ausgestattet.

patentierte Oridinal-Reformkästen

Jb Qüd) ? brr ( 4 bhm JL t'eidgk M eitet

1

m

oa^Uollkommenste

zur geordneten, staub­sicheren Aufbewahrung von

Formularen, Akten,

SchneUhefterraappen,

Noten, Zeichnungen,

Katalogen, Waren usw.

Unentbehrliche»

Hilfsmittel für

Kaufmännische Büros, Behörden, Rechtsanwälte, Bankiers, Auskunlteien, Versicherungsgesellschaften etc.

Zum Zusammenbau vollkommener Schränke »

Einzigartig! Prospekte kostenlos durch die Unerreicht!

ForwuUMIandlung Mi» IW». 61«««». AML

Einige Schränke sind dort autgestellt und werden Interessenten zur Besichtigung derselben höflichst eingetadeo.

%0lb vechi

I. ' H

1 P

De

abc

tnfü

auf

öletallbcttcn

Holzrabmenmairayen. Äinbfrbrttrn Sisrnmödetfabrik. Cvfcf i. Tbüi

Wer verkauft fteßen netto ÄaNe

Schienengleise

bi^ zu 4000 m auch in

Jubbälle

auch einzelne Blasen, ferner

Tcuuisbälle

oder gebraucht, kaut» zu

neu

klein. Mengen, ferner i

Stahlmulden- JC ippwagen

von * * dis 1 chm Inhalt und 2 Lokomotiven da. zit. Angebote erbitten

|6«briiiifreicb«l<ir«n,J Sirassbura I. klr

hohen Preisen und erbittet Angebote

KchOpar Berg,

Nürnberg 19.

iy iumahgr Annordernug..

Holland. Bohnen «nnft Vklavze,

Kakao. Kaftee. Honig. Butter

Wer sich zu wieder billigerem Prelle baldm-glichst oersorger will, sende seine Adresse aus schmalen Streifen geschrieben und l.» Psg. möglichst in 8 Pig Marken für Offene an Ed. *»ibcr*, Nahrungen Perfand. Bambnrg \. Markthof

2-» schöne starke edete ree u. Remontant.

8 u 5 c h - R o s e n

in 5 10 2 ortet» und Farbe, sortiert noch meiner Wahl. Frei don 7/>0 Mk. Fm vorigen Fahrr ca. 1 ft000 Ltück versandt.

6 T»r$i«,rl«rt 12«

bsartenbau Bersaadgeschait.

Lustige Blätter

Durch w»»d«rr»oll« Bilder und packeodrii Lrx»

das humoristische Leibblaii

aller zeldgrane« uad Daheimgebliebe«-«! feläpokr- und Probt-Hbonncmtnt« »oaatlichr Mark 1,30 hei alle, Bvchhavblot»gea und Pofianstaltev. Verlag der Suseigen Vlätter in Berlin LW. 6^.

lvuri

vbgr nach

J PUU

J Ättf \ licht, J flöRf # btn ' ftUDf

I «eijc

J fulr

i

%