Ausgabe 
26.5.1917
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bon Kriegsgefangenen völlig der *?** Tangers preisgegeben ist, ist das Ver­halten eines Engländers, der am 8. Mai an derArraS- j^orrt gefangen wurde. Er bat darum, daß seine Brief­tasche frtnem Bruder und sein Geld dem Roten Kreuz SK« möchten. Nur sein Taschentuch

woute er behalten, um sich damit die Augen bei der bevorstehenden Erschießung verbinden zu können. «LaS fur Greuelgeschich-ten mögen dem armen von der Gefangenenbehandluna. der Deutschen ^L^orden sein. Auch bet der Vernehmung der tm Avril in der Arrasscklacht gefangenen Engländer fisl ein kennzeichnendes Licht auf die englische Auf­fassung von Gefangenenbehandluna. Die Gefangenen leäten bei der Durchsuchung bereitwilligst Uhr und Geld « v Sie betrachten es als selbstverständlich, daß ihnen .Privateigentum abgenommen wird, da ja auch sie jeder- den Gefangenen alle Wertgegenstände abnehmen. Die chinesischen Kulis in England.

, lrl 23; April fand in der mittelenglischen Jndu-

Nrs» .L

Wrnhen vorher eine Anzahl Belgier die 'Arbeit nie- sie zur Strafe an di- Front geschickt 'hrer wurden etwa 100 Chinesen ei,r- aestellt. Die Engländer aber wollten mit den Chine- Zusammenarbeiten, und so waren fortgesetzt Schlägereien an der Tagesordnung. Am 23. April entstanden, nachdem die Chinesen, die Arbeitsstätte ver- Men hatten, kurz hintereinander lOExplosionen. Dann b"<h ein gewaltiges Feuer aus, bet dem 7 Frauen und llMänner verunglückten und die angrenzenden Schup- ^>en in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei den Lösch arbeiten, die I Tage dauerten, kamen 5 Fenerwelirleute ums lieben. Da man den Chinesen schuld gab, die Expwsion aus Wut nder ihre schlechte Behandlung durch «^^"bländer verursacht zu haben, wurde sofort nach Ausbruch des Feuers aus die Chinesen Jagd gemacht Polizei hatte die größte Äühe. sie vor den Mißhandlungen des Volkes zu schützen.

Uncle Sam abgesperrt?

Ter LondonerDaily Telegraph" meldet: Seit vem 1. April ist kein amerikanisches Munitionsschiff mebr in englischen Häfen eingelaufen. England über­nahm einen großen Teil der MunitionserZeuguna für Italien wegen des großen dort herrschenden Man­gels an Kohlen.

Lloyd George macht in Optimismus.

Im englischen Unterhause hat am Freitag Lloyd George, der Premierminister, behauptet, England habe große Fortschritte in der U-Boot-Be- kämpfung gemacht; das zeige sich in derbeträcht­lichen Verringerung der Verluste".

* Un r n tn ber französischen Kammer jagte der Admiral Lacaze, osfenbar in Verbindung mit England: Unsere Feinde haben behauptet, daß sie England und Frankreich zwingen würden, sich auf Gnade und Un­gnade zu ergeben. Ich habe erklärt und wiederhole ipfrb!" Dte Unterseebootgesahr uns nicht zwingen

Abwarten!

D-cr Riß im russischen Heere kommt durch eine Meldung aus Petersburg deutlich Ter Offizierkongreß hat mit 265 gegen 246 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der alle russischen Offiziere aufgefordert werden, den re­volutionären Soldaten und Arbeitern die Bruderhand zu reichen, um einmütig die durch die Revolution errungene Freiheit zu befestigen. Gleichzeitig ersucht der Kongreß, die provisorische Regierung zu unter­stützen.

Fast die Hälfte des Offizierkongresses will also von der provisorischen Regierung nichts wissen. Frie­densstimmung herrscht unter den Offizieren indessen auch nicht; denn nach derselben Depesche stimmte der Kongreß mit Begeisterung einem Tagesbefehl Kerenskis zu, der die Offensive des Heeres fordert.

Rußlands Soldatenrechtc.

Ter neue russische Kriegsminister Kerenskt hat einen Tagesbefehl erlassen, der die Inkraftsetzung der Soldatenrechte verkündet. Ter Tagesbefehl umfaßt 18

f aragraphen, deren wichtigste betreffen: Freiheit der oldaten, sich an jeder beliebigen Vereintau ng zu beteiligen, Gewissensfreiheit und Freiheit der politischen Ansichten; Ermächtigung, außerhalb des reiche Kleidung zu tragen. Para­graph 12 schafft den pflichtmäßigen militärischen Gruß ab und macht ihn zum freiwilligen. Paragraph 14 setzt fest, daß keine Militärperson ohne Urteil einer -Strafe unterworfen werden kann; jedoch haben wäh­rend kriegerischer Unternehmungen die Führer das Recht, aNe Strafmaßnahmen gegebenenfalls mit An­wendung von Waffengewalt gegen Untergebene zu ergreifen, die ihre Befehle nicht aussühren.

Englische Teuerung.

Zufolge einem Londoner Telegramm wurde im Unterhaus mitgeteilt, daß die Preissteigerung der Lebensmittel 98 Prozent betrage; Zucker sei um 172 Prozent gestiegen. Schuld sei neben dem Mangel auch der Wucher.

Das Lügenthema der chemischen Leichenverwertung im neutralen Licht.

Die schwedische ZeitungVidi" in Göteborg vom 16. Mai schreibt unter dem TitelKannibalen" zu einem Artikel derDaily Mail", in dem das Lügen­thema der chemischen Leichenverwertung durch die Deutschen behandelt wird, wörtlich:

Ten Höhepunkt der Roheit in dieser totalen Bankerotterklärung der englischen Ver­nunft bezeichnet ein Artikel in derDaily Mail", in dem gefragt wird, ob der Wunsch Kaiser Wilhelms, den Leichnam des Fliegerprinzen Heinrich Karl nach Deutschland zurück^ubekommen, darauf beruht, daß er aus ihm alle die in ihm enthaltenen Essenzen für den exklusiven Gebrauch seiner Schweine in Potsdam extrahieren lassen will"."

Dem Urteil des schwedischen Blattes ist nichts hinLuzufügen.

|[f rv O * 9

" Im Englischen Unterhause brachte Abg. Tr Lynch einen Antrag auf Abschaffung der Mon­archie ein.weil dynastische Einflüsse eine der Kriegs- zrrsachen sind".

h-, » Island gibt Pässe nur an solche k,ei,streben, ven Aussen, die als Bierverbanvssreunde bekannt sind.

* 5". n ! u l russische Kriegsminister Kerenski fiat

angeordnet, daß jedem Soldaten die Möglichkeit qe-

twle n !! n erten f011, 4 Monaten Offizier zu

J.®?* Serfafjren gegen Me Satin wegen Landes­verrats ,oll ,nlebensgefährlicher" Form wieder aus- genommen werden.

*

Weitere 70 000 Tonne».

L'nXSi? ^ Tätigkeit unserer U-Boote sind auf nördlichen Seekrtegsschauplätzen weitere 70 000 Bruttoregistertonnen vernichtet worden. Unter den ver­senkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Tran'portdanrpferFarley". Unter den Ladungen der Fahrzeuge befanden sich Kohlen, hauptsächlich Lebensmittel und Farbholz.

nur Mai hat eines unserer Unterseeboote im

Ozean den 6360 Tonnen großen englischen HilfskreuzerH i l a r y" versenkt. "

I 0 . ^ russische Seeflugstation Lebara wurde am ^ ^4. Mai frühmorgens ausgiebig mit Bomben belegt, ^ stark feuernden feindlichen Abwehrbatterien wurden durch Bombenabwurf zum Schweigen gebracht.

Ter Chef des Admiralstabes der Marine.

Entlastungs-Offensive in Mazedonien?

. )f; d ' bulgarischer Heeresbericht vom

Mazedonisch- Front: An der unteren Struma und im Abschnitt zwischen dem Butkovo- und Tahinos- ,ee heftiges Artilleriefeuer, das gegen Abend im nörd- ltchen Teile der Ebene von Serres große Gewalt an- Hi? ^ .gen 9 Uhr abends versuchten starke feind­liche Erknndnngsabteilungen südlich von Erneköj vor­zugehen, wurden aber von unseren Vorposten vertrie- den. Auf der übrigen Front das gewöhnliche Ar- ullerieseuer. das nur nördlich von Bitolia und im Eernabogen zeitweise größere Stärke annahm. Feind­liche Erkundungsabteilungen versuchten nördlich von Bitolia und in der Gegend von Moglena vorzudrin­gen. wurden aber durch unser Feuer vertrieben. Bei Serres schoß unsere Artillerie ein feindliches Flua- ! zeug ab, das hinter den feindlichen Linien niederfiel.

Rumänische Front: Bei Jsaccea und Tulcea ver­einzeltes Geschützfeuer, östlich von Mamndia Gewehr- seuer.

Politische Rundschau.

:: Kei» «nbinden bei strengem Arrest. Wie mitgeteilt ivird, hat der Kaiser beim Vortrage bestimmt, daß die Vollstreckung des strengen Arreste- durch Anbinden in Fort­ran kommt.

:: Der neue päpstliche Nuntius. Der neue päpst­liche Nuntius, Monsignore Tr. Paeelli, ist in München emgetroffen. Er stattete dem Staatsminister Tr. Gra­fen v. Hertling einen Besuch ab und wird am Diens­tag vom König von Bayern in Antrittsaudienz Zwecks llebergabe eines Handschreibens empfangen werden.

* *

Portugal Tie englandfreuudliche Negierung siegte.

* Die Hungerkrawalle sind erfolgreich ntedergworfen, oie Negierung hat mit ihren englischen Maschinengewehren üU Armengesättigt". Nach der Erörterung der Kra­walle nahm dte Kammer gehorsam mit 66 gegen 18 Stim­men eine Tagesordnung an, die der Regierung darVer­trauen" ausspricht. Die Ruhe ist in Lissabon wiederher­gestellt. Da- Volk hungert und schweigt.

b :*\ b t ,e Wtere Ernte der Ressel zur Verarbeitung als Faserpflanze beeinträchtigt werden würde, Zu­gleich verkündet sie:Es gibt eine große Anzahl wild­wachsender Pflanzen, die in gleicher Weise als Gemüse verwertet werden können, wie z. B: Schafgarbe, Wald­erdbeeren. Brombeertriebe usw. Die Brennesselfasern orauchen wir dringend für unsere Kriegswirtschaft." LaS stimmt alles, wird aber wenig Eindruck machen, wenn das Vieh nach Futter schreit. Wichtiger wäre I ÜwJ? on cm n,enn bie Nesselernte gründlicher organisiert würde. Wenn z. B. die Schüler die Sache in die Hand nähmen, könnte da viel geschehen. Mancher Land- öer die Abernte dieses Unkrauts um Geld zu wppisch findet, würde gerne bereit sein, sich dieser Ha"?»? aöe oh"? Entschädigungen zu entledigen, wenn sie ihm ^von Schulkindern weggeholt würde.

deutschen Tee. Unsere Vorräte an nt>l ^ e 2 l Bohnenkaffee und Tee sind so gut wie . Ein warmes, bekömmliches, dazu schmackhaftev Getränk gehört aber zu den notwendig­sten menschlichen ^ Bedürfnissen. Da bietet sich nun m den gegenwartrgen FrühÜngSwochen eine Fülle von Pflanzen un» dar. deren zarte Frühlingöblätter im getrockneten Zustand als einwandfreier Ersatz für den auslandrslxel. Tee verwandt werden können. Gesan- E Werden müßten in den nächsten Wochen: dte jun­gen Blatter der Brombeere, Erdbeere und Lrimbeere

(Schlehenstrauch )und deS Weißdorns Ullcht die ^Blüten), der Heioel- und Preißelbeere, des Weidenrövchens, der wtlden Rose (Heckenrose), des Wal- nußbaumeS, der schwarzen Johan^sbeere, der Kirsche der Ulme und der Eberesche. Jedermann ist in der Lage, auf einem einzigen Frühlingsspaziergang den für den Jahresbedarf einer Familie erforderlichen deut- chen Tee zusammenzubringen und so dte Ausgabe

für den in Handel gebrachten deutschen Tee, "für den ^ vorigen Winter Preise von weit üöer 2 Mk.

Aus aller Welt.

** Ein schweres Explosionsunglück hat sich in B o - lovec (Böhmen) ereignet. Es brach in den dortigen Munrtionswerkstätten ein Brand aus, der zur Erplo- sion mehrerer Objekte dieser Anlage führte. Eine be­deutende Anzahl der in den Werkstätten beschäftigten Personen wurde getötet oder verletzt. Tie Zahl der geborgenen Leichen beträgt 13; es ist jedoch zu fürch­ten, daß noch etwa 50 Tote unter den Trümmern der zerstörten Arbeitsräume liegen.

A Vrgt» die Fencrsgefahr, dte sich bei der Trocken- seit dieses Monats als besonders gefährlich erwiesen hat ind stellenweise scharfe Bestimmungen getroffen worden. Vor allem geht dar Rauchen an. So hat das Generalkom­mando Altona, dessen Bezirk in den letzten Tagen überall eon den vielen und zum Teil verhängnisvollen Moorbränden heimgesucht wurde, u. a. angeordnet:Das Rauchen in oorsten, Wäldern, Heiden und Mooren einschließlich aller hindurchführenden öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, owie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in .inem Abstand von dreißig Metern wird für die Zeit bis 31. Oktober verboten". Daneben trifft dieselbe Stelle dann scharfe Maßregeln gegen dteWandervögel". Diesen schreibt sie vor:Verboten ist weiter für dieselbe Zelt das Anlegen eines Feuerherdes, wie cs namentlich Touristen, Wandervögel u. a. zu tun pflegen, in Forsten, Wäldern, Heiden und Mooren, einschließlich aller hindurchführenden , öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, sowie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in einem Abstande von ; hundert Metern. Verboten ist schließlich die Aufnahme oon Wandervögeln und Touristen zum Zwecke des Ueber- nachtenS in Scheunen, Diemen, Ställen, Bodenräumen oder ähnlichen Gelassen, die rur Lagerung von Warenvorräten oder von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bestimmt sind."

A Brennesseln. Biehsutter oder Gespinsthafer?! Da wohnen wieder einmal zwei Seelen in der Brust des braven Deutschen. Von vielen Seiten ist erneut darauf hingewiesen worden, daß die Nessel ein vor­zügliches Gemüse ist und in jungem Zustande auch als Biehsutter dienen kann. Das stimmt, und da die Nesselbesttzer ganz sicher dieses böse Zeug gerne los sein möchten, das Brüllen und Grunzen des Viehes nach Futter manchem sehr unerträglich, wie ein bißchen Mahnung an sonst nie versäumte Pflicht, so gewinnt die Viehhalterseele im Landwirt vielfach die Oberhand Aber die Gespinsthaferproduzentenseele meldet sich bei dieser Berfütterung schnell zum Worte. Sie macht darauf aufmerksam, daß, da der Pflanzenwuchs infolge der ungünstigen Witterung im allgemeinen in Deutsch­land sehr zurückgeblieben ist, eine derartige Ernte oer jungen Nesieltrtebe nicht empfehlenswert ist, weil da-

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| für das Pfund gefordert wurden, zu sparen. Beim

dürfen nur Blätter (.licht ganze Triebe) ^pflückt werden. Holzige Teile unter dem Tee be­einträchtigen den Geschmack sehr. Die einzelnen Arten müssen zunächst getrennt gehalten werden, doch kann man ruhig Brombeer-, Erdbeer- und Himbeerblütter Schwarzdorn-, Weißdorn- und Heckenrosenblätter, Hei-' delbeer- und Prcißelbeerblätier zusammenbringen. Las gesamte Material muß daheini in einem lustigen, trok- kenen Ramn, der nicht direkt den ganzen Tag von der bestrahlt wird, auf sauberer Unterlage in dünner Schicht ausgebreitet werden. Unbedingt notwendig ist ein hau,iges Umwenden des Materials. Wer Über eine Darre verfügt, kann das Material auch künstlich trocknen. Jedoch muh die Anwendung von zu ftacrer vermieden werden (höchstens 50 Gra d). '

Scherz und Ernst.

tf Tic Miickcnpla^c ist in diesem Jahre gegen früher aus einen ganz anderen Boden gesteNt. An der Ostsee z B war in den letzten Jahren die Mückenplage derart, daß es unmöglich war, sich in der Nähe stehender Gewässer, die stch bekanntlich ganz besonders für die Fortsetzung der Stechmücke eignen, an der Küste aufzuhalten. Infolge des strengen Winters find nun viele Stechmücken erfroren, lodaß die Befreiung von der Stechmückenplage als eine Wohltat empfunden wird. So hat der strenge Winter auch anderswo die Menschheit von diesen unerträglichen Plagegeistern befreit. Leider aber nicht überall. Der strenge Winter mit seinem starken Schnee brachte in der Zeit der Schnecschmelze für die Flußniederungen Hochwasser, das in. folge feiner Stärke an allen Ecken und Enden Tümpel entstehen ließ. Tiefe haben sich als schlimmste Brutstätten für die lästigen Mücken erwiesen und einzelnen Gegenden eine allerschlimmste Mückenplage gebracht. Mittel da- gegen gibts leider nicht. Geduld ist da die einzige Abwehr- möglichkeit. i ! f f j£j

tk. Für Blnmenpächtcr hat ein Leser folgende Rat- schläge auf Lager: Gepulverte Kohle, wenn sie oben auf die Erde der Töpfe gedeckt wird, dient dazu, die rote Farbe der Blume schöner und lebhafter zu machen, na- mcntlich bet bei Rosen, Petunien usw.

_ Die Anwendung dieses HülfSmittels schadet nicht» und kostet auch nichts. Da wird vielleicht mancher die Anwendung versuchen. Es würde sich dabei um die Auslaugung der Kohle handeln.

tt Tic Bauern und dieDorf-Intelligenz". Die ruf- slsche Revolution zeitigt seltsame Erscheinungen. Einem Artikel ln denRußkija Wjedomosti" von A. Petrischtschew, einem gründlichen Kenner der Agrarfrage, entnehmen wir folgende Feststellungen: Das Tambowsche VerpflegnngS- komitee ist ernstlich beunruhigt über die traurige Tat­sache deS Mißtrauens der Landbevölkerung gegen dieDorf- l intelligenz": die Lehrer, Agronomen, Postbeamten. Die Bauern erblicken in ihnen Anhänger des alten Regimes,

[ da sie ja noch von der alten Negierung ernannt seien. An einigen Plätzen zeigt sich auch eine feindliche Haltung den Kooperativen gegenüber, die auch eine Einrichtung des alten Rußlands feien. Tie Gemeindeversammlungen haben sogar in einigen Fällen die Verwaltungen der Kooperative, abgesetzt. Die neue Regierung setzte im Gegensatz dazu auf die Unterstützung der Lehrer, ganz besonders aber auch, der Kooperative, große Hoffnungen.

tk-cnpflanzchen als Spinat. Als Ergänzung für unsere Ernährung eignen sich vorzüglich die verzogenen Rübenpflänzchen, welche hauptsächlich als Spinat benutzt Werden können. In allernächster Zeit wird mit dem Ver- ziehen der Rüben begonnen werden, und es mutz auf jeden Fall verhindert werden, daß die überzähligen Pflänzchen Wie in früherer Zeit achtlos fortgeworfen werden. Durch das Sammeln derselben dürste eine ungeheure Menge Spinat-Ersatz gewonnen werden, welcher gerade jetzt zur Zeit des Frühgemüses wegen seiner Billigkeit äußerst er. Wünscht ist. Die Abnehmer werden gern bereit sein, für Verpackung, Anfuhr zur Bahn oder sonstige Unkosten eine kleine Vergütung zu gewähren. Jedenfalls ist äußerste Eile nötig, da die Pflänzchen sofort nach dem Verziehen der menschlichen Nahrung zugeführt werden müssen.

Humoristisches.

,7 ev Mlkverungsgruttd. Richter: Sie sind also ge­ständig, aus dem Keller des Wirtes fünf Flaschen Wein entwendet zu haben? Können sie einen MilderungS- gru.ld cugeben? Ang^ iagter: Ja. sxit- Justiz, de SSten raor so sur, bat he ntt to supen weer.

Aus der Inftruktionsstundc. Unteroffizier: WaS ist Rapport, Meyer? Meyer: Rapport ist, wenn ich Jv.-mifcfi, was ich gesehen Hab', und aec.tos Vurar.: schreit: So ein saudummes Rindvieh hät? ec sein Leb­tag noch nicht gesehen.

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