England und der Ll-Bootkrieg.
(Aus englischen Briefen - AuS den Reden der englischen Staatsmänner und Politiker, aus den Stoßseufzern der Handelsherren und Reeder, aus den Berichten, Anfragen und Anklagen der Zeitungen klingt täglich stärker und stärker die bange Sorge vor der Zukunft des Jnselreiches und die ohnmächtige Wut über dir durch keinerlei Maß nahmen auch nur einzuschränkende Wirksamkeit der deutschen U-Boote heraus. Sie können uns nur in der festen Zuversicht bestärken, daß da: Kampfmittel de:- U-BooteS England am Lebensnerv trifft und bereits jetzt, nach 3vS Monaten U-Dootkrieg. tödlich getroffen hat.
Noch unmittelbarer und krasser enthüllen sich
!e tatsächlichen Verhältnisse im (.'eben und in der ebensmittelpersorgung Englands in den vielen Brie .en, vie uns teils an der Front, teils beim ll-Bovt- krieg in die Hände fallen. In ihnen offenbart sich die schwere Not, unter der das Inselvolk. das Deutschland auSbungern wollte, jetzt selbst leidet, und die oon Tag zu Lag unaufhaltsam wächst. Wae auf Parlament-- und grtthstückSreden. was selbst in der Presse mit nachahmenswerter Selbstbeherrschung über das wie Feuer auf den Nägeln brennende Versorgung Problem trotz allem nicht gesagt wird und nicht gesagt werden darf, tu diesen zahllosen Briefen findet es seinen echtesten und wahrsten Ausdruck.
In einem Schreiben aus GrimSby vom 12. März
heißt eS:
„Gestern und heute sind nur 0 Schiffe im Hafen gewesen; Gott weiß, wo sie alle geblieben sind. Heute gab eS keine Kartoffeln auf dem Markte, alle Lebensmittel find knapp." In einem Briefe aus derselben Stadt vom 18. März heißt es: ,,Jhr erhaltet draußen nicht genug zu essen; es sieht sehr danach aus, als ob es uns bald ebenso ergehen wird. Alle Artikel steigen im Preise: wir haben große Mühe, Kartoffeln zu er- halten. Kate hatte überhaupt keine in der letzten Woche. George schrieb, zuweilen hätten sie nur je sechs Manu ein Brot Hier wird das Brot jetzt pfundweise verkauft, und zwar ist der amtlich festgesetzte Preis drei Pence das Pfund Tu kannst dir denken, daß eine Knappheit da ist, und wenige Lage können einen großen Umschwung Hervorrufen. Sieh, was in Rußland ln einer Woche voll bracht wurde!" In einem Brief vom 4. April heißt es u. ci.: „Gestern war ich an den Hafenanlagen. Hunderte von jungen und alten grauen waren beim Ausladen der Schisse tätig. Ls gab nur wenig Männer, dieselben sind sehr knapp. Nur kleine Fisck- ladungen waren angekommen, und Karfreitag steht vor der Tür. Ein „Rekord" an Knappheit in Fischen wird geschaffen." -
Seit fünf Wochen haben wir keine Kartoffeln mehr gehabt. Niemals sah ich solche Zeiten, wie wir sie jetzt durchmachen. Zwei Laib Brak kosten einen Schilling. und wenn ich unfern Jini nicht hätte, wüßte Ich nicht, was wir tun sollten." „L ist mit seinem Truppenteil ln Frankreich gewesen und hat alle Finger verloren," heißt es in einem anderen Schreiben, „es ist ein Jammer, und man gibt ihm auch nicht einen «enny Entschädigung." In einem anderen Brief aus Wimborne, DorfetS, vom 6. April heißt es: „Die Neuigkeiten lauten sehr gut, nur werden weitere 800 001) Mann bis Juli gebraucht. Man nimmt die Munitionsarbeiter aus den Betrieben. Wenn dieser Krieg noch viel länger dauert, dann weiß ich nicht, war wir tun werden, denn
unsere Nerven sind jetzt schwach "
Ein Bricfschreibcr aus Klington berichtet am 11. März: „Meine Mutter war den ganzen Vormittag fort, bekam aber nur etwas Koks. Infolgedessen vor suchte ich eS, Kohlen zu erhalten. Ich mußte eine Stunde lang ln strömendem Regen stehen und dann doch mit leeren Händen nach Hause gehen. Wenn der Krieg nicht bald beendet ist. werden wir wohl
gezwungeu sein, in eine verberge zu ziehen "
In einem Brief aus Tunoerkane vom 13. März heißt es: „Mit den Lebensmitteln wird eS jetzt furchtbar. Am KrtcgSmehl kann man verzweifeln." Andere
3NUft«fU<i IctiUn: Mir |Uc
beinahe um Kartoffeln!" — Longhborouah (IS-März): ) „Das Brot ist hart geworden wie ein Türklopfer. I Kartoffeln kann man für Geld und gute Worte nicht
bekommen." — Wandsworth-London (27. Marz): .Ster gehr es jeden Tag schlechter. Keine Kartoffeln, kein Zucker!" — Hurknell. Norrs. <30. März): „Die Lage
hier
ähnelt immer mehr einer Lungerenot." Klington lim April): ..Wir verhungern beinahe "
Tiefe kierne Auswahl von Briefstellen gibt ein an chauliche- Bild davon, wie England heute im Zeichen des hochentwickelten uneingeschränkten U-Boot- kricgeS lebt Und die schlimmste Periode steht erst unmittelbar bevor. England merkt jetzt den Krieg. Tie Folgen der versäumten Vorratswirtschaft und der jahrzehntelangen Vernachlässigung der Landwirtschaft kön- j neu durch Einschränkungen. Rationierung und plötz- ! lichen Mehranbau von Ackerfrüchten jetzt nicht mehr wettgemacht werden rn einem Lande, das zu fast vier Fünfteln auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln ange I wiesen ist. während wir und unsere Verbündeten im wesentlichen aus eigenen Füßen stehen.
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Berlin. 25. Mai. Neue 11-Bootssrfslge m Ar .attischen Ozean. im englischen Kanal und in vi Nordsee: 19 200 Brnttoregisterkouncii
Unter den versenkten Schiffen befanden sich n a.: ein Tampfer mit Kohlenladung von England, ein Seg ler mit Eisenladung und ein Segler mit Kakaobutter nach Frankreich.
Ter Chef des Admiralstabes der Marine.
Sie „hämmern" vergebens.
Tie deutsche Front ist nicht zu „zermürben".
Da die große Toppclosfenstve unserer Feinde ihre weitgesteckten Ziele — Durchbruch und Aufrollen un- serer Front — nicht erreicht hat, lautet jetzt die eng- lisch französische Prcsseparole: Abnützung.
Unter ungeheurem Einsatz von Menschen und Munition werden daher von beiden Gegnern immer neue 'Angriffe gegen unsere Stellungen unternommen, die jedoch des zeitlichen und räumlichen Zusammenhangs untereinander entbehren und daher von vornherein dazu verurteilt sind, den Angreifer mehr zu zermürben. als den Verteidiger, aber an der Gesamtlage nichts zu ändern.
Unsere Zermürbung soll angeblich schon Ende 191-1 begonnen haben. Aber wenn wir daraufhin einmal unsere Feinde betrachten, so finden wir von einem Zermürbungszustand mehr bei ihnen, als bei nnS. Man gedenke nur der Vernichtung der Serben, Mon- tenegriner, Rumänen, der Zersetzung des russischen .Heeres und des ganzen russischen Staates, die als Folgen unserer Siege angesehen werden müssen.
Schon hat der Zernn'irbungSkrieg die Franzosen dahin geführt, daß sie ihre Front dauernd verkürzen und den Schutz ihres Landes mehr und mehr den Engländern überlassen müssen. Auch diese wer- den noch einmal ähnliche Ersahrungen mit dem Ab nutzungskriege machen.
Tie Gedenktagsschlacht am Fsonzo
bat grauenhafte Formen angenommen. An dem Tage, da Italien vor zwei Jahren den Krieg begann, suchte man einen Steg zur Aufmunterung der Massen zu erzwingen. Tie Demonstrationen waren eingeleitet, zeigten aber keinen Schneid und keine Erfolge, die Massen blieben zu Hause. Tarauf ließen sich die Drahtzieher in Rom von Cadorna einen „Sieg" telegraphieren. ES handelte sich um die Räumung der Iamiano-Stellung durch die Oesterreicher. Das zog. Klein zwar war dieser „Steg", nur ein örtlicher Er- iolg. erzielt in Ueberrumpelung mit furchtbaren Opfern, aber den römischen Drahtziehern genügte er vollauf; sie machten sich schnell für die Kundgebungen einen Steg fertig und sandten ihn auf die Straßen. Ganz Rom, ganz Mailand waren schnell von einer großen
Menge belebt die st«, nach ss langer Enttäuschung, auch so herzlich freute Nun mußten die Trahtzieher aber diese Ankündigungen auch wahr machen. Dazu bedurfte ee fabelhafter Anstrengungen, und um derer- willen entbrannte dann unmittelbar vor Pfingsten die Schlacht am Isonzo noch einmal, -u fabelhafter Stärke. Mn welchem Verlauf, das sagt uns der Generalftad-be- richt.
Die Steuerschraube in England.
Trotz fabelhafter Soruera „schlechte Fiaanzlage-.
Auf allerlei Klagen im englischen Unterhause antwortete der englische Schab' und Schuldendewahrer Bonar Law. man müsse sich, wenn England sich in einer schlechten Finanzlage befinde, damit trösten, daß die Finanzlage Deutschland - noch viel schlimmer sei. Wenn der Krieg noch lange fortdauere, wa- leicht der Fall sein könne, so würde Enaland nur durch Zwangsmaßnahmen imstande fein, da- für die Fortsetzung de- Kriege- notwendige Geld oufju* treiben. Er würde nicht zögern, notwendigen Fatles zum Zwang überzugehen. Wa- die Klage der Reeder betreffe, so könne er sich damit rechtfertigen, daß er selbst Anteffle an 1s Schissen besitze und letzte- Jahr davon eine burchlchntttliche Tividendc von 47 Grsz nach Abzug der Krieg-gewinnKeuer erhalten habe. Tie Reeder seien ganz gerecht vehandelt worden.
T«bei wir- alle- knapp.
Japanische Erbsen wurden, nach .Hüll Daily Mail" vom 1. Mai, in der Londoner Produktenbörse mit 82 Pfund Sterling für die Tonne notiert Bor einem Jahre kosteten sie 18 Pfund Sterling.
..Imperialist". London, vom 28. April schreibt. Wahrend fast in allen Staaten Australien- eine gute Ernte cingebracht wurde, ist die Ernte von Neuseeland ein vollständiger Fehlschlag mir Bezug aus We!> zen und Hafer, welche durch Hitze und Dürre ruiniert wurden.
Tie Anbaufläche für Winterweizen in Kanada wird, wie „Birmingham Daily Post" vom 9. Mai meldet, auf 899 000 Acres geschätzt, d i. 18 Prozent »ocaiger als im Borgahre.
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Auch Frankreich.
Das guhrunternehmersyndikat in Parts stößt einen Notschrei aus. ES fehlt an tzaftr für die Pferde. Ta- Syndikat hat 3000 Pferde, der Pferdebestand ln Paris beläuft sich aus 30 000, die zum Hungertode verurteilt sind, da aller Haler beschlagnahmt ist. Er ist so knapp, daß er mit 82 Franken für 100 Kilo- gramm bezahlt wird.
Tie da draaßea lache«.
Japan hat von seiner Kriegsschuld, die zu ve- ginn des Krieges 142 Millionen Pfund Sterling nahezu drei Milliarden Mark betrug, bisher 330 Millionen Mark getilgt und außerdem ft Milliarde
an Rußland verliehen.
Norwegens Reeder find zuftteden. Die A. G Klosters Redert verteilt bet ihrer Auflösung 9000 Kronen auf jede Aktie von nominell 50Ö Kronen, also 1800 Prozent!
Allgemeine Kriegsnachrichten.
Tie englischen Halbwilde».
Die Nachkommen der nach Australien deportierten englischen Verbrecher, sodann die Abenteurer, die sich in Kanada zusammengefunden haben, scheinen ihren wahren Charakter mehr und mehr zu zeigen. Es wird gemeldet, daß besonder- australische und kanadische Truppen erbarmungslos deutsche Gefangene nie- vermachen. Von Setten der englischen Oberleitung wird hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern durch hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern dies Unmenschlichkeit durch entsprechende Propaganda noch gefördert. Besonders wird die maßlose Rachsucht der Offiziere hervorgehoben, die die Behandlung der Ge- sangenen vollkommen der Willkür ihrer Mannschaft überlassen. Bezeichnend für die Ansicht der EngÄw
Den Engländern entgegen!
«mrch dt» Mtcinwüste.
Bon Paul Schweder,
Kaiser!. O-man Kriegsberichterstatter.
Pr uns verbot sich dagegen die Benutzung dieser Leerstraße wegen der" Ge fuhr, von der englischen Flotte oelästigt zu werden, und das Meer selbst war diesmal den Türken ebenso wie uns verschlossen Es blieb also nur die Möalichkvit, mitten durch die Wüste einen Weg zu suchen. Von Hebrou bis zum Kanal sind etwa 300 Kilometer reines Wüstengebiet zu durchqueren. Völliges Wüstengebiet, das heißt ein Land von der Größe Preußens, ohne Baum, ohue Strauch, ohne sichtbare Wege, ohne Städte und Dörfer, nahezu ohne Wasser, ohne irgendwelche Nahrungomittelquellen. Und e- mußte durchquert werden, abwechselnd in glühender Sonnenhitze oder empfindlicher Nachtkühle, bet häufig und wolkendruchartig strömendem Regen während der winterlichen Expeditionen und in dörrenoer Hitze wah rend der regenlosen Periode Dazu wilde Sandstürme. HeuscbreckenüberfäUe. Mangel an allen und jeden Materialien, vor altem auch karthographischen Hilft Mitteln.
AUe Voraussetzungen ln dieser Beziehung wurden durch die harten Tatsachen über den Haufen geworfen. Es war vor allem so ganz anders, als wir e- in unserer Schulweisheit uns haben träumen lassen. Selbst die hart am Rande der Wüste ausgewachsenen und ständig tn unmittelbarer Berührung mit ihren Be wohnern, den Beduinen, lebenden Eingeborenen waren nicht recht unterrichtet Es blieb daher gar nichts andere- übrig, als zunächst mit einer AinaM gut ausgewählter Leute, darunter einiger Lande-kandiger. eine kleine Expedition zu unternehmen, die nahezu durch die ganze Sinaihaidlnfel ging. Was hierbei von einigen besonders kühnen und abenteuerlustigen Deutschen und besonders auch einem Oesterretchcr ge. leistet worden ist. könnte die Phantasie eines Karl May für einiae Bände neuer schöner Heldengeschichten begeistern, und er hätte eS dabei nicht einmal nötig gps »iHeuer Erfindung zu gestaltet». Tenn wir wissen.
daß die Engländer durch einige dieser Heldentaten arge Verluste erlitten haben, und daß dies nur möglich war. indem jene Männer ihr Leben wiederholt aufs Spiel setzten. Die Fahrten und Abenteuer unseres Mücke und anderer in allen Ehren, aber diese Kund schaiter haben auch nicht zu wenig für unsere gute Sache getan, unb eS ist ewig schade, daß >vir vor Beendigung diese- Weltkrieges nichts oon ihnen er- ählen dürfen, die für das Vaterla»id im Schatten ämpfen und sterben mußten.
Was die Ueberledenden aber helmbrachten, hat dann der ersten großen Expedition wertvolle Finger- zeige gegeben Ma» darf nicht vergessen, daß auch diese kleine Vorexpedtiion schon in Feindesland zll arbeitet» gezwungen war. daß die Bewohiter. die Beduinen. England untertan und daher uur schwer für uns zu gewinnen waren, ja sogar manchmal Verrat übten, und daß der Aufruf zum .heiligen Kriege" unter diesen Anhängern Mohammed- fast kein Gehör fand da sic meist rcIlr.ÖJ indifferent sind, wie ja denn überhaupt die Idee, den „Tschlhad" als Mittel zum Zweck zu benutzen, sich in diesem Weltkricae nicht recht bewährt oder doch wenigsten- nicht al- sehr erfolgreich erwiesen hat. Solange er nur im Bereich der Möglichkeit lag und als Schreckgespenst diente, war er unseren Gegnern gefährlich. Heute wissen sie. daß die Sinaibedutnen nicht wesentlich von der Bewegung mitgerissen worden sind.
ES mußten daher diese Elemente durch andere Mittel gewonnen werden, diese Nomaden, die in unserer romantischen Vorstelluna. noch genährt durch un- richtige Reiseschitderungen oder gar durch Märchen, erzählungen von der Art Karl May'scher Schriften allesamt Glauben-Helden und brave, tapfere Seelen sein sollten. Wir haben demgegenüber leider zum Teil sehr traurige Erfahrungen mit ihnen gemacht, wa- aber nicht hindert, es auszusprechen, daß auch gute und sehr brauchbare Elemente unter ihnen angetroffen wur- den. die unseren Aufklärungsabteilungen wertvolle Dienste leisteten Aber das englische Goldpfund hatte eine zu große Zauberkraft für diese armen Wüsten söhne, und dazu kam noch, daß sie als Soldaten Überhaupt nicht zu gebrauchen warsn, und al« Kund
schafter auch nur mit Vorsicht, da sie für Zahle, überhaupt kein Maß und über Zeit, Raum und Tinge sehr seltsame Ansichten haben.
Glänzend dagegen sind die Sinnesorgane der Br duinen entwickelt, vornehmlich ihre Augen, und bei den Märschen durch die Wüste leisteten sie uns damit vortreffliche Dienste. — In ihrer absoluten Abae schlossenbett von der Außenwelt haben sich die Beduinen ihre eigene Religion, ihre eigene Moral uni. überhaupt viele eigene und noch mehr eigenartige Ansichten von Welt und Leben gebildet, die. man oft nach monate-, oft erst nach jahrelangem Verkehr mit ihnen verstehen lernt. Unsere Forschung-rettenden find vielfach ganz offensichtlich sehr oberflächlich in ihrer. Studien auf diesem Gebiete gewesen. Es genügt kA- nesfalls, die Wüste ein paarmal zu durchqueren, wo möglich gar im Rahmen einer Eook-Retse. um hinter den Geist und die Auffassung der braunen Wüstensöhne zu kommen, und mancher unserer deutschen Feld- grauen hier unten weiß mehr von ihnen, al« dicke Bücher der Gelehrsamkeit zu erzählen wissen. ES 'st damit wie mit dem Orient überhaupt.
Alte Landeskenner, die ein ganzes Leben tn der Türket zugebracht haben, gestehen offen ein, daß die Seele des Orientalen sich dem Giaur Überhaupt niemals ganz entschleiert. Aber schnell begeisterte deutsch« Pro fessorcn. die in ihrem Leben ein einziges Mal mit der Bagdadbahn bis etwa an den Taurus gekommen sind, vielschreibende und noch mehr redende Blaustrümpfe, die in den französisch ftisierten Heimen der oberen ünfhundert StambulS oder im Pera Palace-Hotel die ehelmntfse der Muhammedanerseele, ihre wirtschaftlichen und politischen Absichten bet Tee und Kuchen zu ergründen suchen, die sogenannten AuSlandsftrr- respondemen gewisser Berliner Blätter, die mit Po temkinschen Expeditionen das Land zwischen BoSporuS und Suez einmal durchrast haben, ne wissen alles uitfc erzählen denen daheim Wunderdinge, während der hart ringende und kämpfende Feldgraue hier unten auch den letzten Dingen nachgeht und mit Schrecken sieht, was für falsche Vorstellungen emporwuchern, die trüber oder später zu unserem Schaden au-schlaßen


