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Das Echo von Ehrenbreitstein.

pariser preffestimmen.

Man sucht auszuweichen.

Paris, 27. Aug. (DNB.) Die Pariser Presse verfolgt die marxistische Taktik, die Berichte über die Kundgebung in Sulzbach an erster Stelle zu veröffentlichen, um zu versuchen, die Bedeutung der Koblenzer Kundgebung herabzusetzen. Die Er­klärungen des Führers haben jedoch großen Ein­druck gemacht. Die Blätter nehmen nichtsdesto­weniger eine sehr reservierte Haltung ein und er­klären, daß man denWillen zur Verständigung zur Kenntnis nehme und nunmehr darauf warte, daß den Worten Taten folgten. Man versucht den Ein­druck zu erwecken, als ob Frankreich an der Saar­frage nur insofern interessiert sei, als es eine ehr­liche Durchführung der Volksabstimmung wünsche. Der Führer habe also nicht ganz recht, wenn er von der Saar als von dem einzigen Hindernis einer deutsch-französischen Annäherung spreche.

DerT e m p s" (Kons.) schreibt dazu, man sehe nickt reckt, wie Frankreich seine Haltung ändern solle, diese Haltung bestehe ausschließlich darin, die Achtung vor den im Versailler Vertrag niederge- legten Bestimmungen über die freie Abstimmung zu respektieren. Man werde aber die Erklärungen des Führers gern zur Kenntnis nehmen, um sie mit den Handlungen zu vergleichen. Frankreich habe keine territorialen Forderungen. Es werde stets be­reit sein, alle Friedensworte anzuhören, sie aber erst dann ernstlich zu berücksichtigen, wenn sie durch Handlungen bestätigt würden. Journal des D e b a t s" (Liberal) sucht in gehässiger Weise die Aufrichtigkeit der Erklärungen des Reichskanzlers in Zweifel zu ziehen. Die wahren Gedanken des Führers seien in seinem Buche niedergelegt, das man heute noch allen Deutschen als die national­sozialistische Bibel reiche. Die deutsche Taktik bestehe augenblicklich darin, gewisse Länder einzuschläfern.

DieInformation" (Finanz und Börse) verzeichnet mit Genugtuung die Erklärungen des Führers über die französisch-deutschen Beziehungen. Wie man feststellen müsse, bedeuteten sie, daß die elsässische Frage nicht wieder aufgerollt würde. Das sei unbedingt ein Fortschritt, soweit Worte über­haupt nock eine Bedeutung hätten. Auch Frankreich wünsche sehnlichst, daß die Regelung der Saar­frage auf Grund der vereinbarten Bedingungen das Ende der ewigen deutsch-französischen Streite­reien darstelle. Es sei aber auch zu hoffen, daß man aus Berlin nicht wieder Drohreden höre. Niemand in Frankreich sei verrückt genug, um eine ehrlick dargebotene Hand zu verweigern, niemand sei aoer auch dumm genug, das Mindestmaß von Einsicht aufzugeben, das die Verteidigung eines großen Volkes fordere, wenn sich in seiner nächsten Nähe Männer in der Staatsfüyrung ablösten, die zwar in ihren Methoden verschieden seien, aber gleichbleibend in ihren stolzen Träumen.

I o u r n a l" (Rüstungsindustrie) fragt, welche Saarpolitik Frankreich eigentlich verfolge. Jeder Franzose, der über die Saar noch am besten Be­scheid wisse, fasse das Problem als Wirtschafts­frage, als Kohlenfrage auf. In Wirklichkeit handele es sich aber um eine geistige Schlacht. Welche Waffen benutze Frankreich dabei? Und roa$ unternehme es überhaupt? Hltler mobili­siere die Seelen. Er arbeite Energien heraus, er erzeuge eine Art Heldenzustand. Sei Frankreich seinerseits bereit, den Kampf auf diesem Gebiete aufzunehmen? Man möge sich französischerseits hüten, zu glauben, daß nur ein paar Tonnen Kohle der Einsatz des Kampfes seien. Der Einsatz bestehe zu einem gewissen Teil im französischen Ansehen überhaupt.

OieGegenkundgebung" der Separatisten.

DNB. Saarbrücken, 27. August. Die in der separatistischen Presse groß angekündigteAntifa- Kundgebung" in Sulzbach, von der es vorher

hieß, daß 50 000 Anmeldungen vorlägen, hat ein wenig rühmliches Ende genommen. Die Zahl derBeteiligten" blieb nach den vorliegenden Berichten um ein Vielfaches hinter den angekündigten Anmeldungen zurück. DieSaar­brückener Zeitung" meldet etwa 12 0 0 0 Teil­nehmer, Frauen und Kinder einge­rechnet. Wie bei derartigen Veranstaltungen üblich, waren wieder viele Elsaß-Lothrin­ger über die nahe Grenze gekommen. Von den zunächst in Saarbrücken bestellten vier Sonderzügen mußten noch am Samstag zwei wieder ab-

b e st e l l t werden. Den Ordnungsdienst versah der Emigrantenkommissar Machte. An mehreren Stellen soll es zu Schlägereien gekommen sein; angeblich infolge eines Zwischenfalles, der durch den Wurf einer Tränengasbombe verursacht worden sei. Der angebliche Werfer, ein Sulzbacher Ein­wohner, wurde auf dem Friedhof verhaftet. In der Versammlung, zu der Zutritt zu gewinnen un­möglich war, sprach als Hauptredner der Marxisten­führer Matz Braun, der sich in den üblichen Hetzereien gegen Adolf Hitler und gegen das neue Deutschland erging.

Unfreundliche Kommentare der englischen preffe.

London, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Aus Koblenz veröffentlichen fast alle Blätter lange und anschauliche Berichte ihrer Sonderberichterstatter. In den Berichten derM orning Poo st" (kon­servativ) und desDaily Telegraph" (kon­servativ) wird einiges Wesen aus einigen bei sol­chen Massenkundgebungen selbstverständlich vorkom­menden Ohnmachtsanfällen gemacht, aber trotz sol­cher und ähnlicher Bemerkungen bestätigen die Be­richte die allgemeine, nicht zu dämpfende Begei­sterung. Im Leitaufsatz desDaily Mai l" (Rotherme-Konzern) wird wieder Protest dagegen erhoben, daß ein Engländer Vorsitzender der Saar­kommission ist. Sein Vorschlag, 2000 Hilfspolizisten ins Gebiet zu bringen, wird als Wahnsinn be­zeichnet. Das Saargebiet enthalte genügend Ex­plosivstoffe.News C h r o n i c l e" (liberal) und Daily H e r a l d" (Labour) ergehen sich in ihren bekannten weltanschaulichen Vorurteilen gegen die nationalsozialistische Politik.Daily T e l e - arap h" geht zu ähnlichen Ressentiments in einen Angriff auf Dr. Schacht über und sagt: In einem Augenblick, wo sich der Führer in beredten Worten bemühe, das Mißtrauen des Auslandes zu entwaffnen, habe Dr. Schacht eine Rede gehalten, die es eher verursachen könne. Dr. Schacht wolle dem deutsch-englischen Handelsabkommen keine Chance geben. Die Tür, die Herr Hitler der Saar­bevölkerung öffne, werde von seinem Minister der Welt gegenüber ins Schloß geworfen.M orning

Poo st" macht sich zum Sprachrohr der Emigran­ten- und Separatistenpresse des Saargebietes."

Time s" (konssro.) ist nicht so unfreundlich wie dieMorning Poost" undDaily Telegraph", wenn sie auch gelegentlich in einem etwas schulmeister­lichen Ton verfällt. Hitler und auch Dr. Schacht werden ermahnt, es nicht immer so hinzustellen, als ob Deutschland unter der Böswilligkeit einer feind­seligen Welt leide. Die Rede auf dem Ehrenbreit- stein wird als geschickt, leidenschaftlich und aufrich­tig bezeichnet. Die erneute Aeußerung des Friedens­wunsches gegenüber Frankreich verdiene Anerken­nung als eine weise und wertvolle Versicherung in einem unruhigen Europa. Aber Hitler scheine an­zudeuten, daß eine friedliche Regelung von Frank­reich ebenso abhänge, wie von Deutschland. Tatsäch­lich sei es nur Deutschland, das die Regelung zu­stande bringen ober verhindern könne. (?) Hitler und andere nationalsozialistische Führer stellten es in ihren Reden immer so dar, als ob Deutschland verfolgt und mißverstanden werde. Es sei an der Zeit, daß ein großes Volk, das sich mit Recht feiner Stärke rühme, darauf verzichte, sich als mißverstan­den aufzuführen. Diese Haltung vergrößere die Schwierigkeiten der anderen Länder der Welt beim Verkehr mit Deutschland.Times" wendet sich dann der Leipziger Rede Dr. Schachts zu, die sie ziem­lich unfreundlich kommentiert.

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Der Führer auf dem Wege zum Festplatz auf dem Ehrenbreitstein.

DieLage der evangelischen Kirche

Durch den Erlaß des Reichsministers des Jnneriß vom 17. August sind kirchenpolitische Erörterungen» soweit sie sachlich sind, wieder zugelassen worden« Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, über befl gegenwärtigen Stand der Neuorganisation bet Deutschen Evangelischen Kirche zu unterrichten. Et ist ber Reichskirchenregierung gelungen, ganz Nord* deutschland mit einer Ausnahme ber Reichskirchs einzugliebern. Zuletzt erfolgten die Eingliederung ber Babischen Landeskirche unb ber Kur* hessisch - Walbeckschen Lanbeskirche, sowie ber Eintritt ber Evangelischen San« beskirche Anhalt in bie Kirchenprovinz Sach­sen ber Altpreußischen Union, wobei bie Anhaltischs Lanbeskirche zwar als Propstei Anhalt bem Bischof von Magbeburg-Halberstabt unterstellt würbe, jeboch ihr bie eigene Regelung einer Reihe wichtiger Fragen überlassen würbe. So waren Anfang August von ben 28 Lanbeskirchen, bie 1933 vorhanden waren, bereits 25 in bie Reichskirche aufgegangen.

Starke Schwierigkeiten bestehen, abgesehen von ber Reformierten Lanbeskirche Han­nover mit dem Sitz in Aurich, besonders in Süd­deutschland, wo zwar die Badische und die Pfälzische Landeskirche ihre Eingliederung in die Reichskirche bereits vollzogen haben, jeboch mit der Bayerischen und Württembergi- schen Landeskirche eine Einigung noch nicht herbeigeführt werden konnte. Auf der National- s y n ode am 9. August hat Oberkirchenrat Breit (München) für die anwesenden Vertreter aus Württemberg und Bayern eine Erklärung abgegeben, der sich drei Vertreter der Refor­mierten Kirche Hannover sowie Professor Dr. Beyer (Greifswald) und Bischof Zänker (Breslau) angeschlossen haben. In dieser Erklärung wurde Einspruch gegen bie Zusammensetzung der Nationalsynobe erhoben, da von den Mitgliedern der bisherigen Nationalsynobe etwa 15 Abgeorbnete fehlten, darunter Professor Fezer unb etwa 10 Ab­georbnete, die auf Grund ber Anordnungen der Reichskirchenregierung aus der Nationalsynode ver­abschiedet waren. Es wurde in der Erklärung gel­tend gemacht, daß es Sinn und Würde der Natio­nalsynode, sowie das Vertrauen der Gemeinden gefährde, wenn ihre Zusammensetzung vor jeder Tagung geändert werden könne. Die Tagesordnung sehe wichtige und umstrittene Gegenstände zur Be­ratung vor, die den Abgeordneten kaum 24 Stun­den vor Beginn der Tagung bekanntgegeben roor* den seien. Die Annahme von Vorlagen, deren Durch­arbeitung den Mitgliedern der Nationalsynode nicht möglich war, könne ferner nur dann erwartet wer­den, wenn unbestrittenes Vertrauen zur Führung der Deutschen Evangelischen Kirche bestünde, sowie im Reichstag auf Grund des unbedingten Ver­trauens zum Führer Gesetze ohne Aussprache an­genommen worden seien. Schließlich hieß es in der Erklärung, daß auch die Opposition mit allem Ernst' eine geeinte evangelische Kirche erstrebe, diese müsse jedoch'aus den Kräften des Evangeliums im Geist der Wahrhaftigkeit gebaut werden und aus ber le­bendigen Gemeinde herauswachsen. Inzwischen hat die L a n d e s s y n o Ä e der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayerns einen am Samstag be­reits mitgeteilten Beschluß gefaßt, der es ab lehnt, die Eingliederung in bie Reichskirche unter ben gegenwärtigen Umständen zu vollziehen.

Herbstmesse! schen Außenwirtschaft nunmehr bie Barzahlung i. Kein geringerer treten. Der Reichsbankpräsibent erinnerte in seiner

MeAoüvendiMenderdeuWenAußenwUchast

Herstellung des Gleichgewichts zwischen Ein- und Ausfuhr.

Es handelt sich also nicht um ben mehr ober weniger großen Willen Deutschland zum Außen- hanbel. Der ist burch bie Leipziger Messe, bie bas wichtigste Verbindungsglied ber deutschen Wirt­schaft mit der Weltwirtschaft ist, genügend bezeugt, so daß er nicht mehr zur Diskussion steht. Vielmehr handelt es sich allein darum, wie weit man Deutsch- land die Teilnahme am Welthandel möglich macht. Der Verlust ber Golbreserven zwingt uns dazu, nur so viele Waren im Auslanbe einzukaufen, wie das Ausland von uns zu kaufen bereit ist. Dr. Schacht hat in Leipzig mit aller Schärfe und mit der Klarheit, die alle feine Reden auszeichnet, betont, daß uns nur der einzige Weg übrig bleibt, unsere Einfuhr in Ueb ereinftimmung mit unseren Zahlungsmöglichkeiten zu bringen. Das ist die erste und grundlegende Notwendigkeit der deutschen Außenwirtschaft. Der Reichsbankpräsibent bezeichnete das gegenwärtige Devise n-R e partierungssystem ausdrück­lich als eine Uebergangsmaßnahme, die nicht länger aufrechterhalten werden könne. An ihre Stelle soll nun eine dauernde Regelung treten. Sie besteht, wie Dr. Schacht ausführte, darin, daß künftig nur derjenige Importeur, der im Besitze einer entsprechenden Devisenbescheini­gung ist, damit rechnen kann, die zur Bezaylung Der Importe notwendigen Devisen zu erhalten. An die Stell« ber im internationalen Handel bisher üblichen Kreditwirtschaft wird in der beut-

Die diesjährige Leipziger ist am Sonntag eröffnet worden, als der Präsident Der Reichsbank Dr." Hjalmar Schacht hat die Parole für die Herbstmesse 1934 ausgegeben. Das beweist augenfällig, wie großen Wert der Leiter des deutschen Zentralgeldinstituts, der nun bekanntlich auch die Geschäfte des Reichs­wirtschaftsministers führt, auf diese Messeoeranstal- tung legt. Man hat die Leipziger Messe einmal das Schaufen st er der deutschen Wirt­schaft genannt. Sie ist heute aber noch mehr. Sie ist die stärkste Triebkraft zur Aus­breitung und Förderung des deut­schen Außenhandels. Denn die Messe zeigt dem Auslande, soweit es sehen will, daß Deutsch­land gar nicht daran denkt, sich freiwillig in eine Isolierung hinein zu begeben, unter ber, wie Dr. Schacht mit Recht betonte, beibe Teile, bie beutsche Wirtschaft sowohl wie bas Auslanb, schwer leiden würden.

Rede mit einiger Ironie daran, daß gerade die Länder, die bisher auf ihren Vorrang als inter­nationale Handels- und Finanzzentren stolz waren, Deutschland zu diesem neuen System derEinfuhr per Kasse" genötigt haben.

Das ist also die Notwendigkeit der deutschen Außenwirtschaft, die von außen her zwangsläufig an sie herangetragen worden ist, und aus der sie die Folgerungen ziehen muß. Eine dieser Folge­rungen roirb bartn bestehen, baß bie Reichsregie- runa bie Herstellung inländischer Roh­stoffe mit allen erbenklichen Mitteln förbern wirb. Das roirb ben auslänbischen Probuzenten, bie bisher Deutschland mit biefen Rohstoffen beliefer­ten, natürlich großen unb oauernben Schaben zu- fügen. Dr. Schacht wies in feiner Rebe unumwun­den barauf hin, baß biefe Deutschlanb aufgezwun­gene Entwicklung zur Autarkie vom Stanbpunkt der Weltwirtschaft aus höchst bebauerlid) ist, weil bie neuen Investitionen, bie zur Herstellung ber Ersatzstoffe oorgenommen werben müssen, auch bei einer etwaigen künftigen Aenberung ber inter­nationalen Hanbelsbeziehungen auf Ausnutzung brängen werben. Aber Deutschlanb investiert bieses Kapital ja'nicht freiwillig. Es muß biefe Produktion von Ersatzrohstoffen aufziehen, weil man ihm ben Ankauf genügenber Mengen aus- limbischer Rohstoffe unmöglich gemacht hat, unb weil es allein mit Hilfe dieser Rohstoffindustrien seinen Arbeitslosen Brot und Arbeit geben kann.

Aber für die deutsche Wirtschaftspolitik bleibt die Rohstoffautarkie eine ihm aufgezwungene harte Notwendigkeit. Deutschland wird, soweit diese Notwendigkeit nicht vorhanden ist, auch weiterhin so viel Waren importieren, wie seine Devisenlage ihm nur irgend gestattet. Es wird sogar seinerseits die größten Anstrengungen machen, um mehr zu exportieren und dadurch auch wieder mehr importieren zu können. Dr. Schacht kündigte in Leipzig ausdrücklich an, daß die Reichsregierung nichts unterlassen werde, um den Deut­schen Export zu fordern und um ins­besondere die Qualität des deutschen Exports durch vorzugsweise Zuteilung von Rohstoffen an die Exportindustrien unvermindert aufrechtzuerhalten. Die ausländischen Käufer deutscher Fertigwaren brauchen also nicht zu befürchten, daß etwa die Qualität dieser Waren unter der Verarbeitung von

Ersatzstoffen leiden werden. Diese kommt nur für die Befriedigung des Inlandsbedarfs, aber nicht für die des Exportbedarfs in Betracht.

Die besondere Bedeutung der diesjährigen Leip­ziger Herbstmesse besteht nur darin, daß sie den ausländischen Besuchern Gelegenheit geben roirb, sich von ber unoeränberten Höch stquali - tät ber beutschen Exportwaren burch Augenschein zu überzeugen. Offenbar ist bas Be- bürfnis hierfür in weiten Kreisen ber auslänbischen Interessenten vorhanben. Wie bas Leipziger Messe­amt mitteilt, hat sich bie Zahl ber auslänbischen Messebesucher biesmal um runb zehn Pro­zent erhöht unb beträgt bereits mehr als 4000. Das ist um so bemerkenswerter, als sonst bie Herbstmesse weit weniger als bie Frühjahrsmesse von ber Auslanbskunbschaft besucht zu werben pflegte. Das biesmal offenfunbig lebhaftere Inter­esse ber Auslanbsbesucher beweist, baß große Wirt­schaftskreise bes Auslandes schon erkannt haben, wie wichtig es auch für sie ist, bie Hanbelsbezie­hungen mit ber- aufftrebenben beutschen Wirtschaft nicht abreißen zu lassen. Diese Kreise werben ihren Einfluß in ihren Heimatländern vor allem in bem Sinne geltenb machen müssen, baß man Deutschlanb burch Aufnahme beutfcher Waren i n st a n b s e tz t, möglichst viel auSlänbische Roh­stoffe zu importieren. Die Notwenbigkeit, bie ber beutschen Außenwirtschaft neue Wege weist, be» steht in ber Herste11ung bes Gleich» gewichts zwischen Ein- unb Ausfuhr. Von ber Haltung bes Auslanbes unb feiner Bereitschaft zur Aufnahme beutfcher Waren aber hängt es ab, baß biefes Gleichgewicht auf einem möglichst hohen Niveau hergeftellt roirb. Hier be­gegnen sich bie Notroenbigkeiten ber beutschen Außenwirtschaft mit benen ber Weltwirtschaft.

Stunde der jungen Nation.

B e r l i n, 27. Aug. (DNB.) Dix Stunbe der jun­gen Nation findet in dieser Woche am Mittwoch o o n 2 0 Uhr bi s 2 0.30 Uhr statt. Im Rahmen Dieser Sendung spricht der Reichsjugendführer Bal- Dur von S ch i r a ch von 20 Uhr bis 20.10 Uhr zur deutschen Elternschaft. Der Abtei- lungsletter Rundfunk der Reichsjugendführung ord­net hierzu Gemeinschaftsempfangfürdie gesamte Hitlerjugend an. Besondere An- orbnung ergehen wegen der Kürze der Zeit nicht.

Abteilungsleiter K sowie die Formationsführer setzen sich nach Möglichkeit mit den Funkwarten der n Verbindung, um einen möglichst geschlosse­nen empfang zu garantieren. Es darf feinen Hit- lerjungcn und fein BDM.-Mädel geben, das am Mittwoch nicht den Reichsjugendführer hört.

Internationale Konferenz für Agrar-Wissenschaft.

In D a d Eilsen findet vom 26. bis 28. August eine interessante Tagung statt. Die internationale Konferenz für Agrarwissenschaft, die sich diesmal auf deutschem Boden versammelt, behandelt in Vor­trägen bekannter Fachleute eine Reihe von Fragen, bie in ber landwirtschaftlichen Krise, die alle Län­der umfaßt, von höchster Bedeutung sind. So sprach Prof. M. Gering einleitend über die Weltagrar­krise. Die Konferenz nahm bann zu bem ersten wissenschaftlichen Hauptthema über bie Krisen- befämpfung in ben einzelnen ßänbern zunächst Berichte aus den Zuschuß ländern mit intensiver Landwirtschaft entgegen. 1. P. Maxten (Oxford) stellte fest, daß die Stan­dardisierung im allgemeinen allein in den Händen der Erzeuger liege, während die Einfuhr von der Regierung und der Handelskammer geregelt wer­den könne. Es feien gesetzliche Ermächtigunaen vorhanden, die eine fast vollständige Regelung Der Erzeugung und Vermarktung erlaubten. Der schwei­zerische Bauernführer Professor Dr. Baur berich­tete über die besondere Lage der Schweiz. Alle Maßnahmen der Marktpolitik seien zugleich auf Qualitätsverbesserung und Konsumversorgung ein­gestellt, wobei auch die Marktregelung darauf ver­zichte, dauernd in den Einzelbetrieben einzugreifen. Andererseits seien Rechtsvorschriften zum Schutzs der Bauern und zur Verhinderung Der Neuver­schuldung erlassen. Ebenso bemühe man sich um die kulturelle Förderung des Bauerntums.

Das Vermögen des Prinzen von Pleß unter Zwangsverwaltung.

Warschau, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wis die Polnische Telegrapyenagentur mitteilt, haben auf Grund des Antrages der Generalstaatsanwalt­schaft Kattowitz, im Namen des Staatsfiskus dis Gerichte der Städte Kattowitz, Pleß, Nikolai, Schran und Myslowitz beschlossen, Daß gesamte Der­rn ö g en desPrinzenvon Pleß einschließlich der Erwerbsunternehmen unter Zwangsver­waltung zu stellen. Dem Prinzen von Pleß wurde eine 1 4 g i g e Frist zur Zahlung der rückständigen Steuern gestellt, die vom Tage ber Bestimmung des Zwangverwalters an, läuft. Die Gerichtsbehörden machen geltend, sie seien gezwungen, diese harte Vorbeugungsmaß­nahme zu treffen, nachdem der oberschlesische Fiskus zahlreiche vergebliche Versuche gemacht hat, vom Prinzen von Pleß eine Zahlung der rückständigen Steuern oder wenigstens die notwendigen Garan­tien für eine spätere Zahlung zu erhalten. Es han­delt sich um eine Summe, die an 11 Millionen Zloty heranreicht und die durch ein ordnungs­mäßiges und vom obersten Verwaltungsgericht be­stätigtes Verwaltungsverfahren festgesetzt worden ist. Von der Zwangsverwaltung werden außer 67 Betrieben wie Gruben, Ziegeleien und Sägewerken auch 30 000 Hektar Wald und 12 000 Hektar land­wirtschaftlich genutzter Grundbesitz betroffen.

Es wäre unrecht, wenn man nicht die praktischen Erfolge anerkennen wollte, die durch das deutsch- polnische Verständigungsabkommen bisher erzielt werden konnten. In der deutschen Öffentlichkeit sind seit einem halben Jahre die inneren Verhält­nisse unseres östlichen Nachbarvolkes in bisher nicht bageroefenem Maße bekannt geworden, und auch in Polen hat man die schlimmsten und blutigsten