Nr. 205 Erste; Blatt
184. Jahrgang
Zreitag, 5'. August 1934
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DerTagdesdeutschenVollstums
Von Dr. Hans Steinacher, Berlin, Führer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland.
In Hessen wird am 16. September 1934 das Fest des deutschen Volkstums (Fest der deutschen Schule) an allen Orten gefeiert. Die folgenden Ausführungen des Führers des VdA., eines alten Kämpfers für die Sache des deutschen Volkstums, werden deshalb unseren Lesern willkommen sein. Dr. Steinacher ist bekannt durch die Organisation des Freiheitskampfes der Kärtner im Jahre 1920.
Nun wird das „Fest der deutschen Schule" als „Tag des deutschen Volkstums" überall in Deutschland gefeiert. Das Volk ist nach dem Willen des Führers und Kanzlers als das E r st e und Letzte, als das ewige Sein unseres Weges fest- gestellt. Ein Volk, nicht im Sinne einer Masse von Menschen, die sich zufällig anhäuften, was die Männer von gestern verzichtend Volk nannten, ein Volk, nicht im Sinne von reichen Bürgern, die sich als was besonderes fühlen, das nicht zum Volk gehört. Nein, Volk in dem starken Sinne und der betonten Bedeutung, wie etwa unsere nordischen Vettern vom „Volk" sprechen: Deutsches Volk im Sinne der Besten unserer Geschichte, nach innen Gemeinschaft übend und den Schwachen und Bedrohten helfend, trotzig und einig nach außen. Deutsches Volk, das weiß, daß Abstammung, Blutsverwandtschaft, Sprachgemeinschaft, Gemeinschaft der Verantwortung des Kampfes um Boden und Erbe die unveräußerlichen Bedingungen für jeden schaffen. Wo jeder dieser einzelnen weiß, daß er aus sich nichts ist, daß seine Begabung Begabung ist, die aus Gemeinschaft kommt, daß diese Begabung nicht ihm gehört, sondern zu stärkster Verpflichtung bestimmt, um eben jener Gemeinschaft, deutschem Volk, zu dienen.
Aus unserer Lage in der Welt erwächst uns aber die quälende Erkenntnis, daß uns „V o l k" und „Deutsches Reich" nicht dasselbe ist, daß das Deutsche Reich wohl gut zwei Drittel des deutschen Volkes als Staat Schirm und Ordnung nach innen und nach außen ist: daß deutsches Volk aber viel g r ö ß e r ist als Deutsches Reich, daß das deutsche Volk durch Zwang und Schicksal ein Volk in- staatlicher Aufteilung und Zersplitterung ist, daß in Europa deutsches Volk, auf zehn Staaten verteilt und doch überall auf eigenem Boden wirkend ist, daß die Gemeinschaft des Volkstums da ist, wir ein deutsches Volk sind, ein Deutschland sind trotz der Grenzen, die uns zerschneiden, wie es ja auch das Deutschlandlied meint, wenn es Deutschland umgrenzt: Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Sollen etwa d i e Kampfgenossen aus dem Kriege, die aus Eupen-Malmedy, aus Nordschleswig und Deutsch-Böhmen, aus der Steiermark, Oberschlesien, dem Memelgebiet stammten, die mit die Besten waren; sollten sie nun nicht mehr zu der Gemeinschaft unseres Volkes gehören, weil sie das Unglück hatten, das s ch w e r st e Schicksal in der Ohnmacht des deutschen Volkes zu tragen? Und alle die Teile vom „deutschen Volk", die weit draußen leben, wie die Siebenbürger Sachsen, die Balten, die Volksgenossen in den Kolonien, auch in Brasilien, in Polen, in Rußland, die als kühne Pioniere deutsche Arbeit, deutsche Geltung hinausgetragen hatten, die in zäher Bewährung sich durch Generationen hindurchgekämpft hatten, die im Weltkrieg den Haß und die Rachsucht der Gegner in aller Welt tragen mußten, weil sie als Deutsche ihrem Wesen, ihrem Blut folgten? Sollten sie uns gleichgültig sein, weil sie in der Not sich bewährt haben? Nein und niemals: Gerade diese Erlebnisse formen in uns das Bild vom deutschen Volk, das an 100 Millionen auf der Erde zählt, das das größte Volk von Europa ist, wenn auch das entrechtetste, das Volk, das in allen seinen Grenzen, im Westen, im Norden, im Süden und im ganzen Osten o f - jene Wunden trägt, weil geschlossenes deutsches Volkstum in fremder Gewalt ist, und das weit darüber hinaus inmitten der Fremden siedelt und deutsches Schicksal birgt.
Fast alle fremden Staaten, in welchen das deutsche Volk als sogenannte Minderheit zu leben hat, möchten das deutsche Volkstum, das in ihrer Gewalt ist, zerstören und vernichten. Die Mittel dieser Vernichtungsbestrebungen sind so zahlreich, so erbarmungslos, daß wir troß des Friedens der Staaten von einem regelrechten Volkstumskrieg sprechen können, der unsere treuen Volksgenossen draußen trifft. Im Kindergarten schon beginnt der Krieg: Nicht im hohen Sinne unserer Pädagogen werden diese Kindergärten eingerichtet, nein, aus dem Interesse der Volkstumszerstörer, um möglichst früh den Kampf gegen die Mütter, gegen das Elternhaus zu beginnen, um schon dem dreijährigen Kinde die Sprache zu rauben, um es dem angeborenen Wesen, der Blutsgemeinschaft zu entfremben. Und dann erst die Schule! Sie, die hineinführen soll in das Leben deutschen Volkes, die die Jugend vorbereiten soll, einst stolze Glieder und Führer der Nation zu sein, sie ist draußen für unser Volkstum der ärgste Feind geworden. An 8000 Schulen deutscher Unterrichtssprache hat man uns allein in Europa in den letzten 14 Jahren gesperrt, und in den bestehenden deutschen Schulen wird oft gleich wie an den aufgezwungenen Zwangsschulen deutsches Wesen verleugnet und verspottet. Seit den Glaubenskriegen ist so viel Gewalt nicht geübt worden wie in den letzten 15 Jahren des sogenannten Friedens. Wir vom VDA. wollen und werden nun nicht Staatspolitik machen, wir sind auch keine Verschwörer. Aber wir wollen und müssen bekennen, daß wir die Not un-
Das deutsche Straßenwesen im Ausbau.
Reichsautobahnen wachsen.-Tatkrästige Fürsorge für das allgemeine Straßennetz. Oer erste Jahresbericht des Generalinspekteurs.
München, 30. August. (DNB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fritz Todt, gibt den ersten Jahresbericht über seine Tätigkeit als Leiter der obersten Reichsbehörde für das deutsche Straßenwesen. Dieser Bericht zeigt, mit welcher Tatkraft man an das gewaltige Werk der Reichsautobahnen herangegangen ist und welche Leistungen bereits im ersten Jahre vorliegen.
Der Bericht beginnt mit dem großen Bauvorhaben der Reichsautobahnen. Die während des abgelaufenen Jahres durchgeführten Planungsarbeiten ergaben, daß die erste großmaschige Erschließung des Reichsgebietes ein Grundnetz von 7000Kilometer Reichsautobahnen erfordert. In der Ausstellung „Die Straße" in München wurde dieses Grundnetz zum ersten Male durch eine große Wandkarte veröffentlicht. Bis zum 1. Juli 1934 find der Gesellschaft „Reichsautobahnen" zum Bau 1600 Kilometer freigegeben, für weitere 2500 Kilometer liegen die Entwürfe vor. Für die Bauausführung find bis jetzt eingesetzt 15 oberste Bauleitungen und 41 Bauabteilungen mit insgesamt 1800 Angestellten und Beamten. An Aufträgen wurden insgesamt bis Juli 1934 vergeben: 11 Ö Millionen Reichsmark. Die Gesamtzahl der an den Baustellen beschäftigten Arbeiter erreichte bis zum 5 Juli 1934 den Stand von 38 600 Mann und die Zahl der geleisteten Tagewerke 2,55 Millionen.
Es ist vorgesehen, bis zum Ende des Baujahres 1934 bei den Bauarbeitern insgesamt 300 Millionen Reichsmark umzusetzen und die Belegschaft der Baustellen auf 80 000 bis 100 000 zu steigern. Die Zahl der indirekt (z. B. in Lieferwerken) Beschäftigten ist nach genauen Erhebungen 1,5mal 'so groß als die auf den Baustellen Tätigen. Es waren sonach insgesamt am Stichtage des Berichtes (5. Juli) rund 96 000 Mann beschäftigt und werden bis zum Jahresende 200 000 bis 250 000 Volksgenossen durch das Werk der Reichsautobahnen Arbeit und Verdienst erhalten.
Auf den Strecken Frankfurt — Mannheim und München — Landesgrenze find die Erdarbeiten soweit gediehen, daß im Juli 1934 bereits die ersten Fahrdecken vergeben werden konnten. Die Teilstrecken Frankfurt — Darmstadt und München — holzkircben werden voraussichtlich noch in diesem Spätherb st fahrbar. Die Entwurfs- und Sauarbeiten sind so vorbereitet, daß in den kommenden fünf Jahren je 1000 bis 1500 Kilometer Autobahnen fertigge- stellt werden können. Es wird angestrebt, daß 1936/37 folgende zusammenhängende Verbindungen dem Verkehr zur Verfügung stehen: Die Strecken Köln — Düsseldorf — Dortmund — Hannover — Berlin — Frankfurt a. d. Oder: Stettin — Berlin — Breslau: Kassel — Frankfurt — Mannheim — Karlsruhe — Stuttgart — Alm — München — Landesgrenze: und die Nordsüdlinie Leipzig — Bayreuth — München. Ferner werden fertig- gestellt die Verbindungen Bremen — Altona — Hamburg — Lübeck und die Strecke Königsberg — Elbing.
Der Generalinspektor richtet sein besonderes Augenmerk auf eine gute Eingliederung der Autobahn in die Landschaft. Zu diesem Zwecke wurde jeder obersten Bauleitung ein „Landschaftsanwalt" beigegeben, der bei den Fra
gen der Bepflanzung und bei der Wahl der Linienführung mitwirkte.
Ein geschlossenes Autobahnnetz kann seine bedeutenden Funktionen in verkehrspolitischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht nur dann restlos erfüllen, wenn es feine Ergänzung durch ein vorzügliches allgemeines Straßennetz findet. Dem Ziel, bei der verwaltungsmäßigen Zersplitterung, im Straßenbau eine einheitliche Ordnung zu schaffen, diente die Schaffung des Gesetzes „über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenoerwaltung". Dieses Gesetz beseitigt die par- tikularistischen und verwaltungsmäßigen Hemmungen und sieht eine Neueinteilung der Straßen in Kraftfahrbahnen, Reichsstraßen, Landstraßen erster Ordnung und Landstraßen zweiter Ordnung vor. Im Zuge der Vereinheitlichung des gesamten Straßenwesens lag es auch, daß das Reich bereits in diesem Uebergangsjahr ganz erhebliche Mittel für den allgemeinen Straßenbau zur Verfügung stellte. Im Jahre 1933 waren laufende Arbeiten aus Kraftfahrzeugsteuern der Wegeunterhaltungspflichtigen imgange. Diese verfügbaren Mittel beliefen sich auf Grund der Reichsgarantie auf 160 Millionen Reichsmark.
Aus dem Reinhardprogramm wurden 55 Millionen als Darlehen, besonders für Winterarbeiten den Wegeunterhaltungspflichtigen zur Verfügung gestellt. Damit wurden Arbeiterentlassungen im Winter 1933/34 weitgehend vermieden. Die Ablösung der Kraftfahrzeugsteuer für Altwagen machte einen weiteren Betrag von 40 Millionen für Straßenbauzwecke frei. Für das Jahr 1934 werden den Wegeunterhaltungspflichtigen etwa 115 Millionen Mark aus der Kraftfahrzeugsteuer zufließen. Da das Reich als Uebergangs- regelung für 1934 die Kostenträgerschaft für die Fernverkehrsstraßen übernommen hat,
stehen davon 35 Millionen Mark für die zukünftigen Reichs st raßen zur Verfügung.
Darüber hinaus stellte das Reich für Unterhaltung, Um- und Ausbau der Reichsstraßen so beträchtliche Mittel zur Verfügung, daß die im Jahre 1933 verfügbaren Slrahenbaumillel in höhe von 225 Millionen Mark für das Jahr 1934 noch sehr wesentlich überschritten wurden. Mit diesen Mitteln wurde der Ausbau des Fernverkehrsflrahennehes wesentlich gefördert. Es wurde dabei Wert darauf gelegt, ganze Straßenzüge in einen auf ganzer Länge gleich guten, den Verkehrsbedürfnissen genügenden Zustand zu versehen. Diese Arbeiten sind zur Zeit im Gange.
Bei 200 Arbeitstagen sind beschäftigt: auf den Baustellen: 82 500 Arbeiter, in den Lieferwerken 94 000 Arbeiter; zusammen 176 500 Arbeiter. Durch die eingeleiteten Arbeiten ist die Straßenbau- industrie voll beschäftigt. Die Arbeiten wurden möglichst gleichmäßig über ganz Deutschland verteilt, weshalb sie vom Standpunkt der Arbeitsbeschaffung aus besonderen Wert besitzen.
Ein weiteres wichtiges Gebiet aus der Tätigkeit des Generalinpektors ist die S t r a ß e n b a u forsch u n g, vor allem die Baugrundforschung, die Frage des Betonstraßenbaues und die Frage der Beleuchtung der Reichsautobahnen. Bei der Bearbeitung all dieser Fragen wird in enger Fühlungnahme mit amerikanischen und schwedischen Experten gearbeitet. Ferner wurden maßgebende Fachleute aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zu einer Forschungsgemeinschaft berufen, der die Aufgabe gestellt wurde, Zemente für die besonderen Forderungen des Straßenbaues zu entwickeln.
Französischer Abgeordneter fordert Aussprache mtt Hitler.
Der Appell des Führers verlangt eine Antwort Frankreichs.-Ohne Bereinigung der Saarfrage keine Verständigung.
Eine Stimme der Vernunft aus demLagerderbürgerlichenLinken
Paris, 31. Aug. (DRV.-Funkspruch.) 3m radikalsozialistischen „Quotibien“ seht sich der Abgeordnete Montagnon freimütig für eine Verständigung mit dem neuen Deutschland ein. Er fordert im Sinne des Appells des Führers eine schleunige Bereinigung der Saarfrage. Sein Artikel gehl von der Feststellung aus, Frankreich scheine einen Fehler zu begehen, wenn es glaube, daß alle Völker nach der gefühlsmäßigen Einstellung Handellen, wie das französische es tun würde. Hitler habe auf dem Lhrenbreilskein erneut das Saargebiet gefordert und feinen Friedensappell an Frankreich wiederholt. Er, Montagnon, bedauert, daß man französischerseits schon den ersten Appell Hitlers vor einem Jahr nicht berücksichtigt habe. Die Saar hätte ein Bindeglied zwischen
Deutschland und Frankreich werden können. Frankreich würde unrecht tun, wenn es den jetzigen zweiten Ruf Hitlers unbeantwortet ließe. Die fchlimmfte Möglichkeit an der Saar liege daran, daß sich die Bevölkerung für den Status q u o entscheide, da dann das Saargebiet zu einem ftänbigen keim des Haffes zwischen Deutschland und Frankreich werden würde. Dann würde jede Regelung unmöglich gemacht und die Kriegsaussichten würden steigen. Auf den etwaigen Einwand, dann wolle also Frankreich Hitler erlauben, sein Prestige zu stärken, antwortet Montagnon, dieser Einwand spiele gar keine Rolle, wenn der Friede dabei gewinne, denn mindestens in diesem punkte bringe Hiller die Ansicht beinahe des gesamten deutschen Volkes zum Ausdruck. Montagnon glaubt, daß Hiller den Frieden wolle, denn das liege in feinem Interesse.
Mit Voraussagen, die die Festigkeit des hitter- regimes anzweifetten, müsse man vorsichtig
seres Volkstums da draußen empfinden, daß diese Not unsere Not ist, daß wir die Schläge, die unsere unschuldigen, unsere treuen, unsere besten Brüder empfangen, fühlen, als ob wir s e l b ft sie empfangen.
Aus echter Verbundenheit im Volkstum entsteht die ständige deutsche Unruhe um das Wissen des meist so dunkeln Schicksalsweges, des Lebenskampfes unserer Ausländsdeutschen. Wir vom VDA. sollen hier unseren Volksgenossen Mittler i h r er Pflicht sein, für das Auslandsdeutschtum einzustehen Wir rufen aber in erster Linie die Jugend. Und dieser Ruf ist der eigentliche Sinn des Festes der deutschen Schule. Wir brauchen die Jugend im Reich für die Volksgenossen draußen. Aus der inneren Bereitschaft der Herzen ergibt sich die Mitarbeit an der praktischen Hilfe. Wofür ist diese Hilfe nötig? Tausende, ja, Hunderttausende von deutschen Kindern im Ausland bekommen auch nicht mehr den dürftigsten deutschen Unterricht. In Nordschleswig, in Brasilien, im Sudetenland, in Polen und im Baltikum, sowie in Siebenbürgen, da ist es wenigstens möglich, mit deutschem Gelde Privatschule n zu errichten. Lehrer und Geistliche zu bezahlen. Unsere auslandsdeutschen Bruder geben, was sie können. Doch reichen ihre Kräfte nicht aus. In anderen Kampfgebieten unseres Volkstums find nicht einmal Privatschulen erlaubt; Bücher, Zeitschriften und viele andere Mittel müssen hier helfen. In anderen Gebieten wird nur heimlich der Unterricht erteilt.
Kein Geringerer als der Reichskanzler und Füh. rer Adolf Hitler selbst berichtet in seinem Lebensbuch über den Volkstumskampf vor den Grenzen, und er spricht von dem Verhältnis der Deut» schen im Reiche dazu. Adolf Hitler sagt in diesem Zusammenhänge u. a.:
„Von dem ewigen, unerbittlichen Kampf um die deutsche Sprache, die deutsche Schule und deutsches Wesen hatten nur ganz wenige Deutsche aus dem Reiche eine Ahnung. Erst heute, da die traurige Not vielen Millionen unseres Volkes aus dem Reiche selber aufgezwungen ist, die unter fremder Herrschaft vom gemeinsamen Vaterland träumen und, sich sehnend nach ihm, wenigstens das heiligste Anspruchsrecht der Muttersprache zu erhalten versuchen, versteht man in größerem Kreise, was es heißt, für fein Volkstum kämpfen zu müssen. Nun vermag auch vielleicht der eine oder andere die Größe des Deutschtums aus der alten Ostmark des Reiches zu messen, das, nur auf sich selbst gestellt, jahrhundertelang das Reich erst nach Osten beschirmte, um endlich in zermürbendem Kleinkrieg die deutsche Sprachgrenze zu halten in einer Zeit, da das Reich sich wohl für Kolonien interessierte, aber nicht für das eigene Fleisch und Blut vor seinen Türen ... Wie überall und immer in jeglichem Kampf gab es auch im Sprachenkampf des alten Oesterreich drei Schichten: die Kämpfer, die Lauen und die Verräter. Schon in der Schule begann diese Siebung einzutreten; denn es ist das Bemerkenswerte des Sprachenkampfes wohl überhaupt, daß seine Wellen vielleicht am schwersten gerade bie Schule als Pflanzstätte der kommenden Generation umspülen. Um das Kind wird dieser Kampf geführt, und an das Kind richtet sich der erste Appell dieses Streites: „Deutscher Knabe, vergiß nicht, daß du ein Deutscher bist" und „Mädchen, gedenke, daß du eine deutsche Mutter werden sollst." Wer der Jugend Seele kennt, der wird verstehen können, daß g e * rabe fie am freubigften bie Ohren für einen solchen Kampfruf öffnet. In hunberterlei Formen pflegt sie biefen Kampf bann zu führen, auf
ihre Art unb mit ihren Waffen. Sie lehnt es ab, unbeutsche Lieber zu fingen, schwärmt um so mehr für beutsche Helbengrößen, je mehr man versucht, sie biefer zu entfremben, sammelt an vom Munbe abgesparten Hellern zum Kampfschatz ber Großen. Sie ist unglaublich hellhörig bem unbeutschen Lehrer gegenüber unb widerhaarig zugleich, trägt die verbotenen Abzeichen des deutschen Volkstums unb ist glücklich bafür bestraft ober gar geschlagen zu werden. Sie ist also im kleinen ein getreues Spiegelbild der Großen, nur oft in besserer und aufrichtigerer Gesinnung."
Und dann bekennt Adolf Hitler aus seiner Jugendzeit, wie er als Schuljunge für den heutigen Landesverband Oesterreich des VDA. g e - wirkt hat, nämlich: „Auch ich hatte so einst die Möglichkeit, schon in verhältnismäßig früher Jugend am Nationalitätenkampf des alten Oesterreich teilzunehmen. Für ,Südmark' und ,Schulverein' wurde da gesammelt, durch Kornblumen die Gesinnung betont, mit ,Heil' gegrüßt und Deutschland über alles' gesungen trotz Verwarnungen und Strafen."
So möge denn das „F e st ber beutschen Schule" als Tag bes Volkstums bazu bienen, baß bie reichsbeutsche Jugenb nacheifert bem, was ber Führer bes deutschen Volkes, Adolf Hitler, in seiner Jugendzeit beispielhaft erlebt hat. Es wirb Aufgabe ber beutschen Lehrer sein, bieses Volkstumserleben immer neu zu vermitteln. Möge das Fest der deutschen Schule auch den deutschen Volksgenossen drüben jenseits der Grenzen Zeugnis da« von geben, daß vor allem die deutsche Jugend mit heißem Herzen an fie denkt, unb baß ein Geschlecht heranwächst, bas sich ber Bluts- unb Wesensgemeinschaft mit allen Deutschen auch außerhalb ber Grenzen bewußt bleibt.


