Ausgabe 
7.7.1918
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Übertretungen, lebendig machen durch Seinen Geist und dich durch Seine Gnade retten aus dem Zustand des ewigen Todes und Verderbens. Er ist Licht und Liebe und hat dein ewiges Wohl und Heil im Auge. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern will ihm das ewige Leben schenken. Er will durch den Glauben an Jesum Christum auch dein Herz und Gewissen reinigen von Süude und Schuld. Der Gott aller Gnade hat für dich ein kostbares Opfer gebracht, durch welches du mit Jbm versöhnt werden kannst. Es ist Jesus, der Sohn Gottes, der die Strafe zu unserem Frieden trug und durch dessen Wunden jeder, der an Ihn glaubt, Heilung findet. (Jes. 53,5.) O D.

Was machst du mit deinen Sünden?

Lieber Leser I Einer, der dich lieb, hat und dem dein zeiiliches und ewiges Glück am Herzen liegt, richtet heute an dich bie ernfte, bedeutungsvolle Frage:Was ^ machst du mit deinen Sünden?" Bitte, weiche dieser Frage nicht aus; denn früher oder später werden Tage kommen, wo alle anderen Fragen der einen Frage Platz machen werden: Wo sind meine Sünden? Sind sie vergeben oder nicht; sind sie zugedeckt oder nicht? Wir buben alle eine Vergangenheit, die wir nicht wieder gutmachen können. Es sind Dinge in unserem Leben, von denen wir wünschen, daß sie nicht da, wären. Ob wir sie zu vergessen suchen, sie sind da; ob wir sie zu entschuldigen suchen, >es hilft nicht. Unsere Sünde ist eine furchtbare Wirklichkeit. Sie ist ein Brandmal im Gewissen, ein Such im Herzen/ eine Eiterbeule am Leibe. Sie zieht den Zorn Gottes herab auf unser Haupt und schließt uns für alle Ewigkeit aus der Gemeinschaft Gottes aus.

Biele Menschen suchen ihre Sünden zu vergessen.

Vor einiger "Zeit erzählte eine Dame im Eisenbahnwagen von ihren Lebensidealen, die sie verfolge.Ihre Ideale sind ja schön; aber was machen Sie mit. Ihren Sünden?" en.gegnete ein neben ihr sitzender Herr.Nun, die werde ich eben vergessen müssen," erwiderte die Dame.Können Sie das denn?" fuhr der Herr fort. Eine Träne trat in ihr Auge als Antwort. O Freund, der du dir soviel Mühe gibst, deine Sünden zu ver­gessen, bringst du's fertig?

Die Brüder Josephs haben sich auch bemüht, ihre Sünde, an Joseph begangen, zu vergessen. Scheinbar haben sie's auch zwanzig Jahre lang fertig gebracht. Aber siehe da, sie in der Hungersnot nach Ägypten reisen müssen und dort die harte Behandlung des fremden Mannes erfahren, wacht ihre alte Sünde wieder auf. Denn als der Becher in Benjamins Sack gefunden wurde, war

auch ihre Sünde gesunden, so daß Juda ausruft: Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden." (l Mose 44.) Mit dem Gewissen und auch mit dem Gedächtnis streitet man vergebens. Wer den Kampf mit ihnen aufnimmt, wird zuschanden.

Der reiche Mann nahm nicht seinen Reichtum mit in die Ewigkeit, wohl aber sein Gewissen und sein Gedächtnis.' Gesetzt den Fall, du seiest auch einer von.denen, die es fertig bringen, selbst aus dem Totenbett ihre Sünden zu vergessen, so wisse es, daß deine Sünden mit dir in die Ewigkeit gehen. Dort hat das Vergessen dann ein Ende. Die Bücher am weißen Throne (Ofsb. 20), die auf- gewachten Gewissen, und auch dein Büchlein, 'beschrieben mit deinen Missetaten, werden aufgetan werden. Bemühe dich doch nicht länger, dein, Sünden zu vergessen. Es gibt etwas Besseres all Vergessen, und das ist die Vergebung.

Andere suchen ihre Sünden zu entschuldigen.

Man kommt selten mit einem Menschen zusammen, der ehrlich genug ist, zu sagen, wer ei ist. Keiner ist schlecht. Kommt man zu den Ehr­baren, um mit ihnen über ihre Sünden zu rede», schicken sie einen fort mit der Bemerkung:Süudei muß man im Zuclithaus suchen " Kommt man iill Zuchthaus, so ist auch dort keiner schlecht. Sie hat man eingesteckt, und die Schlechten läßt man laufen. Des Entschuldigens ist kein Ende. Aber solange du deine Sünde entschuldigst, kann dir nicht geholfen werden. Du mußt bekennen, wer du bist.

Hast du gestohlen? Du sagst: Ja aber-

Du hast gelogen. Ja aber

Du hast jemand verleumdet. Aber du warst eben sehr aufgeregt und deine Sünde ist ent­schuldigt. j!'

Lieber Freund, werde einmal wahr, ganz wahr. Nenne deine Sünden mit Namen; sei bereit, sie zn bekennen und aufzugeben, und Vergebung und Frieden werden dein köstliches Teil sein. Viel m hi Menschen als wir nur meinen, gehen unglücklich auf dem Erdboden umher und suchen vergebens nach Frieden, weil sie ihre Sünden entschuldigen, anstatt sie zu bekennen.

Noch andere machen gar nichts mit ihren Sünden;

sie wollen sie weder vergessen noch auch entschuldigen; sie wollen's -mal ruhig drauf ankommen lassen. Kommt Zeit, kommt Rat, denken sie. Sie wollen sich nicht im voraus Skrupeln machen darüber, waS einmal mit ihnen wird. Ich weiß von Leuten, die können des Nachts nicht schlafen, wenn man ntü ihnen über ihr Seelenheil redet, und damit ff ungestört ruhen können, meiden sie möglichst alle" Umgang mit ernsten Christen. Unübersehbar ist fit Zahl derer, .die jahraus, jahrein auch nicht «" entferntesten daran denken, ifct Leben vor Gotte