der Volksgenossen ist ein wahrer ehrlicher Gottesdienst und setzt in die Tat, was der Heiland gesagt hat mit den Worten: Nicht alle, die da „Herr Herr!" xu mir sagen, werden ins ewige Reich eingehen, sondern die, die den Willen tun unseres Vaters im Himmel.
Strahlende Sonne über dem Festplan des Ehrenbreltsteins.
Hundertlausende harren des Führers.
Ein überwältigendes Bild bietet in den ersten Nachmittagsstunden der Festplatz auf dem Oberehrenbreitstein von den Tribünen aus. Kopf an Kopf harren seit vielen Stunden die festlich gestimmten Menschen. Wimpel flattern, Schilder mit den Namen der anwesenden Saar-Ortsgruppen ragen aus den Scharen ihrer Gefolgsleute. Unzählige Fahnenmasten tragen die stolzen Kähnen des neuen Deutschland. In der Mitte der nach dem Rhein zu liegenden Längsfront des weiten Geländes erhebt sich, mit Tannengrün und Wimpeln verkleidet, das hohe Geröst, von dem aus der Führer zu den Hunderttausenden sprechen wird. SA., SS., FAD. sorgen mustergültig für Absperrung und Ordnung auf dem Riesenplan. Immer wieder gibt der „Bayern- Hilfszug" zu essen, der schier unerschöpfliche Quellen zur Massenverpflegung zu haben scheint. Dem Heer der fliegenden Händler werden die Erfrischungen, Mineralsprudel, Obst, Zigaretten usw. nur so aus den Händen gerissen. lieber alledem strahlende Sonne. Die Wettersorgen vom Samstag nachmittag sind über alle Berge zerstreut. Die Riesenlautsprecher übertragen schneidige Weisen einer 100
Monn starken FAD.-Kapelle, Anweisungen, „Der- mihten-Meldungen".
Heil-Rufe brausen gegen 14.30 Uhr an der Aufgangsseite des weiten Planes auf und künden den Einmarsch der Fahnen. 300 Mann tragen die Fahnen der SA., SS., PO., FAD., NSFB., DLV., der HI. dem BDM. und des Jungvolks auf die überhöhte Tribüne hinter dem für den Führer bestimmten Platz. Ein grotzer Teil der Ehrengäste, die inzwischen eingetroffen sind, hat sich zur Tribüne begeben. Nur noch wenige Minuten trennen uns von dem Beginn der Kundgebung, die kurz nach 15 Uhr durch einen 2000 Mann starken Männerchor eingeleitet wird. Gespannteste Erwartung liegt auf allen Gesichtern. Vergessen sind die Anstrengungen der ungewohnten langen Wartezeit. Ein Drittel aller saardeutschen Männer und Frauen harrt auf dem Oberehrenbreitstein des Führer, harrt in Glauben und Liebe des Mannes, der sie in das von ihm geeinte und wieder starke deutsche Vaterland zurückfuhren wird.
Fanfaren schmettern soeben über das weite Feld. Die Kundgebung ist eröffnet.
Nach dem Liede „Freiheit, die ich meine" spricht der Präsident der Saaroereine und Gauleiter des Gaues Koblenz-Trier, Preußischer Staatsrat Simon. „Deutsch die Saar." In diese Worte klang die Rede des Gauleiters aus, und alle Strophen des Saarliedes, gesungen von den Hunderttausenden bei erhobenen Armen, bekräftigen diesen Schwur. Brausenden Jubel löste die Mitteilung aus, daß der Führer in den nächsten Minuten auf dem Kundgebungsgelände eintreffen werde. Erwartungsvolle Begeisterung lag über dem weiten Plan, die sich zu tosendem Jubel steigerte, als dann der Führer kam. Er schreitet die Front der Ehren
formationen ab, die SA., SS., Polizei, Arbeitsdienst, Feldjäger und Flieger gestellt haben. Dor der Tribüne stehen, geführt vom Reichssportführer, Gruppenführer von Tschammer und Osten, die Endleute der großen Saarlandtreue-Staffelläuse durch Deutschland. Der Führer begrüßt nun tue Ehrengäste, unter denen der Reichsminister von Eltz-Rübenach, die Reichs st atthal- ter von Epp aus Bayern, Murr aus Stuttgart und Sprenger aus Darmstadt zu bemerken sind, ferner Ministerpräsident Siebert (München), Reichsarbeitsführer Staatssekretär H i e r l, Reichsjustizkommissar Frank und dann der Führer der Deutschen Front im Saargebiet Pirro.
Der Saarkommissar, Gauleiter B ü r ck e l, schreitet hinauf zur Rednertribüne und begrüßt den Führer auf dieser historischen Saarkundaebung, die eine Kundgebung der Geschlossenheit und Einigkeit des Deutscytums in aller Welt sein soll. Während der Saarkommissar noch spricht, begrüßt der Führer immer wieder einzelne Saardeutsche, Schwerkriegsbeschädigte, Bergknappen, Bauern in Trach- ten und dann wohl die ältesten Teilnehme r an der Kundgebung, Frauen und Männer im Alter von mehr als 80 Jahren, die den weiten Weg vom Saargebiet zum Ehrenbreitstein nicht gescheut haben, um xu zeigen, daß sie allezeit dem Reich treu sind und daß — ob Jugend, ob Alter — die Saardeutschen nur eine Parole für den 13. Januar kennen: Deutsch die Saar!
Nun steht der Führer auf der Rednertribüne, minutenlang umrauscht ihn Freude und Jubel, dann kann er langsam beginnen und das Wort nehmen zu seiner packenden und leidenschaftlichen Rede, die immer wieder unterbrochen wird von Zustimmung, Jubel und Begeisterung.
Die Rede des Führers.
In seiner vom Jubel der Hunderttausende umbrandeten Rede auf dem Ehrenbreitstein an die Deutschen von der Saar erinnerte der Führer einleitend an die im vergangenen Jahr am Niederwalddenkmal abgehaltene Kundgebung. Der Vergleich dieser beiden Kundgebungen gebe vielleicht den besten Maßstab für das Wachsen des deutschen Gedankens in unserem Volke: Damals Zehntausende, heuteHundert- tausende. (Lauter Beifall.) Ein sichtbares äußeres Zeichen für all das, was unser Volk in diesem letzten Jahr erlebt hat!
Das Schwerste: Unser Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist tot. Das deutsche Volk ist aufs tiefste ergriffen im Gedenken an diese geschichtliche Erscheinung. Ja, selbst die Welt hat etwas verspürt von der Größe dieses Mannes. Und ich möchte allen denen außerhalb des Reiches, die Anteil genommen haben an diesem schmerzlichen Verlust, von dieser Stelle aus im Namen des deutschen Volkes danken. Diesem Schmerz steht aber auch etwas unendlich Erhebendes gegenüber: Seitdem wir uns damals am Niederwalddenkmal getroffen haben, hat das deutsche Volk sich zu einer unerhörten Einheit zusammengefunden (jubelnder Beifall). Seit wir jener Institution den Rücken kehrten, die uns gern belastet, über nicht gleichberechtigt sehen wollte, hat das deutsche Volk in einer Reihe von einzigartigen Kundgebungen vor der Welt das Bekenntnis abgelegt, daß es nunmehr eins fein will, eins im Geiste, eins im Willen und auch eins in der Tat. (Lebhafte Zustimmung.)
3n überwältigender Weise bekennt sich damit die Ration zu den Grundfähen der Innen- und Außenpolitik ihrer Führung. Und diese Grundsätze, sie können nicht oft genug wiederholt werden: Außenpolitisch: Erhaltung des Friedens, aber auch Sicherung der deutschen Gleichberechtigung. (Brausende Heil-Rufe.) hierzu: Verteidigung der Freiheit und der Ehre unseres Volkes. Wir haben seit den Tagen der Machtübernahme nicht verfehlt, immer wieder diese Programmpunkte vor der ganzen Welt zu verkünden. Sie sind unveräußerlich und unveränderlich. Die Welt muß es zur Kenntnis nehmen, daß m't diesen Programmpunkten die nationalsozialistische Bewegung — und das ist Deutschland — steht und fällt. (Minutenlanger Beifall.)
Innenpolitisch kämpfen wir für das Dasein des deutschen Bauern und des deutschen Arbeiters, des deutschen Mittelstandes, des ganzen deutschen Volkes in seinen wirklich schaffenden Kräften und Kreisen. Und darum kämpfen wir gegen den Fluch der Arbeitslosigkeit, kämpfen wir für die Zusammenfassung unseres Volkes, für die Ueberwindung von Partei - und Klassengegensätzen, Stande s ü b e r h e b l i ch k e i t und Klassendünkel. (Bravo-Rufe.) Die Erfolge dieser Politik sind trotz aller Schwierigkeiten im Großen gesehen ungeheuer. Nur wer bewußt voreingenommen sein will, kann bestreiten, daß seit dem 30. Januar in Deutschland ein unermeßlicher Wandel vor sich gegangen ist. (Tosender Beifall.) Wenn man uns in der Welt angreift, wenn internationale Cliquen, deren Einstellung Deutschland gegenüber wir alle kennen, uns Kampf anjagen, dann glauben Sie, meine Volksgenossen, nicht deshalb, weil wir etwa die deutschen Interessen schlecht wahrgenommen haben, sondern weil wir sie nur zu gut wahrgenommen haben. (Begeisterte Zustimmung dex Hunderttausende.)
Der Führer befaßte sich dann in sarkastischer Weise mit jenem kleinen Kreis von Menschen in Deutschland, der das nicht sehen wolle. „Auf einen bestimmten Prozentsatz von Sehenden kommt ein gewisser Prozentsatz von Blinden. Das war früher so, das ist heute so. Ich fürchte, es wird immer so sein. Entscheidend ist, daß das deutsche Volk in seiner überwältigenden Mehrheit nicht blind ist, sondern sieht!" (Heil!-Rufe.) Es gebe Leute, die da sagten: „Da seht ihr, sie haben Schwierigkeiten." Ihnen antworte er:
„wir haben Schwierigkeiten, weil unser Volk Schwierigkeiten hat! keiner von uns hätte es nötig, das an Sorgen zu übernehmen, was er auf sich nimmt dadurch, daß er das Schicksal eines großen Volkes zu feinem Schicksal macht (Beifall), und diese Sorge und dieses Leid sind n'cht durch uns dem deutschen Volk zugefügt worden. Allein ich glaube jagen zu können, daß wir in anderthalb Jahren mehr getan haben, um diefes Leid zu überwinden, als andere in 15 Jahren vor uns. (Begeister- ter Beifall.) Unter immer sich wiederholenden
Beifallsstürmen versicherte der Führer denen, die da glauben, durch Worte Eindruck auf uns zu machen: „Gar nichts wird uns jemals niederzwingen! Unter keinen Umständen werden wir kapitulieren! Um so größer die Rot wird, um so größer wird unser Trotz und unsere Entschlossenheit. Die Sorge einer Führung soll nicht geringer sein als die Sorgen, die Millionen Einzelner auch haben. Wir schämen uns dessen nicht, denn wir sind nicht schuld daran, aber wir wissen, daß wir diese Sorge am Ende dennoch überwinden werden." (Stürmische begeisterte Zustimmung der Massen.)
Der Führer wandte sich sodann den wirtschaftlichen Fragen zu. Wenn gewisse internationale Cliquen glaubten, uns vielleicht durch wirtschaftliche Terrormaßnahmen, Boykott usw. mürbe machen zu können, so sagte er, „dann kennen sie uns schlecht! (Stürmischer Beifall.) Wenn man uns zwingt, dann werden wir uns wirtschaftlich sosehr auf eigene Füße stellen, daß man d i e Wirkungslosigkeit solcher Versuche bald erkennen wird. (Lebhafte Zustimmung.) Wir haben in diesen anderthalb Jahren wirtschaftlich gearbeitet; denn hätten wir es nicht getan, dann würden jetzt nicht wieder die Schornsteine unserer deutschen Fabriken und Werkstätten rauchen! (Lebhaftes Bravo!).
Und wie wir wirtschaftlich uns mühten, so sei auch kulturpolitisch getan worden, was in anderthalb Jahren getan werden konnte. „Ich weiß, auch hier wird von einzelnen Stellen der Vorwurf erhoben: Ja, Ihr entfernt Euch vom C h r i st e n t u m. Nein, nicht wir, sondern die v o r i uns haben sich davon entfernt. Wir haben bloß ।
eine reinliche Trennung durchgeführt zwischen der Politik, die sich mit irdischen Dingen zu beschäftigen hat, und der Religion, die sich mit Ueberirdischem beschäftigen muß. (Begeisterte Heil!- Rufe.) Kein Eingriff in die Lehre uno Bekenntnisfreiheit der Konfessionen hat stattgefunden oder wird jemals stattfinden. Im Gegenteil, der Staat beschützt die Religion, allerdings immer unter der einen Voraussetzung, daß sie nicht benutzt wird als Deckmantel für polnische Zwecke. (Minutenlange Beifallsstürme.) Es konnte einmal eine Zeit geben, da auch kirchlich eingestellte Parteien notwendig waren. In jener Zeit war der Liberalismus antikirchlich, der Marxismus antireligiös. Diese Zeit ist heute vorbei. Der Nationalsozialismus ist weder antikirchlich noch antireligiös, sondern im Gegenteil er steht auf dem Boden eines wirklichen Christentums. (Brausender Beifall.) Und wir wollen nichts anderes als loyal sein. Ich weiß, daß es Tausende und Zehntausende von Priestern gibt, die die Versöhnung mit dem heutigen Staat nicht nur gefunden haben, sondern die freudig an ihm Mitarbeiten. (Lebhafte Zustimmung.)
Und ich bin der Ueberzeugung, daß diese Zusammenarbeit eine immer innigere werden wird. Denn: Wo können die Interessen mehr Zusammengehen als in unserem Kampfe gegen die Verfallserscheinungen einer heutigen Welt, in unserem Kampfe gegen den Kutturbolfche- wismus, gegen die Gottlosenbewegung, gegen das Verbrechertum, für die soziale Gemeinschaftsauffassung, für die Ueberwindung von Klassenkampf und Klassenhaß, von Bürgerkrieg und Unruhe, Streit und Hader. Das sind nicht antichristliche, sondern das sind christliche Prinzipien! (Jubelnde Zustimmung.)
„Es wird uns gelingen, auch -en letzten Mann für uns zu gewinnen."
Und ich glaube, wenn wir diese Prinzipien nicht verfolgen würden, dann hätten wir auch nicht die Erfolge für uns, denn das Ergebnis unseres politischen Kampfes ist doch sicherlich kein von Gott ungesegnetes. Als ich vor 15 Jahren mit knapp sieben Mann anfing, da stand niemand zu mir von dieser irdischen Welt, sondern alle waren gegen mein Werk, und heute stehen hinter diesen sieben Mann 38 Millionen. (Brausender Beifall der Massen!) Und glaubt man etwa, daß diese Millionen sich zu diesem Staat und damit zu dieser Bewegung bekennen würden, wenn sie nicht innerlich glücklich damit wären?
Und was beweisen nun die von den anderen antzezogenen zehn Prozent Widersacher? Früher, meine Volksgenossen, hatten fünf Deutsche zehn verschiedene Meinungen. Heute haben unter zehn Deutschen neun dieselbe Meinung. Ich bin dabei überzeugt, daß es uns gelingen wird, den zehnten Mann auch noch zu bekommen (stürmische Zustimmung), denn immerhin, man kann mir schon glauben, der Weg von den ersten sieben Mann bis zu den 38 Millionen war schwerer, als der Weg von den 38 zu den 42 Millionen sein wird. (Bravo-Rufe!)
Was beweist das überhaupt, wenn einzelne meinen, einen anderen Weg gehen zu müssen? Was
beweist es am Ende, wenn der eine oder andere sogar zum Verräter wird? Was beweist es, wenn Sie im Saargebiet einzelne Deutsche — leider Deutsche — besitzen, die nicht würdig sind, diesen Namen zu tragen? (Stürmische Zurufe: „Pfui!") Unter den zwölf Aposteln befand sich ein Judas. Wer will sich wundern, wenn auch mir solche Erscheinungen besitzen? Allein trotz dieses Judas' hat das Christentum gesiegt, und trotz unserer Emigranten wird die Bewegung siegen! (Langanhaltende Heil!- Rufe der Hunderttausende.) Und wir sind glücklich nicht nur, daß wir zahlenmäßig als Bewegung den größten Erfolg der Geschichte zu verzeichnen haben, nein, wir sind auch glücklich darüber, daß es uns gelang, durch diese Bewegung in knapp anderthalb Jahren viereinhalb Millionen deut- schen Menschen wieder Arbeitsplätze zu schaffen. Wen heute unsere Gegner so groß- xügig über diese Tatsachen hinweggehen möchten, dann kann ich nur das eine sagen: Es scheint leichter gewesen zu fein, die viereinhalb Millionen arbeitslos zu machen, als sie von der Straße wegzubringen. (Lebhafter Beifall.) Denn sonst müßte man die Frage erheben: Wenn das so gar nichts ist, warum haben denn diejenigen das nicht getan, die vor uns regierten? (Lauter Beifall.)
Die Volksgemeinschaft im neuen Reich.
Rein, wir sehen es aus tausend Einzelerscheinungen, es ist heute wieder schon, im deutschen Volk zu leben, und schon, für dieses Volk zu arbeiten. (Lebhafter Beifall.) Und das Schönste an allem: Die deutschen TNenschen beginnen sich langsam wieder verstehen zu lernen, sie finden langsam zueinander. Was ihnen im Laufe von Jahrzehnten allmählich abhanden gekommen war, das haben sie wiedergewonnen: das Gehör und das Auge für den Mitmenschen. (Stürmischer Beifall.) Und wenn der eine ober der andere Gegner sagt: Ja, sie haben doch noch
I nicht alles erreicht — Gott jei Lob und Dank, wir wollen uns auch noch nicht zur Ruhe sehen, sondern wir wollen ja alle Weiterarbeiten, und was uns nicht gelingen sollte, das wird den Kommenden gelingen.
(Brausender Beifall.) Das Glücklichste aber, was wir in diesem Jahre erlebten, das war die Festsetzung des Abstimmungstermins für die Deutschen an der Saar. (Jubelnder Beifall, der immer wieder neu anjchwillt.) Das
Glücklichste, weil es einen Zustand beendet, unter dem nicht 800 Ö00, sondern 6 7 Millionen Deutsche gelitten hatten. Denn nicht nur Sie, meine Volksgenossen von der Saar, leiden und litten unter dem Getrenntsein vom Vaterlands; nein, Deutschland h a t genau so darunter gelitten. Deutschland sieht Sie als einen unzertrennlichen Bestandteil seines eigenen Jchs an. (Tosender Beifall.) Wir haben Ihren Kampf in Deutschland, im Reiche, mit der heißesten Anteilnahme verfolgt. Wer S i e geschlagen, hat uns geschlagen, wer S i e geschmäht hat, hat uns geschmäht, wer S i e vergewaltigt hat, hat uns vergewaltigt. (Stürmische Zustimmung.) Ihnen ist nichts zugefügt worden, was man nicht ganz Deutschland zugefügt hat.
Und noch etwas anderes, und damit wende ich mich besonders an Sie: Es gab anderthalb Jahr- Zehnte in der deutschen Geschichte, da hatte das deutsche Volk jede Bindung verloren, und es gab scheinbar nichts mehr, was Deutschland hätte zu- sammenfügen und zusammenfassen können. Und damals, da waren Sie uns doch in einem voraus und vorbildlich. Die große Not hat Sie
trotz der Parteiinteresien, trotz wirtschaftlicher ©pal« tungen und Verknüpfungen in einem einig sein lassen: Im Bekenntnis zu Deutsch« land! (Lebhafte Bravo!-Rufe.) Während im üb* gen Deutschland die Parteien sich untereinanbei* rauften, da haben Sie wenigstens in einer Frage — wenn man von einzelnen Verrätern absieht —-* eine gemeinsame Auffassung gehabt, die Auffassung^ Das Saargebiet, das Saarvolk, die Deutschen an der Saar müssen wieder zurück zum Deut* schen Reich und zum deutschen Volk und zum Vaterland. (Das Beifallstosen übertönt miauten* lang den Führer.)
Das Saargebiet war ein gutes Beispiel für die 67 Millionen im übrigen Deutschland. Wenn aber nun die Stunde kommt, da Sie zurück- kehren, werben wir dafür auch in Ihnen nichts anderes sehen als Deutsche, denen wir die Hand reichen zum Eintritt in das deutsche Vaterhaus. (Hunderttausend- strecken dem Führer ihre Hände entgegen.) So wie Sie sich selbst in der großen Deutschen Front gefunden haben, so sollen Sie am 14. Januar die deutsche Heimat roieberfinben. (Jubelnder Beifall.) Dir werben in Ihnen keine Partei fehen, werben nichts sehen, was in der Vergangenheit war, sondern werden in ihnen die 8 0 0 0 0 0 uns entrissenen Deutschen sehen. die zurückkehren zu uns (brausender Beifall) und denen wir dann die Tore offnen, auj daß sie einziehen in ein festlich geschmücktes Haus, das ihrer wartet. (Der Beifall schwillt erneut an.) And wir wissen. Sie haben alle einen guten Anteil daran. So wird denn an diesem 13. Januar ganz Deutschland bitten und beten. Dir werden Sie an diesem Tage mit den heißesten Wünschen in ihren Kampf hineinbegleiten, und wir werden alles tun, um später die Wunden, die die Vergangenheit schlug, wieder zu heilen. Das ist für uns nicht eine Ehrenpflicht, das ist für uns Herzensangelegenheit. (Die Beifallsstürme wiederholen sich minutenlang.)
Zwei Aufgaben haben wir uns gestellt. Die erste ist: Aussöhnung und Versöhnung ohne Rücksicht auf die frühere Parteizugehörigkeit im heutigen Deutschen Reich und in seiner Bewegung. Jeder, der nur in dem einen sich als Sohn unseres Volkes erweist, daß er bekennt: Ich bin deutsch und ich will deutsch sein, der wird bei uns die offene Tür finden. (Lebhafte Heilf-Ruse.) Wir werden ihn aufnehmen in unsere innere Gemeinschaft, und er wird es nicht bereuen, wenn er einzieht in die stolzeste Gemeinschaft, die Deutschland je gekannt hat. (Jubelnde Zustimmung.) Aus dem Volke gewachsen, vom Volk getragen, für das Volk kämpfend ist diese Ge- meinsa)aft die erste Repräsentantin unseres Volkes geworden. Und Sie, die Sie heute hier stehen, Sie werden einmal glücklich sein, in dieser Gemeinschaft aufgehen und in ihr mitkämpfen zu können. (Nicht endenwollende Beifallsstürme.) Und zweitens: Wir wollen dann die wirtschaftlichen Wunden heilen und alles tun, was getan werden kann, um dieses Gebiet nur noch fester in Deutschland aufzunehmen, noch fester an unser Deutsches Reich und Volk zu fetten. Die Welt wird erleben, daß, wenn am 13. Januar 99 v. H. für Deutschland stimmen, zehn Jahre später 100 v. H. für Deutschland eintreten werden. (Lebhafte begeisterte Zustimmungskundgebungen.)
Aber auch aus einem anderen Grunde sind wir glücklich Über diesen 13. Januar. Immer noch ist das Saarproblem das Streitobjekt zwischen Frankreich und uns; wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß, wenn erst diese Frage gelost ist, vielleicht doch auch auf der anderen Seite die Bereitwilligkeit wachsen wird, die Probleme zu sehen, wie sie sind, und mit uns einen aufrichtigen Frieden zu fchließen. (Stürmische Zustim- mungsfunbgebungen.) Die Saarfrage ist die einzige Territorialfrage, die uns heute noch von Frankreich trennt. Rach ihrer Losung besteht kein sichtbarer vernünftiger Grund, daß zwei große Rationen sich ewig und in alle Zukunft weiter befehden. (Sehr wahr!) Vielleicht wird dann doch immer mehr auch bei unseren früheren Gegnern die Einsicht wachsen, daß die Aufgaben, die uns allen gestellt find, so groß sind, daß wir, statt uns zu bekriegen, sie gemeinsam losen sollten.
(Lebhafte Zustimmung.) Und wenn auch einzelne gewissenlose internationale Hetzer, die wir kennen und die wir keinem Volke zurechnen möchten, sich bemühen, diese beiden großen Völker in eine dauernde Feindschaft hineinzuhetzen, so vertraue ich aus die gesunde Vernunft und auf den gesunden Menschenverstand. Ich hoffe, daß einmal doch die Vernunft siegreich hervorgehen wird, und daß über dem Saargebiet und über dem 13. Januar eine Verständigung auch auf dieser größeren Ebene erfolgen kann und erfolgen wird. (Erneute Bravo!-Rufe.) Und so haben Sie am 13. Januar noch eine besondere große und friedliche Mission zu erfüllen, wir würden glücklich sein, daß, wenn am 14. in ganz Deutschland die Glocken läuten, sie nicht nur die Rückkehr unseres verlorenen Gebietes und unserer verlorenen Deutschen, sondern die Einkehrdes Friedens einläuten würden. (Stürmische Bewegung in den Massen, minutenlanges Beifallsklatschen.)
So bitte ich Sie denn: Fassen Sie nun aufs neue Mut und Kraft. Gehen Sie hinein in den letzten Abschnitt Ihres Kampfes als aufrechte und wahrhaftige Deutsche! Leben Sie in der lieber» zeugung, daß hinter Ihnen der Wille der ganzen Nation steht! Vergessen Sie für diesen Kampf alles, was Sie trennen könnte. Weihen Sie sich diesem Kampf ausschließlich als Deutsche, dann wird dieser Tag zu einem großen Sieg werden. (Tosende Zustimmung.) Ein Sieg, der Sie zurückführt in die Nation uno in das Deutsche Reich, und dann — das hoffe ich — werden wir die nächste noch gewaltigere Kundgebung b e i Ahnen halten. (Stürmische jubelnde Zustimmungen und Heil!-Ruse der Massen.) Dann sollen Sie uns Gastgeber sein, und ganz Deutschland wird bei Ihnen weilen. Hundert- tausende und Hunderttausende werden dann di- Züge hinüberbringen in das Saargebiet, und ich werde glücklich sein, dann bei Ihnen zu f p r e • als des deutschen Volkes Kanzler, als Euer


