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Dienstag. 29. Mai 1934

Nr. 122 Erstes Blaff

184. Zahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Paris spürt die kühle Atmosphäre

Meinungsaustausch über die jetzige Lage der Ab- rüstungssrage und die in der letzten Zeit von Großbritannien und Frankreich gespielte Rolle ge­geben.

Die mageren Beiträge zu den Beratungen des Büros erregten bei mehreren Abgeordneten 2Hife- fallen. Besonders der britische Vertreter schien nach Schluß der Sitzung über das Ausbleiben je­der konstruktiven Aeuherung seitens Frankreich alles andere als befriedigt zu sein.

scheu Simon und Barthou fand auf Ersuchen des französischen Außenministers eine Unterredung statt, bei der sehr deutlich gesprochen wor­den sein soll. Ls habe einen ganz unverhohlenen

Paris, 28. Mai (DNB.) Reichsaußenminister Frhr. von Neurath hat dem Sonderbericht­erstatter desParis Soir", Pierre Hamp, eine Unterredung gewährt, in der er eine Reihe der wich­tigsten Deutschland und Frankreich angehenden Fragen erörterte.

Herr von Neurath sprach zunächst vom A b r ü - stungsproblem und wies besonders darauf hin, daß Deutschland einen Anspruch auf Gleich­berechtigung habe. Nach den vergeblichen Verhand­lungen hierüber sei Deutschland jedoch der Auf­fassung gelangt, daß die einzige Möglichkeit einer Lösung in einem direkten Meinungsaus­tausch mit Frankreich bestehe. Bereits im Sommer 1932 habe er nach der Konferenz von Lau­sanne ein entsprechendes Angebot gemacht, jedoch eine kategorische Ablehnung erfahren. Ende 1933 habe er erneut einen Versuch in dieser Richtung unternommen.

Als Reichskanzler Hitler ans Ruder kam, ent­hielt seine erste Reichslagsrede die Versicherung: Wir wollen uns mit Franchreich verständigen. Rlan hat ihm n i ch t ge­antwortet. Weitere Bemühungen sind er­gebnislos verlaufen. Die Tragik der Lage beider Länder liegt darin, daß sie ge­nötigt sind, sich zu verständigen, aber nicht zu einer Aussprache kommen. Zu den alten ge­schichtlichen Schwierigkeiten kommen, so sehr der

nommen.

Englisches Mißfallen.

Simon wurde sehr deutlich.

London, 29.2Uai. (Reuter-Funkspruch.)

außerdem noch Fühlung mit dem türkischen und dem griechischen Außenmini st er

Unverhohlener Meinungsaustausch" zwischen Sir John Simon und Barthou in Genf

Verstimmung über die französische Verschleppungspolitik.

rerprinzip aufgebaute Parteibewegung, mit uni­formierten Sturmstaffeln nicht nur in Belgien, son­dern auch in Holland, geschaffen, So sehr van Se- veren in seinem Programm an den deutschen Natio­nalsozialismus bzw. an den italienischen. Faschis­mus anknüpft, so ist es doch grundsätzlich falsch und entstellend, von einer rem äußerlichen Ueber- nahme zu sprechen. Diese flämische BeweguNg hat durchaus ihre Eigenart und ihre politische Willenskraft. Ganz Brüssel ist m Aufgregung und man rüstet zu einschneidenden Abwehrmaßnahmen. Die junge flämische Generation aber wird von T g zu Tag mehr dieser Bewegung geneigt: der kämp­ferische Schwung ist ihr sympathl cher als d,e reli- aias-pazifistische Haltung der alten Flamenbewe- aungen, die die Zeit überrennt.

Kür die offizielle Politik in Brüssel bedeutet die gegeneinander gerichtete Zielsetzung der flämischen Bewegungen im Augenblick zwar eine Chance die auch meisterhaft genutzt wird. Aber die Zukunft des wallonischen Belgiens bleibt dunkel. Die f - mische Kulturarbeit ist setzt frei und hat die Zu­tuns im Lande. Die junge Generation der Flamen, die heute die flämische Universität m Gent

Oer Nationalsozialismus will den europäischen Frieden.

Oer Aeichsaußenminister Freiherr von Neurath über das Problem der deutsch-französischen Verständigung.

Reichsaußenmlnlsfer fort, heule noch fozlalpsy- chologische Gründe hinzu. Gewisse französische Minister glauben, daß man mit de m Ra­tio n a l s o z i a l i s m u s nicht sprechen darf, was einem Richt-Mehr-Sprechen mit Deutschland gleichkommt.

Der Berichterstatter hielt Herrn von Neurath ent­gegen, daß Frankreich von der R ü st u n g s ti g - kett Deutschlands überzeugt sei. In der euro­päischen Presse würden überall Beweise für die Waffenherstellung und die Manöver zitiert. Wäre es deshalb nicht würdiger für Deutschland, offiziell zuzugeben, was für niemanden mehr ein Geheim- nis sei?

Die Antwort des Reichsaußenministers lautete: Soweit sind wir noch nicht. Wir erhoffen im­mer noch eine Konvention, die die Rü­stungen regeln wird. Aber dieses Warten kann nicht ewig dauern. Wenn man zu keinem Ab­kommen gelangt, was dann? Der Augenblick wird eintreten, an dem auch wir an größere Si- ch e r h e i t denken müssen. Auch wir werden dazu gezwungen sein, um uns zu verteidigen, aber kei­neswegs aus einem Angriffsgeist heraus.

Der Beweis dafür, daß wir keine Angriffs- absichlen hegen, ist unser Abkommen mit Polen. Es war wegen der Grenzfrage besonders schwer zu bewerkstelligen. M i I Frankreich aber haben wir keine

verläßt, ist nicht mehr abtrünnig. Sie spricht, denkt und fühlt flämisch und wird sich entsprechend im Lande betätigen. Flandern ist endgültig zu einem einsprachigen Land geworden. Was politisch die Folge sein wird, ist allem Anschein nach- für die Wallonen höchst unangenehm. Indem man das Französisch in Flandern streicht, hat man die Wal­lonen ausgeschaltet, es sei denn, sie fingen an, sich flämisch zu akklimatisieren. In Brüssel sagt man, man spalte die belgische Elite in zwei Teile, denkt dabei aber nur an die eigene Haut. Man weiß hier ganz genau, daß die inneren Gegensätze durchaus nicht beseitigt sind, daß man andererseits aber eine wichtige Vormachtstellung geräumt hat: Wesen und Sprache der wallonischen Herrenschicht ist in Acht und Bann getan. Hier redet man gern vomflämischen Imperialismus", um sinnentstel­lend das Freiheitsringen der Gegner mit der eige­nen Rolle zu verwechseln. Aber wird das auf die Dauer etwas nützen? Das flämische Volk wächst rasch, die Jugend hat die Zukunft, und seif der Entdeckung des Kempischen Kohlenbeckens hat sich »ber wirtschaftliche Schwerpunkt des Landes immer mehr von Wallonien nach Flandern verlagert.

obgleich sie gelegentlich der Bekanntgabe der fran­zösischen Note vom 17. April unterstrichen hatten, daß Frankreich unter Barthou tatsächlich eine neue Politik einschlage.

Ganz besonders hebt man in der Pariser Mor- genpresse die Unterredung Barfhous mit Simon hervor. Diese Unterredung soll zeitweise sehr heftig gewesen fein, der englische Außen­minister soll sich nicht gescheut haben, Barthou an die Verantwortung zu erinnern, die Frankreich mit seiner Haltung auf sich nehme. Barthou habe Simon erklärt, daß er, falls Simon seine Vorwürfe in der öffentlichen Sitzung wiederholen sollte, be­weisen werde, daß nicht Frankreich, son­dern Deutschland (!) die Verantwortung für das Mißlingen der bisherigen Bemühungen trage.

In französischen Kreisen in Genf aber scheint man sich über die wenig beneidenswerte Lage Frankreichs klar geworden zu sein. Die Blätter weisen auf die für Frankreich wenig sympathische Atmosphäre hin, die es in Genf angetroffen hat, und fetzt seine ganze Hoffnung auf die Vorschläge Litwinows.

Der neue König hat ein schweres und bedrohtes Erbe übernommen. Aber die Wallonen sind hart­näckig; sie wollen sich nicht akklimatisieren und hof­fen auf den Beistand Frankreichs.

Das Ende der Parteien in Bulgarien.

Sofia, 28. Mai (DNB.) Die Sweno-Gruppe hat sich, da die neue Regierungsgewalt die Unter- stützung aller Kräfte der Nation benötigen wird, als politische Organisation aufgelöst, um ihren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, eine nationale Einheit zur Unterstützung des neuen Staates zu verwirklichen. Die freiwillige Auflösung der Sweno-Gruppe, aus welcher die neue Regie­rung hervorgegangen ist, hat in politischen Kreisen großes Aufsehen hervorgerufen. Man glaubt, daß dieser Schritt den Auftakt zur Auflösung aller übrigen politischen Parteien und Organisationen des Landes bildet. Wie es heißt, soll bei dieser Auflösung auch vor der volkssozialen Zankofsbewegung nicht Halt gemacht werden, von deren großer Mehrheit erwartet werde, daß sie sich in Den Dienst der neuen Regierung stellen werde.

P a r i s , 29. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Die ersten I Verhandlungen in Genf sind nicht zugunsten Frankreichs ausgefallen. Die kühle Auf­nahme, die der französische Außenminister in den verschiedensten Kreisen gefunden hat, war sogar so deutlich, daß man in der Pariser Presse nicht umhin kann, diese Tatsache besonders hervorzuheben. Eine allgemeine Mißstimmung, die sich befonberes gegen d e n englischen Außenminister, dann aber auch gegen den Vorsitzenden der Ab­rüstungskonferenz, Henderson, richtet, macht sich in der großen Presse insofern bemerkbar, als man versucht, sich mit Händen und Füßen gegen den Vorwurf zu wehren, Frankreich allein trage d i e Verantwortung für den kläg­lichen Stand der Abrüstungskonferenz. Henderson hatte am Montag in nicht mißzuoerstehender Deut- lichkeit darauf hingewiesen, daß Frankreich durch seine Note vom 17. April seine Politik geändert habe. Daraus sah Barthou sich veranlaßt, die Kontinuität der französischen Politik seit Briand zu verteidigen. Auch die Blätter weh­ren sich gegen den Vorwurf eines Frontwechsels,

Das belgische Problem.

Von unserem LlH -Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Brüssel, Mai 1934. z

Die Nationalitätenfrage ist wieder ein­mal bas Problem, bas ganz Belgien in Aufwallung bringt. Nach bem Tobe König Alberts, der so weise über bie Klippen ber Flamenfrage Hinwegzusteuern wußte, branden die Wogen der Gegensätzlichkeit im 1 belgischen Lager aufs neue jäh empor.

Es ist wesentlich, wenn bei Betrachtung ber bel­gischen Frage bie Tatsache beachtet wird, baß Bel­gien ein junges Lanb ist, bas erst 1830 auf Veranlassung ber europäischen Großmächte und insbesondere auf Frankreichs Betreiben gegründet wurde. Don Anfang an war in diesem neuen ' Staate der innere Widerspruch der Nationalitäten ! vorhanden. Und es ist ebenso wesentlich, sich zu erinnern, daß belgische Beamte und Politiker so 1 z. B. ber erste Ministerpräsident Belgiens, Charles s Rogier, von Anfang an bas Bestreben ge- \ zeigt haben, Belgien auf kurz ober lang zur ' französischen Provinz zu machen, natür- ; lief) einschließlich bes Flamenlanbes. Wenn sich bie Verfassung auch zur Freiheit ber 1 Sprache bekannte, so bominierte erklärlicherweise ! bie französische Sprache. Sie hatte bas Vorrecht, bie Amtssprache zu sein, und sie war auch bie Grundsprache in ben Schulen. So kam es, baß die flämische Oberschicht sehr balb ( kapitulierte, französisch sprach und französische Sit- * ten bevorzugte. Ader bie große Masse der Fla- men, die freien Bauern und die urwüchsige Ar- J deiterschast, blieb flämisch. Das schaffte den tiefen und gefährlichen Gegensatz zwischen der Oberschicht und dem flämischen Volke. Das Volk allein kämpfte fortan um seine rassische und konsti­tutionelle Freiheit, denn die geborenen Führer waren wurzellos geworden. Höher und höher flutete die flämische Bewegung über das wallo­nische Kastenrecht hinweg; wäre nicht König Al­bert I. ein weiser Schlichter gewesen, es hätte zu offener Revolte der Flamen kommen können.

Wer Vorrechte genießt, büßt sie nicht gern wieder ein. Nachdem die Flamen legal ihre kulturelle Gleichberechtigung durchgesetzt haben und das neue Sprachgesetz in Kraft getreten ist, wird es ben Wallonen unbehaglicher denn je. Neuerdings orga­nisierten sie eine antiflämische Kundgebung in Brüssel. Das zeigt, wie einschneidend die flämische Frage für das Wallonentum geworden ist. Aber Schuld haben bie Wallonen. Kein Volk läßt sich unterbrücken, wenn es lebensfähig ist. Die Schei­dung in Flamen und Wallonen wurde von den Wallonen zu einer für sie selbst gefährlichen Klassen­scheidung erweitert, weil bie Sprachenfrage wie einst im alten Oesterreich zu einer sozialen Frage würbe, unb aus bem kulturellen Charakter ber Nationalitätenfrage sich ein politischer Gegen­stand) entwickelte.

Der Krieg förderte ben Aktivismus ber Flamen. Aus bem von ben Deutschen besetzten Gebiet würbe balb ein selbstänbiges Flanbern. Gleichzeitig ent­stand an ber Front eine große flämische Solbaten- beroegung. Man wußte offenbar nicht, weshalb man gegen bie ftamnwerroanbten Deutschen zu kämpfen hatte. Unb von ben Führern jener flämi­schen Frontsolbaten würbe 1919 in Antwerpen b i e flämische Front als politische Partei prokla­miert. Von Wahl zu Wahl stieg ihre Stimmenzahl. Doch ihr tatsächlicher Einfluß bebeutete weit mehr, als biefe Ziffern. Sie würbe bas Gewissen ganz Belgiens, bem selbst ber König nachgab. An ber Spitze ihres Programms ftanb bie Forberung nach einer ausgebehnten Sprachengesetzg e b u n g. Der Kampf um bas Minimalprogramm ist nun abqeschlo sen, ber Sieg ist errungen; bie flämische Sprache ist, auch wenn bie Gesetzesbestimmungen von ben französisierten Beamten zum Teil nicht korrekt burchgeführt werben, überall offiziell neben ber französischen anerkannt. .

Die Belgicisten find offenbar ber Meinung, baß hiermit bie flämische Frage enbgulhg abgetan fei. L:« MS-Ä few'tys«« SSÄ mischen Bewegungen, müssen sich entscheiden.Unb dieses aktuelle Problem hat benn auch bie flämische ftront gesprengt. Die eine Hälfte, getragen von ber Bauernschaft, ist katholische unb Neri - » -' "Ä L °Ä fbr3 n°°uÄn K und unb ihren Anforberungen nicht gewachsen. Die: Not^ benn auch be^em^o^

runq in Europa veralteter Parlamen esysteme hat. Tatsächlich sand -ine Annäherung zwischen den bei- Seine neug-grundete : ( in Indern

Ws1.

ristischc Bewegung S1*5 B®rBerbanb zu ber gegenwärtigen Flamenpolitik.

Die erste Sitzung des Präsidiums Henderson fordert auch weiter unbeugsame Entschlossenheit".

Genf, 28. Mai. (DNB.) Die erste Sitzung des Präsidiums ber Abrüstungskonferenz war zum größten Teil ausgefüllt von einer Erklärung Hen­dersons, über die letzten internationalen Verhand­lungen und über die Lage feit der französischen Note vom 17. April. Henderson schloß seine Rede mit fol­genden Worten:Es ist jetzt Sache des Präsidiums, die Lage zu prüfen und zu beschließen, welches Ver­fahren angesichts ber jüngsten Ereignisse bem Hauptausschuß bei seiner morgigen Sitzung emp­fohlen werden soll. Das Präsidium mag es als rat­sam betrachten, die Erklärungen derjenigen, die an den privaten Verhandlungen aktiv beteiligt gewesen sind, im Hauptausschuß abzuwarten und e r st d a n n einen künftigen Arbeitsplan zu empfehlen, lieber die Zukunft der Konferenz sind zahlreiche Erklärungen in Umlauf gesetzt worden, darunter einige, die einen d e f a it i st is ch e n Charakter zu ha­ben scheinen. Ich wage zu hoffen, daß das Präsi­dium einmütig dem Hauptausschuß nahelegen wird, daß der Ern st der Lage mehr denn je unbeugsame Entschlossenheit fordert, unsere Bemühungen zur Herbeiführung einer Kon­vention gemäß ben der Konferenz erteilten Aufträ­gen s o r t z u s e tz e n."

Barthou legte Wert auf bie Feststellung, baß bie Haltung F'rankreichs seit ber Unter­brechung ber politischen Tätigkeit ber Abrüstungs­konferenz, ja sogar seit Beginn ber Konferenz u n - verändert geblieben sei. Die Abrüstungs­konferenz, so schwierig auch bie aegenroärtige Lage sei, bürfe nicht als eine erlebigteAnge- legenheit betrachtet werben. Man müsse dar­auf hinarbeiten, baß sie zum Erfolg gelange. Im Namen ber französischen Regierung erkläre er, baß er sich mit seinem ganzen Willen unb seiner ganzen Uebergeugung ben vom Präsibenten verlangten Be­mühungen a n s ch 1 i e h e n werbe.

Zum Schluß ber Sitzung legte Henberson bas Schweigen ber übrigen Delegierten bahin aus, baß sie sich ben Äußerungen bes Präsi­benten unb bes französischen Außenministers an­schlössen. Unter biefen Umftänben sei es am besten, bie Erklärungen abzuwarten, bie im Hauptausschuß abgegeben werben. Dann werbe es möglich sein, baß "bas Präsibium ober ein anberes Organ über bas weitere Verfahren be­schlösse.

Ein eigener Vorschlag der sechsNeutralen"? Auch die Kleine Entente berät.

Genf, 28. Mai. (DNB.) Montag nachmittag ist bie Gruppe ber sechs neutralen Staa­ten, bie im Rahmen ber Abrüstungskonferenz schon wieberholt mit eigenen Vorschlägen hervorr- getretu find, nämlich Schweben, Norwegen, Dänemark, bie Schweiz, H o 11 a n b unb Spanien, von neuem zusammengetreten, um sich über ihre Haltung in ber Abrüstungsfrage klar zu werben. Man rechnet damit, daß diese sechs Staaten, denen übrigens auch Belgien in ver­schiedenen Punkten nicht fernstehen soll einen eigenen Vorschlag einbringen werden. Es muß dabei beachtet werden, daß diese Gruppen auch die Staaten umschließt, bie sich einer A n e r - kennung Sowjetrußlanbs unb bem Ein­tritt Rußlanbs in ben Völkerbunb stets wiber- f C3m übrigen hört man, baß auch bie Außen­minister ber Kleinen Entente sich am Mon­tag zusammengefunben haben, um ihre Stellung in ber Abrüstungsfrage im einzelnen festzulegen. Wie es bei bem Einfluß Beneschs nicht anbers zu erwarten war, wirb sich bie Kleine Entente aller Voraussicht nach für ben Versuch einer Fortsetzung der Konferenz emsetzen. Die Gruppe der Kleinen Entente hat am Montag