Ausgabe 
26.5.1917
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Hietzener Weitung

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Verlag derGießener Zeitung", Gießen.

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Druck der Gietzencr Verlagödruckcrei, Albin Mein.

Rr. 44.

Telephon Nr. 362.

Samstag, den 26. Mai 1917.

Telephon Skr. 362.

29 Jahrg

Engländern und Franzosen große Verluste beigebracht und zurückgeworfen.

Die Tätigkeit der deutschen U-Boote im Steigen.

Amtliche deutfcbe Cagesbericbte.

wtb. Großes Hauptquartier, 23. Mai. 1917.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Bei Hulluch und Bullecourt wurden mehrere eng­lische Vorstöße, die durch starkes Feuer vorbereitet waren, abgewiesen.

Heeresgruppe deutscher Kronprinz.

An der Aisne- und Champagne-Front hielt sich vormittags die Kampstättgkeit der Artillerie in mäßigen Grenzen. Nachmittags setzte nach plötzlicher Feuerstei­gerung von der Hochfläche von Paissy bis zum Walde von La Bille aux Bois starke französische Angriffe ein, die bis zum Abend mit großer Hartnäckigkeit wieder­holt wurden. In zähem Nahkampf und durch kräftige Gegenvorstöße hielten bayrische, hannoversche, nieder- schlesische und posenrr Regimenter, ihre Stellungen gegen mehrmaligen Ansturm und warfen den Feind zurück; erbitterte Handgranatenkämpfe in einzelnen Grabenstücken dauerten nachts an. Dem weichenden Feinde fügte unser Feuer erhebliche Verluste zu. Die Franzosen haben durch das Scheitern ihres Angriffs eine blutige Schlappe erlitten.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

An der Lothringer Front und im Sundgau wurden feindliche Erkundungsabteilungen vertrieben.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei kräftigem Wirkungsfeuer beantworteten wir das in mehreren Abschnittennuflebende Feuer, der russischen Artillerie.

An der

Mazedonische Front

war bet Sturm und Regen die Gefechtstättgkeit gering.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.

*

Berlin, 23. Mai, abends. Im Westen und Osten keine größeren Kampfhandlungen.

»

Berlin, 23. Mai. Neue U Bootsersolge im At­lantischen Ozean: 22 500 Br-Reg. T. Unter den ver­senkten Schiffen befanden sich u. a. 3 große bewaffnete Dampfer und eine U Bootfalle in Gestalt eines etwa 3000 Tonn.n großen Dampfers, deren Kommandant gefangen genommen wurde..

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

*

wtb. Großes Hauptquartier, 24. Mai 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bei Wytschaete und auf beiden Scarpe-Ufern war die Feuertätigftit bis in die Nacht hinein lebhaft; auch südlich der Straße CambraiBapaume und bei St. Quentin nahm sie Zeitweilig zu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin des Domes erreichte der Artillerie­kampf bei Brahe und Craonnclle nachmittags große Stärke. Vor Einbruch der Dunkelheit griffen die Fran­zosen westlich des Gehöftes Froidmont und etwa gleich­zeitig auch bei der Mühle von Vanclero an. An beiden Stellen wurden sie verlustreich abgeschlagen. Am Winter­berg unterband unser Vernichtungsfeuer die Durchführung eines sich vorbereitenden Angriffs. In der Champagne war die Kampstätiakeit der Artillerie zwischen Nauroy und dem Suippcs Tal in den Abendstunden gesteigert.

Heeresgruppe Herzog Albrecht

Im Walde von Apremont brachen Sturmtrupps eines rheinischen Regiments in die französische Stel­lungen und kehrten mit 28 Gefangenen und 3 Minen­werfern zurück.

Gestern wurden 10 feindliche Flugzeuge und ein Fesselballon zum Absturz gebracht. Leutnant Schäfer schoß seinen 28. und 29. Gegner ab; Leutnant Voß erreichte durch Abschuß eines Feindes die gleiche Zahl von Luftstegen. Am 21. und 22. haben die Eng­länder und Franzosen. 5 Flugzeuge im Luftkampf und durch Abwehrfeuer verloren.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

An mehreren Stellen der Front lebte die Gefechts- tätigkeit auf. Oestlich von Tuckum (nahe der Ostseeküste) wurden russische Erkunder vertrieben.

Mazedonische Front:

Keine wesentlichen Ereignisse.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.

Berlin, 24. Mai, abends. Erhöhte Artillerie­tätigkeit ist nur aus der westlichen Champagne gemeldet

. »

Berlin, 24. Mai. Neue U-BootSerfolge im At> lantischen Ozean und nördlichen Eismeer: 19000 Br.- Reg.-Tonnen. Unter den versenkten Schiffen befand sich eine Anzahl bewaffneter russischer Dampfer von England nach Rußland. Von einem wurde das Geschütz erbeutet. Ferner wurden mit einem Dampfer 5700 Tonnen Kohlen für die italienische Regierung versenkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

.

wtb Großes Hauptquartier, 25. Mai 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Wytschaete-Abschnitt und nordöstlich Armen­tieres stießen nach starker Feuerwirkung englische Eckund­ungsabteilungen vor. Sie wurden im Nahkampf zurück­geworfen. An der Artois-Front nahm abends das Feuer zu, vornehmlich nordwestlich Lens und bei Bul­lecourt. Bei Loos drangen englische Kräfte in unseren vordersten Graben, aus dem sie durch Gegenstoß ver­trieben wurden. An einer räumlich begrenzten Stelle wird noch gekämpft. Nordwestlich von Bullecourt sind Vorstöße mehrerer englischer Kompagnien vor unserer Stellung gescheitert.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich von Craonelle und westlich der Straße Corboeny Pontavert brachen abends nach lebhaftem Feuer einsetzende Teilangriffe der Franzosen verlustreich zusam­men In der westlichen Champagne war die Kampf­tätigkeit der Artillerie gesteigert.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Keine wesentlichen Ereignisse.

*

Der gestrige Tag kostete die Gegner 10 Flugzeuge, die im Luftkampf und durch Abwehrgeschütze zum Ab­sturz gebracht wurden.

Auf dem

Oestlicheu Kriegsschauplatz

und an der

Mazedonischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf.

*

Berlin, 25 Mai. Eines unserer Marineluftschiffs- geschwader, unter Führung des Korvettenkapitäns Straffer, hat in der Nacht vom 23. zum 24. Mai die befestigten Plätze Südenglands: London, Sherneß, Harvich und Nor- wich mit Erfolg angegriffen. Alle Luftschiffe sind trotz der vervollkommneten feindlichen Abwehrmaßnahmen ohne Verluste und ohne Beschädigungen zurückgekehrt.

Der Chef des Admicalstabs der Marine.

m

Berlin, 25. Mai, abends. An der Artoisfront, längs der Aisne und in der westlichen Champagne Feuer- kampf wechselnder Stärke.

Im Osten nichts Wesentliches.

»

Berlin, 25. Mai. Neue U-Bootersolge im At­lantischen Ozean, im englischen Kanal und in der Nord­see: 19200 Bcuttocegistertonnen.

Der Chef des Aomiralstabes der Marine.

Die Goldankaufsstelle

ist am 26. und 29. Mai geschlossen.

Gelöbnis.

In Treue fest!

Im Glauben stark!

Trotz Krieg und Not:

Deutsch bis ins Mark!

Wir bleiben Stahl,

Wenn alles bricht:

Dem Kaiser Heil!

Wir wanken nicht!

Hermann Böning

fl«* Reffen.

Bestimmte Züge des Nahverkehrs sind fortdau ernd namentlich Sonntags so stark überfüllt, daß vielfach Reisende in größerer Zahl nicht haben befördert werden können. Der starke Andrang zu diesen Züg^n ist nach Unseren Beobachtungen mit auf die zahlreichen Reisen zurückzuführen, die von den Anverwandten der zum Heeresdienst Eingezogenen zum Besuche in den Garnisonplätzen unternommen werden. Wiederholt ist in Bekanntmachungen hervocgehoben worden, daß z. Zi. alle verfügbaren Betriebsmittel in erster Linie zur Be­friedigung des Rüstungs- und Gütcrverk"hrS dienen müssen und alle nicht unbedingt nötigen Reisen unter­bleiben sollten. Vaterländische Pflicht ist es, daß auch die erwähnten Besuchsceisen auf das unumgänglich nötige Maß beschränkt werden.

* Der Hessische Kandesverein für Krieger- Heimstätten» der nach unmittelbar bevorstehendem Abschluß seiner GründungSverhandlungen nunmehr in seine sachliche Tätigkeit eingetreten ist, begegnet über­all lebhaftestem Interesse. Besonders erfreulich ist cS, wie diese rege Anteilnahme bereits in zahlreichen Fäl­len Anlaß gegeben hat, daß dem Verein zur Förderung seiner Zwecke erhebliche Spenden zu Teil geworden sind. Namentlich in den Kreisen unserer Industrie und un­seres Handels kann sich der Verein tätiger und hilf­reicher Unterstützung erfreuen. AuS Mainz wird z. B. mitgeteilt, daß dort von der Firma Dyckerhoff L Söhne Portlandcementfabcik zu Amöneburg, die namhafte Schenkung von 10000 Mk. und ebenso von der Firma Louis Busch zu Mainz (Rheinallee) eine Stiftung von gleicher Höhe gespendet worden ist. Zusammen mit zahlreichen Gaben geringeren Betrags werden diele dankenswerten Zuwendungen dem Verein bei seiner Ar­beit eine wertvolle Hilfe sein.

Die Kahlenversorgnng Die Abgeordneten Ade­lung und Dr Schmitt richten folgende Anfrage an Großherzogltche Regierung: Wie beabsichtigt die Groß herzogliche Regierung die Kohlenversorgung im laufen- den Jahre für das ganze Land zu regeln? Welche Schritte hat die Großherzogliche Regierung getan, oder gedenkt sie zu tun, um eine Wiederkehr der Kohlennot im Winter 1917/18 zu verhindern? Ist insbesondere die Errichtung von Kohlenausgleichstellen beabsichtigt und gegebenenfalls in welcher Weise: örtlich oder zen­tral für das ganze Großheczogtum? Sollen den ein- zelnen Kohlenausgleichstellen die Kohlenverleilung für alle Arten des Bedarfs (gewerbl. Bedarf, Kleinverbrauch und Hausbrandbedacf) zugewiesen werden, oder ist eine Teilung beabsichtigt? Beabsichtigt die Großherzogliche Regierung nicht, in Zukunst bet allen Besprechungen und Beratungen, die im Großherzoglichen Ministerium des Innern oder auf Veranlassung des Ministeriums mit Behörden und Berufsvertcetungen oder Interessen­ten gepflogen werden, Vertreter der Städte hinzuzuziehen, die doch im abgelaufenen Jahre in allererster Linie die nötigen praktischen Erfahrungen in der Bekämpfung der Kohlennot zu sammeln in der Lage waren?

Da« einer Verbindungsbahn zwischen dem östlichen und westlichen Sayern quer dnrch den hessischen Odenwald. Hierzu richteten die Abgeord­neten Köhler und Dr. Stephan folgende Anfrage an die Zweite Kammer: Der dringlichen Anfrage des Ab. geordneten Wiegand vom 13. Mai 1917 schließen wir uns an und machen dieselbe hiermit zu unserer eigenen. Der hessische Staat und insbesondere auch die durch uns vertretene Stadt Worms haben das größte Jnteress daran, daß, wenn eine neue und kürzere Bahnverbine