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Montag. 28. Mai 1934

Ur. 121 Erstes Matt

184. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Erscheint täglich, außer M Annahme von Anzeigen

Sonntags und Feiertags für die Miltagsnummer

Beilagen: Die Illustriert- jd . -A, M A A. A A Ä AA bis8'/,UbtbesVormittags

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von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise:

infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein-

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voftfchecttonto: behördliche Anzeigen 6Rpf.

Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitatsvuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Sieben. 5chrift!eitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö

Deutsche Geschichte hat ihren Ursprung im deutschen Sauern.

Neichsbauernführer Walter Narre spricht auf der Gedenkfeier der Stedinger Bauern.

tun und mar ausschließlich das Ergebnis ich­süchtiger Herrschergelüste eines sich in die Politik einmischenden Kirchendieners gernesen. Der Fall Stedingen ist der eindeutige Beweis für eine unerhörte Verquickung der Religion mit politischen Sonderinteressen einzelner Diener der Kirche.

schen dem Erzbischof von Bremen und der Stedin- ger Bauernschaft steht nicht irgendein religiöser Gegensatz oder eine kirchliche Unbotmäßigkeit der Stedinger, sondern ausschließlich der Steuer-

Letzte Warnung vor ungerechtfertigter Preissteigerung

wurden. Wir glaubten bisher, daß das Christentum eine Religion der Liebe sei und verstehen solche bolschewistische Methoden nicht. Gerade wir Nationalsozialisten werden niemals be­greifen, daß in einer geistigen Auseinandersetzung die Richtigkeit der Ueberzeugung 'bei denjenigen liegt, die die meisten zu köpfen vermögen. Wir ha­ben vielmehr den Verdacht, daß alle diese Nieder­metzelungen zwar mit einem religiösen Mantel ver­hängt werden, daß aber ihre wahren Beweg­gründe auf ganz anderem Boden liegen, wie es uns in klarem geschichtlichen Licht die Niedermetzelung der Stedinger Frei­bauern beweist. Am Anfang des Konfliktes zwi-

nirnrnt. Für das deutsche Bauerntum war der Be­griff der Elblinie als solcher nicht vorhanden, erst als in Osteibien tausende deutscher Bauern von der Eigensucht ihrer Rittergutsbesitzer gelegt wurden, ist auch wieder im deutschen Volke eine Elblinie entstanden.

Nach allem wird klar, daß eine deutsche Ge­schichte gar .nicht geschrieben werden kann, wenn sie nicht von der Geschichte des deutschen Bauerntums aus geschrie­ben wird. Es ist zu erwarten, daß die national­sozialistische Jugend des Dritten Reiches den überlieferten Scheinglauben der Geschichtsfor­schung entlarven wird.

Unter keinen Umständen kann ich es dulden, daß lm Gegensatz zu den nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaftsgrundsähen die durch die Regierung zum Wohle des Volksganzen unter Anspannung aller Kräfte durchgesührten Arbeitsbeschasfungsmaßnah- men zu ungerechtfertigten Preissteigerungen und zur Erzielung von Sondergewinnen aus- genuht werden. Für eine erfolgreiche Fortsetzung der Arbeitsbeschasfungsmahnahmen ist es unerläß­liche Voraussetzung, daß der bisherige Preis- und Lohnstand unbedingt gehalten wird.

Die beteiligten Wirtschaftskreise ermahne ich hier­mit letztmals, ihre Preise auf Zulässigkeit und Ver­tretbarkeit nochmals selbst zu prüfen und zur Vermeidung eines behördlichen Einschreitens mit den Gesehen und den Grundsätzen einer gesamten wirt­schaftlichen einwandfreien Wirtschaftsführung l n Einklang zu bringen. Ungerechtfertigte Preissteigerungen sind rückgängig zu machen oder auf das richtige Maß zurückzuführen. Wird dieser Mahnung nicht sofort Rechnung getragen, so werde ich gegen gewissenlose Schädlinge der Aufbauarbeit mit aller Entschiedenheit vorgehen.

An alle Volksgenossen lasse ich die Aufforderung ergehen, die Regierung in dem Kampf gegen die ungerechtfertigten Preissteigerungen zu unterstützen, Beobachtungen über auffällige Preissteigerungen bitte ich, der Preisüberwachungsstelle bei dem hessischen Slaalsminislerium in Darmstadt sofort unter näherer Angabe des Sachverhalts mit­zuteilen.

Der hessische Staatsminlster.

Das hessische Staatspresseamt teilt mit: Die Regierung hat wiederholt und eindringlichst darauf hingewiesen, daß die Maßnahmen zur Ar­beitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung nicht durch Preissteigerungen gefährdet werden dürfen. Ebenso habe ich mehrfach öffentlich davor gewarnt, daß ungerechtfertigte Preissteige­rungen den Wirtschaftsaufbau sabotieren. Trotzdem werden immer wieder Klagen über Preis st eigerungen laut. Namentlich in bet Bauwirtschaft werden mit der Begründung, unlautere Preisunterbindungen verhindern zu müs­sen, und unter Berufung auf Materialpreissteige­rungen vielfach Preisfestsetzungen und -bindungen vorgenommen, die bei der gegen­wärtigen Wirtschaftslage keineswegsgerecht- fertigt sind und die jegliches Verständnis für die derzeitige Lage vermissen lassen.

Insoweit sich die S e l b st k o st e n der Hand­werker erhöht haben durch Umstände, die nach­gewiesenermaßen zwangsläufiger Art sind, wie Materialpreissteigerungen und Erhöhungen der Tariflöhne, ist gegen eine entsprechende Heraufsetzung der Preise nichts ein­zuwenden. Die tatsächlich eingetretenen Selbsi- kostenerhöhungen sind aber nach den amtlich ge­troffenen Feststellungen nicht erheblicher Art. Wesentliche Preiserhöhungen können damit nicht begründet werden.

Ich bin gewillt, mit aller Schärfe gegen Preissteigerungen vorzugehen, die über das vertretbare Maß hinausgehen.

Furchtbares Aulvbusungiück in Frankreich.

1L Tote, mehrere Schwerverletzte.-Benzinexplosion verursacht einen Waldbrand

beobachtet, so daß sofort Hilfe geholt werden konnte, die aber nichts mehr ausrichten konnte, da die 400 Liter Benzin, die der Kraftomnibus mit sich führte, ein so großes Feuer verursachten, daß sich nie­mand nähern konnte. Der Wald brand hat außerdem einen so großen Umfang angenommen, daß alle verfügbaren Kräfte zu seiner Bekämpfung eingesetzt werden mußten. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, daß zwölf Hektar Waldbestand vernichtet wurden. Der Führer des Unglücks­wagens, ein 27jähriger Spanier, ist völlig zusam­mengebrochen, so daß sich aus seinem Verhör keine Aufklärung gewinnen ließ. Das zuständige Gericht hat Sachverständige beauftragt, ein Gutachten ab= zuaeben. Die spanischen Konsuln von Bordeaux und Bayonne sind verständigt worden.

Oie Unache noch ungeklärt.

Die Untersuchung über die U r s a ch e n des schwe­ren Kraftwagenunglücks, bei dem 13 Personen bei lebendigem Leibe verbrannten und mehrere andere schwer verletzt wurden, Hai noch zu keinem Ergebnis geführt. Den Aussagen des ver­hafteten Führers, der behauptet, das Unglück fei auf das Platzen eines Reifens zurückzufüh­ren, stehen die Erklärungen der Ueberlebenden ge­genüber, die feftstellen, daß der Führer des Wagens so müde gewesen sei, daß er am Steuer ein­schlief. Aus der Fahrt von Madrid nach San Sebastian am Samstag sei schon das gleiche pas­siert. Der Fahrer habe vor einem Kaffeehaus halt machen müssen, um sich durch eine itarfe Tasse Kaffee wieder aufzurütteln. Der Beschuldigte be­streitet nicht, daß er am Samstag stark ermüdet gewesen sei, wehrt sich aber gegen die Behauptung, daß die furchtbare Katastrophe am Sonntag eben­falls auf seine Ermüdung zurückzuführen sei. Die Erkennung aller Opfer war noch nicht möglich. Die beiden Schwestern eines Ueberlebenden zählen eben, falls zu den Todesopfern.

Altenesch, 27. Mai. (DNB.) Am Abend des Vortages der 700-Jahrfeier der großen Schlacht bei Altenesch im Freiheitskampf der Stedin­ger Bauern gegen den Erzbischof von Bremen leuchteten im ganzen Stedinger Lande riesige Scheiterhaufen gegen den nächtlichen Him­mel. Am Morgen riefen alle Kirchenglocken Ste- dingens die Bewohner der Wesermarsch zum G o t t e s d i e n st. In der uralten Kirche von Berne, im Herzen der Heimat der Stedinger, wurde die Weihe der Stedingen-Gedenk- Halle im Turmgewölbe der Kirche durch Ober­kirchenrat Volkers-Oldenburg vollzogen. Das von Professor Winter-Oldenburg geschaffene Ehrenmal der Stedinger versinnbildlicht in freskenartigen Wandbildern den heldenmütigen Kampf der Mar­schenbauern.

Gegen Mittag begann dann in Altenesch ein reges Leben. In unaufhörlicher Folge mar­schierten SA., SS., HI., BDM. und andere Or­ganisationen der NSDAP, in Altenesch ein. Mit Sonderzügen, im Kraftwagen, zu Rad oder zu Fuß trafen Tausende und aber Tausende von Volksgenossen aus dem Oldenburger Lande, Han­nover und Bremen sowie zahlreiche Gäste aus dem ganzen Reiche ein. Gauleiter R ö o e r eröffnete die Kundgebung, gab einen kurzen Rückblick auf das Geschehen vor 700 Jahren und mahnte alle Anwesenden, im Gedenken an den Opfertod der Stedinger Bauern für die nationalsozialistische Idee zu kämpfen. Dann sprach

Neichsbauernführer Darre.

Während eine deutsche Geschichtsschreibung be- müht ist, das, was mandeutsche Geschichte" nennt, als Auswirkung kaiserlicher, kirchenfürstlicher oder territorialfürstlicher Interessen oder Interessengegen­sätze hinzustellen, ist diese gleiche Geschichtsschrei­bung merkwürdig schweigsam über bas, was man d i e deutsche Bauerngeschichte nennen könnte. Das ist um so ausfälliger, da das deutsche Volk sich gerade die Bauernkatastrophen seiner Geschichte weit mehr in seiner Erinnerung bewahrt hat als irgend ein anderes geschichtliches Ereignis. Das, was wir Volkstum nennen, ist niemals das Ergebnis des Wirkens deutscher Kaiser, deutscher Kirchen- und Territorialfürsten, sondern ist in seiner Voraussetzung ausschließlich an das Vorhan­densein deutschen Bauerntums gebun- d e n. Weder Fürsten, noch Kirche, noch die Städte haben den deutschen Menschen als solchen geschaf­fen, sondern dieser ist in seiner Grundlage und Voraussetzung germanisch-deutsches Bau­erntum.

13 Personen fanden den Tod bei einem schwe- rei Autounglück, bas sich 70 Kilometer von Mont de Marsan im französischen Departement Landes ereignete. Ein Autobus mit 17 Personen, der sich auf der Fahrt von Madrid nach Paris be­fand, stieß gegen einen Telegraphenmast und stürzte um, wobei er F e u e r fing. 13 der Fahr­gäste kamen in den Flammen um. Mehrere andere, auch der Führer des Autobusses, wurden verletzt. Die Insassen des Wagens gehörten zu einer von einem Madrider Blatte veranstalteten Reisegesell­schaft. Das Feuer scheint beim Umstürzen des Wa­gens durch eine Explosion des Benzinbehälters ent­standen zu sein. Brennende Teile des Wagens flo­gen in einen naheliegenden Wald, der sofort Feuer fing. Das Feuer nahm schnell einen solchen Umfang an, daß man nicht mehr bis zu der Unfallstelle vor­dringen konnte. Die Telephonoerbindung zwischen Bordeaux und Lipostley, in dessen Nähe das Un­glück erfolgte, wurde unterbrochen, da durch den Anprall des Autobusses gegen den Telegraphen­mast die Drähte rissen.

Der verunglückte Kraftomnibus liegt noch immer als rauchendes Trümmer werk auf der Landstraße bei Lipostley' Der vordere Teil des Omnibusses ist vom Fahrgestell völlig getrennt. Die ganze Karosserie ist verbrannt und bildet nur noch eine formlose Masse Man mmrrd an daß die 13 Reisenden von dem Anprall des Wagens gegen den Baum so mitgenommen waren, datz sie nicht mehr Zeit fanden, sich in Sicherheit zu brm- qen Wie sich jetzt herausstellt, war der Autobus mit 19 Personen besetzt. Fünf Fahrgaste sind tn das nächste Krankenhaus eingeliefert roorben. Emer von ihnen liegt im Sterben. Die Verletzten fassen vorn im Wagen unb konnten baher rechtzeitig ab­springen. Der Unfall würbe von einem Radfahrer

Der Reichsbauernführer wies bann auf bas ; Brauchtum hin, bas in allen Gegenben Deutsch- , lanbs ein Jahrtausenb überbauert hat unb in ; welchem ein einbeutiger Beweis bafür zu finden sei wo ber Grunb bes Volkstums zu suchen ist. In ben Geschichtsquellen stellen wir zu unserem Er- staunen fest, baß bieser jahrtausenbalte Brauch m unserem Bauerntum sich mit erbitterter Zähigkeit gegen bie Kirchen- unb Territ o r i a 1 - fürften verteibigt hat. Obwohl ber beutsch- bewußte Teil unserer Wissenschaftler sich zur wah­ren Bebeutung bes Bauerntums zu bekennen be- ginnt, beharrt ein Teil noch barauf, baß das Ge­genteil richtig sei. Dieser Sorte von Gelehrten soll einmal ganz kalt folgendes entgegengehalten wer­ben: Ehe es eine beutsche Wissenschaft in Deutsch­land gab, war ber beutsch - g e r rn a n i s ch e Bauer schon ba unb bewahrte sich sem Wesen unb seine Art. Das, was bie Eigenar t ber eim zelnen Landschaften erhielt, war das m chnen sich erbaltenbe Bauerntum. Wo bas Geschlecht, welches auf solchen alten Bauernhöfen sitzt, an ben Sitten ber Väter festhält, ba wächst bie einzelne beutsche ©tammeseigenart, bie heute noch bie Viel­fältigkeit unb Mannigfaltigkeit bes beutschen Vo ks- lebens verkörpert. Niemals fann eine beutsche Stabt bas gleiche für sich beanspruchen.

3n keinem Stand ist die Vielgestaltigkeit des Wesens so ausgeprägt vorhanden wie im Bauernstand, kein Stand aber hat trotz aller Verschiedenheiten der Landschaft und Stammes- eigenlümlidjteilen in seinem tiefsten Unter­gründe dach so viel Gemeinsames nne gerade das deutsche Bauerntum unteremander Die Main- und Elblinie s>nd ein kunstl.ch-a Produkt derjenigen, die daran interessiert wa­ren, das deutsche Volk sich n.chk als Einheit empfinden zu lassen. Aber das deulfch- vau-rn. tum ist von diesem vorwurs restlos sre, zusprechen.

ber Löwe ist nicht nur ber Grün- h nlckweiqs gewesen, jonbern gleichzei-

UMÄLKü-- ' Sxt"'-"SS SS Slawen trennende E l b l i n. - n,°derl°gte und die ©ermanifierung bes heutigen Ostlan

Wir als Nationalsozialisten können es nicht ver­stehen, daß es im Interesse bes Christentums.-------, , , ,

nötig gewesen sein soll, daß bie gesamte thüringische groschen, auf ben ber Erzbischof erpicht war. bäuerliche Herrenschicht von ben Merowingern in Man erfand einen Kreuzzug gegen bie gerabe brutalster Form bei Cannstatt n i eb e r g e = vom Kreuzzug im heiligen Lande zurückkehrenden metzelt wurde, und baß tausende niedersächsische Stedinger. Die Vernichtung der Stedinger Bauern Bauern bei Verden a. Aller geschlachtet hatte also mit einem religiösen Grunde nichts zu

Und genau so wie ber Nationalsozialismus in feinem bisherigen Kampfe immer unb immer wieder betont hat, bah der Diener ber Kirche sich ausschließlich auf sein seelsorgerisches Ge­biet zu beschränken hat unb sich nicht in poli­tische Dinge einmengen soll, wenn nicht Unheil über bas Volk hereinbrechen soll, genau so sagen wir Nationalsozialisten auch hier, bah bie sinnlose Niedermetzelung Tausender unb aber Tausenber Stebinger Freibauern nur ber ein- beutige Beweis für bie Richtigkeit bieser natio­nalsozialistischen Forberung von ber Ent­politisierung ber Diener ber

Kirche ist.

Es spielte für uns im Wesen ber Dinge keine Rolle, ob berjenige, ber sich gegen bas Bauerntum teilt, ein Kirchenfürst gewesen ist, ober ein welt­licher Territorialfürst. Beibe haben in ber beutschen Geschichte ihre Herrschaft bazu benutzt, um auf bem Rücken beutscher Freibauern sich ihr Dasein zu ermöglichen. Diese Tatsache, bie bis jetzt von ber zünftigen Geschichtsforschung über­gangen würbe, wirb burch ben Nationalsozialismus Aböls Hitlers roieber bem beutschen Volke zum Bewußtsein gebracht werben. Anschließenb hieran warnte ber Reichsbauernführer monarchistische Kreise, bie glauben, auf ben Willen bes beutschen Bauerntums verweisen zu können, welches roieber bie Rückkehr seiner Territorialfürsten wünsche. So wenig wie ber niebersächsische Bauer bas Hin- chlachten seiner Vorfahren in Verben a. Aller, o wenig er bie StebingerKreuzzüge" unb bie Niebermetzelung in ben Bauernkriegen vergaß, so wenig hat auch ber beutsche Bauer bie vielen Ver­brechen beutscher Territorialfürsten am beutschen Bauerntum vergessen.

Wir Bauern haben nicht bas geringste Inter­esse mehr, unser Blut für irgend eine dyna­stische Sonderpolitik herzugeben, und wir has­sen alle diejenigen abgrundtief, die ihre Füh­rung nicht ausschtiehlich auf das deutsche Volk stützen.

Warum sollen wir uns Leute zurückholen, bie uns im Augenblick unserer größten Gefahr verlassen haben! Wir Bauern wollen von unseren Führern nur bas eine, baß sie ein Herz für uns haben unb uns gut führen. Wenn die Fürsten 1918 die Behauptung aufstellten, daß ihr Zurückweichen Schlimmstes verhütet habe, so mag das für ihre Person vielleicht zutressen. Wir Bau­ern sind aber in ben barauf folgenden Jahren um ein Haar an diesem Experiment gestorben. Daß wir trotzdem nicht starben, verdanken wir nicht der Eiaensüchtelei derjenigen Herren, die uns 1918 ver­ließen, sondern verdanken wir nur dem Bauern­sproß Ad ol f Hitler, ber ben Mut hatte, unser Panier zu ergreifen unb uns wieder Lebens­möglichkeiten zu verschaffen. Möge es daher keiner aus jenen Kreisen wagen, die Kraftprobe mit uns Bauern zu versuchen, zu welchem Führer wir stehen, zu Adolf Hitler oder zu denjenigen, die uns in entscheidender Stunde im Stich ließen.

Die Ausführungen des Reichsbauernführers wurden von der Versammlung mit jubelndem Bei­fall ausgenommen. Nach einer weiteren Ansprache Alfred Rosenbergs fand bie Aufführung bes HeimatfestspielesD e S t e b i n g e" von August Hinbrichs burch bie Niederdeutsche Bühne Ol­denburg unter Mitwirkung von Männern, Frauen und jungen Stedingern statt. Brausender Beifall rief den Dichter, den Spielleiter Rudolf Sellner- Oldenburg und bie Darsteller immer roieber auf die Bühne. Mit einem Zapfenstreich sand die er­hebende Heldengedenkfeier Niedersachsens ihren Ab­schluß.

Der neue türkische Botschafter beim Reichspräsidenten.

Berlin, 26. Mai. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing den neuernannten türki­schen Botschafter HamdiBeyzur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter hielt eine Ansprache, in ber er u. a. ausführte: Es fei mir vergönnt, hier vor Eurer Exzellenz der letzten Beweise ber Freundschaft unb Anteilnahme, bie in Berlin anläßlich des Hinscheidens Ke- maleddin Sami Paschas funbgegeben wur­den, dankbarst zu gedenken.

Der Reichspräsident erwiderte u. a.: Ich kann Eurer Exzellenz versichern, daß der frühe Tod Ihres von mir besonders geschätzten Herrn Amts- oorgängers mich, die Reichsregierung und das ganze deutsche Volk tief erschüttert hat. Deutschland wird nie vergessen, was dieser hervorragende Offizier und Diplomat für die Festigung und den Ausbau der deutsch-türkischen Freundschaft geleistet hat. Eine um so größere Freude empfinde ich, daß Seine Ex­zellenz Mustafa Kemal an die Stelle des Verstör- denen in Ihrer Person einen bewährten Diploma- ten berufen und Ihnen die Pflege des Erbes Ihres Herrn Vorgängers anvertraut hat. Die Freundschaft unserer beiden Nationen ist eine alte und hart er­probte. Die friedlichen Früchte des guten Einver­nehmens und der gegenseitigen Zuneigung unserer Nationen sind der beste Beweis dafür, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden, wenn wir alles daran fetzen, unsere bestehende Freundschaft weiter zu festigen und zu vertiefen."

Der Botschafter legte sodann am Ehrenmal einen Kranz zum Gedenken der Gefallenen des> Wellkrieges nieder.