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130 bis 135, Kochbutter 110 bis 115, Matte 20 bis 25, Käse 4 bis 10, (Lier, 8-Kl. 10J4, A=£L 9^, 6-Kl. 9%, OKI. 9, D-Äl. 8, Wirsing, grün, 20, Rotkraut 15, gelbe Rüben, Bd. 20, Spinat 12 bis 15, Römisch- kohl 12, Spargel 35 bis 50, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln 3'/» (Zentner 320 bis 330), Aepfel 20 bis 30, Kirschen 50 bis 60, Erdbeeren 60 bis 70, junge Hahnen 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben 50 bis 60 das Stück, Blumenkohl 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund, grüne Bohnen 30 bis 35 Pf. das Pfund.

** Das Konzert der SA. - Reserve- Kapelle am morgigen SA.- Spendetag in Gießen findet nach neueren Anordnungen nicht von -17 bis 18 Uhr, sondern von 18 bis 1 9 U h r am Selterstor statt. Auf die Verlegung die­ses Konzerts um eine Stunde seien unsere Mitbür­ger besonders aufmerksam gemacht.

** Letzte Spielplan-Woche des Stadt­theaters Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird mitgeteilt: Sonntag, 27. Mai, zum letzten Mal und gleichzeitig als Abschiedsvorstellung für Erna

Renz und Alfred F i e r m e n t die OperetteDie Försterchristi" von Georg Jarno-, Leitung: Wrede- Cuje-Bäulke. Montag, 28. Mai, Erstaufführung des SchauspielsLangemarck, der Opfergang der deutschen Jugend" von Edgar Kahn und Max Mo- nato; Spielleitung: Karl Löser. Dienstag, 29 Mai, WiederholungLangemarck". Mittwoch, 30. Mai, Wiederholung:Langemarck".

** Viehmärkte in G i e ß e n. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, am folgenden Mittwoch wird Schweine­markt abgehalten.

Amtsgericht Gießen.

Ein 21jähriger Mann von hier wurde wegen Be­trugs in mehreren Fällen zu einer Gefängnis- strafe von 5 Monaten verurteilt. Der Ange­klagte kaufte z. B. durch Vorspiegelung falscher Tat­sachen Radioapparate unter Eigentumsvorbehalt und veräußerte sie unter Verheimlichung dieses Um­standes an gutgläubige Personen weiter. Auf diese Weise schädigte er das Vermögen durchschnittlich kleinerer Geschäftsleute ganz erheblich. Der Antrag des Anklagevertreters lautete entsprechend dem aus­gesprochenen Urteil.

Mährt-Werbewoche vom 1. bis 8.3uni.

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Zu der in der Zeit vom 1. bis 8. Juni statt­findenden Luftfahrt-Werbewoche kommen die beiden oben abgebildeten Abzeichen heraus: eine Plauener Spitzenrosette und ein Metall-Flugzeugabzeichen! Ganz im Sinne nationalsozialistischer Auffassung und Ge­sinnung wurde durch die Herstellung dieser Ab­zeichen einer großen Anzahl Volksgenossen Arbeit und Brot gegeben.

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3.osj)eulfche Volk muß ein ^Oolk von fliegerntocvdcji

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Der Ertrag der Haus- und Straßensammlungen in der Lutfahrt-Werbewoche dient restlos der Er­füllung der großen erzieherischen Aufgaben der deutschen Sportfliegerei und ihrer Arbeit im Auf­bau der Nation! Deshalb in der Luftfahrt-Werbe­woche:

Kein Volksgenoste ohne ein Abzeichen!

Aufruf der Technischen Nothilfe.

Die Technische N o t h i l f e ist ein Machtmittel des Staates. Sie hat große und schwere Auf­gaben zu erfüllen. So stellt ihre Luftschutzabteilung z. B. ^Bergungs» trupps zur Befreiung Verschütteter; Jnstandsetzungstrupps zur Wieder­

herstellung zerstörter Straßen und Brücken und zur Niederlegung oder Abstützung beschädigter Bauteile; sie stellt die nötigen Fachkräfte zur Wiederherstel­lung zerstörter Leitungen für Wasser, Gas und Elektrizität, ebenso - für die Entgiftung vergasten Geländes.

hierzu braucht sie zahlreiche beherzte Männer, denen das Wohl der Gesamtheit über dem eige­nen steht.Gemeinnutz geht vor Eigennutz" war schon der Wahlspruch der Teno bei ihrer Gründung im Jahre 1919.

SA.-Gruppenführer Staatsrat Ernst äußerte im Berliner Lustgarten über die Arbeit der Teno u. a.:Sie haben den Mut aufgebracht, ähnlich wie die alten Kämpfer der NSDAP, zum Wohle des geliebten Vaterlandes zu kämpfen".Es war die Technische Nothilfe, die mit dem Mut zur Unpopu­larität hinausgezogen ist, opferbereit für die All­gemeinheit einzutreten." Oder SS.-Gruppen-

führer Lorenz in Altona:Wir wollen keinen Krieg, wenn wir aber angegriffen werden, so wer­den wir uns durch Eure Maßnahmen schützen!"

Darum, deutscher Volksgenosse, willst du mit­wirken bei dem Schuhe deiner Familie und Heimat, dann werde aktives Mitglied der Teno. Jeder unbescholtene Deutsche ari­scher Abstammung, der sich verpflichtet, jeder­zeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein- zutreten, kann in unsere Reihen ausgenommen werden. Meldungen nimmt jeder uniformierte Rothelfer, oder die Ortsgruppe Gießen, Ste- phanstraße 11, Fernruf 2034, entgegen.

Wer aber körperlich nicht in der Lage ist, aktiv mitzuwirken, sollte förderndes Mitglied werden. Er trägt dann wenigstens dazu bei, daß die aktiven Nothelfer für ihren schweren Dienst die beste Ausbildung und Ausrüstung erhalten können. Sein kleines Opfer wird sich für ihn und seine Fa­milie im Ernstfälle bestimmt lohnen!

Es ist selbstverständlich, daß die Nothelfer auch bei Katastrophen jeder Zeit zum Einsatz b e r e i t st e h e n.

Technische Rothilfe, Ortsgruppe Gießen.

Hände weg von der Türkenbundlilie!

Sie ist ein geschütztes Naturdenkmal.

Von Dr. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für den Naturschutz in Hessen und Kreisfachamtsleiter für Naturschutz und Tierschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat.

Nachdem es sich im Vorjahre nach den mir zu­gegangenen Zuschriften herausgestellt hat, daß so­wohl an einer bestimmten Stelle im Bergwerks­wald, als auch an den sonstigen Vorkommensorten der Türkenbund, Lilium martagon, regel­mäßig geplündert, ja mitunter sogar restlos ab­gerissen wird, obwohl die Pflanze als Naturdenk­mal den gesetzlichen Schutz des Naturschutzgesetzes genießt, sei zu Beginn ihrer diesjährigen Blüte ein Wort über ihr Aussehen gesagt, um zu verhindern, daß sie abermals von Spaziergängern zum Teil aus Unkenntnis, zum Teil aus Gleichgültigkeit der Natur gegenüber, zum Teil aber auch mit Absicht heimgeholt wird und die Pflanze fomit noch wei­ter in Gefahr schwebt, vollends aus unseren heimi­schen Wäldern zu verschwinden. Am Lollar er Kopf z. B-, wo früher noch mehr Türkenbund vorkam als heute, sind zahlreiche Pflanzen ausge­graben worden, um sie in Privatgärten als will­kommene Blumenbereicherung weiterzuziehen.

Die Türkenbundlilie, die ihren deutschen Namen von der AehnlichkeU ihrer trüb-rosa und dunkel gefleckten Perigonblätter mit einem Turban bezog, ist in mehr als einer Hinsicht eine recht merkwür­dige Pflanze. Die zurückgerollte Blüte, die tagsüber schwach und nachts recht stark duftet, stellt eine Uebergangsform zwischen den sogenannten Tag- itnb Nachtfalterblumen dar, worunter man die An­passung an die Bestäubung durch Tag- und Nacht­falter zu verstehen hat. Ihre fremdartige Form hat es mit fich gebracht, daß sie von jeher für etwas Besonderes galt, und so hat sie wegen des in ihrer Zwiebel enthaltenen goldgelben Farbstoffes zur Zeit der Alchimisten insofern eine eigenartige Rolle gespielt, als man in ihr die vielgesuchte Kraft zur Goldherstellung gefunden haben wollte, ein Um­stand, der ihr auch den Namen Goldwurz einge­bracht hat. Auch in der Volksmedizin hat die Gold­wurz wie sollte es anders bei dieser mysteriösen Pflanzenart sein ihre Rolle zu spielen gehabt, und erst recht im Aberglauben des ländlichen Vol­kes. So heilt hie Zwiebel Schwermut und Besessen­heit, hilft den Kindern beim Zahnen und schützt genau wie das Fledermausherz vor Teufelswerk,

Spuk und bösem Blick, hilft beim Viehbesprechen und sorgt dafür, bei Nacht getragen, daß einem die Waanerdinger" aus dem Wege gehen.

Wenn auch heute dieser Aberglaube im Volke längst zu einer Angelegenheit der Vergangenheit geworden ist, und höchstens die alten Leute droben in den hohen Oberwalddörfern, wenn sie von den Wundertaten frühererGesaancher" reden, an die Goldwurz denken mögen, so ist sie heute besonders wegen ihrer herrlichen Blütenfarbe und ihres for­menschönen Aussehens ein begehrter Bestandteil von Feldblumensträußen. Die langstieligen großen Blumen mit ihren Nickeköpfchen bleiben tagelang frisch, und fast jeden zweiten Tag öffnet sich eine neue Blüte. Die zurückgebogenen Blütenblätter sind außen blaßrosa, nach innen intensiv purpurrot ge­färbt und sind, von außen nach innen häufiger werdend, mit purpurrotbraunen Pünktchen durch­fleckt. Im Blütengrunde stehen sechs lange, blutrot gefärbte Staubbeutel auf grünen Stielen, die von einem oberständigen, dreifächerigen Fruchtknoten überragt werden. In der Blütentiefe entsteht der Nektar, der sich in einer röhrchengestaltigen Rinne füllt und zahlreiche bestäubungsvermittelnde Insek­ten anlockt. Unter ihnen steht im Vordergrund der Taubenschwanz, weil er freischwebend den Nektar saugt und dabei durch seine Zappelbeine die Staub­gefäße so kräftig rüttelt und schüttelt, kippt und durcheinander schaukelt, daß der gelbe pappige Pol­len auf der Bauchseite des Insektes in Massen haf­ten bleibt. Dabei wird er sowohl auf der etwas exzentrisch stehenden- Narbe der gleichen, als auch der benachbarten Blüte abgetragen und bewirkt so eine schnelle und gründliche Befruchtung, gegen die sitzende Nektarsauger kaum aufzukommen ver- mögen. Nur beim Ausbleiben der Insekten kommt bei der Pflanze Selbstbefruchtung vor, zustandege- kommen dadurch, daß der Blütenstaub von selbst ausfällt und beim Schütteln durch den Wind au die benachbarten Narben gestreut wird. Die Reife zeitigt eine Kapselfrucht, die zahlreiche flachkörnige Samen enthält, welche durch den Wind überall hin in der Nähe verbreitet werden.

Oberheffen.

Kreistag des Kreises Friedberg.

LPD. F r i e d b e r g, 25. Mai. Der K r e i s t a g des Kreises Friedberg hielt gestern unter dem Darsitz des neuen Kreisdirektors Dr. Straub eine ordentliche Sitzung ab. Nach der Eröffnungs­ansprache des Kreisdirektor beschloß der Kreistag den Beitritt des Kreises zum Rhein-Mäinischen Garantieverband mit einer Garantiesumme von 15 000 Mark. Die Prüfung der Kreiskassenrechnung und der Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1933, sowie die Rechnung und der Verwaltungs­bericht des Kreiswohlfahrts- und des Kreisjugend­amtes für das Rechnungsjahr 1933 hat keine An- tände ergeben. Der Entlastungsantrag wurde ein- timmig angenommen. Kreisdirektor Dr. Straub berichtete dann eingehend über den Voranschlag des Kreises Friedberg für das Jahr 1934, einschließ­lich des Voranschlags für das Kreiswohlfahrtsamt und das Kreisjuaendamt. Der Kreisvoranschlag für das Rechnungsjahr 1934 ist in Einnahme und Aus­gabe mit 1009130 Mark ausgeglichen. Der Son- dervoranschlag des Kreiswohlfahrtsamtes und des Kreisjugendamtes schließt ab in Ausgaben mit 534 507 Mark, in Einnahmen mit 204 535 Mark. Somit ist ein Fehlbetrag von 329 972 Mark vor­handen. Der Kreis ist schuldenfrei. Auf Antrag von Kreisleiter Seipel wurde der Kreisvor­anschlag für das Rechnungsjahr 1934 einschließlich des Voranschlags für das Kreiswohlfahrtsamt und das Kreisjugendamt entsprechend dem Antrag des Kreisausschusses im Namen der nationalsozialisti- chen Fraktion einstimmig angenommen. Da der Kreistag eine rein nationalsozialistische Zusammen­setzung hat, erwies sich eine Debatte als überflüssig. Mit einem Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Führer Adolf Hitler wurde die Sitzung ge­schlossen.

Große Kundgebung der ASOAp. in Lich.

? Lich, 25. Mai. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, veranstaltete gestern abend in der hiesigen Turnhalle eine große öffentliche Kundgebung, zu der Kreisleiter und Kreis­direktor Pg. Klo ft ermann (Gießen) als Redner gewonnen war. Schon lange vor Beginn war die festlich geschmückte Turnhalle überfüllt. Sämtliche Gliederungen der Partei, sowie die Vereine der Stadt waren geschlossen erschienen. Nach schneidigen Märschen der Kapelle Sommer und dem Einzug der Fahne eröffnete Ortsgruppenamtsleiter Pg. Kuhn die Kundgebung und erteilte nach Begrü­ßung und kurzer Ansprache dem Redner des Abends das Wort zu dessen Thema:Gegen Mies­macher und Nörgler". Der Redner führte u. a. aus, daß Miesmacher und Nörgler nur solche Menschen sein könnten, die den Sinn und Zweck der nationalsozialistischen Revolution nicht verstan­den hätten oder nicht verstehen wollten. Die innere Wandlung sei bei diesen Menschen ausgebbieben, da sie nur auf die anderen sähen und die Arbeit an sich vergessen hätten. Um wahrer Nationalsozialist zu werden, sei Revolution der eigenen Denkart erforderlich. An Hand von einigen Beispielen schilderte der Redner sodann, wie die Miesmacher und Nörgler am Merk seien, wie von Volksgenossen versucht würde, sich der Pflichten der Volksgemeinschaft zu entziehen. Um Aufbauarbeit leisten zu können, müsse jeder im Volke mith elfen und voll und ganz seine Pflicht tun. Diejenigen, die beim Auf­bau der Bewegung, beim Kampf um die Macht halfen, wissen, wie schwer es war, und fällen dar­um auch ein gerechtes Urteil. Man vergesse doch nicht, welch furchtbares Erbe des Weimarer Systems Adolf Hitler vorfand und daß der Führer in weiser staatspolitischer Voraussicht vier Jahre zur Behebung der Not und zum Neuaufbau des Reiches forderte. Der Nationalsozialismus kann unter dem Zwang der Situation nur Zug um Zug verwirk­licht werden. Es kann nicht eine Wirtschaft, von der man weiß, daß sie unter falschen Methoden geführt wurde, auf eine ganz neue Methode übergeleitet werden in dem Augenblick, in dem sie um i h r Leben ringt, sondern sie bedarf erst einiger Zeit zur Ge­sundung. Die deutsche Wirtschaft befand sich in einer Krise, die keine Experimente vertrug. Das Zentralproblem ist das der Arbeitslosigkeit. Wenn dieses gelöst ist, Tann die Regierung an die anderen großen wirtschaftlichen, sozialen, innen- und außenpolitischen Probleme Herangehen. Und so ist das Gebot der Stunde: treue st e Pflichterfüllung im Vertrauen auf unseren Führer, der alles für Deutschland und das kommende Geschlecht schafft. Mit größtem Interesse verfolgten die Zuhörer die fesselnden Aus­führungen und dankten dem Redner mit reichem Beifall. Ortsgruppenamtsleiter Kuhn dankte dem Redner und nahm der Versammlung den Schwur ab, sich restlos für den Führer und sein Werk ein» zusetzen. Mit dem Treuegelöbnis auf den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Üied fand die Kundgebung ihren Abschluß,.

Lehrertreffen in Lich.

. L i ch, 24. Mai. Zum erstenmal fand gestern in unserem oberhessischen Städtchen eine Zusam­menkunft alter Lehrer statt. Dies Treffen hessischer Lehreroeteranen, die vor 50 Jahren, am dritten Pfingstfeiertage 1884, ihre Aufnahmeprüfung in die hiesige Präparandenanstalt bestanden und wenige Tage danach dieselbe zu ihrer Vorbildung für das Lehrerseminar bezogen, gestaltete sich zu einer erhebenden Wiedersehensfeier. Fünf Jahre später, am 11. April 1889, haben dann 30 für den Lehrerberuf begeisterte Jünglinge das Seminar zu Friedberg verlassen, um nun nach ihren Kräften an den verschiedensten Orten des Hessenlandes sich der Jugendbildung und -erziehung zu widmen. Von die­ser stattlichen Schar sind 21 noch am Leben, zwei nock dienstlich tätig. Eine ganze Anzahl der Klas­senkameraden fand Verwendung in gehobenen Stel­len; mit Stolz zählt die Klasse einen Oberstudien­rat, einen Studienrat, einen Musikdirektor, mehrere Oberreallehrer und Rektoren zu den Ihren, andere haben sich neben ihrem eigentlichen Berufe als Or­ganisten und Chorleiter einen Namen gemacht.

Nach dem Eintreffen der Morgenzüge vereinigten sich die alten Freunde zunächst im Parkhotel zu einem einfachen Frühstück, wobei sie durch einen Vertreter des dienstlich verhinderten Bürgermeisters als Gäste unserer Stadt herzlichst begrüßt wurden. Danach besichtigten sie unter freundlicher Führung des Herrn Kammerdirektors Frhr. Löw sehr ein­gehend das Fürstliche Schloß, wobei überall die notwendigen Erläuterungen in entgegenkommend­ster Weise gegeben wurden. Sie lernten dabei die reichen Schätze kennen, die durch das wissenschaft- lick)e Interesse, den Kunstsinn und die Sammeltätig­keit der Solmser Grafen und Fürsten im Laufe der

Jahrhunderte im Schlosse vereinigt wurden und jetzt zu einer Fundgrube für Orts- und Heimatgeschichte geworden sind. Nach einem Gang durch den wunderschönen Park, der in gar manchem der Alten" Erinnerungen an frühere Zeiten weckte, und einer photographischen Aufnahme im Hofe der früheren Präparandenschule folgten die Gäste der Einladung zweier ortsansässiger Klassenbrüder zu einer Besichtigung der altehrwürdigen. Marienstifts- kirche, die sie 'während ihrer hiesigen Schulzeit wohl Sonntag um Sonntag besucht, aber trotzdem dem damaligen Stand der Heimatforschung entsprechend nicht kennengelernt hatten. Aufklärende Führung machte sie mit den wertvollen Schätzen bekannt, und weihevolles Orgelspiel schloß die Stunde des Zusammenseins im Gotteshaus.

Ein Gang durch die Stadt brachte Erinnerungen. Hier hat der, dort jener, in diesem Hause habe ich gewohnt, und die Erkentnis:es sind die alten Straßen, die alten Häuser noch", aber Licht hat sich in seinem Aussehen sehr zu seinem Vorteil ver­ändert, es ist einschmuckes Städtchen" geworden,

Gesunde Mütter - gesunde Kinder gesundes Volk!

Oie Not von Müttern und Kindern ist Volksnot-hilf sie beseitigen!

das einen weit besseren Eindruck hinterläßt, als manches- andere von ungefähr gleicher Größe. Wir freuen uns dieses Urteils gereifter Menschen, die in ihrem Leben manche andere Stadt kennen ge« lernt haben.

Nach dem gemeinsamen Mittagsmahl im Park­hotel sanden sich noch eine Anzahl hiesiger Amts­brüder zum gemütlichen Beisammensein ein, wobei gar manche heitere Erinnerungen an vergangene Tage ausgetauscht wurden. Nur allzuschnell schwand die Zeit; die Abendzüge brachten die lieben Gäste und Freunde wieder in ihre Ruhesitze zurück. Sie alle, ohne Ausnahme, schieden mit dem Bekennt­nis: Es war ein schöner Tag, wir freuen uns, daß wir unser liebes altes Lich wieder mal gesehen haben.

Wir aber hoffen, daß mit diesem ersten wohlge­lungenen Versuch der Anfang gemacht ist zu weite­ren Zusammenkünften ehemaliger Licher Präparan­den. Sie werden den Weg hierher nicht zu bereuen haben.

Landkreis Gießen.

* Staufenberg, 26. Mai. Am morgigen Sonntag findet hier auf her Burg Staufenberg ein Konzert der Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauße statt. (Siehe heutige Anzeige.)

* Garbenteich, 26. Mai. Der 15jährige Albin Kreschberger von hier erlitt, anscheinend bei einem Sturz vom Fahrrad, eine schwere Knie- Verletzung, die seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte.

* Birklar, 26. Mai. Zum kommissari­schen Beigeordneten unserer Gemeinde wurde Wilhelm Müller von hier bestellt.

* Muschenheim, 26. Mai. Unser Mitbürger Eduard Schäfer ist zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes ernannt worden.

# Aus der mittleren We11erau, 25. Mai. Allgemein wird über starkes Auftreten der A ck e r- Unkräuter Klage geführt. Hederich, Ackersenf, Mohn, Kornblume und Rade bedecken stellenweise in dichten Flächen die Getreidefelder. Der lichte Stand des Winterweizens begünstigt ihre Entwick­lung. Hackmaschinen, Ziehacken und Grübler sind täglich an der Arbeit, um des Unkrautes Herr zu werden. Daneben wird mit Kalkstickstoff, Hederich­kainit und chemischen Spritzmitteln der Kampf gegen die Unkräuter geführt. In den Baumanlagen tritt die Wühlmaus ungemein stark auf. In einzelnen Gemeinden wurden seit dem Laubaustrieb über 30 Jungbäume vernichtet. Teilweise befinden sich dar­unter Apfelbäume im beginnenden tragbaren Alter mit armdickem Stamme. Einzelne Gemeindeverwal­tungen haben eine planmäßige Bekämpfung be­schlossen, die mit Vergasung durchgeführt werden soll. Begünstigt durch das günstige Blütenwetter zeigen die Kernob st bäume guten Fruchtansatz. Die jungen Früchte haben bereits Haselnußgröße er­reicht, so daß Die Zeit zur zweiten Nachblüten­spritzung gekommen ist. Erfreulicherweise wurde die Bekämpfung des gefährlichen Apfelwicklers in die­sem Jahre fast überall von fortschrittlichen Baum­besitzern durchgeführt. Das S t e i n o b ft hat unter­schiedlich angesetzt, während in einzelnen Gegenden die Zwetschen starken Fruchtbehang zeigen, verspre­chen andere Lagen keine oder nur ganz, gerinne Ernte. Aprikosen und Pfirsiche hängen übervoll. An Laubschädlingen macht sich die Gespinstmotte be­merkbar, während der Apfelblattsauger überall da, wo die Winterspritzung ausgeführt wurde, ziemlich niedergekämpft ist. In den Gärten mangelt es den Pflanzen an dem notwendigen Naß. Die aufge­laufenen Bohnen und Gurken stehen im Wachstum still. Johannis- und Stachelbeerbüsche beugen sich unter der Last ihrer Früchte. Bei den Weinstöcken der Hausspaliere gehen die reichlich fruchtenden Ge­scheine in Blüte.

Kreis Schotten.

* Schotten, 25. Mai. Dieser Tage erhielt un­sere Stadt Besuch aus Darmstadt. Im großen Postomnibus traf eine stattliche Anzahl Mitglieder des Hi st arischen Vereins für Hessen aus Darmstadt hier ein und besichtigte unter Führung der Herren Dietrich und Schenk, Darmstadt, die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, insbeson­dere die Kirche und das Rathaus. Die Gäste wur­den von Mitgliedern des Vorstandes des VHC. und von Herren der Stadtverwaltung herzlich begrüßt. Gegen Mittag fetzten die Darmstädter Gäste, die von Lauterbach gekommen waren, in der Richtung nach Laubach ihre Fahrt fort.

Laubach, 25. Mai. Gestern vormittag traf hier der Historische Verein für Hessen (Darmstadt), von Schotten kommend, zur Besicht!' gung des gräflichen Schlosses und der alten Stadt­kirche ein. Die Führung hatte der z. Z. in Lau­bach weilende Professor Dr. Uhlhorn (Marburg) übernommen. Nach Besichtigung der Sehenswür­digkeiten wurde im Hoteloolmfer Hof" ein ge­meinschaftliches Essen eingenommen und dann die Weiterfahrt nach Lich angetreten. Eine hoch' herzige Stiftung wurde dieser Tage der htesi« gen Ortsgruppe der NSDAP, von