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Oberhessen.

400-Zahrfeier der Reformation in der Wetterau.

Bad-Nauheim. 31. Mai. (EPA.) Das 4 0 0- jährige Reformationsjubiläum d er W e t t e r a u findet, wie nun festgelegt wurde, am Johannistag, Sonntag, den 24. Juni, in Ba d - Nauheim statt, und zwar in Verbindung mit einem Kirchengesangstag der Wetterau. Der Fest­gottesdienst ist um 14.30 Uhr in der Dankeskirche und bringt nur altreformatorische Lieder der Chöre und Gemeinde einschließlich Psalmodie, die Festfeier ist um 17 Uhr auf dem Johannisberg an dem Turyi der alten Johannisbergkirche, wo Wilhelm Wippers- fürth vor 400 Jahren die erste evangelische Predigt hielt.

Weihe eines Gotteshauses in Bad Salzhausen.

Bad Salzhausen, 31. Mai. Der langgehegte Wunsch der Einwohner und Kurgäste von Bad Salz­hausen, ein eigenes kleines Gotteshaus zu besitzen, ist nunmehr erfüllt. Am Sonntag, 10. Juni, um 14 Uhr findet durch den obersten Geistlichen von Oberhessen, Propst Knodt, die feierliche Weihe des schlichten, schönen Gotteshauses statt, das in ein alles, leerstehendes Salinengebäude nach den Plänen von Baurat Metzger von Bad-Nauheim- Friedberg stilvoll eingebaut wurde. Bad Salzhausen ist Filialgemeinde von Nidda II und steht unter der Seelsorge von Herrn Dekan S c r i b a, der sich um das neue Gotteshaus besondere Verdienste erwor­ben hat. Das Gotteshaus mit seinem kleinen Glocken­turm und würdigen Portal hat einen- besonderen heimatgeschichtlichen Schmuck erhalten durch seine vier Fenster, die die Familienwappen der Männer tragen, die sicb um die alte Sode und das Bad Salzhausen besondere Verdienste erworben haben; Ludewig Knodt den Pfänner 1495 bis 1511, den ersten bekannten Besitzer der Sode Salzhausen, den Stammvater der hessischen Marrfamilie Knodt, Roland Krug von Nidda, Amtmann und Rent­meister, der die Quellen als hessisches Lehen erhielt, 1593 bis 1617, Joh. Wilhelm Langsdorfs, Sa­linendirektor und Kammerrat 1778 bis 1803, der die Salzwerke neu einrichtete und Justus von Liebig, den berühmten Gießener Chemiker, der durch ferne Quellenanalyse Salzhausen wesentlich förderte. Die Festpredigt im Weihegottes­dienst hält Dekan Scriba, die Ansprache in einer musikalischen Nachfeier Pfarrer Laut von Nidda.

Englische Aerzte in Bad-Nauheim.

Bad-Nauheim, 30. Mai. (LPD.) Bad-Nau­heim hatte in der letzten Woche den mehrtägi­gen Besuch von 20 bedeutenden eng­lischen Aerzten, zu denen auch der welt­berühmte Balneologe Leonard Williams und und der in England allseits bekannte Arzt Sir Charles Gordon-Watson gehörte. Die Gäste legten vor allem Wert darauf, die beiden wissen­schaftlichen Institute und ihre Arbeitsmethoden kennen zu lernen. Dr. Williams erklärte beim Ab­schied, daß Bad-Nauheim durch die Abstufbarkeit seiner Bäder und mit seinen Anlagen und Einrich­tungen einzigartig dastehe. Sehr erstaunt und «r- freul waren die Gäste über die ausfallende Ordnung im neuen Reich, die sie überall bewundern konnten und von der sie sagten, daß sie im Gegensatz zu den Meldungen ihrer Presse stehen.

Stadtvorstand in Alsfeld.

- Alsfeld, 29. Mai. In der gestrigen Sitzung gelangten der Voranschlag der Stadt, so­wie der Hospital- und Armenkasse und des städti­schen Schlachthofes für das Rechnungsjahr 1934 zur Vorlage. Au Beginn der Sitzung führte der Vorsitzende den neuernannten kommissarischen Bei­geordneten, Sparkassendirektor Trips, in sein Amt ein und widmete dem ausscheidenden Bei­geordneten Kaufmann V i e r h e l l e r anerkennende Dankesworte für seine Tätigkeit im abgelaufenen Jahre. Der Voranschlag der Stadt für das Rj. 1934, der von dem Finanzausschuß eingehend durchbera­ten wurde, schließt in der Betriebsrechnung mit 433 394,91 Mark in Einnahme und Ausgabe ab, gegenüber 538 000 Mark des vorjährigen Voran­schlages. Ilm eine Steuererhöhung gegenüber dem Vorjahre zu vermeiden, wurden von dem Fincknz-- ausschuß verschiedene Abstriche vorgenommen in Höhe von zusammen 8000 Mark. Hierdurch er­mäßigt sich der Umlagebedarf von 126 000 Mark auf 118 000 Mk. Die Steuersätze bleiben mit klei­nen. Abänderungen dieselben wie im Vorjahre. Be­merkenswert für den Voranschlag ist bei Rubrik 42 ein erheblicher Rückgang der sozialen Lasten, ins­besondere für die Wohlfahrtserwerbslvsen. Der Voranschlag wurde gemäß dem Vorschläge des Fi­nanzausschusses im ganzen angenommen, ebenso der Voranschlag für den städtischen Schlachthof auf Grund der vom Ministerium genehmigten Einheits­gebühren. Die Gebühr zur Nachuntersuchung für von auswärts eingeführtes Fleisch wurde auf 8 Pf. pro Kilogramm festgesetzt. Augleich wurden die von der Stadtkasse vorgelegten Liquidations. und Nie­derschlagsverzeichnisse vom Rj. 1932 genehmigt Die Steuerausstände vom Rj. 1932 betragen 20 770,09 Mark.

Im Anschluß an die in kurzer Zeit erfolgte Ver-, abschiedung des Voranschlags wurden noch eine gan^e Anzahl anderer Vorlagen zur- Erledigung ge­bracht. Die Reklamationen gegen die Einschätzung zum Wassergeld für das Rj. 19 3 4 wurden gemäß den Vorschlägen des Finanzausschusses im ablehnenden Sinne erledigt. Zur Verbesserung der Wasserversor­gung im Quellengeibiet der Gemarkung Ober­breidenbach soll noch ein weiterer Tiefbohr­brunnen erbaut werden. Hierzu wird der Firma Stefan Kuhn, Inheiden, auf Grund ihres Ange­bots und der besonderen Bedingungen über eine Filterbrunnenanlage die Herstellung des Brunnens zu dem festen Preise von 6325 Mark übertragen. Die seither oorgenommene erste Tiefbohrung hatte ein sehr gutes Ergebnis und ergab eine große Wassermenge. Durch das Realsteuersperrgesetz vom 16. Februar 1934 hat die Filial- und Warenhaus­steuer für das Rj. 1934 die gleiche gesetzliche Rege­lung erfahren wie für das Jahr 1933. Demgemäß wurde beschlossen, die Filialsteuer für das Rj. 1934 von allen filialsteuerpflichtigen Betrieben in Höhe von 200 v. H. der gemeindlichen Gewerbesteuer zu erheben. Die Warenhaussteuer soll ebenfalls wie im vorigen Jahre mit 200 v. H. zur Erhebung ge­langen. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Landeskirchenamtes bekannt, worin sich dieses damit einverstanden erklärt, daß gemäß dem Wunsche der Stadt die zweite Pfarrstelle, welche gegenwärtig Pfarrvikar Dreißig acker verwaltet, vorerst nicht definitiv besetzt wird, und daß in dem zur Zeit als zweites Pfarrhaus dienen­

den städtischen Haus am Bahnhof der erste Stock als Wohnung für einen von auswärts zuziehenden Beamten zur Verfügung gestellt wird, vorläufig bis zum 1. Oktober 1934.

Generalversammlung der Spar­und Vorschußkaffe Keffelbach.

* Kesselbach, 28. Mai. Die Spar- und Vor­schußkasse e. G. m. b. H. Kesselbach hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung für das Ge­schäftsjahr 1933 bei Mitglied Johannes höchst ab. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzenüe leitete die Versammlung, begrüßte die Mitglieder, insbe­sondere Kreisbauernführer D ö r r s ch u k und Ober- revisor Hartmann.

Dem Geschäftsberich?, der vom Rechner vorgetragen wurde, ist folgendes zu entnehmen: Im Laufe des Jahres find neu beigetreten 13 Mit­glieder, ausgeschieden durch Tod 3, durch Auf­kündigung 2 und durch Ausschluß 3 Mitglieder, so daß am Ende des Jahres der Genossenschaft 299 Mitglieder angehörten.

Dieselben besitzen 304 Geschäftsanteile und ver­treten eine Haftsumme von 304 000 Mark. Der Ge­schäftsverkehr hat sich gegenüber dem Vorjahre etwas belebt. Das Kredltbedürfnis ist in unserem Kreise immer noch sehr groß, auch bestand noch ein starkes Verlangen auf Rückzahlung von Spar­einlagen, besonders Aufwertungen. Infolgedessen hal sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahre wieder etwas vermindert, da auf Aufwertungs- Spareinlagen 16 000 Mark zurückgezahlt wurden, denen keine Einzahlung gegenübersteht. Bei den neuen Spareinlagen haben Einzahlungen und Aus­zahlungen das Gleichgewicht gehalten. Die Dar­lehen gegen Hypothek und Schuldschein betragen

rund 312 000 Mark, in laufender Rechnung 270 000 Mark, der Wechselbestanö 5150 Mark. Das Wert­papierkonto ist durch Auslosung etwas niedriger wie im Vorjahre und beträgt 17 000 Mark. Die Posten: Bankguthaben, Kassenbestand und fällige Zinsen betragen rund 15 000 Mark.

Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen rund 30 000 Mark, die Reserven 22 400 Mark, Rückstellung 24 500 Mark, die Spareilagen 463 000 Mark und laufende Rechnung 33 000 Mark. Der Reingewinn ist mit 3 945 Mark ausgewiesen. Der Vorschlag der Verwaltung, dem Reservefonds und der Betriebsrücklage je 800 Mark zu überweisen, 5 v. H. Dividende auf die eingezahlten Geschäfts­anteile zu vergüten, wurde einstimmig angenom­men; ebenso wurden der Bericht des Vorstandes, die Jahresrechnung und die Bilanz, sowie der Be­richt des Aufsichtsrates ohne Widerspruch geneh­migt und dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Ent­lastung erteilt.

Durch die Umorganisation und Zusammenlegung der beiden Verbände wurde eine Statutenänderung notwendig, die ebenfalls ohne Widerspruch geneh­migt wurde. Bei den Ersatzwahlen zu Vorstand und Aufsichtsrat wurde den neuen Verhältnissen Rech­nung getragen, der Vorstand um zwei Mann er­weitert. Dem Vorstand gehören an: Köhler, Schmidt, Becker, Schomber,Kesselbach und Reinheimer (Odenhausen a. d. Lda.). In den Aufsichtsrat wurden gewählt: S ch u b a ch (Allertshausen), Schaaf II., Schäfer III., Kaufmann, H ö ch st (Kesselbach), Grau (Drei­hausen), Sohl (Rüddingshausen, Werner (Oden­hausen), Kornmann (Wermertshausen).

Oberrevisor Hartmann machte noch einige all­gemeine Ausführungen über die Bedeutung der Genossenschaften und ihre Aufgaben in der jetzigen Zeit und betonte besonders die Sparwerbung, da­mit die Genossenschaften wieder in die Lage kom­men, aus eigenem Kapital ihren Mitgliedern den notwendigen Petriebskredit zur Verfügung zu stellen. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen.

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X Wieseck, 29. Mai. Die Ortsgruppe ^e r NSDAP, hatte für gestern abend in den Saalbau Braun zu einer Versammlung eingela- den, die von Ortsgruppenleiter Karl Euler ge­leitet wurde. Als Redner des Abends sprach der Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz (Gießen) über das ThemaKampf gegen Miesmacher, Kri­tikaster und Reaktion". Es müßten sich jetzt endlich alle mit der Tatsache abfinden, daß die nationale Revolution eine gänzlich neue Zeit geschaffen habe, die, völlig durchsetzt mit neuen Gedanken und For­men, auch einen neuen Menschen brauche. Das Dritte Deutsche Reich sei . noch ein Ziel, es sei noch keine Wirklichkeit und es werde nur dann ganz erstehen, wenn alle den festen Willen haben, ihre Kräfte diesem Endziel zur. Verfügung zu stellen. Vom dieser Notwendigkeit alle zu überzeugen, sei der Sinn dieser Versammlungwelle und auch letz­ten Endes unseres Propagandaministeriums, des ersten der Welt in seiner Art. Scharf wandte sich der Redner gegen das Märchen von den Erbfeh­

lern des deutschen Volkes, das, wie seine Gegner sagen, nie einig sein könne. Das Gegenteil werde jetzt bewiesen und die Prediger dieser These wuß­ten, daß mit der Einigkeit des Volkes ihre eigenen Sonderintereffen völlig verschwinden würden. Wir wollen das Primat des Deutschtums, den Glauben an Deutschland immer mehr stärken, der größer als alles andere fein muß. Das Erlebnis der Front­kameradschaft war der Beginn und das Fundament der nationalsozialistischen Idee und Revolution, und aus ihm heraus wächst unser LeitsatzEiner für Alle". Im zweiten Abschnitt seiner interessan­ten Ausführungen stellte der Redner die Typen und Gruppen der Nörgler und Besserwisser dar, die ihre Zeit für gekommen glauben. Hier aufklä­rend und überzeugend einzugreifen, sei selbstver- ständliche Pflicht eines jeden Volksgenossen. Mit dem Hinweis, immer eingedenk der Taten des Füh­rers für uns alle zu sein, schloß der Redner seinen Vortrag. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" und einer Strophe des Horst-Wefsel-Liedes schloß der Ortsgruppenleiter die Versammlung.

* Watzenborn-Steinberg, 31. Mai. Der Schuhmachermeister und Schuhhändler Heinrich Sommer von hier kann am heutigen Donners­tag, 31. Mai, seine Silberne Hochzeit und gleich­zeitig auch das 25jährige Bestehen seines Geschäftes feiern. Der Jubilar ist auch seit 25 Jahren Leser des Gießener Anzeigers.

m. Großen-Buseck, 30. Mai. Am vergange- nen Sonntag unternahm der hiesige Frauen- verein seinen diesjährigen Ausflug. Der Ver- ein war von dem Frauenverein und Kirchenchor Düdelsheim, die im vorigen Jahr unsere Gemeinde besucht hatten, herzlich eingeladen worden, nach Düdelsheim zu kommen. In vier großen Postauto­

bussen wurde die stattliche Teilnehmerzahl (163 Personen) untergebracht. Unterwegs wurde das schöne Salzhausen besichtigt. In Düdelsheim, wo die Frauen Gäste der Gemeindeglieder waren, nahm man am Gottesdienst teil. Nach der Kaffeepause verbrachte man einige schöne Stunden auf der Steinern", wo bei Chören des Kirchengesangver­eins Düdelsheim, Ansprachen und Darbietungen der Jungmädel, sowie Gedichtvorträgen die Zeit nur zu schnell, verging. Der schöne Tag wird allen Teil­nehmern noch lange in Erinnerung bleiben.

* Groß en-Bus eck, 31. Mai. Der Mühlen­besitzer Adolf Hillebrecht, der vor 25 Jahren die Scheidemühle käuflich erwarb, kann am morgi­gen 1. Juni das silberne Geschäftsjubiläum feiern. Herr Hillebrecht hat es verstanden, sich während der vergangenen Jahre die Wertschätzung der, ganzen Einwohnerschaft Grohen-Buisecks und darüber hinaus auch die Achtung der Einwohner­schaft der Nachbardörfer zu erringen. Herr Hille­brecht hat die Scheidemühle in vieler Hinsicht neu­zeitlich gestaltet. So hat er u. a. an Stelle des Wasserrades eine Turbine beschafft, so daß die Mühle heute ein recht leistungsfähiges Unternehmen darstellt.

* Großen-Linden, 31. Mai. Der 17jährige Schriftsetzer Erich Klotz von hier erlitt dieser Tage einen Bruch der linken Hand, der seine Ueberfuh- rung in die Chirurgische Klinik nach Gießen not­wendig machte.

k. Hungen, 30. Mai. Am gestrigen Abend fand im vollbesetzten Saal desDarmstädter Hofes" eine nationalsozialistische Kundgebung, statt. Der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopf-enmüller sprach über das Thema:Gegen Miesmacher und Kritiker". Der Redner verstand es, die Schädlinge des deutschen Volkes in eindeutiger Form an den Pranger zu stellen. Die klaren Ausführungen mit dem Hinweis auf die hohe Verantwortung eines jeden einzelnen unter Zurückstellung jeder persön­lichen Sonderwünsche, wurden von der Versamm­lung mit Begeisterung ausgenommen. Reicher Bei­fall dankte dem Redner.

4- Grünberg, 29. Mai. Hier wurden an drei Abenden in der Stadtkirche volksmissiona- rische Vorträge gehalten. Folgende Themen wurden behandeltVölkische Religiosität oder christ­licher Glaube",Der deutsche Christus",Die deutsche evangelische Kirche und die dritte Konfes­sion". Redner war Pfarrer Becker (Gießen), der in den Vorträgen die kirchliche Stellungnahme zu den Fragen darlegte, die in religiöser Hinsicht die neue Zeit aufgeworfen hat. Die Vorträge zeigten durchschnittlich einen guten Besuch, besonders stark war auch der Besuch des als Auftakt zu den Vor­trägen abgehaltenen Festgottesdienstes am Sonntag, bei dem Pfarrer R ö h r i cht (Darmstadt), Direktor des Landesvereins der Inneren Mission, die Fest­predigt hielt. Hierbei wirkte auch der Kirchengesang- verein mit.

§ Aus der nördlichen Wetterau, 30. Mai. Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen macht sich an allen Kulturpflanzen im Garten und im Feld unangenehm bemerkbar. Da die Nieder­

schläge während des Winters weit geringer waren als in den vergangenen Jahren, andererseits manche Bodenarten die Erdfeuchtigkeit wieder leicht ab­geben, so ist mitunter große Trockenheit festzustellen, die sich recht nachteilig auswirkt. Die Obstbäume, die teilweise recht guten Fruchtansatz aufweisen, lassen schon die kaum entwickelten Früchte fallen. Die aufgelaufenen Kartoffelstauden wachsen nur langsam. Das Unkraut nimmt in erschreckendem Maße überhand. In den Gärten muß fleißig ge­gossen werden. Trotzdem treten die Erdflöhe in selten beobachteter Menge auf. Die wogenden Fruchtfelder zeigen zur Zeit prächtiges Aussehen. Das Korn steht in voller Blüte. Eine vorzügliche Roggenernte steht in Aussicht. Die Sommerfrucht konnte sich bisher gut entwickeln^und bedarf nun dringend eines kräftigen Regens. Der erste Klee­schnitt ist im Gange. Sein Ertrag ist als recht gut zu bezeichnen. Der Nachwuchs ist unbefriedigend. Der Graswuchs der Wiesen läßt zu wünschen übrig. Gegenwärtig herrscht regere Nachfrage nach Ferkeln, da überall infolge der etwas höheren Preise für Jungtiere im Ankauf zurückgehalten wurde. Die meisten kleineren Betriebe haben jetzt kaum soviel Schweine im Stalle, daß sie ihren Be­darf für die kommenden Hausschlachtungen decken können.

Kreis Schotten.

Schotten, 30. Mai. (LPD.) In dem Kreisorte Helgersheim spielte ein 2jähriges Mädchen an einem Bienenstand, wobei es die Verschlußtür an dem Bienenstand fortzog. Die nunmehr ausschwär­menden Bienen griffen das bedauernswerte Kind­chen an und verletzten es durch über hundert Stiche im Gesicht und auf der Zunge so fürchterlich, daß es schwer darniederliegt.

Kreis Alsfeld.

* Ehringshausen, 31. Mai. In unserem Orte ereignete sich heute ein Unglücksfall. Der 28 Jahre alte Matthias Lein stürzte bei der Aus­führung einer Arbeit an einem Hause so unglück­lich ab, daß er mit schweren inneren Ver­letzungen in die Chirurgische Klinik nach Gie­ßen eingeliefert werden mußte.

# Ober-Ohmen, 30. Mai. Die anhaltende Trockenheit beginnt sich immer schärfer aus­zuwirken, so daß sich die Gemeinde veranlaßt ge­sehen hat, mit sofortiger Wirkung die Entnahme von Wasser aus der Wasserleitung zu allen an­deren Zwecken als die Versorgung von Mensch und Vieh zu verbieten. Da das Setzen der Dickwurzpflanzen nur mit Wasser ge­tätigt werden kann, sind die Bauern nun gezwun­gen, den Bedarf an Wasser aus der Ohm zu ent­nehmen. Leider ist der W a s s e r st a n d der Ohm bedenklich zurückgegangen, so daß im Falle eines Brandes nur Verlaß auf die Brand­reserve des Hochbehälters ist. Angesichts dessen ist das obige Verbot eine zwingende Notwendigkeit, damit im gegebenen Moment größeres Unheil ver­hütet wird.

# Ober-Ohmen, 30. Mai. Ueberall im Vogelsberg stößt man auf Pflangenseltenheiten. Auch hier ist ein solches Exemplar zu verzeichnen. Es handelt sich hierbei um einen Baum, die so­genannteMehlbeere", welcher als einziges Exem­plar im Kirchbergswäldchen anzutreffen ist. Als große Seltenheit find ferner zwei Ulmen anzu­sprechen, welche im GemeindewaldScharnholz" ihren Standort haben und unter SHutz gestellt sind. Die Ratten haben sich, wie auch in anderen Dörfern, auch hier zu einer regelrechten Plage aus­gewachsen. Ihr Hauptdomizil sind die Schweine­ställe, wo sie in Herden anzutreffen sind. Die Tiere sind so frech, daß sie sofort herbeikommen, wenn den Schweinen das Futter eingeschüttet wird. 10 bis 15 Stück am Trog sind keine Seltenheit. Leider ist den Nagern sehr schwer beizukommen, da sie in den alten Fachwerkställen nach allen Richtungen ihre Gänge und Schlupfwinkel haben. Wenn bei einer erfolgreichenRattenjagd" mit Hund und Besen so an die 20 bis 30 Tiere zur Strecke ge­bracht werden, so ist dies keine Seltenheit. Der Schaden, den sie an Feldfrüchten, Lebensmitteln ufw. anrichten, ganz zu schweigen von der Zer­störung an den Gebäuden, ist riesig.

# Aus d e m Vogelsberg, 30. Mai. In den letzten Jahren waren die Igel in hiesiger Ge­gend immer weniger geworden, denn wo abends Zigeuner Rast machten, da schmorten auch alsbald einige Igel am Feuer. Dadurch wurden mehr Igel vernichtet, als durch Gehecke nachwuchsen. Mit dem Verschwinden der Zigeuner in hiesiger Gegend kann der Igel als nützlicher Mäusejäger sich wieder un­gestört vermehren. Der Forellenbestand in un­seren klaren Gebirgsbächen hat in letzter Zeit arg unter Fischfreoel gelitten. Bei den Frevlern han­delt es sich durchweg um fahrendes Volk, das die Bäche ihren ganzen Lauf entlang absucht und mit­nimmt, was ihnen in die Finger kommt.

st. Kirtorf, 30. Mai. Am Sonntagabend fand hier im Saale der Gastwirtschaft Becker eine Bauernoersammlung statt, in der Kreisbauernführer Geiß (Vadenrod) sprach. Nach Eröffnung der Ver­sammlung durch Ortsgruppenleiter und Bürger­meister L a t h e r wandte sich Redner zunächst gegen die Nörgler und Kritiker, deren es besonders im Bauerntum auch noch viele gäbe. Er schilderte die große Not und die bedrohlichen Zustände des Landvolkes vor der nationalsozialistischen Revolu­tion und ließ deutlich erkennen, daß das deutsche Bauerntum seine Erhaltung nur dem National­sozialismus zu verdanken hat. Die Politik unseres nationalsozialistischen Regimes sei keine solche von kurzer Dauer, sondern sei auf weite Sicht einge­stellt. In der Behandlung des Reichserbhofgesetzes griff Redner die wichtigsten und besonders inter­essierenden Punkte heraus, um allen die Wichtigkeit des Erbhofgeseyes und die ihm zukommende hohe Bedeutung klar vor Augen zu führen. Daneben wurden noch andere agrarpolitische Gesetze be­handelt. Lebhafter Beifall dankte dem Kreisbauern- sührer für seine wertvollen Ausführungen. Ein dreifachesSieg Heil" und der Gesang des Horst- Weffel-Liedes beendeten die Versammlung.

st. Kirtorf,- 27. Mai. Nachdem unser Pfarrer Christ im März dieses Jahres nach Stockstadt am Rhein versetzt wurde, ist nunmehr in diesen Tagen die hiesige Pfarrstelle, die seither von Herrn Pfarrer H e m m e s (Lehrbach) mitversehen wurde, durch Herrn Pfarrer M o n n a r d neu besetzt worden.

st. Kirtorf, 28. Mai. Dieser Tage traten die Mitglieder der hiesigen landwirtschaftlichen Bezugs­und Absatzgenossenschaft e. G. m. b. H. im Saale der Gastwirtschaft Becker zusammen, um ihre 19. Ge­neralversammlung abzuhalten. Der vertretende Vor­sitzende Jakob K r a u s g r i l l begrüßte die Mit­glieder. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrend des im vergangenen Geschäftsjahr verstorbe­nen Mitgliedes Wilhelm Jost II. Zunächst erstat­tete der Direktor Wilhelm Wolf den Geschästsbe- richt. Zur Vorlage der Bilanz verlas der Rechner Ludwig Maar die Aktiva und Passiva. Der Direk-

Die Zeitung de« Keimst dieIeitnns de«Kamilie die Zeitung der Geschäftswelt

ist, von Tausenden geschäht, seit Urväterzeiten der Gießener Anzeiger mit seinen wertvollen, von eigener Schriffleitung be­arbeiteten, in eigenem Betrieb hergestellten Heimatbeilagen:

Gießener Familienblätter", äußerst sorgfältig gewählte, der Unterhaltung und Belehrung dienende deutsche Geisteskost,-

Heimat im Bild", der heimatlichen Landschaff, ihrem Volks- tum, ihrer Kunst und Kultur in Bild und Wort gewidmet,-

Oie Scholle", von Kennern der Heimaterde für die Land­wirtschaft und Gartenbau treibende Bevölkerung bearbeitet,-

Die Illustrierte", zu wahlfreiem Bezug gemeinschaftlich mit anderen deutschen Heimatblättern von Ansehen herausgegeben.

Das alles ist im Laufe von vielen Jahrzehnten zu einem im heimatlichen Volkstum tief eingewurzelten Begriff geworden, es

ift und bleibt de« Sietzene« Ameise«