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Gedächtnisrede des Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger in Darmstadt.
Darmstadt, 29. August (LPD.) Im Ehrenhof des Waldfriedhofs hatte sich am Mittwochabend die Bevölkerung Darmstadts zahlreich eingefunden, um des fo früh dahingegangenen nationalfozialifti- K Kämpfers Peter Gemeinder zu ge- , dessen Todestag sich nun zum dritten Male jährt. Ehrenabteilungen der SA., SS., HI., des Arbeitsdienstes und sämtlicher Gliederungen der NSDAP, hatten Aufstellung genommen. Mit Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger waren erschienen Regierungsrat Rainer, Staatsminister Jung, Landesbauernführer Dr. Wagner, Kreisleiter und Oberbürgermeister W a m b o l d (Darmstadt), Gaupresseamtsleiter W o w e r i e s, zahlreiche weitere Vertreter der hessischen Regierung und Politische Leiter. Dor dem Rednerpult hatten die Angehörigen des Verstorbenen Platz genommen.
Bei den Klängen eines Trauermarsches begab sich zunächst Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger an die letzte Ruhestätte Peter Gemeinders, um mit einem kurzen Nachruf einen Kranz niederzulegen. Nach weiteren Kranzniederlegungen spielte die Kapelle der Landespolizei das Lied vom Guten Kameraden.
In tiefem Schweigen zog der Zug dann zurück nach dem Ehrenhof des Waldfriedhofs, wo die Gedenkfeier stattfand. Nach einem Sprechchor der HI. und dem Trauermarsch von Chopin nahm Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger das Wort zur Gedächtnisrede. Er führte u. a. aus: Peter Gemeinder, ein Werkmann, ein Soldat und ein politischer Soldat Adolf Hitlers, das sind die Marksteine seines Lebens. Ein unbekannter Werkmann wie hunderttausend andere, tat er seine Pflicht. Er war ein tapferer deutscher Soldat, der beste Kamerad. Als Soldat konnte er sich nicht in den Abschluß des großen Ringens finden; der Sinn dieses Ringens war für ihn die Erhaltung des deutschen Vaterlandes, nicht sein Untergang. In den Zeiten des Wirrwarrs war er zur Stelle, um seinen Kameraden, den Volksgenossen, zu dienen.
Er war einer der Ersten, die von der Botschaft des Nationalsozialismus durchdrungen waren, einer der Ersten in den Reihen des Führers. Er stand mit in vorderster Front. Mit voller Hingabe lebte er für sein Vaterland, für die Wiedergeburt des Volkes, für die Volksgemeinschaft. Er war einer von denen, die gläubig den Nationalsozialismus hinaustrugen, die keine Arbeit und Mühe scheuten.
Er wußte, daß seinem irdischen Dasein schon bald ein Ziel gesetzt sein würde, und wie ost sagte er, wenn wir ihn mahnten, seine Gesundheit für die
noch harrenden großen Aufgaben zu schonen, er brauche seine Gesundheit nicht zu schonen, weil er fühle, daß er in naher Zeit scheiden müsse. Wir sahen darin den gläubigen Menschen, und wir verstanden ihn. Er erlebte nock den Aufstieg, den Sieg aber durfte er nicht mehr schauen. Dennoch war er allezeit unter uns. In uns lebte, wirkte und kämpfte er.
Peter Gemeinder wurde das Vorbild der Kämpfer, aller Volksgenossen und besonders der Jugend.
Wie hätte sein Blick geleuchtet, wenn er den Tag erlebt hätte, an dem der Führer Deutschlands Geschicke in die Hand nahm, wie an jenen Tagen, an denen das ganze Volk zu seinem Führer stand! Wir, die wir die Mission des Nationalsozialismus übernommen haben, wollen nicht ruhen und rasten. Peter Gemeinder ist eingegangen in Walhall. Seine Taten wirken fort.
Nach dem Sieg-Heil auf den Führer erklangen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, mit dessen Klängen die erhebende Gedenkfeier unter nächtlichem Himmel abschloß.
Gedächtnisfeier in Mainz.
LPD. Mainz, 29. Aug. Zum Gedenken Peter Gemeinders veranstaltete die Kreisleitung der NSDAP, heute abend im Großen Saal der Stadthalle eine Feier, bei der der Saal schon lange vor Beginn überfüllt war. Nach einleitenden Jnstrumentaldarbietungen ehrte ein Sprechchor das Andenken Peter Gemeinders, während die Hakenkreuzfahne auf der Bühne sank und das Bild des Verewigten enthüllte. Eine kurze Gedächtnisrede hielt sodann der SA.-Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen, der in ergreifenden Worten die Persönlichkeit und das Wirken Peter Gemeinders schilderte. Er forderte alle Volksgenossen auf, nach dem Vorbild Peter Gemeinders mit voller Hingabe und in Treue zum Führer zu arbeiten, die große Gemeinschaft des deutschen Volkes zu stützen und zu stärken, denn sonst könne auch der uns durch ein Wunder bescherte Führer allein das deutsche Volk nicht retten. Jeder an seiner Stelle müsse dazu beitragen, daß der Führer sein großes Werk vollenden könne. Prinz August Wilhelm schloß mit den Worten: „Dem Führer, der das Schicksal Deutschlands wurde, der der Führer unserer Herzen ist, Adolf Hitler Sieg-Heil!" An die begeisterten Sieg-Hell- Rufe schlossen sich das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied an. Hierauf sprach Kreisleiter Dr. Barth. Der Große Zapfenstreich gab der Feier einen würdigen Abschluß.
Oberheffen.
Große Wafferknappheit in Schotten.
0 Schotten, 30. Aug. Die Stadtverwaltung hat mit Rücksicht auf die große Knappheit in der Versorgung unserer Stadt mit Wasser das Begießen der Gärten mit Wasserleitungswasser, das Bespritzen der Kraftwagen und das übermäßige Zapfen von Wasser auf Vorrat mit sofortiger Wirkung verboten. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot werden bestraft. Gleichzeitig hat die Stadtverwaltung angeordnet, daß die Wasserleitung von 20 bis 5 Uhr und von 13 bis 16 Uhr a b g e st e l l t wird. Eine Untersuchung der Wasserversorgung durch das Kulturbauamt in Gießen hat ergeben, daß infolge der langen Trockenperiode die Quellen in ihrer Ergiebigkeit stark nachgelassen haben. Der Wasserzufluß beläuft sich zur Zeit auf rund 345 Kubikmeter pro Tag. Nach der Ansicht der Stadtverwaltung müßte diese Wassermenge für etwa 600 Haus- Haltungen bei einigermaßen sparsamem Verbrauch genügen. Nachprüfungen der Zuleitungsrohre haben keinerlei Schäden ergeben. Um die höhergelegenen Häuser der Stadt mit Waessr zu versorgen, wird die zeitweilige Absperrung der Leitung als unerläßlich notwendig bezeichnet. Falls mit dem zur Verfügung stehenden Wasservorrat von der Bevölkerung nicht sparsamer als bisher umgegangen wird, will die Verwaltung die Anwendung schärferer Maßnahmen ins Auge fassen.
Lanvkreis Gietzen.
* Heuchelheim, 30. August. In der vergangenen Nacht waren in unserem Orte Diebe am Werk. Aus einer Hofreite wurden zwei Fahrräder und aus einem benachbarten Anwesen ein Gummiumhang und eine Mütze gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmerie.
wg. Großen-Buseck, 30. Aug. Auf dem hiesigen Bahnhof wurden in jüngster Zeit größere Jnstandsetzungsarbeiten durchgeführt. So wurde die Ausladestraße mit einer Betonmauer eingefaßt, außerdem wurde der Bahnsteig neu gefaßt und von den Gleisen um 10 Zentimeter zurlickverlegt. — In einer der letzten Nächte wurden einige hiesige Einwohner durch merkwürdige Geräusche im Ofen und in der Wand aus dem Schlafe geweckt. Als man der Ursache nachging, mußte man feststellen, daß sich eine junge Schwalbe in den Schorn st ein und in die Ofenröhre verflogen hatte und verzweifelt bemüht war, das Freie wieder zu gewinnen. Dem Tierchen wurde sofort die Freiheit wiedergegeben.
* Londorf, 30. Aug. Am 31. August feiern das Ehepaar Georg Schneider und Frau Anna, geb. Merz, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit.
,Lich, 30. Aug. Zum kommissarischen Beigeordneten unserer Stadtverwaltung wurde, wie das Personalamt der Hessischen Staatsregierung mitteilt, Otto Wahl von hier bestellt.
> Hungen, 30. Aug. Nach Erreichung der Altersgrenze beabsichtigt unser Bürgermeister Fendt, der seit rund 30 Jahren die Geschicke un- serer Stadt leitet, in den wohlverdienten R u h e - st a n d zu treten. Bürgermeister Fendt kann am 17. September seinen 65. Geburtstag begehen, mit Wirkung vom 1. Oktober ab will er sich aus dem öffentlichen Dienst in das Privatleben zurückziehen. Mit Bürgermeister Fendt wird der an Lebens- und an Dienstjahren älteste Bürgermeister im ganzen Kreise Gießen aus dem Amte scheiden. Bemerkenswert ist noch, daß Bürgermeister Fendt der einzige Bürgermeister des Kreises Gießen ist, der s ch o n s e i t v o r 1 9 1 4 im Bürgermeisteramt ist. Unter seiner Lei
tung hat unser Gemeinwesen eine gute Entwicklung erfahren, insbesondere gelang es ihm, ungeachtet vielfacher Schwierigkeiten die Finanzen unserer Stadt in guter Ordnung zu halten.
Kreis Büvingen.
* Büdingen, 29. August. Die Gendarmerie verhaftete am Eingang unserer Stadt zwei junge Handwerksburschen, die in Glaube r g zwei Einwohnern die im dortigen Pfarrhof abgestellten Fahrräder gestohlen hatten und damit bis hierher gefahren waren. Den Diebstahl führten die beiden Burschen gegen 16 Uhr aus, kurz nach 18 Uhr wurden sie hier schon verhaftet und in Nummer Sicher gebracht, so daß ihre Freude an den Fahrrädern nur von kurzer Dauer war.
Kreis Schotten.
* Schotten, 29. Aug. Vom 5. September ab wird die Land st raße Schotten — Rainrod auf mehrere Wochen gesperrt werden, da der durch den Spießwald führende Straßenteil verbreitert, in den Kurven überhöht und zugleich mit Kleinpflasterung versehen werden soll. Während der Durchführung dieser Arbeiten erfolgt die Umleitung des Verkehrs über Wingershausen, Eichelsachsen und Eichelsdorf.
CO Rainrod, 29. August. Schon vor langer Zeit hatte der hiesige Turnverein die Errichtung eines Schwimmbades vorgesehen. Das Vorhaben ist nun Wirklichkeit geworden. Der Arbeitsdienst, der nunmehr vereinigte Turn- und Gesangverein sowie andere Einwohner, insbesondere aber, die beiden hiesigen Schulklassen, hatten sich in uneigennütziger Arbeit zur Verfügung gestellt und mit Hacke, Spaten und Schippe mitgeholfen. Das Schwimmbad konnte am Sonntag eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Der vereinigte Turn- und Gesangverein, die Schüler mit ihren Lehrern und viele Einwohner des Dorfes zogen mit Gesang dem Bade zu. Diele Volksgenossen aus der näheren Umgebung fanden sich ebenfalls ein. Ein Chor der Sänger eröffnete den festlichen Akt. Lehrer Deubel hielt eine Ansprache, in der er den Werdegang des neuen Bades schilderte und allen jenen dankte, die dazu beigetragen hatten, das Werk zu vollenden. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer beschloß er die Ansprache und übergab das Bad seiner Bestimmung. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Licd beschlossen die Feier. Im Anschluß daran wurde reichlich gebadet und geschwommen. Das allgemeine Urteil über das Bad kam in bewundernden Worten zum Ausdruck. Es liegt am Weg. der am Mühlgraben entlang nach Launsbach führt. Das Badebecken hat eine Größe von 24 X 8 Meter. Es ist für Nichtschwimmer und Schwimmer unterteilt.
Kreis Alsfeld.
< Ober-Ohmen, 28. August. Die hiesige Ortsgruppe des Gesamtverbandes der A r b e i t s o p f e r in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete am Sonntag im Nachbarorte Groß- Eichen, als zentral gelegenem Punkt der verschiedenen Stützpunkte im Rahmen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein gemütliches Beisammensein ihrer Mitglieder und deren Angehörigen. Der Raum war durch Blumen geschmückt. Gauführer Schneider sprach über alle das Organisationswesen berührende Fragen und fand dabei die Zustimmung seiner Zuhörer.
# Aus dem oberen Ohmtal, 29. Aug. Noch in keinem Jahre wurden in hiesiger Gegend so lebhafte Klagen über das massenhafte Auftreten von Schnaken geführt, wie in diesem Sommer. Eine erfolgreiche Bekämpfung dieser nächtlichen Quälgeister ist nur dann gewähr
leistet, wenn man sie Brutstätten vermindert, wie faule Gräben, stille Tümpel usw.
co Ruppertenrod, 29. August. Der hiesige Dreschmaschinenbesitzer hat erstmalig in diesem Jahr seinen Betrieb mit einem Elektromotor ausgestattet, eine Maßnahme, die allseits begrüßt worden ist.
preutzen.
Kreis Wetzlar.
<£ Krofdorf, 29. Aug. Der Gemeinderat genehmiate in seiner jüngsten Sitzung einen Grundstückstausch zwischen der Gemeinde und den Eheleuten Ludwig S ch u p^p , ferner einen Grundstücksverkauf an Frau Seim. Weiter wurde einigen Baubestimmungen zugestimmt, die für den Fall der Bebauung des Grundstücks der Firma Rinn & Cloos, Heuchelheim, an der Gießener Straße Anwendung finden werden. Mit dem Anschluß des rechten Brunnens in Gleiberg an den Hochbehälter der Wasserleitung in Krofdorf erklärte man sich einverstanden. Genehmigt wurde auch ein Antrag, alljährlich einen Teil des Waldes einzufriedigen, um dadurch dem Wildschaden entgegenzutreten.
0 Atzbach-Dorlar, 29. Aug. Die hiesige Gemeinde feierte ihr diesjähriges M i f f i o n s f e st. Obwohl Die Hauptfeier in Atzbach stattfand, hatte auch die Gemeinde Dorlar am Vormittag Gelegenheit, eine Missionspredigt zu hören. Am Mittag sammelte sich dann eine zahlreiche Missionsgemeinde
in der Kirche zu Atzbach. Der Kirchenchor unter bev Leitung von Lehrer Siegfried erfreute mit zwei Liedern. Missionar Brinkschmidt sprach über die Geschichte Abrahams. Wegen des drohenden Regens und der kühlen Witterung wurde die Nachfeier nicht im Freien, sondern in der Kirche gehalten. Zahlreiche Gäste aus den Nachbarorten Dutenhofen, Kinzenbach, Garbenheim und vor allem Dorlar hatten sich eingefunden. Dazu der Posaunenchor. Pfarrer Becker (Garbenheim) hielt eine eindringliche Ansprache. Dann betrat Missionar Brinkschmidt ein zweites Mal die Kanzel. Erschütternd war, was er erzählte von den ehemaligen Menschenfressern und Opiumrauchern auf Sumatra. Pfarrer An - thes (Waldgirmes) sprach von der Empore noch ein kräftiges Schlußwort. Mit Worten des Dankes an die Redner, den Kirchenchor und den Posaunen« chor schloß das Missionsfest.
0 Hörnsheim, 29. Aug. Am Sonntag wurdS hier das Missionsfest, gut besucht, gefeiert. Festpre« biger war der rheinische Missionar S a r t o r , der lange auf Nias gearbeitet hatte. Das einleitende Wort zur Nachfeier sprach Pfarrer Bremmer aus Klein-Linden. Er schilderte die Mission als Pflicht. Sodann gab der Missionar einen aufschlußreichen Bericht über feine Arbeit auf Süd-Nias unter den dortigen wilden Kopfschnellern. Das Fest ergab einen Gesamtbetrag von 737,80 Mark, und zwar 539,30 Mark in Dankopferbüchsen, 174,50 Mark Festkollekte und 24 Mark Schriften.
SJl.-’SpOTt
Amt 4: Handball im Reichsbund für Leibesübungen.
Die Leitung im Gau Nordhessen.
Nachdem nunmehr vom Reichssportführer das Amt 4: Handball errichtet und zum Reichsamtsleiter Gruppenführer Herrmann (München) bestellt worden ist, hat dieser nun seinerseits die vorläufigen Gauamtsleiter ernannt. Für den heimischen Gau XII Nordhessen ist dies der bisherige DT.-Gaufpielwart K. Denn (Kassel). Der neue Gauamtsleiter hat als Bezirksspielwarte für den Bezirk Kussel W. Willing (Kassel) und für den Bezirk Gießen Fritz Seibert (Wetzlar) emgesetzt und die diesjährige Runde ausgeschrieben. Meldeschluß ist der 31. August, Spielbeginn der 16. September. Die Gau- und Bezirksklasse melden an die Bezirksspielwarte, alle übrigen Mannschaften an die zuständigen Kreisspielwarte. Die Meldegebühren gehen alle an Denn. Die Bekanntgabe der einzelnen Staffeln in den verschiedenen Klassen geschieht nach Eingang der Meldungen.
Leichtathletik der Ep.-Dg. 1900.
Die Erfolge in Kassel.
Wie bereits kurz berichtet, konnten sich die am Sonntag zu dem Olympiasportfest nach Kassel entsandten 1900er Leichtathleten, nämlich Unterfeldwebel Gugel (1/15), Baumstieger und Peters, ausgezeichnet zur Geltung bringen. Sie vermochten 2 erste, 1 zweiten, 1 dritten und 1 vierten Platz mit respektablen Leistungen zu belegen. Nachstehend die Ergebnisse im einzelnen:
15 0 0 Meter, offen: 1. Baumstieger (Gießen 1900) 4:16,5.; 2. Brack (Rotenburg) 4:16,8; 3. Bock (Kurhessen Kassel) 4:26,4; 4. Köpper (JR. 12/15) 4:27,3 Min. — Baumstieger, der schon bei den Gaumeisterschaften mit einer beachtlichen Zeit aufgewartet hatte, stellte erneut sein Können unter Beweis. Er zeigte auch Kampfkraft genug, den zum Schluß hartnäckig angreifenden Rotenburger Brack abzuschütteln.
800Meter, Einladung: 1. Dessecker (Stuttgart) 1:53,9; 2. Mertens (Wittenberg) 1:54,4; 3. Danz (Kassel) 1:59,8; 4. Peters (Gießen 1900) 2:02,6 Min. — Der 1900er konnte den „Kanonen" nicht gefährlich werden, seine in schönem Stil erlaufene Zeit sollte ihm jedoch Ansporn sein, bald unter 2 Minuten zu kommen.
Diskuswerfen, Einladung: Unterfeldwebel Gugel 1/15 (Gießen 1900) 42,05; 2. Behrens (Hannover 78) 39,80; 3. Schocke (Göttingen) 38 Meter. — Unterfeldwebel Gugel bewies, daß er im Diskuswerfen in aufstrebender Form ist. Er gewann gegen seine Mitbewerber, die in dieser Saison auch schon verschiedentlich über 40 Meter kamen, sicher.
Kugelstoßen, offen: 1. Luh (VfB.-Reichs- bahn Gießen) 13,82; 2. Unterfeldwebel Gugel (Gießen 1900) 13,81; 3. v. Hofe (Hessen-Preußen Kassel) 13,20 Meter. — Der 1900er sah schon auf Grund feiner Vorkampfleistung als sicherer Sieger aus, als es dem zweiten Gießener Vertreter beim letzten Stoß gelang, ihn um einen Zentimeter zu übertrumpfen.
Werferfünfkampf (Kugel, Diskus, Stein, Schleuderball und Hammer): 1. Luh (VfB.-Reichsbahn Gießen) 3,432,36; 2. Gary (VfB. Kurhessen Marburg) 3,379,44; 3. Unterfeldwebel Gugel (Gießen 1900) 3,290.88 Punkte. — Gugel wartete hier im einzelnen mit folgenden Leistungen auf: Kugel 13,81, Diskus 39.57, Stein 8,95, Schleuderball 54,35, Hammer 26,06 Meter. Den Hammerwurf, den er mit Rücksicht auf eine frühere Knieverletzung nicht schnell genug ausführen konnte, kostete ihm nicht nur den Sieg, sondern drängte ihn sogar noch auf den 3. Platz zurück.
1909s Leichtathleten in Frankenberg.
Sieben 1., vier 2. und drei 3. Siege.
Die kleine Expedition, die 1900 nach Frankenberg schickte, war recht erfolgreich. Die Veranstaltung war hauptsächlich beschickt von Vereinen aus Fritzlar, Corbach, Frankenberg usw. Der Leistungsfortschritt dieser kleinen Vereine ist erstaunlich. Die Laufbahn war in einem fürchterlichen Zustand (ausgenommen die 100-Meter-Gerade), die Laufleistungen schlecht. Die beste Tagesleistung erzielte K e st r i ch für Frankenberg mit eine Speerwurf von 56,30 Meter.
In den Staffeln mußten die 1900er sich mit undankbaren Plätzen begnügen, da Fr. Koch wiederum unter feiner alten Verletzung zu leiden hatte und schließlich ersetzt werden mußte. B. G o ß kam einmal mehr zu drei überlegenen Siegen, trotzdem er in einer höheren Klasse starten mußte.
Die Ergebnisse.
Klasse I:
100°Meter°Lauf: 1. Henkel Wallau 11; 2. Burchardt, Fritzlar 11,2; 3. K. Schmidt, 1900 11,4 Sek. Schmidt hatte einen außerordentlich harten Kampf gegen die drei Nichtplacierten zu bestehen.
1500-Meter-Laus: 1. Lohmann, Frankenberg, 4,41.3; 1. Koch, Gustav, 1900, 4,45.3; 2. Faul- seit, 1900, 4,47.8 Min. Wegen Behinderung durch
den Frankenberger wurde G. Koch vom Kampfgericht mit auf den ersten Platz gewertet.
3000-Meter-Lauf: 1. Müller, Fritzlar, 9,58.4; 2. Faulseit, 1900, 10,04.3; 3. G. Koch, 1900, 10,05.3 Min. Dem Marathone Faulseit war die Strecke zu kurz. G. Koch auch hier stark verbessert.
Kugelstoßen: 1. Rebscher (1.J.R.15), 1900, 11,50 Meter; 2. Bartoschick, Marburg, 11,30 Meter; 3. Dunke, Corbach 10,90 Meter. Rebscher kam zu einem verdienten schönen Erfolg.
4 mal 100-Meter-Staffel: 1. SpV. Vorbach 47,2; 2. 1900 Gießen 48,3; 3. SpVg. Fritzlar 49,1 Sek. 1900 mit Rebscher, Schmidt, Fr. Koch, Bepperling unterlag nach anfänglicher Führung knapper als die Zeit besagt.
Schweden staffel: 1. SpV. 09 Corbach 2,07; 2. SpVg. Fritzlar 2,10; 3. SpVgg. 1900 Gießen 2,18 Min. Die Gießener mit Ersatz laufend, mußten sich klar geschlagen bekennen.
Klasse II:
800-Meter-Lauf: 1. Bepperling, 1900; 2. Schank, Frankenau; 3. Runkel, Wallau. Bepperling lief sein Rennen unangefochten nach Hause.
Kugelstoßen: 1. Rebscher, 1900, 11,55 Meter; Bartoschick, Marburg, 11,40 Meter; 3. Balke, Fritzlar, 10,75 Meter. Rebscher muß viel schneller werden dann folgen auch größere Weiten.
4 mal 100-Meter-Staffel: 1. SpV. Fritzlar 46,1; 2. SpVgg. 1900 Gießen 48,0; 3. Frankenberg 50,1 Sek. Wie in der Klasse I, so siegte auch hier die Mannschaft auf der Innenbahn überraschend.
Jugend, Klasse B.
75-Meter-Laus: 1. Goß, 1900, 9,3 Sek.x 2. Schmidt, Frankenberg, 10 Sek.; 3. Freimuth, Frankenberg 10,1 Sek.
Weitsprung: 1. Goß, 1900, 5,10 Meter; 2. Schmidt, Frankenberg, 4,80 Meter; 3. Freimuth, Frankenberg.
Kugelstoßen: 1. Goß, 1900, 10,90 Meter; 2. Schmidt, Frankenberg, 8,50 Meter; 3. Pfuhl, Röddenau, 8,25 Meter.
Handball-Blitzturnier in Groß-Rechtenbach.
In einem, vorn Turnverein Groß-Rechtenbach, am vergangenen Sonntag durchgeführten Handball- Blitzturnier gab es recht gute Leistungen. Sieger wurden Tv. Münchholzhausen in der ersten Klasse, Turnverein Atzbach in der Kreisklasse I und Tv. Dorlar in der Kreisklasse II.
Lützellinden — Heuchelheim 7:4.
Die Mannschaft des Tv. Lützellinden konnte im ersten Spiel nach der langen Pause seinen Gast aus Heuchelheim klar mit 7:4 Toren abfertigen, trotzdem der Gast noch bis zum Wechsel mit 3:1 in Front lag.
Tv. Pohlgöns Lützellinden 9:3.
Im zweiten Spiel am vergangenen Sonntag mußte die Mannschaft, gegen ihren, eine Klasse höher spielenden Gegner eine hohe Niederlage hin- nehmen.
Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach.
Waldgirmes Jugend — Kinzenbach Jugend 4:2.
Zu einem fälligen Rückspiel weilte die erste Jugend des To. Kinzenbach am vergangenen Sonntag in Waldgirmes und mußte eine dem Spielverlauf nach nicht ganz gerechte Niederlage hinnehmen. Fernfahrt Berlin —Warschau beendet, lleberlegener. deutscher Gesamt-Sieg.
Die letzte Etappe verlief für die Polen, die mit aller Anstrengung eine Verbesserung des Gesamtstandes zu erreichen versuchten, bedeutend günstiger. Bei trüben, regnerischem Wetter ging es von Lodz auf miserablen Straßen nach dem 142,9 Kilometer entfernten Ziel in Warschau. Die schlechten Straßen riefen zahlreiche Materialschäden hervor, von denen vor allem der viermalige Etappensieger Scheller betroffen wurde. Auf der Radrennbahn in Warschau erwartete eine vieltausendköpfige Menschenmenge die ersten Fahrer. Fünf Mann erreichten geschlossen die Bahn. Im Endpurt ließ der Düsseldofer Wierz den Polen Urbanik leicht hinter sich. Das Publikum verhielt sich hier durchaus korrekt und spendete der deutschen Mannschaft bet der anschließenden Siegerehrung den verdienten Beifall. Stehend wurden Deutschland- und Horst- Wessel-Lied angehört und unter den Klängen des Badenweiler Marsches verließen die Deutschen die Bahn.
Kurze Sportuotizeu.
Deutschlands Fußballelf gegen Polen spielt am 9. September in Warschau in folgender Aufstellung: Buchloh; Janes, Busch; Cielinski, Mün- zenberg, Bender; Lehner, Siffling, Hohmann, Sze- pan, Fath.
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B e i der Internationalen Sechstage- fahrt der Krafträder, die sich in diesem Jahre durch besonders große Schwierigkeiten auszeichnet, sind nach der zweiten Etappe noch 158 Fahrer ohne Strafpunkte, 26 mit Strafpunkten belastet und 25 ausgeschieden. Im Kampf um die Internationale Trophäe biteben unsere Fahrer Henne,


