Ausgabe 
17.2.1917
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

ff

Der Cndzwetkampf zwischen Deutschland und England.

44

So bezeichn« der Leitartikel des Londoner ,^bser- oer" vom 28 . Januar, also einige Tage vor Verkün­digung deS ungehemmten deutschen U-Dootkrieges, den jetzt Ansetzenden Abschnitt des Weltkrieges.

Dies« Zweikampf wird, jo schreibt daS Blatt, für daS Mngen zwischen den beiden wetteifernden Mächte- und Bölkergrnppen bestimmend sein. Er wird jedes andere Ziel des Krieges entscheiden.

ein halbes Jahr durchhalten.

Der neue U-Bootkrieg ist Deutschlands letzte Hoff­nung. auf ihn werden ungeheure Anstrengungen und Scharfsinn gerichtet. Dieser Endlauf im Kampfe um die See ist das außerordentlichste Ringen zu Wasser in der ganzen Geschichte. Seeherrschaft bedeutet die BeHerrschungen der Verbindungen zur See. Ob diese nun gesichert oder angegriffen werden durch Schlacht­flotten, Unterseeboote oder andere Fahrzeuge, das We­sen der Sache, die auf dem Spiele frehr. ist das gleiche, der Einsatz derselbe. Ob wir nun den neuen U-Boor- feldzug unmittelbar zerschmettern oder ihn durch Schiffsbauten übertrumpfen oder ihn überdauern durch Beschränkung unserer Einfuhren und Vermehrung un- s«er Jnlanbsvorräte, oder ob wir den endlichen und endschetdenden Erfolg durch Anwendung aller dieser Mittel zusammen erreichen wir zerschmettern den letz­ten deutschen Plan, zerstören die letzte deutsche Hoff­nung und sichern uns den Gewinn des Krieges für alle Ziele dev Verbandes. Wir können und wir wollen es tun. Aber wir können es nur durch eine nach­drückliche. eine furchtbare nationale Anstrengung, die sofort den Höhepunkt ihrer SchafsenSgewalt erreicht und

daS nächste halbe Jahr hindurch, ohne nachzulassen, durchgehalten wird. Wir geben hier nicht die An­

sicht eines Dilettanten. Diese knappe Beschreibung des Enddramar» im Seekampf kommt von berufener

Sette.

Und nun die Art der Aufgabe. Den ersten U» Boolkrieg hat Lord Fisher vollständig unterdrückt. Er war eine Bagatelle, verglichen mit dem jetzigen. Dieser ist allmählich die furchtbarste Drohung geworden, der unser Handel und unsere Verbindungen je auSgesetzt waren, und -war ehe dem verflossenen Marinemlntste- rium unt« Balfour und dem Handelsamt unter Runci- man so recht zum Bewußtsein gekommen war, was eigentlich vor sich ging. Zur Zeit des Regierungs­wechsels versenkten die deutschen U-Boote täglich 1012000 Donnen britischen Handelsschiffsraums und noch weit mehr neutralen. Die neuen U-Boote haben mehr den Charakter von Tauchkreuzern. Ihre

Zahl ist furchtbar und nimmt schnell zu. Man baut alles über einen L<

Leisten. Die im Inlande angefertigten Teile werden an bestimmten Tammelstellen zusammen- aefügt. Auf diese Weise werden wöchentlich wenigstens drei Boote fertig. Ueber 300 sollen, wie d« Feind sich rühmt, jetzt auf unseren Seewegen an der Arbeit »ein. So schlimm der ganze Feldzug schon in den letzten paar Monaten war, er wird notwendigerweise noch schlimmer werden, ehe man ihn meistert. Nach feindlicher Ansicht wird der Krieg

ei« ..Auohungerungvwcttkampf zwischen Deutschland und England werden.

D« Aufsatz geht sodann zur Besprechung der Schwierigkeiten und der Abwehrmittel über. So präch­tig auch die Leistung der englischen Flotte ist. allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, so lassen doch die Deut­schen ihre Unterseeboote beträchtlich schneller vom Stapel, als die Engländer sie versenken können. Ferner: die Deutschen versenken mehr Schiffsraum, als wir baurn können. Die tatsächliche Unterdrückung der neuen Sedrohuna muß wie bei der vorhergegangenen daS ent­schiedene Ziel der britischen Flotte sein; aber daS Land kann daraus nicht warten. Wir müssen bauen, bauen, bauen. Tag und Nacht. Der neue SchtffSkontrolleur Sir Joseph Maclay hat bereits viel Gutes geschaf­fen (Zulassung der Deckladungen. Stapellegung meh­rerer hunderttausend Tonnen Schiffsraum. Umwand- üing des Personendienstes in yrachtdienst); aber sehr viel bleibt zu tun. _

Wir müssen wenigstens uns«en grredensstano er­reichen und jährlich mindestens zwei Millionen Ton­nen bauen Einige zehntausend gelernt« Werftr-rbefter müssen auS dem Heere gezogen werden. Das wird schwierig sein, aber es kann geschafft w«den, und wir müssen uns sofort daran machen. Wenn d« Arbeiter ko nareß wußte, um waS eS geht, so würde er augenblicklich jeden Einspruch gegen die Verwen­dung farbiger Arbeitermasscn fallen lassen. Tie Weyrp Sichtgrenze sollte auf 45 oder darüber erhöht

werden. Zu Hilfe kommen unS die gemieteten 7 0 0000 Tonnen ariechtschen Schiffsraums. Japan und Amerika bauen stark; sie könnten in diesem

Jahre wohl eine halbe bezw. eine Million Tonnen ferttgstellen. Das wäre unter allen Umständen ein wertvoUer Faktor; aber wir dürfen nicht zu sehr dar­aus rechnen. Bor allem müssen wir uns auf uns selbst verlassen.

Schließlich lauft doch alles darauf hinaus, daß es das Ziel der britischen Flotte sein muß. deutsche U-Boote zu versenken. T<rS Land kann sich darauf verlassen, daß die gegenwärtige Admiralität nicht zulassen. wird, daß sich die herkömmlichen Erwagunaen in den Weg stellen. Sir Edward Carson ist einer der am unmittel­barsten zugreifenden und entschlossensten Männer und wird in seiner Fähigkeit. Unwesentliches beiseite zu lassen und geradewegs in den Kern einer Frage einzu­dringen, von niemand übertrosfen.

Tic zum Flickfricdcn rate».'

Zum Schlüsse wendet sich der .Observer" scharf gegen die Pazifisten, die um fo heimtückischer werden, je länger daS Ringen dauert. Dem Land wird dringend nahegelegt, sich vor der Hartnäckigkeit des Feindes zu ergeben. Leute, die bekanntermaßen vor dem Krieg Deutschenfreunde und Gegner einer großen Flotte wa­ren. später aber eine Zeitlang den Patrioten spielten, kehren wieder zu ihrer alten Liebe zurück. Sie schä­men sich nicht, die UnterseebootSschwterigkeit auSzu- beuten für das geheime Ziel der Herbeiführung eines frühzeitigen Friedens. Diese Leute werden ihre Lektion erhalten, und das in kurzer Zeit, wenn das Urteil des Landes eingehoU werden muß. DerGewissens- bebenkler" ist ein unglückliches Produkt; aber wir ziehen ihn noch jenem butterweichen zeitweiligen Patrioten vor, der da beteuerte, an die Gerechtigkeit des Krieges zu glauben, dann aber die erste Gelegenheit ergriff, auf einen Flickfrieden hinzuarbeiten und aus jede hin­terhältige Weise anzudeuten, daß England vor den Endschwierigketten kneifen muß.

Diese Ausführungen zeigen, daß man in England längst begonnen hat, den Ernst des deutschen Angriffs

zu begreifen. Zunächst hat man dem Volke die Lage verheimlicht, dann entschloß man sich zu einer offe­

nen Aussprache, und jetzt gilt eS für England sowohl wie für Deutschland, zu zeigen, wer aushält in die­sem gewaltigsten Ringen, daS je die Weltgeschichte er­lebt hat.

Unsere Marine pflegt keine großen Worte zu machen; die Rechnung ist in der Stille ausgestellt wor­den; nun muß gezeigt werden, ob sie stimmt. Auf ein halbes Jahr berechnet der ..Observer" die Zeit des Durchhaltens. Danach erwartet er wohl ein Nach­lassen der deutschen Energie. Auch darin wird er sich täuschen. Wir unsererseits wollen oie Dauer der eng­lischen Widerstandskraft nicht schätzen, aber uns scheint, die Zeichen ständen gut.

Der Ausgleich zwischen

Stadt und Land.

Bon Wirkl. Geh. Rat Dr. H. Thiel-Berlin.

In dem Maße, wie sich die Ernährungsschwierig­keiten in den Städten gesteigert haben, hat sich auch

die Mißstimmung in den Städten gegen daS Land ver­mehrt. Man glaubt, daß

das Landvolk noch aus dem Bollen leben könne, während der Städter sich die größten Einschränkungen auserleaen müsse; man be^- neidet deswegen nicht nur den Lanomann, sondern wirft

St* atdg noch vor. daß « durch willkürliche Haltung der Lebensmittel die Preise wucherisch in Höhe treibe. Diese Stimmungen sind in einer Ze welche die größten Kraftanstrengungen von der gmue Nation verlangt, sehr zu bedauern, denn diese Höchk' leisrungen können nur «reicht werden, wenn al' Glieder der Ratton StadtundLand eintra ttg zusammenwirken. Venn man bedenkt, daß du: die Blockierung unserer Küsten die großen Zufuhre menschlicher und tterischer Nahrungsmittel, die io 1 früh« aus dem Auslande bezogen, abgeschnitten srn und daß wrr daher für unsere Ernährung nur a daS angewiesen sind, was wir im eigenen Land e zeugen, so ist es leicht begreiflich, daß die Nachfra nach Nahrungsmitteln stärker ist als bas Angebot, ui daß die Preise entsprechend bedeutend gesttege sind. Das ist nicht nur erklärlich, sondern auch no wendig und nützlich. T enn wenn man die Preis

-MN

r*s&

ilias

,"Hieran Agende,

MS

aber

»tri

künstlich hätte niedrig halten können, so würde di Bevölkerung in alter Weise fortgelebt haben, und ohiMftl

bald aufgeyehrt worden. Tie Hungersnot würde dam chr

oaio auigszeyri woroen. a-i* w «(fieriw

uns bald zu einem schmählichen Frieden gezwungeu l

Haben. ÄV' 1 !

Ei», unlösbare Aufgabe. der

7 «estiedlgung Preise S" * auf ft x

Wollte man aber die Preise künstlich auf de alten Stand erhalten, ohne die Gefahr des \

aus sozic

starken Verzehr- zu laufen, so hätte man alle Vorräte \ ^ipölferunfl ßl] teilen müssen Daß dies eine unlösbare Aufgabß^^Ä Plißsttol^ut

|4444 4lll 43S. 4 V 044 4U44|4->4, ,4, I^U4»v *»»»»»» V

an menschlichen Nahrungsmitteln und an 4 * 44 *«^

in 11 Beschlag belegen und pro Kopf an Mensche, and Vieh in entsprechend festgesetzten Porttonen ver- ^

ist. har die Erfahrung bei der zwangsweisen Ber» ^ verlink' , leUung auch nur der Hauplnuhrung-mittel gezeigt. , D on t* n Wirklich genau und gerecht kann man nur das Der* 1 ^ teilen, was man fest in der Hand har: da man aber dt< hätten, viel

ganze landwirtschaftliche Produktion nicht magazinieren ** len . in dem ü eI kann, so mutz man mindestens den Eigenverbrauch D« n > ßliuleWJ & et Landwirte für Menschen. Vieh und Saatgut ihnen 1 Ze mehr belassen, und da man diesen zumal bei den laufenden »^ melden, je Einnahmen au* der Viehhaltung und aus Ldst und un b äh lütt

müfe nur annähernd festsletten kann, und man auchM^v Direkter den alten biblischen Spruch ..Du sollst dem Ochsen.^?' jlL, UI tf stadlisä der da drischt, das Maul nicht verbindet, nicht gany»^' . - e ir

> 0 _ Vs,.-:«*

L«'

,ede'Einschränkung wären die "vorhandenen^ ^

iMlksttl'

außer acht lassen kann, so ist es erklärlich, daß dt»

ländlich^Bev^lkerung in' bezug auf die Ernü^rung^^^^^^

sich in befferer Lage befind« als die städtische, der *[; rflC ft e lU sein, nichts zuwächst. sondern die alles und jede» kauien ^r ye 9 , ^

Schwarze ali

muß.

Zurückhaltung zum «pekuliercu?

Dieser in den Verhältnissen gegebene und sticht jfl r die nächste

: besonders gt^er Zahl

aus d« Welt zu schaffende Unterschied zwischen Gtadt 7^derö großer Zahl und Land sollte aber doch keinen Grund abgeben, um " ^ es vo zwischen beiden Parteien ein dauerndes Uedelwollen ^crwtWnW

hervorzurufen. Ein solches könnte nur begründet er-s"^gg^w.ein me

scheinen, wenn die Landwirtschaft ihre zum Berkaut wrftf ^ PerM

^ ihn Verwendung

besttmmten Vorräte zu spekulativen Zwecken absichtli zurllckhielte, um höhere Preise zu erzielen, oder wenn sie dieselben überhaupt nicht zum Verkauf stellte und^« « , nb lieber Über das Maß des eigentlichen Bedürfnisse« selbst "^werden dk

verzehrte. Beides ist sicherlich nur in beschränktem

wie Obst. Gemüse, selbst Kartoffeln, sind nur mit Ber- ttjS Q ?a M Ä C R tust länger aufzubewahren, schlachtreifes Vieh macht SanMoen

erhebliche Fütterungskosten, wenn es über die Z«t {J* 1 * ftlbtt aussagten. gehalten werden sott. Milch und Eier sind wenigstens O°>ltppk Hat, trotz ei unter den gewöhnlichen Verhältnissen des landwtrt- ^ur sie m der

schaftlichen Betriebs keine Dauerware. Die Ver- ^ "ur srlawenc suchuna, damit auf Wucherpreiie zu spekulieren, kann den heutigen somit keine große und allgemeine sein. Wohl aber kann E" des tntcrnaüor bei einer falschen Abmessung der Höchstpreise und ihrer Minetten Ländern ha Berhättnisse zueinander eine große Versuchung ent- Völker im Kriex

stehen, einzelne landwirtschaftliche Produkte ihrer dt- *rurtttlt. rekten Verwendung zur menschlichen Ernährung zu . ^r belgische $< entziehen und erst in anderer Form dem Verkehr zu- ^räbt Über die Elnre' zuführen. Wenn z. B die Fleischpretse sehr hoch, die Mchen Kampftruppen

Kartoffel und Getreidepreise verhältnismäßig niedrig Wm, indem sic die normiert sind, so liegt die Versuchung seyr nahe, wbfnren trugen, die 3

Der Fremde.

Bon F. Gchrvnhamer-Heimdal.

Im Hölldobl steht ein einschichtiges Haus. Da» gehört bet ehrsamen Rottmelsterswltib Galburg Hölldobler. die es treu und sorglich bewirtschaftet, seit ihren Mann im Forste ein fallender Baum erschlagen. Die Rottmetsterin hat nicht viel Zeit gehabt, ihrem Ehcltebsten nachzujammern. Ein paar Tage hat sie Wohl vor sich hingesonnen, als wäre der Himmel cingestürzt, dann aber hat sie sich in Gottes Namen dretn gegeben. Denn tm Stalle murrten drei Kühe, die ihr Futter haben wollten, das Korn stand gilb und golden in der Reife und mußte geschnitten werden, wollte sie dt« überreifen Körner nicht die Hühner und Tauben allein ernten lassen, und in der Wiege strampelte ein unbändiges Kerlchen, der Hölldoblerhansel. ihres Sheliebsten Ebenbild, das er ihr statt einer starren Photographie htnterlassen hatte.

Da hat die Hölldodlertn die letzte Träne htnabgewürgr. hat die Aermel zurückgestülpt und in die Hände gespuckt. Und sie hat alle» geschafft. WaS tm Haus tm Hölldobl zu schaffen war: sie hat die Kühe vor den Pflug gespannt, weil ihr das Fuhrwerk vom Dorfbräu zu teuer war. sie hat gesät und geerntet: und wenn im Dorf die Dresch­maschine pfiff, dann hat gewiß im HülldodlerhäuSl ein einsamer Dreschflegel auf der hölzernen Tenne geklappert. Die Hvlldoblertn brauchte weder Tagelöhner noch neu- modische Maschinen. Dafür hat sie alle Jahre ein paar blau« Retchskassenscheine in die Spardank getragen. Und der Beamte hat ihr ein aufrichrtges Kompliment gemacht als dem Bräu oder sonst einem Proyen. dem das Geld zum Fenster hinausfltegt .

Es war eine stille, tapfere Zeit tm Hölldoblerhau». und wenn die Besitzerin, der die Dorfgrotzen nach dem Unglück mit ihrem Manne selig da» Gemeindebaus pro­phezeit hatten, in seltenen Feierstunden alles überdachte, wie gut es ttoy allem vorwärtSgtng. dann falteten sich die arbeitShanen Hände zu einem heißen Dank.

Denn ihr Bub. der Hansel, hatte eine Heimat und mußte nicht unter fremden Leuten in der weiten Gelt teuvfugtlu. Und die Hölldodlertn hatte einen Platz im MBithof. den ihr niemand streitig machen konnte, wett ft* ftzv ßMch seidig»» Oal ßetnufr w\*n Itzrerr

Eheliebsten am gleichen Ort zur letzten Ruhe bestattet hatte . Sie hatte das verbriefte Recht, von des Lebens Mühsal an der Sette dessen auszurulhen. mit dem ihr Erdenglück nur wenige Jährlein beschieden war.

Derweilen hatte sic noch eine warme Lkenbank. und ans Sterben dachte sie noch lange nicht.

Der Hansel ist brav und fleißig gewachsen, wie ein Waldbub soll, und wurde ein ttchtiger Hans. Ein Vor­läufer Ehrtftt ist er aber nach dem Borotlbe seines heiligen Namenspattons nicht geworden, sondern eher ein Nach­läufer dessen, der von Anbeginn der hämische Feind alles Guten ist. Man hat gar bald gemerkt, daß da ein Vater fehlte. Statt eines verwarnenden Murterwortes. das doch nur in den Wind gesprochen war. wäre eine kräfttge Baterhand wett eher vonnöten gewesen. Denn die Ein­drücke einer solchen sind in der Regel bleibend« und ftuchtbringendcr als die besten Murterlehren.

Es ist gar bald eine Zeit gekommen, da war der Hüll- doblcrhansel in aller Leute Munde. Wenn irgendwo eine Fensterscheibe eingeworfen war. wenn eine Katze mit einem Holzzwtckel am Schwänze heimkam. wenn dem Bürgermeister eine lange Papterfahne am Rockschoh baumelte, ohne daß er es scll>st merkte, wenn beim Hofbauer die ersten Früh­dirnen über Nacht vom Svalierdäumchen v«schwund«n waren, dann brauchte man nicht erst nach dem Tät« fragen Die Leute wußten und kannten ihn schon aus­wendig:Das ist der Hansel wieder gewesen."

Und nach ein paar Jährlein ist wieder eine andere Zeit gekommen, denn der Hansel ist ja inzwischen ein richttger Hans geworden, und die Hülldodlettn hat starr des Kreuz­leins von ehedem ein ttchtige», großmächtiges Kreuz mir ihrem Einzigen bekommen.

Venn von den jungen Holzhauern einer den lieben. Derttag lang im Wirtshaus saß und den Dochenlohn verputzte, brauchte man nichk fragen, w« der trinkfeste Gast war. Oder wenn einer an Sonntagen noch lange nach dem Zusammenläuten auf dem Ktrchenplaye stand und sich den Hals fast ausreckte, ob nicht einer noch später käme, wußte man auch, wer der Säumige war Oder wenn einer auf der Kirchweih oder bet einer Tanz­musik den Spielleuten die harten Taler in die Schall- ttichter ihrer Blasinstrumente warf, daß es nur so schep­perte. so uutfitK die Leute schon a» Wurf, wer eine so 1 geschick,, und pAbu Han» Hi»oe: e» to» lab »« H»«/

Korn und Kartoffeln, auch Magermilch an Schweine «de zu derstümineln

zu verfüttern und dadurch besser als durch birefterv «fften »ie intem«

««kauf zu verwerten, eine Versuchung, die um so «km sie bei ber Bars stär ker ist, je mehr der Landwirt aus anderen Grün - eurodäischen Nativl

Und dann ist noch einmal eine Zeit gekommen, in der bedroht habe,

die Dörfler fast irre wurden. Denn ihre früh«en Er» und Tesha

fahrungen deckten sich gar nicht mehr mit den Beobach- /p Ad 8 und Ad. tungen, die sie jetzt am Hölldoblertschen machen konnten. Tdahft.

Es ist nämlich eine Zeit gekommen, da der Hans alle ^kn ^ernldjtunog] Wirtshäuser links ltegenließ oder auch rechtS. wo sie eben ^ ^ Zdanier Caldo

l . viair

lagen . Tic Wirte mochten ihm noch so schön und ver- den zidiltsierfon

t'SV'" *

als 3stkhi und blp"*£

würgte er eine Kröte aus dem Halse. Es ist eine Zeu *^r kennen ' ^

lockend über die Sttaße rufen, und die Kellnerinnen mochten ihn noch so hold anlächeln. der HanS rückte höch­stens sein Hütlein, oder er spuckte auch vor sich.

gekommen, da der Hölldoblcrische keinen dttcrn lang auf ... ^

dem Kirchenplay säumte, sondern wie ein heilSbegienger i-äeb: «4 Rülk

Ehrtstenmensch schon vor dem Zusammen läuten in das ein itwrifulV' Gotteshaus eilte Im Gotteshaus« selbst über stand er ®

wlf+Y# Itlrftr h\(# hint.n k.ir .rn To 11 fK tm iS44. ' m

^rubben als

noch res

=Ä

nicht mehr wie ftüher hinten bei der Tür cm Taufbecken. tz'^lner^j^

wo man die ganze Wetberseite übersah, s-ndern er saß. 1*ibl(j?«H ^^risch

ftarrt) oder kniete, wie es die heilige Handlung eben de- Qttet ^nnen,

dingte, im Stuhle seines Barere selig. Und seine Blicke Setnb

flogen nicht mehr die Kopftücher und die ^llrnlocken !^ 7 e^ ° dyte der stj

e zi

sondern rubten auf den

auf der W«id«seite entlang.

Heiligengcstalten am Hochaltar.

Es ist eine Zeit gekommen, da hat m»n beim Hülldob- lerjschen keine Zigarette mehr gesehen. Und er hat doch ftüher so nobel rauchen können wie ftr feinste Stadt» b«r. Alle Dorfburschen sind ihm danvls netdig gewesen um sein schönes, vornehmes Zigaretten rauchen: daS den Dorfschönen so gewaltig gefallen hat daß sie bei der Kirchweih immer nur mit dem HanS tanzen wolllen.

Es ist eine Zeit gekommen, daß ale Väter und Mütter d« Gemeinde die Hölldoblerin um ihren wohlgearteten Buben neideten und ihn ihren LeilcSsprossen als Must« anempsahlen. Freilich eS hatte sch in der Zwischenzeit Hanne« auch das geändert, daß nicht m^hr so flott daherkam wie früher. Aus dem geladen HanS von ehedem war ein krummer geworden, wnigstens was sein Bein betras Denn das rechte Bein dB Hanne», mit dem « ftüher so schön« Walzerschletfen gezogen hatte, ist ein wenig steif und ein wenig krumm geworden.

Und diese» krumme Bern har« er von einem Splitter, b« jetzt noch drinfteckr und auck nicht leicht zu eutferA«n

Schluß frttf.

feinem

Engländer

*fcrtJ 5 n£ °tenfc

»>-»',77"-»«

** fnrr.- '^Ne b Q

Kh- hn,n '

fcjFgwwli.«!«

>nnd,^

KW

i