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Um die Ostchinabahn?

Leipzig, 26. Äug. (DNB.) Dr.

e ipz i g, 26. Äug. (DNB.) Dr. Schacht sprachIwenn man der heutigen deutschen Regierung den Sonntag auf dem Presseabend der Leipziger Vorwurf macht, sie habe durch ihre A r b e i t s -

am

irgab, keinerlei Vorteil gebracht. nigung ist, kann künftig darauf rechnen, die zur Be-

Unter diesen Umständen ist es unverständlich, Zahlung notwendigen Devisen zu erhallen. Wer ohne

Herbstmesse über die Notwendigkeiten der deutschen Außenwirtschaft. Er führte u. a. aus:

Reichssportführer und Führer der DT. von Tschammer und Osten erscheint, nimmt den Sammelrapport entgegen und gibt die letzten An­ordnungen.

Anstatt den im Geschäftsleben üblichen Versuch zu machen, den zahlungswilligen Schuldner, der unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, wieder zahlungsfähig zu machen, tritt man Deutschland in der Rolle des Kon­kursgläubigers gegenüber, der möglichst viel für sich aus der Masse erlangen will. Dies Verhalten muß sich mit absoluter Sicherheit tot- laufen: denn es hat nicht nur das laufende Geschäft ruiniert und ruiniert es immer stärker, sondern es hat auch dem Rentner, den es zu schützen vorgab, keinerlei Vorteil gebracht.

Wenn Rußland und Japan sich prügeln, werden die anderen an Fernost interessierten Mächte China, USA., England und Frankreich voll Spannung zusehen.

Unsere derzeitigen Schwierigkeiten haben, wie so vieles andere, ihre Wurzel in dem unglückseligen System des Versailler Vertrages. Man kann nicht dem drittgrößten A u ß e n h a n d e l s l a n d der Welt seine L e b e n s m ö g l i ch k e i t e n systematisch nehmen, ohne den gesamten Welthandel auf das empfndlichste zu treffen. Nichts anderes aber hat man in Der- sailles getan. Obwohl die heutigen deutschen Auslands­schulden ihrem Wesen nach nichts anderes sind als privatisierte Reparationen, hat Deutsch­land nie seine Unterschrift unter diese privaten Schuldkontrakte geleugnet. Als ehrlicher Schuldner machte es im Gegenteil verzweifelte Anstrengungen, um seinen Verpflichtungen nach­zukommen. Angesichts unserer notwendig gewor­denen Selbsthilfemaßnahmen fanden die ausländi­schen Gläubigermächte aber keinen anderen Weg, als Deutschland immer aufs neue mit Dro­hungen zu überschütten.

Anstatt dem Schuldner zu erlauben, in Waren zu zahlen oder auf Schuldenzahlungen zu verzichten, umgaben sich die Gläubigerländer mit einem Wall von Schutzzöllen und Währungsentwertungen, die die Anstrengungen der Schuldnerländer sehr bald zu einem Wettlauf mit ihrem eigenen Schatten machen mußten. Das Ergebnis dieses widersinnigen Systems, das darauf hinausläuft, daß das eine Land sich weigert, die Dienste des anderen in An­spruch zu nehmen, und das in weitem Maße ver­antwortlich gemacht werden muß für die Schrump­fung der Produktion, die hohen Arbeitslosenziffern und den niedrigen Lebensstandard der breiten Mas­sen, war ein scharfer Preissturz und ein katastro­phaler Rückgang des Außenhandels der Welt. Heute beträgt der Welthandel weniger als ein Drittel dessen, was er noch vor fünf Jahren war. Er bewegt sich heute etwa auf dem Stand vom Jahre 1900. Dabei ist der Rückgang noch im­mer nicht zum Stillstand gekommen. Die Preise liegen noch um etwa 50 v. H. niedriger als im Jahre 1929. Daß unter solchen Umständen der Druck der Zins- und Tilgungsverpflichtungen immer untragbarer wurde, bedarf keiner Erläute­rung.

Bereits am Samstag abend trafen in Mülheim und in Güls bei Koblenz die ersten Saar-Treue­staffeln ein, die zu eindrucksvollen nächtlichen Feier­stunden im Beisein des stellvertretenden Führers der DT. S t e d i n g Veranlassung gaben. Teilweise durchliefen die Staffeln die Nacht, große Entfer­nungen zurücklegend, alle aber waren am Sonntag morgen an Ort und Stelle. Nach sorgfältigem Plan fand in Koblenz die Ver­einigung der Läufe durch Lauf er, Schwimmer und Paddler statt, wobei auf die bereits gesperrten Anmarschstraßen Rücksicht ge­nommen und daher der Wasserweg und Sei- tenpfade benutzt werden mußten. Aber auch diese schwierige Zusammenfassung gelang in vor­züglicher Weise. 120 177 Läufer aus 7435 Vereinen, darunter 6735 Vereine der D. T., hatten in 10 Hauptläufen und 85 Nebenstaffeln insgesamt 17 407 Kilometer in 807 Stunden 59 Minuten (2,47 Minuten pro Kilometer) zurückgelegt und 504 Ur­kunden befördert. Im engen Raum der Staffellei­tung häuften sich die kunstvoll gefertigten Urkunden und Köcher. Oberturnwart der DT. S t e d i n g übernimmt die Berichte und die Leitung. Die 30

roten bengalischen Licht erstrahlen Petersberg und Drachenfels und alle die anderen Kuppen des Sie­bengebirges, und dann braust und zischt und don­nert und kracht es. Ein Feuerwerk zu Ehren des Führers von riesigen Ausmaßen wird ab gebrannt, in aller Eile von rheinischen Feuerwer kern aufgebaut. Eine Ueberraschung für den Füh rer, der auf den Rheinbalkon hinausgetreten i und nun versinkt in die Betrachtung dieses zauber haften Bildes. Sterne regnen vom Himmel, Licht kaskaden sprühen, und es flimmert und flattert in allen Farben.

Die Rheinufer sind weithinvdnMenfchen- massen besetzt, die das Schauspiel gemeßen, und auf dem Rhein selbst liegen Schiffe, darunter solche mit Saardeutschen, die das Saarlied singen und dem Führer auch hier noch einmalbe- geisterte Huldigungen bringen, und so er­innert der Abend an jenen des 29. Juni, als der Führer in der Mitternacht auf dem gleichen Balkon stand und damals, fast unwirklich anmutend, aus dem Dunkel des Rheins der Jubel von Saarländern heraufscholl und das Saarlied sich in der schwarzen Nacht verlor. Bis spät in die Nacht hinein dauert der Jubel der begeisterten Massen, bis spät in die Nacht hinein werden Lieder des neuen Deutschlands gesungen, und immer wieder kehren dieHeil!"- Rufe auf den Führer, bis lange nach Mitternacht die Fronten abbröckelten und auf Zureden der Ab- sperrungsmannschaften die Menschenmassen langsam heimwärtsziehen.

Deutschlands Außenwirtschaft.

Heichsbankpräsident 0t. Schacht spricht auf der Leipziger Messe über die Voraussetzungen und Notwendigkeiten für Deutschlands Anteil am Welthandel.

Ser Führer kehrt nach Godesberg zurück

Das Siebengebirge im Glanz eines Feuerwerks zu Ehren des Führers.

aber gilt es zu gewinnen. Und gewonnen können sie nur von Menschen werden, die selbst innerlich durchglüht sind von der Richtigkeit ihrer Aufgabe und in dieser Aufgabe gewissermaßen eine heroische Mission erblicken, die sie erfüllen müssen, wenn ihr Leben noch einen Sinn und einen Zweck haben soll.

Ich weiß, daß es noch nicht gelingen konnte, alle Fragen zu lösen. Wir haben uns abgemüht mit den Sorgen der Nation, die wir zu unseren Sorgen machten. Niemand kann uns den Dorwurf machen, daß wir etwas nicht getan hätten, was hätte getan werden müssen. Der Rest, der unerledigt und unge­löst blieb, der soll uns für die Zukunft vorbehalten sein. Und wie glaubt ihr denn, daß ein Führer und seine Regierung diese Aufgaben überhaupt in An­griff nehmen könnte, wenn sie nicht wüßten, daß das Volk in seinen besten Teilen hinter ihnen steht. Wohlan denn, so schloß Dr. Goebbels, laßt uns ar­beiten und marschieren im alten Geist, im Geist des Vertrauens und der Kampfbereitschaft.

Der Eid auf den Führer.

Die Vereidigung der Spitzenbehörden in Hessen.

Das Staatspresseamt teilt mit: Am Samstag, dem 25. August, um 10 Uhr, versammelten sich im Sitzungssaal der Ministerial-Abteilung Ib des Hes­sischen Staatsministeriums zur Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Leiter der Ministerialabteilungen, der Leiter des Perso­nalamtes, des Hess. Staatspolizeiamtes, des Staats- prsfseamtes, ferner der Landespolizeiführer, die Polizeidirektoren, die Kreisdirektoren, der Ober- landesgerichtspräfident, der Landgerichtspräsident, der Generalstaatsanwalt, der Präsident der Ober- rechnungskammer, der Rektor der Technischen Hoch­schule und der Direktor des Landesmuseums bzw. deren Stellvertreter.

Staatsmini st er Jung wies einleitend bar- auf hin, daß durch das Gesetz vom 1. August 1934 das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichs­kanzlers und Führers vereinigt worden sei. Er fuhr dann fort Das deutsche Volk hat in seiner freien und geheimen Abstimmung mit überwältigender Majorität dem Gesetze seine innere Kraft gegeben. Sie, meine Herren Beamten, sollen heute dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Treue schwören. Dieser Schwur ist freiwillig; er soll das Treuegelöbnis eines aufrechten, deut­schen Mannes und Beamten darstellen. Der Ernst dieser Handlung möge in uns allen den Wil­len bestätigen, dem Manne, auf den Sie heute den Eid leisten, nachzueifern, in treuer Pflicht­erfüllung, in Einfachheit, Bescheidenheit und in der Liebe zum deutschen Volk!

Nach dieser Ansprache forderte Staatsminister Jung die anwesenden Beamten auf, die rechte Hanü zum Schwur zu erheben und ihm bfe vorgeschrle» bene Schwurformel nachzusprechen:Ich chwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Rei­ches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam

Das Eintreffen der Saar-Treuestaffeln auf dem Ehrenbreitstein Oer Führer nimmt die 504 Urkunden entgegen.

beschaffungspolitik die Transferunfähig, keit Deutschlands verschuldet. Gewiß hat die natio­nalsozialistische Regierung angesichts der Tatsache, daß die frühere Deflationspolitik ein Drittel der deutschen Arbeiterschaft auf die Straße gesetzt und darüber hinaus unsere Transferfähigkeit ständig verringert statt gesteigert hatte, das Steuer energisch herumgerissen. Diese Politik hat der Welt genügt. Die steigende Kaufkraft eines 66-Millwnenvolkes könnte einen entscheidenden Bei­trag liefern, um den internationalen Deflations­

prozeß zu überwinden. Das Ausland war jedoch weder gewillt, die zur Bezahlung der erhöhten Einfuhr notwendige Mehrausfuhr an industrielle Fertigwaren abzunehmen, noch hat es in der Schuldenfrage Entgegenkommen gezeigt. Man macht Deutschland dadurch nicht nur unfähig, seine alten Schulden zu bezahlen, sondern man verhindert auch, daß es als Käufer auf dem Weltmarkt auftritt und zwingt Deutschland in die sogenannte Autarkie hinein. Wir wünschen, in dem uns gegebenen Rahmen unserer friedlichen Arbeit nach- zugehen und mit den übrigen Völkern der Welt zusammenzuarbeiten. Wenn man deutsche Waren boykottiert und Deutschland politisch diffamiert, trifft man nicht Deutschland, sondern man trifft den australischen Wollproduzenten ebenso wie den ame­rikanischen Baumwollpflanzer, den Kammgarnsvinner in Roubaix ebeno wie den Feinspinner in Lanca- shire, den schottischen Heringsfischer ebenso wie den spanischen Apfelsinenbauer.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben zur Ge­nüge bewiesen, daß man im Wege der Defla­tion zwar den Welthandel vermin­dern, aber nicht erhöhen kann. Wenn man daher jenes Trauerspiel nicht wiederholen will, daß man auf der einen Seite Getreide ins Meer wirft und Kaffee verbrennt, während auf der anderen Seite Millionen von Menschen hungern und frieren, so sollte man davon absehen, neue Deflationsmaß­nahmen zu propagieren. Eine Deflation wäre gleichbedeutend mit einer Erhöhung unserer Auslandsschuldenlast, weil diese ganz auf fremde Währung lautet. Dazu kommen, daß der deutsche Export zu einem erheblichen Teil auf der Veredelung ausländischer Rohstoffe beruht, die durch eine Abwertung unserer Währung sofort verteuert würden. Wir werden daher die uns empfohlenen Rezepte ebensowenig in Anwendung bringen wie die auch in Deutschland häufig propagierten Vor­schläge einer Belastung der Einfuhr zugunsten der Ausfuhr, die nur zu einer Verteuerung und damit zu einer Verminderung des Jnlandskonsums führen müßten. Es bleibt uns nur der einzige gerade Weg, daß wir unsere Einfuhr tn Ueberein- stimmung mit unseren Zahlungsmög- l i ch k e i t e n bringen. Nur derjenige Importeur, der im Besitze einer entsprechenden Devisenbeschei-

Unter begeisterten Heill-Rufen umjubeln die Hunderttausende den Führer und bereiten ihm ein­zigartige Ovationen. Horst-Wessel-Lied und Saarlied brausen aus Hunderttausenden von Kehlen empor. Jubelnde Heilrufe begleiten des Führers Abfahrt von der Stätte des deutschen Saarschwures. Die Fahnenformationen marschieren ab. Grüßend reck­ten sich noch einmal die Arme empor, und dann begann der Abmarsch der Hundert- tausende von Menschen. In der gleichen Ordnung, wie sich am Vormittag der Anmarsch voll- zogen hatte, verlassen jetzt die Teilnehmer die Stätte dieser erhebenden Kundgebung. Schon am frühen Sonntagabend gehen dann die ersten Sonderzüge wieder zurück in die Heimat noch der Saar und nach allen deutschen Gauen, die ihre Vertreter entsandt hotten.

Wieder besteigt der Führer in Vallendar das Motorboot, und dann hebt die gleiche Fahrt noch einmal an, wieder unter strahlend blauem Himmel und dem rotgoldenen Licht der Abendsonne. Manch­mal ist es, als führen wir hinein in einen breiten sonnigen Strom. Schimmernd blau die Berge der Eifel und des Siebengebirges vor uns. Immer wie­der schenken uns Krümmungen des Flusses neue phantastische Ausblicke. Bis dann Godesberg herankommt und das Motorboot an der Anlegestelle des Rheinhotels Dreesen festmacht.

Inzwischen ist blausamtene Nacht über das Rhein- tal und seine Berge herabgefallen. Silberne Sterne stehen am Himmel. Dann beginnen plötzlich die Berge auf der anderen Rheinseite zu glühen. Im

solche Bescheinigung importiert, tut es auf eigenes Risiko. Die Schuld für den eingetretenen Zustand rückständiger Warenschulden trifft die ausländischen Lieferanten mindestens in gleichem Umfänge trie' den deutschen Käufer. Wir wünschen keinen K r e btt in Anspruch zu nehmen, den man uns nicht gern und freiwillig gibt. Ich möchte deshalb hier auch alle Gerüchte dementieren, die uns die Absicht von Kreditverhandlungen im Auslande unterstellen. Wer der Ansicht ist, daß die deutsche Volkswirtschaft aus dem internationalen Handel ausscheiden werde oder ausgeschieden werden könnte, der soll um Got­tes Willen die Finger von Deutschland lassen. Für alle Kreise, die anderer Ansicht sind, werden sich die Handelsbeziehungen ohne Zwang aufrecht erhalten lassen. Handel kann man nur treiben, wenn beide Teile Vorteil davon haben; und ein solcher Handel wird auch in Zukunft mit der notwendigen Kre- ditgebarung verbunden sein.

Wir sind uns völlig klar darüber, daß das neue Verfahren zu einer empfindlichen Ein- ichränkung unserer Einfuhr führen muß; denn wir können Devisenbescheinigungen nur inso­weit ausstellen, als Devisen verfügbar werden. Ader eine Fortsetzung des gegenwärtigen unkon­trollierten Verfahrens muß notwendigerweise zu einer Stockung unserer Einfuhr ganz einfach des- halb führen, weil man von niemandem auf die Dauer verlangen kann, daß er eine Ware liefert, die nicht bei Fälligkeit bezahlt wird.

Wenn Sie mich fragen, wie wir angesichts der zu erwartenden Einschränkung unserer Einfuhr unsere innere Konjunktur aufrecht erhalten wollen, o darf ich Ihnen antworten, daß wir die H e r tellung inländischer Rohstoffe mit lüert erdenklichen Mitteln fördern werden. Die Tat-

Vizekanzler a. D. v. Popen erkrankt.

Saarbrücken, 26. Aug. (DNB.) Der außer­ordentliche Gesandte Deutschlands in Oesterreich, Vizekanzler a. D. von P a p e n, der sich zur Zeit auf seinem Gut Wallerfangen im Saargebiet aufhält und am Sonnlag auf der Saarkundgebung auf dem Ehrenbreitstein ebenfalls das Wort neh­men wollte, ist an seinem alten Leiden wiederum erkrankt und war am Sonntag am Erscheinen verhindert.

Nr. Goebbels spricht zur Berliner SA. Laßt uns arbeiten und marschieren im alten Geist."

Berlin, 25. Aug. (DNB.) Durch Horst Wessels altes Kampfgebiet, durch den Osten Berlins, hallte schon in den frühen Nachmittagsstunden schnittige Marschmusik. Die Standarten der Brigade 28 mar­schierten zum Lustgarten, wo Reichsminister Dr. Goebbels eine Ansprache an die SA. richtete. Die Menschen hätten in Deutschland geglaubt, daß mit dem verräterischen Treiben einzelner Männer die SA. insgesamt identifiziert werden müßte. Ich möchte von dieser Stelle aus diesen verachtens­werten Versuch auf das deutlichste und energischste zurückweisen.

Ich weiß, meine Kameraden, welche bitteren und schweren Zeiten Ihr durchgemacht habt. Daß die Radikalkur so kurz und so im Grunde schmerzlos durchgeführt werden konnte, das verdankt man nur Eurer Treue und Eurem Gefolgschaftsbewußtsein, das Ihr wie in den Zeiten des Kampfes, so auch in den Zeiten des Sieges dem Führer immerdar gehalten habt. Ihr SA.-Männer seid die aktivste politische Garde des Führers, und es ist nur zur Herstellung des alten Rufes und Ruhmes unserer SA.°Garde, wenn wir die Elemente aus der SA. ausscheiden, die mit dem Gedanken und mit Sinn und Zweck der SA. überhaupt nichts zu tun haben.

Falle mir keiner ins Wort und sage: Die SA. ist überflüssig geworden, weil sie keine Aufgabe mehr hat. Nahezu 10 v. H. unseres Volkes sind noch nicht für uns gewonnen. Es würde unserem Ehrgeiz wenig schmeicheln, wenn wir Lne'se 10 o. H. unseres Volkes als endgültig verloren betrachteten, nein! Nur ein kleiner Bruchteil dieser 10 v. H. muß als asozial und unbrauchbar für die Volks­gemeinschaft angesehen werden. Die anderen

fache, daß mir diese Jnlandsrohstoffe teilweise nur mit höheren Kosten gewinnen können, als sie uns das Ausland liefert, und daß wir Kapitalaufwen­dungen für die Herstellung von Produktionsmitteln machen müssen, kann uns von dieser Politik nicht abhalten; denn ob wir unsere Arbeitslosen aus Mitteln der Allgemeinheit unterstützen oder ob wir die Arbeitslosen beschäftigen, um mehr Jnlands­rohstoffe zu produzieren, läuft finanzwirtschaftlich gesehen auf das gleiche hinaus. Vom Standpunkt der Weltwirtschaft aus gesehen ist eine solche Ent­wicklung sicher bedauerlich, denn die neuen Pro- duktionsmittelinverstitionen werden auch bei einer etwaigen zukünftigen Aenderung der internationalen Handelsbeziehungen auf Ausnutzung drängen.

Wir hoffen, daß es möglich fein wird, mit den rohstoffliefernden Ländern, sei es über private, fei es über offizielle Lieferungsoerträge, z u Aus­tausch- und Kompensationsgeschäften zu kommen, von denen wir gerade für die Entwick­lung der Rohstoffländer entscheidende Vorteile er­warten, die wechselseitig auch uns zugute kommen werden. Wenn sich dabei in der Belieferung mit ausländischen Rohstoffen Verschiebungen zwi­schen den verschiedenen Ländern ergeben werden, so können gerade diese zu ganz neuen Entwick­lungswegen im Welthandel führen und ür eine Reihe von Ländern Aussichten eröffnen, )ie ihnen bei den bisherigen ausgefahrenen Han­delsgleisen verschlossen waren.

Steigender Besuch der Leipz-ger Meffe.

Die Leipziger Herb st messe 19 3 4, die am Sonntag ohne besondere äußere Veranstaltung ihre Pforten öffnete, zeigt im Vergleich zur letzten Herbstmesse auf allen Gebieten eine bedeutsame Steigerung der Gesamtbeteiligung. Es sind 4696 Aussteller gemeldet gegen insgesamt 4380 zur Herbstmesse des letzten Jahres. Diese letzte Ziffer ist allerdings so zu betrachten, daß sie ohne die damals mit in die Messe einbezogenen Sonderveranstaltun- gen der Braunen Messe zu werten ist. Belegt sind 75152 Rechnungsmeter gegen 70 819 der letzten Herbstmesse; es ist also eine Mehrbeteiligung von etwa 7 v. H. zu verzeichnen. Die Zahl der deutschen Aussteller beträgt 4508, die der ausländischen 188. Auch die Zahl der Auslandsbesucher ist nach den Feststellungen des Meßamtes um 10 v. H. gestiegen; ie hat 4000 überschritten. An der Spitze stehen die Niederlande, die Schweiz, Großbritannien, Frank­reich, Skandinavien und insbesondere diesmal auch der Balkan. Auch bei der deutschen Ausstellerschaft ist bemerkenswert, daß beispielsweise die Zahl der thüringischen Aussteller von 427 auf 517 gestiegen ist.

Endlich geht es den Ehrenbreitstein f) in- a u f und schließlich kommt auch die ersehnte lieber- gäbe. Der Führer ist da. Jubel ohne Ende be­gleitet die Entgegennahme der Treuebekenntnisse durch den Führer, der jedem Schlußläufer (auch Karl R e u t e r - G i e ß e n) die Hand reicht und ins­besondere mit dem Turner S ch l a g e t e r, dem sechs Jahre älteren Bruder Albert Leo Schlageters, an dessen Stelle in Schönau ein Schwestersohn den Lauf mit­gemacht hat, in längerer Rede verweilt. Auch der Turner Minke von der Saar wird vom Führer besonders herzlich begrüßt, und das Treuebe­kenntnis der saarländischen Turner­schaft, das dieser Turner dem Führer vortrug, fand bei den Hunderttausenden begeisterten Wider- hall. Es war dem Führer anzusehen, wie er von dieser gewaltigen Treuekundgebung innerlich gepackt war, und voll berechtigten Stolzes konnte der Reichssportführer den Dank des Führers und Reichskanzlers entgegennehmen. Das große Werk Schlußläufer, denen der ehrenvolle Auftrag zuteil der Saar-Treuestaffel ist gelungen, und alle Teil- geworden ist, die letzten Laufstrecken b i s mehmer können stolz fein in dem Bewußtsein, zum zum Führer zurückzulegen, stehen bereit. Derjguten Gelingen beigetragen zu haben.