Ausgabe 
31.8.1934
 
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Steuerpolitische Neuerungen.

Liste der säumigen Steuerzahler. Tilgung von Steuerbeständen. Steuer­erleichterungen beim Kauf von Maschinen. Hauszinssteuererleichterungen.- Entscheidung des Reichsfinanzhofs zur Schenkungssteuer.

Staatssekretär Reinhardt hat schon bei der Verkündung der nationalsozialistischen Steuerreform im Juni d. I. Ausführungen über die Einführung einer

Liste der säumigen Steuerzahler

Ö. Inzwischen ist durch einen Erlaß des nanzministers angeordnet, daß erstmalig im Frühjahr 1936 für das Jahr 1935 eine Liste der säumigen Steuerzahler aufgestellt wird. Obgleich die näheren Vorschriften noch ausstehen, ist schon so­viel sicher, daß in diese Liste der Steuerzahler aus­genommen wird, wer am 1. Januar 1935 mit Steuerzahlungen oder Vorauszahlungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 1935 rückständig ist, oder wer es bei der Vorauszahlung 1935 zu einer zwei­maligen Mahnung kommen läßt. Ob diese Liste für alle Steuern in Frage kommt, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird die Liste beim Finanzamt geführt und liegt für jedermann zur Einsicht öffentlich aus. Zuständig ist das Finanzamt, das für die Besteue­rung nach dem Einkommen und dem Vermögen maßgebend ist. Das Finanzamt kann die Liste der säumigen Steuerzahler jederzeit veröffentlichen.

Es ist deshalb notwendig, daß jeder Steuerpflich­tige, der noch Steuerrückstände zu begleichen hat, sofort mit der Tilgung beginnt, damit

dle Rückstände spätestens bis 31. Dezember 1934 beseitigt sind.

Das Gleiche gilt 1935 für die laufenden Steuer­vorauszahlungen. Das Reichsfinanzministerium gibt der Oeffentlichkeit aufklärende Hinweise, in denen es u. a. heißt, daß der Staat nicht um seiner selbst willen, sondern um des seiner Führung anvertrau­ten Volkes willen da sei; er sei da, um die Voraussetzungen zu schaffen, zu festigen und zu stärken, deren er bedarf, wenn das Volk als solches und in natürlicher Folge davon die einzelnen Be­rufsstände, die einzelnen Familien und die einzel­nen Volksgenossen leben sollen und gedeihen kön­nen. Der Staat brauche zur Erfüllung seiner Auf­gaben Geld. Die zur Bestreitung der Ausgaben erforderlichen Mittel müßten, soweit nicht dem Staat Einnahmen aus eigenem Vermögen zufließen, in Form von Steuern und Abgaben auf die Glie­der der Volksgemeinschaft umgelegt werden. Der Grad des Pflichtbewußtseins und des Verantwor­tungsbewußtseins des Einzelnen gegenüber dem Staat bestimme sich infolgedessen im wesentlichen nach seiner Ehrlichkeit bei der Abgabe von Steuererklärungen und nach der Pünktlichkeit in der Erfüllung seiner steuerlichen Verpflichtungen. Diese beiden Eigenschaften stellten die Grundlage wahrer Treue zum Staat und damit zur Volks­gemeinschaft dar. Je stärker diese Eigenschaften sich ausprägen, um so größer gestalte sich das Maß, um das die Steuerlast, die auf der einzelnen Person ruht, gemildert werden könne, und um so stärker seien infolgedessen die Voraussetzungen für eine durchgreifende Gesundung der sozialen, wirtschaft­lichen und finanziellen Dinge unseres Volkes. Mangel an Ehrlichkeit und Pünktlich­keit in der Erfüllung der steuerlichen Verpflich­tungen bedeute Mangel an Treue zum Staat und zur Volksgemeinschaft. Um diesen Mangel aus dem Kreis unserer Volksgenos­sen möglichst auszuschliehen und gleichzeitig die Kraft des Staates zur Erfüllung seiner Aufgaben zu stärken, werde in Zukunft eine Liste der säumi­gen Steuerzahler aufgelegt werden.

*

Die Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen besteht mit gewissen Beschränkungen schon seit dem Gesetz vom l.Juli 1933. Bisher durfte z. B. nur der Anschaffungswert solcher Maschinen und In- ventargegenstände zur Kürzung kommen, bei denen die Lieferung des neuen Gegenstandes nach dem 30. Juni 1933 erfolgte. Weiter mußte es sich um eine Ersatzbeschaffung handeln, d. h. es mußte ein dem Betrieb bisher dienender und zum Betriebs­vermögen gehörender Gegenstand (1. 7. 33) ersetzt

werden. Endlich erforderte das Gesetz die Vernich­tung oder Verschrottung der alten ausrangierten Gegenstände. Nur in Ausnahmefällen war eine Weiterbehaltung im Betriebe zu Zwecken der Lehr­lingsausbildung und für Zeiten vermehrter Ar­beitsaufträge zulässig. Die Erlangung der Steuer­vergünstigung war also nur in beschränktem Maße möglich, meistens nur in solchen Betrieben, die be­reits über einen gewissen Jnventarbestand ver­fügten.

Die neue Steuergesetzgebung sieht nun eine Ver­vollkommnung und Erweiterung dieser Bestimmun­gen vor, und zwar in der Richtung, daß in Zukunft die Vorschriften über Steuererleichterungen im Prin­zip auf alle neuangeschafften Gegenstände Anwen­dung finden, deren Lebensdauer in der Regel nicht mehr als 10 Jahre beträgt. Die Steuervergünsti­gung wird darin bestehen, daß der Steuerpflichtige die Gegenstände in den Bilanzen beliebig abschrei­ben kann, d. h. daß die Abschreibung schon im Jahre der Anschaffung vollständig erfolgen, oder auch auf eine Reihe von Jahren verteilt werden kann. Der Vorteil für den Steuerpflichtigen liegt bei dieser Regelung u. a. darin, daß er es selbst in der Hand hat, bis zur Höhe des Anschaffungswertes seine jährlichen Gewinns nach Wunsch zu regulieren. Die Steuervergünstigungen werden im übrigen in Zu­kunft nicht nur auf Ersatzbeschaffungen, sondern auch auf Neuanschaffungen Anwendung finden. Diese Bestimmung ist besonders für solche kleinere und mittlere Gewerbetreibende von Wert, die bis­her über wenig Inventar verfügen. Die Steuer­vergünstigung dieser Art soll bereits für das Steuerjahr 1934 in Anrechnung gebracht werden.

*

Ein neuer Erlaß für hauszinssteuererlelchle- rungen bet Vohnungslellungen im Falle des Eigenlumswechfels

ist in P r e u ß e n herausgekommen. Danach werden die für die Teilung von Großwohnungen bewillig­ten Hauszinssteuererleichterungen im Falle eines Eigentumswechsels künftig auch den Rechtsnachfol­gern gewährt. Die bisherigen entgegenstehenden Anordnungen, die sich auf das Gesetz vom 10. März 1931 stützen, kommen mit dem 31. August 1934 in Fortfall. Für alle Fälle, in denen ein Grundstück von einem Hypothekengläubiger im Zwangsver­steigerungsverfahren vor dem 1. September 1Q34 erworben und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiter veräußert worden ist, wird die Steuer­erleichterung gleichfalls vom 1. September 1934 ge­währt, sofern die Wohnungsteilung aus Mitteln des Hypothekengläubigers während des Zwangs- Versteigerungsverfahrens erfolgt ist. Als Eigentums­wechsel im Sinne der Neuregelung gilt im Falle der freien Veräußerung die rechtsverbindliche Ver­einbarung und im Falle der Zwangsversteigerung der endgültige Zwangsversteigerungstermin.

Dle Schenkungssleuer.

Der Reichsfinanzhof hat zur Schenkungssteuer eine wichtige Entscheidung gefällt. Schenkungs- steuerfrei sind bekanntlich Schenkungen an Kin­der und Enkelkinder bis zum Betrage von 5000 Mk. Ein diesem Falle hat ein Vater seiner Tochter und seinem Enkel eine Schenkung von je 5000 Mark überwiesen und seiner Ehefrau einen Betrag von 10 000 Mark. Nach nicht allzu langer Zeit hat je­doch die Ehefrau die ihr zugeflosfenen 10 000 Mark an die Tochter und den Enkel in Beträgen von je 5000 Mark weiterübereignet, so daß diese nunmehr um je 10 000 Mark bereichert waren. Darauf hat das Finanzamt Steuerforderungen erhoben. Der Reichsfinanzhof hat nun entschieden, daß der Be­trag doch zu versteuern ist und dafür folgende Be­gründung gegeben:Die Zwischenschaltung der Ehefrau spreche dafür, daß der Pflichtige im Stil­len doch wohl gehofft habe, von der Schenkungs- steuer verschont zu bleiben, und daß er aus diesem Grunde keine klaren und geraden Verhältnisse ge­schaffen, sondern einen Umweg gewählt habe, der das gleiche Endziel erreichte."

Städte-Achter

Abschluß der Ruder-Saison in Gießen.

Am kommenden Sonntag wird die Ruder-Saison in Gießen offiziell beschlossen. Das letzte Ereignis des Rudersportes in unserer Stadt ist die Austra- gung des Städteachters um den Wanderpreis der Städte Gießen und Wetzlar. Als Beteiligte gelten für dieses Rennen die Rudervereine der beiden Städte. Leider lagen die Wetzlarer in den letzten Jahren verschiedene Male nicht im Wettbewerb. Sie werden voraussichtlich auch in diesem Jahre nicht am Start sein können, so daß der Städteachter wie­der eine rein lokale Angelegenheit sein wird. Im Wettbewerb stehen lediglich die Mannschaften der Gießener Rudergesellschaft und der Renngemeinschaft Gießen. Der Ausgang des Kampfes ist unschwer vorauszusagen. Die Mannschaft der GRG. wird das Rennen gewinnen müssen, wenn sie ernsthaft rudert. Das Ziel des Rennens liegt beim Boots­haus der Gießener Rudergesellschaft 1877. Die Preis- Verteilung wird durch einen Vertreter der Stadt vorgenommen. Mit der Austragung des Städte­achters ist gleichzeitig das Abrudern verbunden; eine große Auffahrt wird den Zuschauern zu einem eindrucksvollen Bilde werden.

Hochbetrieb auf dem Waldsportplatz.

TNannschaflskampf gegen Relchsbahn-Rolwelß Frankfurt a. TR.

Ursprünglich war ein Vierstädtekampf geplant, aber durch Absagen von Mainz und Darmstadt fiel dieser Plan ins Wasser. Am kommenden Sonntag wird nunmehr ein Mannschaftszweikampf zwischen Reichsbahn-Rotweiß Frankfurt a. M. und dem VfB.-Reichsbahn ausgetragen. In elf Herren- und sechs Frauenkonkurrenzen sieben sich jeweils von jedem Verein je zwei Teilnehmer gegenüber. Ge­wertet wird nach der 1000-Punkte-Wertung der DSB., so daß selbst der Verlierer durch möglichst gute Leistung am Gesamtsiege mithelfen kann. Diese Tatsache bringt deshalb auch immer bei derartigen Mannschaftskämpfen harte Kämpfe. Die Frankfurter verfügen über einige gut bekannte Leichtathleten Vor allem der Langstreckler Wied ist ein Läufer von guter Klasse. Der Werfer Baß und der Sprinter Koch sind ebenfalls bekannt. Ausschlag.

gebend wird sein, ob sich die Gießener Damen den guten Frankfurtern einigermaßen gewachsen zeigen. Der VfB.-Reichsbahn hat in Frl. B a u m b a cb , Luh, Mandrella, Jahn usw. ebenfalls einige gute Kräfte. Es dürfte ihnen aber noch etwas an Wettkampferfahrung fehlen. Bei den Herren ist der VfB.-Reichsbahn mit feinen be­kannten Leichtathleten vertreten, die ihre Sache wohl wie seither gut machen werden. Interessant werden auch die Staffeln verlaufen. In der 4X100- Meter-Staffel sollten die Gießener wohl gewinnen können. Die Schwedenstaffel bringt wohl einen härteren Kampf, da hier der vorzügliche 400-Meter- Mann Koch. Frankfurt dem Gießener R. Fischer überlegen ist. Aber bei Gießen sind die 300 und 200 Meter besser besetzt. Rodriguez und Luh müssen den Anschluß Herstellen, damit Siegmund am Schluß einen kleinen Vorsprung hat. Am 12. August in Frankfurt gewann Gießen knapp mit einem Meter. Die Frankfurter haben also am Sonntag Gelegen­heit zur Revanche. Am Schluß des Kampfes finden Vorführungen der Turnerinnen-Abteilung des VfB.- Reichsbahn statt, und als Abschluß der Veran­staltung steigt ein Handballspiel zwischen der ersten Mannschaft von Rotweiß-Reichsbahn Frankfurt und dem VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Frankfurter Mannschaft spielt einen guten Handball. Die Gie­ßener müssen stark auf der Hut fein, wenn die Niederlage nicht allzu hoch ausfallen soll.

Saar-Ringer in Gießen.

Nannschaflskampf Saarbrücken Dest Gießen 93.

Der aus Anlaß der Saartundgebung in Koblenz verschobene Freundschaftskampf im Ringen zwischen Saarbrücken-West und Gießen 93 kommt nun am morgigen Samstag im Caf6 Leib zum Austrag. Die Gäste aus dem Saarland gehören zur besten deutschen Rinaerklasse und haben in den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen immer eine führende Rolle gespielt. In ihren Rei- hsn stehen so bewährte Leute wie Oft ermann, der Deutsche Meister 1932 und 2. Kampfspielsieger 1934 im Bantamgewicht. Außerdem sind Baus, Jung und Metzger bewährte Stützen ihrer Mannschaft.

Auch die Gießener Staffel tritt in stärkster Auf­stellung an. Sie hat in Detter' 1/15 einen talen­

tierten Leichtgewichtler erhalten, der in diesem Kampf erstmals die Gießener Farben vertritt. Funk und Klotz werden in die niederen Klassen abtrainieren. Es wird den Einheimischen wohl schwerlich ein Sieg möglich sein.

Die Mannschaften treten in folgender Aufstellung (Saarbrücken jeweils zuerst genannt) gegenüber: Bantamgewicht: Metzger Funk Federgewicht: Ostermann Klotz Leichtgewicht: Baus Detter l/J.-R. 15 Weltergewicht: Jung Tuzel Mittelgewicht: Schmidt Wagenpfeil Halbschwergewicht: Schumacher Belloff Schwergewicht: Rieß Walther.

Reit- und Fahrturnier in Darmstadt.

Am morgigen Samstag und am Sonntag steht Darmstadt am Tage d es Pferdes ganz im Zeichen der Reiterei. Mit über 400 Nennungen ist das Turnier eines der größten seit langer Zeit, an dem neben zahlreichen großen Schaunummern auch

mehrere unserer bekanntesten Turnierreiter teilneh- men. Zum ersten Mal nach dem Kriege werden auch Reichswehroffiziere in Darmstadt über die Bahn gehen. Bereits gestern sind die Pferde des Artillerie-Regiments 2 aus Schwerin und die Pferde von Oberleutnant von Saloiati, Oberleut­nant Hofmann und Oberleutnant Neckelmann ein­getroffen und haben bei der Landespolizei Unter­kunft gefunden. Auch Kampfspielsieger Lange« München und zahlreiche bekannte Amateur-Reiter haben gemeldet. Selbstverständlich werden Landes­polizei, SA.-Reiter, Züchter und Privatpferdehalter mit ihren vierbeinigen Helfern und Kameraden in Schau-, Leistungs - und Prüfungskon­kurrenzen vertreten sein. EinTag der Schu­len" ist der Samstag. Hier wird das ganze Schau­programm für die Jugend, die mit ihren Lehrern erscheinen wird, gezeigt. An beiden Nachmittagen wird ein volles Turnierprogramm abgewickelt. Das Turnier findet auf dem Platz der Landespolizei statt.

VleibenDeulschlandsLeichtathlekenungeMagen?

Oie erste schwere Aufgabe des Jahres: Schweden.

Aus 26 Leichtathletik Länderkämpfen ist die deutsche Ländermannschaft in den Jahren von 1921 bis jetzt immer siegreich, nie geschlagen hervor- gegangen! 13 Begegnungen mit der Schweiz, gegen die auch der erste deutsche Länderkampf überhaupt und der augenblicklich letzte (am 19. August in Stuttgart) stattfanden, dazu ein Drei-Länderkampf gegen Schweiz und Frankreich, ferner ein Fünf- Länderkampf gegen Ungarn, Tschechoslowakei, Oester­reich, Jugoslawien 1925 in Wien, sieben mit Frank­reich, drei mit England und einer mit Japan wur­den gewonnen. Es waren also durchaus nicht nur leichte Gegner wie die Schweiz, die besiegt wurden. In den Leichtathletik-Wettbewerben der Olympi­schen Spiele 1928 in Amsterdam errangen die deut­schen Leichtathleten dank ihres hohen durchschnitt­lichen Könnens den 3. Platz hinter USA. und Finn­land, und 1932 in Los Angeles belegte die deutsche Mannschaft (in der Gesamtwertung der 1. bis 6. Plätze der Männer) den 4. Platz hinter USA., Finnland und England. In der europäischen Leicht­athletik steht also Deutschland seit Jahren mit in der vordersten Reihe. Der Kampf um den 1. Platz in Europa wurde aber nicht entschieden; zu Mann­schaftskämpfen mit den anderen Ländern in dieser vordersten Reihe kam es nicht.

Wer gehört noch in Vie erste Reihe?

Selbstverständlich Finnland, das haben die großen internationalen Ereignisse immer erneut gezeigt. England schon nicht mehr, da es bisher internationale Geltung nur in den Laufstrecken, hauptsächlich den mittleren, und in den Hürden- wettbewerben besaß, die Wurf- und Stoßübungen aber vernachlässigte und in ihnen gerade mittel­mäßige Leistungen hervorbrachte. Don ständig steigender Kampfkraft ist Ungarn, aber für die erste Reihe ist seine Mannschaft wohl doch noch nicht ausgeglichen stark genug. Frankreich und Italien folgen...

Aber Schweden! Im vorigen Jahr und zu Anfang der neuen Saison konnte es so scheinen, als hätte Schweden in Den verschiedenen Uebungs- arten nicht genügend überragende Könner, um ernsthaft in den Kampf um die Führung in der europäischen Leichtathletik eingreifen zu können. Die ausgezeichnete Leistungsfront, die Schweden im Oktober 1933 den Länderkampf gegen Ungarn gewann, ist aber das haben vor allem die Lan­desmeisterschaften und vor einer Woche der über­legene Sieg über Norwegen gezeigt verbreitert und damit verstärkt worden. Die 400-Meter-Läufer Wachenfeldt und Stromberg, die Mittelstreckler Ny, Wennberg, O. Petersson, die ausgezeichneten 5000- und 10 000-Meter*Läufer, die Hürdler St. Peters­son, Dahlgren, Areskoug, der Weitspringer Svens- fon, die Hochspringer Lundquist und Bergström, die Stabhochspringer Jung Ljungberg und Lindblad, die Diskuswerfer mit dem Weltrekordmann Anders­son an der Spitze, die Kugelstoßer und die Ham­merwerfer stellen erste europäische Spitzenklasse dar, und auch die anderen machen ständige Fortschritte. Schweden erhebt zu Recht den Anspruch auf einen Platz in der ersten Reihe.

Oie Entscheidung fällt.

Nun wird auch der Kampf um den ersten Platz in dieser ersten Reihe entschieden. Das diesjährige Landerkampf-Progarnrn der deutschen Leichtathleten, das nach dem Ausfall der Begegnung mit Italien durch den Stuttgarter Kampf gegen die Schweiz erfolgreich eröffnet wurde, enthält zum ersten Mal auch Länderkämpfe mit Schweden und Finnland, die neben Turin die Ereignisse der europäischen Leichtathletik fein roertfen, und stellt der deutschen Mannschaft am Samstag und Sonntag in Stock­holm Die erste schwere internationale Aufgabe des Jahres: den Kampf gegen Schweden. Eine Woche später folgen in Turin die Europameisterschaften, bei denen es neben der Einzelwertung auch eine Mannschaftswertung, also sozusagen eine Europa­meisterschaft der Nationen, gibt, und eine weitere Woche danach ist Berlin Austragsort des Länder­kampfes gegen Finnland. Diese drei großen Kämpfe, denen dann noch das Treffen mit Frankreich in Magdeburg und ein Repräsentativspiel Norddeutsch­land Dänemark folgen, entscheiden die euro­päische Rangfolge.

Deutschland oder Schweden?

Das Programm des deutsch-schwedischen Länder­kampfes am Samstag und Sonntag in Stockholm umfaßt auf der Grundlage des olympischen Leichtathletik-Programms die große Zahl von 20 Wettbewerben. Gewertet wird 5:3:2:! Punkte für den 1. bis 4. Platz, 4:1 Punkte für den 1. und 2. Platz in der Staffel. Beide Länder haben sie wissen, um was es geht ihre stärksten Mann­schaften aufgestellt.

Deutschland ist wie folgt vertreten: 100 Me­ter: Borchmeyer, Hornberger, 200 Meter: Borch- meyer, Schein, 400 Meter: Metzner, Hamann, 800 Meter: König, Dessecker, 1500 Meter: Schaumburg, Paul, 5Ö00 Meter: Syring, Schüller, 000 Me­ter: SyriNg, Bree, 4X100-Meter-Staffel: Borch­meyer, Hornberger, Schein, Gillmeister, 4X400 Me- ter: Metzner, Hamann, Single, Voigt, 3000 Meter Hindernis: Göhrt, Dompert, HO Meter Hürden: Welscher, Wegner, 400 Meter Hürden: Scheele, Kopp, Weitsvrung: Lang, Leichum, Hochsprung: Weinkötz, Martens, Stabhochsprung: Wegner, Müller, Dreisprung: Gottlieb, Speer: Weimann, Stück, Diskus: Sievert, Meyer, Kugel: Sievert, Woellke, Hammer: Becker, Seegers.

Der Länderkampf gegen Schweden ist damit der schwerste, in den die deutsche Leichtathletik bisher überhaupt gegangen ist, um so mehr, als er noch

unter fremden Verhältnissen, auf fremdem Boden vor fremdem Publikum ausgetragen wird; schwerer kann auch der zwei Wochen später folgende Kampf gegen Finnland nicht fein. Der Ausgang wird ganz knapp sein, und es wird nicht zuletzt von der Ta­gesform der deutschen Mannschaft abhängen, ob sie weiterhin den Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, in Länderkämpfen unbesiegt zu fein. Noch nie war jedenfalls dieser Ruhm so bedroht wie jetzt in Stockholm! Um so schöner und so größer wäre der Sieg! E.

Kurze Sportnotizen.

Eine schwere Niederlage erlitt eine bayrische Amateurstaffel bei einem Start in Rimini (Italien). Der einheimische Klub Liberias Rimini schlug die Bayern mit 13:3 Punkten. Die drei Punkte der Bayern resultieren aus drei unentschie­denen Kämpfen. Alle übrigen Kämpfe gewannen die Italiener, zwei davon sogar durch Niederschläge.

Anerkannt hat der Deutsche Schwimm-Ver­band die beiden von Gisela Ahrendt bei den Europameisterschaften aufgestellten neuen deutschen Rekorde über 100 Meter Kraul in 1:09,4 und über 100 Meier Rücken in 1:20,4 Minuten.

Gewinnauszug

5. Klasse 43. Preußisch-Sübdeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

19. Ziehungstag 29. August 1934

Ön der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

4 Gewinne zu 6000 M. 198462 330009

6 Gewinne zu 3000 M. 60617 266377 306412 860264

16 Gewinne zu 2000 M. 91884 101843 167424 264499 291 »7 345413 345958 381165

26 Gewinne zu 1000 M. 89060 173680 196877 235225 242854 247233 296447 300660 332774 375464 377838 377951 387678

66 Gewinne zu 500 M. 11464 19558 35242

68350 72516 75198 88929 114201 118883 119716 129911 139649 162342 176166 194140 194618

217040 238781 262943 275612 278462 287623

294925 295140 300198 310001 310437 321894

326985 328373 358445 365559 383831

384 Gewinne zu 300 M. 126 3004 4829 9794 10314 12835 13446 13462 21039 23824 24457

29889 30751 31828 32033 36763 38215 38746

43108 43529 44087 44796 45122 45898 46555

49661 52238 65774 68093 66977 69240 72435

72787 73338 78555 79530 80573 80673 83264

84098 85731 88726 92494 94613 95569 97669

99108 101036 101999 102277 102805 104339

109314 110134 115184 115942 118474 119402

120206 124177 124435 127527 127952 128253

131261 132919 136692 136853 137356 139251

139963 139980 145625 147472 150820 152074

157127 160271 161706 163131 167732 167865

167892 184113 187503 187908 188422 190921

191936 195606 195642 196753 202153 202420

202543 203188 203456 205726 216071 218102

218634 223091 223120 223414 223712 227719

230472 231252 231729 232598 233568 233623

234719 236517 237980 239127 240051 244068

244359 256866 257753 258854 259299 259539

260371 260579 263025 264966 267598 272584

279066 279547 281651 285524 287319 287363

287419 290277 294954 298111 299916 300044

302771 303260 303383 304213 311299 312434

313075 313521 314565 320053 320612 321912

326025 331101 332050 333165 336800 337431

338419 339528 341149 347779 '346436 351009

352583 354787 356676 367169 1371583 371817

373572 374958 377015 381774 382704 382769

383407 383633 383864 384667 387011 388633

389393 389822 390151 391222 392291 392994

397099 397517

3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

8 Gewinne zu 3000 M. 85963 170348 229324 271865

14 Gewinne zu 2000 M. 2613 75427 97062 98636 253880 317827 376231

44 Gewinne zu 1000 M. 33937 39801 48487

79854 102318 129509 137944 153122 157782

186583 225993 250872 257278 257650 303010

324635 325429 362786 373118 384631 393413

393780

72 Gewinne zu 500 M. 13565 22168

45431 65773 74291 87299 97915 117870 128664 136181 146720 154697 177526

191733 197994 203230 226148 238833

288973 314928 320462 337563 339366

362320 365013 372854 374148 375243

383920 394428

32627

126068

191124

268829

347489

382443

316 Gewinne zu 300 M.

4510 6699

8456 18999 33767 49081 62416 93435

207159 228995

237167 257247 274820 294467 312702 325335 338524 355669 371035

379785 387892

i 9123 22939 37754 50145 65749 94071

110299 134197 150541 161839 180663 190596

9341

23810

38266

51565

69511

96667 110726 138250 151390 162075

181855 191999 211700 230297 239606

257534 277491

297000 313225 325999 340921

360643 373228 380472 390387

12999 27719

42010

53986

78965

97209

13419

29336

43425

55165

79486

101984 112980

147077 155612 168225 184833 200404 219929 232110 243241 268623 280369 307685 319844 326159 342420 363147 373658 384223

395141

109819 115844

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109830 128547

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363098

373362 381381

392142

20 Tagesprämien.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II:

18590 84376 100154 120456 129827 234756 238941 262083 301133 361235

Im Gewinnrade verblieben: 220 TageSprämien zu 1000 Di. ferner 2 Gewinne zu lOOOOoO, 2 zu 300000, 2 zu 60000, 2 zu 80000. 4 zu 20000, 18 zu 10000, 74 zu 6000, 188 zu 8000, 822 zu 2000, 660 r° IQOÖt j«