Nachdruck verboten!
19 Fortsetzung.
und
die
der
Fertig für den Abend angekleidet, betrat er kurze
Zeit darauf im Frack das kleine, intime Speise-1 Dmgen d chz s tz . zimmer — und war überrascht. I Forts
Fortsetzung folgt.)
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Sekunden des Schweigens. Stirn des Gelehrten schien es
schlichtes, schwarzes bin eigentlich über- die Hand. Er war
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in einem Sessel und trug ein große Gesellschaften berechnetes Abendkleid.
„Guten Abend, Evelyn! Ich
Schauspielers der Welt
„Wirklich nur eine leichte Unpäßlichkeit. Vielleicht auch heute morgen zu lange geritten. Will gleich schlafen gehen..." Sie lächelte wie ein verwöhntes Kind, das gewöhnt ist, seinen Willen in allen
3.GELDLOTTERIE
des Achtzylinders neben dem Chauffeur ein.
Endlich war er daheim. Sofort war er wieder wach. Es blieb kaum Zeit zu einer kurzen Ruhepause. Umziehen — und fort.
Denn er hatte hier unmöglich eine Absage geben können. Kommerzienrat Hilliger war ein Mann, der in der Industrie gewertet wurde. Außerdem hatte die Chemie-Aktiengesellschaft mit Hilliger eine große Transaktion vor. Und Rainer von Rakenius kannte ja nur Arbeit — und wieder Arbeit.
fuhr seiner Wohnung zu.
Herbststurm! Regentropfen schlugen gegen Windschutzscheibe.
„Sie sind Künstler auf Ihre Art, Herr Caßler, und möchten als solcher innerlich nicht gebunden sein an eine Stellung. Ich verstehe auch Ihren anderen Einwand. Es würde mich aber beruhigen, wenn Sie folgenden, für Sie tragbaren Vorschlag annehmen, der Sie sichert wie einen Festangestellten. Ich setze Ihnen ein jährliches Fixum in Höhe von, sagen wir dreitausend Mark fest. Haben Sie Aufträge für die Chemie-Aktiengesellschaft auszuführen, werden sie von dieser Summe abgesetzt. Erreichen Sie diese Höhe nicht, wird Ihnen der Betrag auch vorschußweise aufgefüllt — einverstanden?"
Die ungeahnte Möglichkeit eines sicheren Verdienstes schoß in Bernd Caßler hoch. Er war so beglückt, daß ihm die Sprache zur Erwiderung fehlte.
Dann sprach Doktor von Rakenius im glückhaften Erinnern an Ellens wunderbares Wesen noch die Aufträge durch, und als er Caßler verabschiedete, fragte er noch einmal besorgt:
„Und was werden Sie nun mit einem festen Einkommen tun?"
Hatte er etwa die Antwort erwartet: „Um die Hand Ellen Ehlers' anhalten", so wurde er in seiner Meinung über den Zeichner noch bestärkt.
„Ich werde weiter schaffen, Herr Doktor, und in Dankbarkeit dem Menschen zur Seite stehen, der mir unbewußt die Sicherung meines künftigen Schaffens ermöglichte."
Bis draußen außerhalb des Werkes ging Bernd Caßler noch langsam, doch bann zog ihn die Heber- raschung. Er war leichtsinnig in seiner Freude, mietete unterwegs eine Taxe und fuhr nach Hause.
Und dann stand er vor Ellen wie ein glückliches Kind. Sie saß am Fenster neben Frau Zimmermann, eine warme Decke über die Knie gebreitet, und sah aus leidverschleierten Augen hinaus in den grauen, nebligen Herbsttag.
„Eine Hoffnung, Fräulein Ehlers — eine Hoffnung! Sie müssen sich schnellstens bei der Fabrik für atherische Oele in Wahren bewerben. Als Laborantin natürlich. Die brauchen jemand. Ich erfuhr soeben ganz zufällig ..."
Frau Zimmermann war von ihrem Sitz hochgefahren. Auch Ellen stand auf. Leuchten stand wieder in ihrem Gesicht. Richt mehr schlaff, nicht mehr tatenunfroh waren ihre Züge. Ein Lächeln voll Dankbarkeit und Hoffnung umspielte ihren Mund, als sie wenige Minuten später schon die Zeugnisse abschrieb und bann bie Bewerbung in ihrer markanten Hanbschrift abfaßte.
Am nächsten Tage schon erfüllte sich bie Wahrheit ber Ueberraschung. Ein Bote bes Werkes ftanb vor ihr an ber Flurtür unb übergab ihr bas Einver- stänbnisschreiben ber Fabrik, bas Ellen mit Tränen
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rajcht."
Rakenius küßte feiner Frau nicht nachtragenb, feine Arbeit unb fein auf höhere Ziele gerichteter Geist kannten kleinlichen Streit nicht. Er hatte in feiner Gebankenwelt einfach keinen Raum bafür, war immer roieber versöhnlich
mit praktischen
Koch-, Brat- u. Backvorführungen am Freitag, dem 1. Juni, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, im groben Saal des Hauses der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen-
„Jawohl, Herr Direktor."
Dann stand Rainer von Rakenius in feinem Zimmer unb legte ben weißen Kittel ab. Zwei Minuten später schon saß er in seinem Wagen unb
So&pceiAfRM, ZIEHUNG: 21.-2Q..JULI 1Q34 Sato jüMccdöL xuu AaÄJZrt /
gestimmt.
„Guten Abenb", kam es kurz zurück. Plötzlich aber schien Evelyns Stimmung aus irgenb einem unerklärlichen Grunbe umzuschlagen.
Am selben Abenb erwartete sie Olsens Besuch. Von diesem Abenb hing ihr ganzes künftiges Schicksal ab. Sie kannte in biesem Augenblick nur bas eine Ziel, Rakenius möglichst in Sicherheit zu wiegen, ihn völlig ahnungslos zu lassen.
So zeigte sie mit einem Male übertriebene Freundlichkeit.
„Warum bist du so überrascht, Rainer?"
„Weil du noch nicht Toilette gemacht hast, Kind. Wir müssen doch pünktlich sein."
In Evelyn sprang Angst auf.
„Ich fühle mich aber gar nicht wohl heute, Rainer. Du entschuldigst mich wohl einmal."
Verwundertes Achselzucken.
„Ich begreife nicht, Evelyn. Ist es wirklich so schlimm? Dann hätte ich doch ebenfalls absagen müssen. Aber du weißt doch, wie wichtig für mich diese Abende bei Hilliger sind .. .*
Gott, er würde doch jetzt nicht auf den irrsinnigen Gedanken kommen, tatsächlich abzusagen und daheim zu bleiben?
Evelyn bebte. Aber meisterhaft beherrschte sie ihre hochgradige Erregung.
Etwas Katzenhaftes war in ihr, während sie sich jetzt in ungewohnter Zärtlichkeit an den Mann schmiegte, der über, diesen unvermuteten Ausbruch etwas verwundert, dann aber doch ehrlich erfreut war.
„Rein — nein, du mußt selbstverständlich gehen, Liebster. Nimm wirklich keine Rücksicht auf mich! Morgen ist mir dann schon wieder wohler..."
So matt kamen die Worte, daß Rainer von Rakenius etwas stutzig wurde.
„Soll ich wirklich allein gehen?"
„Ist das etwa schlimm, Rainer? Deine Eltern sind auch da. Langweilen wirst du dich gewiß nicht."
„Du bist krank, Evelyn! Deine Stimme ist so gebrochen, so hohl. Soll ich nicht lieber den Arzt rufen lassen?"
„Nein — nein!" Nervös wehrte Evelyn ab.
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Am Samstag, dem 2. Juni 1934, abends 8% Uhr, im »Kath. Vereinshaus«, und
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Wie ein Kind vom Spiel ermüdet hockte Evelyn ~ ‘ ' durchaus nicht für
Rainer von Rakenius schlief, ermattet von Arbeit, durch das gleichmäßige, rauschende Laufen
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der Freude netzte.
Seliger Morgenfriede lag um diese Stunde in der kleinen Wohnung in der Nordstraße. Nur Bernd I Caßler lächelte manchmal ein wenig verschmitzt.
Llnd nun, Men?
Vornan von Käthe Mehner.
Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (6.)
Sehnsucht erfüllte.
Sechzehntes Kapitel.
Bei seiner täglichen Inspektion durch die ausgedehnten Fabriksäle blieb Rainer von Rakenius bald hier, bald dort stehen.
Der junge Chef war bei den Chemikern sehr beliebt. Ueberall hatte er einen ermunternden Blick, ein freundliches Wort — und viel Geduld, wenn neue Versuche auch einmal nicht so rasch vorwärts- gingen. War er doch selber ein gründlicher Fachmann, der äußerst gewissenhaft arbeitete.
Es war schon wett nach sieben Uhr, doch man arbeitete wegen des zu erwartenden großen Absatzes des neuen Schönheitsmittels „Eos" in zwei Schichten.
In Rainer von Rakenius war Feiertagsstimmung. Nicht etwa, weil er sich auf den am Abend statt- findenden Ball bei Kommerzienrat. Hilliger freute — nein, feine Gedanken kreisten in scheuer Zärtlichkeit um einen feinen, blonden Mädchenkopf.
„Tapfere kleine Ellen..."
An einem der langen Bleitische blieb er stehen.
„Nun, Doktor?"
Der Angeredete, ein älterer Mitarbeiter, lächelte wichtig.
„Ich bin zufrieden, Herr Direktor. Die Reagenz tritt bei hundertachtzig Grad prompt ein."
Die Assistentin mit dem kupferroten Haar machte große Augen, als der Chef ihr leicht auf die Schulter klopfte.
„Na, dann nur weiter so! Unterrichten Sie mich in einigen Tagen noch mal, wenn Sie die Sache für spruchreif halten, Doktor."
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„Wie Sie wünschen, Herr Caßler! Doch — Sie lieben Ellen Ehlers?"
„Wie jeder Mann reine, unantastbare Frauen liebt, während er die anderen nur begehrt."
Die Männer schwiegen. Es war sonderbar, wie die gemeinsame Liebe zu Ellen einen geheimnisvollen Kreis um sie schloß.
„Sie werden also Fräulein Ehlers anheimstellen, sich sofort bei der Fabrik für ätherische Oele in Wahren zu bewerben."
„Gern — sehr gern!" Caßlers Augen strahlten. „Gott lohne es Ihnen, Herr Doktor! Sie helfen einen wertvollen Menschen erhalten!"
„Nicht doch, Herr Caßler! Selbstverständlichkeit. Aber der Erfolg dieser Bewerbung ist gewiß. Die Firma ist eine Tochtergesellschaft der Chemie-Aktiengesellschaft und steht unter der persönlichen Leitung meines Vaters. Das ist kaum bekannt, und auf diese Weise wird auch Fräulein Ehlers keinen Verdacht schöpfen. Also — als Laborantin selbstverständlich."
Bernd Caßler wäre Rakenius am lieben vor Freude um den Hals gefallen. Impulsiv drückte er ihm herzlich die Hand.
„Das wird eine Freude fein, Herr Doktor! Ach — die Arme. Sie müßten ihre Freude fehen. Dieses bildschöne Geschöpf. Ueberall drängt man nur nach ihrer Schönheit. Ich hatte sie in der Ufa untergebracht. Platzanweiserin. Schon nach den ersten Tagen mußte sie wieder aufgeben. Der Direktor behelligte sie unablässig. Schließlich suchte er, verärgert, einen Grund zur sofortigen Entlassung — gab an, die Theaterbesucher hätten sich beschwert, sie hätte dauernd Herrenbesuche in ihrer Abteilung oben in den Logen gehabt. Gemein — auf welchen Wegen man die mittellose Schönheit ködert."
„Entsetzlich!" Rakenius griff hastig nach den Zigaretten und bot sie Caßler an. „Dieser Donnert? Ich verhandle gerade wegen eines Sonderfilms unserer Erzeugnisse. Er wird ihn nicht bekommen. Ich danke Ihnen für diesen Hinweis. Doch nun zu Ihnen selbst — wann kann ich diese Arbeiten haben, die wir gleich noch besprechen wollen, Herr Caßler?"
„Wann Herr Doktor es wünschen!"
„Möglichst bald. Und wie verhält es sich mit Ihrem Stellungsantritt? Sie gaben mir vorhin keine Antwort. Das muß belohnt werden."
„Herr Doktor, ich bitte! Denken Sie nicht an mich! Niemals. Ich schlage mich schon durch. Außerdem würde dies das Fräulein Ehlers bestimmt stutzig machen."
„Sie weiß, daß Sie heute hier sind?"
„Ja, sie weiß es!" kam es ganz leise zurück._____
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