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ohne Grund geht man an eine gewaltige Ver­mehrung der Luftstreitkräfte heran und, um nur e i n wichtiges politisches Moment aufzuzeigen, plant man immer wieder den Ausbau Singapores unter gleichzeitiger grundsätzlicher Neugliederung der Flotten des Reiches. Mit Deutschland (hier spricht Mr. P. aus Schanghai) wäre ein Vergleich möglich gewesen, aber ,-Japan hat es nicht nötig, sich mit uns über die Neugestaltung des Fernen Ostens zu verständigen". Japans Methoden sind die Metyoden deralten Welt". Fleiß, Geschicklich­keit und Bedürfnislosigkeit (das Lohnproblem spielt heute noch keine entscheidende Rolle in Japan) ge­statten einen für europäische Begriffe unvorstellbar niedrigen Exportsatz, und so dürfen sich alle Mr. P. nicht wundern, wennMade in Japan" zu einer beliebten Handelsmarke in Indien, Afrika, Klein­asien und den europäischen Hafenzentren geworden ist. Auf dem Fuß folgen alle wirtschaftspolitischen Methoden Japans, um den Absatz seiner Waren zu gewährleisten und gleichzeitig die so wichtige Rohstoffversorgung sicherzustellen. Das ständige Wachstum des Jnselreiches ist schon äußerlich er­kennbar durch eine Reihe großer Passagier- und Handelsdampfer, die den pazifischen Verkehr fast völlig beherrschen und auf der ostasiatischen Linie via MarseilleNeapelSuez eine wichtige Rolle spielen. Und endlich machen japanische Geschwader neuester Konstruktion ihre Aufwartung in allen großen Häfen der Welt.

Unser Schiff ist nicht groß, kaum 10 000 Tonnen, es ist kein Passagierdampfer mit festlichen Sälen und Sportplätzen, aber es ist ein deutscher Dampfer mit vorbildlicher Besatzung. Es herrscht Korpsgeist, ob nun in den Maschinenräumen, in der Pantry oder im Logis gearbeitet oder auf der Drücke ge­führt wird. UnserKäptn" versteht sein Fach. Der ist elf Jahre noch auf Segelschiffen gefahren, wo man nach Australien ein rundes Jahr unterwegs war und von Backpflaumen, Brot, Zwieback, Kar­toffeln und Salzfleisch lebte. Da wurden die Schiffs­jungen um 4 Uhr früh geweckt, und vor 20 Uhr durfte das Logis nicht wieder betreten werden. Aber es sind Seeleute in dieser Arbeit entstanden, denen man nichts vormachen kann. Es geht auf unserem Dampfer einfach zu, wie in einer deut­schen Familie. Man muß von vorn anfangen, und da geht es nicht gleich mit einerBremen" oder einer(Europa"! Aber im nächsten Jahre werden zwei schöne deutsche Schiffe auf der Ostasienlinie eingesetzt, so an die 18 000 Tonnen und mindestens ebenso schon, wie die Italiener, Holländer, Fran­zosen und Japaner, die heute einen großen Teil des Passagegeschästes an sich gerissen haben. Wir sind eine kleine und, wie man sehen wird, gemischte Gesellschaft. Da ist ein Engländer mit Familie, der nach Schanghai geht. Für Singapore sind vorge­merkt: eine amerikanische Lehrerin, zwei Siamesen, die aus Deutschland und Neuyork kommen, und eine junge Düsseldorferin, die nach Soerabaja heiraten will. In Schanghai gehen an Land: ein Reichsbahnrat, der für die Regierung in Nanking verpflichtet wurde, und ein deutscher Journalist, der nach Tokio weiterreist und gerade jetzt von dieser Reise erzählt. Außer dem Kapitän stellen wir die drei Offiziere vor, die z. T. seit zehn Jahren Ost- afien befahren, ferner den Oberzahlmeister, den leitenden, hocherfahrenen Ingenieur und feine Helfer und den Bootsmann mit feinenMaaten". Das sind so 65 Mann der Besatzung. Einer kennt den anderen, einer hilft dem andern und einer arbeitet für den andern. Das ist so selbstver­ständlich, daß man faßt vergißt, was war. Und als unser Führer Adolf Hitler kürzlich in schnellem Zugreifen die Ordnung in Deutschland wiederherstellte, da hat unsere Besatzung spontan in einer schnell einberufenen Versammlung unseres Führers gedacht und ihm von neuem treue Gefolg­schaft versprochen. Ja, auf die Seeleute kann sich das neue Deutschland verlassen. Die haben helle, kluge Augen und haben verstehen gelernt, daß führen, arbeiten, gehorchen und sich unterordnen, jedes für sich, gelernt sein wollen. Immer eines für das andere und alles zum Wohle unseres Volkes.

So schnell fährt unser Schiff nun gerade nicht, wie z. B. die Japaner, die nach Tokio in vier Wochen reifen. Dafür sehen wir mehr und können

Oie letzte Llnterschrist.

Der RetchvpräsiVent lealedt l.ipr., den 31.Jull.l93<-

Durch die anliegende Drzunde habe Ich Sie unter1 gleichzeitiger Snthebung von ihrem Amt als Helchsnlnlster und Stellvertreter des ßelchstanzlers st» außerordentliche Gesamten und bevollmächtigten Minister In befristeter Son- dermlsslon In tlen ernannt. Jch benutze diesen Anlaß, ihnen meinen wärmsten Dann auszusprechen für ihre bisherige hlM- gebende Arbeit und für die großen Dienste, die Sie den Va- terlam In den hinter uns Hegenden schweren Jahren gelels- tet hiben. Wenn Ich Sie nunmehr als diplomatischen Vertre­ter des Reiches nach tlen entsende, so geschieht es Inder aufrichtigen Hoffnung, daß es ihnen gelingen möge, normale und herzliche Beziehungen alt den stamoervandten öster­reichischen Volt herzustellen. Meine besten tünsche begleit ten Sie bei der Durchführung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe.

in den Häfen beobachten, wie der Verkehr mit Waren vor sich geht. Von Genua bis Port Said sind wir ohne Station gefahren und bis Colombo haben wir keinen Hafen angelaufen. Das find immerhin elf Tage, die wir kein Land und nur wenig Schiffe gesehen haben. In allen Häfen der Welt bietet sich dasselbe Bild: Hafenbehörden, Ver­tretungen der Linie, Paß und Quarantänebehörden und endlich Händler, Geldwechsler und dieschönen Künste". Das sind Zauberkünstler, die von einer beispielslosen Zähigkeit in der Verfolgung einer Chance" sind, die man ihnen in Gestalt eines Schillings, einer Rupie oder auch einer Mark aeben soll. Alte Seefahrer werden so etwas schnell los, aber die Neulinge müssen, wie überall, Lehr­geld bezahlen. Der Eingeborene in der Hafenstadt hat übrigens einen untrüglichen Blick für das Greenhorn; er weiß auch sofort die Nationen aus­einanderzuhalten, und der kleinste Araber, der Ge­schäfte machen will, bedient sich eines festen Wort­schatzes aus aller Herren Länder. Hieß es früher: He, he, Bismarck, du eine schöne Bauchtanz sehen, Edelstein kaufen, Cigarettes, Briefmarken" so schreit heute der Händler:Ah, deutsche Mann, ah, Hitlär, große Mann".

Sonst ist Port Said, das sein Dasein dem Kanal verdankt, wenig bemerkenswert. Es fei denn, man stellt schon hier den vorherrschenden englischen Ein­fluß fest, da der Kanal vollständig in englischen Besitz überging. Aber Port Said ist doch der erste Blick in den Orient". Hier scheiden sich Afrika und Asien, und oon hier tritt man in die gewaltige englisch-indische WeU ein. Der Engländer spricht oonthe worlds most important waterway, wenn er an den Suezkanal denkt. Und in der Tat bedeutet dieser kleine Schnitt zwischen Afrika und Asien für die Erhaltung der englischen Herrschaft i mehr als Kanonen, Schisse oder Flugzeuge auszu­drücken vermögen. t)er Kanal verringert die Ent­fernung zwischen den europäischen Häfen und Indien um etwa 25 bis 30 Tage. Er ist aber auch gleichzeitig ein lukratives Unternehmen, da die Passagegebühren außerordentlich hoch sind. So z. B. muß unser gutes Motorschiff rund 75 000 Mark für Hin- und Rückfahrt erlegen, woraus sich ohne

viel Rechnerei die gewaltigen Einnahmen für die Suezkanal-AG. ergeben. Daß der Kanal, strategisch gesehen, den englischen Lebensnerv berührt, ist ebenfalls leicht auszudenken. Als im Weltkriege deutsche und türkische Truppen von Osten her am Kanal erschienen, da sah Englandsein Reich auf das schwerste bedroht". Zwei gewaltige Monumente erinnern heute anBritanniens schwerste Tage". Es sind dies ein Denkmal für die indischen Trup­pen, deren Einsatz nur auf dem Wege über Suez möglich war, und das große Monument auf dem Mariam-Hügel, das seine Front nach Osten richtet, also in die Gegend, aus der der Angriff erfolgte. Der 160 Kilometer lange und rund 110 Meter breite Kanal (auf der Sohle 60 Meter) wird z. T. durch eine Reihe von Seen geführt, die die Fahrt durch den Kanal so abwechslungsreich gestalten. Während man für den Panamakanal nur acht Stunden gebraucht, dauert die Fahrt durch den Suezkanal 16 bis 24 Stunden, je nach der Zahl der Ausweichestellen, die man bei starkem Verkehr einlegen muß. Für die Schiffsleitung ist diese Strecke der Reise ein gutes Stück saurer Arbeit, denn das Festmachen des Schiffes erfordert viel Geschick und Aufmerksamkeit. Für den Passagier dagegen ist die Kanalfahrt von großem Reiz, denn zum erstenmal meldet sich das romantische Bild Des in vielen Farben schillernden Orients. Wenn man außerdem seltne Phantasie arbeiten läßt, so kann man Jahrtausende zurückdenken und sich Vor- Sänge ins Gedächtnis rufen, die uns im biblischen nterricht bewegt haben. Stärker noch wirkt die Landschaft. Während rechter Hand eine Autostraße und die Bahn KairoSuez (mit Anschluß nach Palästina) die Fahrt begleiten, folgen sich auf der arabischen Seite Bild an Bild, die jedes schönheits­freudige Herz höher schlagen lassen. Soweit unser Auge reicht, dehnen sich bis an den blaßblau ver­hangenen Horizont ockergelbe Sanddünen in den kunstvollsten Formen. Feine Wellengebilde wechseln mit gebirasartigen Formationen, mit messerscharfen Graten, breitgeschweiften Sätteln und schattenver­hangenen Tälern ab. Wenn jenseits die Sonne sich neigt, hüllt sich der Horizont in ein zartes Pastell­bild aus gelbrosa Farben, während die Dünen-

Staatsrat Gustav Simon, der Führer des Bundes der Saaroereine.

Verkauf -er Saarplakette nur am 26. August.

Das Staatspresseamt teilt mit: Der Reichsschatz­meister der Nationalsozialistischen Deutschen Arbei­terpartei hat namens des Stellvertreters des Füh­

rers und im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen den Verkauf.der Saarplakette aus Anlaß der am 26. August 1934 im ganzen Reich stattfindenden Führer-Saarkundgebung ge­nehmigt. Die Saarplakette darf jedoch nur an einem Tage, und zwar am 26. August 1934, auf öffent­lichen Straßen, Plätzen und in den Festräumen vertrieben werden.

berge vom tiefsten Ockergelb in freudiges Ziegelrot oder flammendes Rubinrot langsam überwechseln. In den Tälern jedoch liegen schwarzblaue oder sattlila Schatten. Es ist fast unmöalich, die Tönun­gen der Wüste in Worte zu kleiden. Noch über­wältigender zaubert das Wasser, die zahlreichen kleinen Seen oder die großen Seen, die der Kanal zu einem Schiffahrtsweg verbindet. Dort drüben der kleine See zwischen den Dünen strahlt ein leuchtendes Smaragdgrün aus, während ein grö­ßeres Gewässer vor uns in zitternden blauen Far­ben glüht, daß man fast gehalten ist, die Augen vor dem Glanz zu schützen. In dieser Umgebung wirken die kleinen Stationen, Karawansereien mit Palmen, Kamelherden und flachen Hütten, mit braunen Beduinen in leuchtend weißen Burnussen wie farbenfrohe Zeichnungen, die unserer Vorsteb- 3 von der orientalischen Märchenwelt aus der erzeit gerecht wdrden. Rechts, auf der englisch­ägyptischen Seite, ist die Wirklichkeit näher. Hier wechseln Verwaltungsgebäude mit kleinen Lagern, Stationen und Dörfern ab. An der Mündung eines Sees haben die praktischen Engländer einen wun­derbaren Badestrand mit allem erdenklichen Zu­behör errichtet, der heute dicht bevölkert ist. Wie denn niemand in Abrede stellen kann, daß das

Jüngste Liebe.

Von Eva Maaq.

Sie hieß Henriette und war sehr unglücklich dar­über. Sie zahlte beinahe dreizehn Jahre und trug ein weißes, geblümtes Kleid, als sie in den Park eindrang. Vorsichtig spähte sie noch allen Seiten. Es war sehr still, die Sonne flimmerte auf dem Grün der Blätter. Verwildert war der Park, das Gras kniehoch. Obstbäume standen neben Rotdorn und Weißdorn und türkischem Flieder. Ranken slachlicher Ziersträucher versperrten die Wege. Hen­riette stieg über sie hinweg. Bienengesumm erfüllte die Lust und ein starker Geruch von Pflanzen und Blumen.

Auf einem freien Rondell stand ein alter, mor­scher Liegestuhl. Sie versuchte vorsichtig, sich hinein­zusetzen und klappte krachend mit ihm zusammen.

Leises Gelächter flog durch die Luft. Henriette bl ckte sich um. Plötzlich schoß etwas an ihren Kopf ... sie fing es auf ... es war ein Kirschzwilling. Sie bängte ihn übers Ohr und wandte nun den Blick in die Höhe: da hingen im Kirschbaum zwei kräftige, braune Beine, nackt vom Wadenstrumpf bis übers Knie, und dann war noch ein Stück von einer weißen Hose zu sehen.

Mehr!" rief Henriette und hielt die Hände em­por. Ein Regen prasselte herab. Es waren große, hellrote Glaskirschen, und Henriette fing sie im weißen, geblümten Kleid, das nun rote Flecken bekam.

Na, du Wohltäter, zeig dich mal!" sagte sie und blickte angestrengt in das Blätterdach.

Ein blasses Gesicht mit großen braunen Augen und ein dunkler Lockenkopf wurden sichtbar.

Genua?"

Ja, essen kann ich nicht mehr. Und worin soll ich sie mitnehmen?"

Es krachte und knackste, ein paar Zweige fielen herab, und dann ein großer, dünner Junge im weißen, ausgewachsenen Matrosenanzug.

Sie standen einen Augenblick verlegen vorein­ander.

Eigentlich ...", begann er, wie kommen Sie denn eigentlich hier herein?"

Henriette deutete vage in seitlicher Richtung.

Durch die Hecke", sagte sie knapp.Aber ich bin erst zwölf dreiviertel. Sag ruhig »in?."

Bitte sehr," sagte der Junge und wühlte ver- zweifelt in seinen Taschen.

Was suchst du denn?"

, Mein Taschentuch, ich blute am Bein..."

Er fand es nicht, und Henriette hatte leider auch teins.

Sie gingen zusammen durch den Park. Der Junge zeigte ihr eine Jndianerhütte, einen Müllhaufen und eine verfallene Laube.

Schön ist es bei euch," sagte Henriette andäch­tig,so wüst..."

Ja, unser Gärtner ist rausgeflogen... Und meine Großmutter will keinen neuen."

Und deine Eltern?"

Sind nicht da, die reisen immer..."

Jumbo!" sagte Henriette verblüfft. Sie blieb stehen, riß ein Akazienblatt ab und malte sich rasch und glühend ein wildes Leben in einem wilden Park ohne Eltern und Aufsicht aus.

Jch habe ja nun Eltern", sagte sie bedauernd, und jetzt muß ich nack> Haus "zum Mittagessen. Willst du mitfommen? Wir haben eine Sommer­wohnung mit Balkon und einen Kanarienvogel." .Meinetwegen. Wie heißt du eigentlich?"

Ach, scheußlich, aber ich kann nichts dafür ... Henriette."

Na ja, schön ist anders. Jch heiße Joachim Dietze."

Henriettes Mutter war nicht sehr erstaunt. Komm nur, du kannst miteffen," sagte sie zu dem Jungen. Es zeigte sich, daß Joachim einen unge­heuren Appetit hatte, daß es zuhaus bei ihm nie­mals regelmäßiges Essen gab, und daß ihn nie­mals irgendjemand vermißte. Griesflarnrneri mit Kirschsaft machte ihn so ergriffen, daß er fortwäh­rendJunge, Junge" vor sich hinmurmelte. Und Henriette entdeckte ein eigenes Gefühl in der Brust, so etwas wie Stcstz auf das eigene Heim.

Henriette und Joachim wurden ein unzertrenn­liches Paar. Sie streiften miteinander durch Park und Wälder. Sie zankten sich, und sie vertrugen sich. Henriette mar manchmal überheblich, und Joa­chim grob. Dann sagte erZiege!", und sie sagte Du Hannibal!" Weil sie sich einen Hannibal aus ungeklärten Gründen unermeßlich brutal vorstellte. Dann zog Joachim wütend mit den Zähnen an seinen Fingern, daß die Gelenke krachten, und sie machteTsss!" durch die Zähne, als ob ihr die ganze Welt gleichgültig märe.

Doch gingen solche feindlichen Bekundungen stets rasch vorüber.

Eines schönen Sonntags ruderten sie auf dem Tornowfee. Der See strahlte tiefblau den Himmel wieder. Joachim bemerkte nicht, wie sie langsam von Booten eingekreist wurden. Es waren Dorfjungen, die sie zu necken begannen, zu spritzen, zu schreien und zu lachen. Joachim saß mit zusammengepreßten Lippen und ruderte stetig fort. Henriette rutschte ängstlich auf ihrem Steuerbänkchen. Plötzlich stieß ein Bursche mit seinem Ruder herüber, gegen ihr

Boot, daß es heftig schwankte und Henriettes Hand­täschchen ins Wasser glitt.

Mit einem Ruck zog Joachim die Ruder ein, stand zornfunkelnd im Boot.

Ihr Lümmel, jetzt werd' ich euch zeigen, wie man sich benimmt!"

Er streifte blitzschnell die Schuhe ab und jprang mit feinem weißen knappen Matrosenanzug in den See, tauchte dreimal sehr lange und brachte .bas Täschchen es war blau mit rotem, gesticktem Monogramm vom Grunde zum Sonnenlicht her­aus.

Henriette hatte Tränen in den Augen, teils vor Aufregung, teils vor Rührung, und half dem trie­fenden Joachim, dessen Hose die Strapazen nicht ausgehalten hatte, wieder ins Boot. Wobei sie sich etwa wie das Fräulein mit dem Handschuh von Schifler vorkam.

Don diesem Tage an stritten sie sich nur noch in den dringendsten Fällen.

Einen wunden Punkt gab es in ihrem gemein­samen Leben. Wenn Henriette am Samstagmittag nach der Schule mit dem Zug aus der Stadt kam, paßte sie in Michelsdorf haarscharf auf, ob Joa­chim, der dort zur Schule ging, auf dem Bahnsteig stand. Am liebsten hätte sie dann die Abteittür auf- gerissen und vier Töne gepfiffen, ihr Signal. Das war jedoch untersagt, weil zuweilen Joachims Schul­kameraden mitfuhren; und die Schmach, von einem Mädchen erwartet zu werden, hätte Joachim nicht ertragen. So mußte sich Henriette unauffällig am Fenster zeigen und mit zusammengebissenen Zähnen abroarten, ob Joachim geruhte, zu ihr zu steigen. Dieses Verhalten war ehrenrührig, Henriette er­kannte es wohl, aber eine Frau muß sich, wenn auch manchmal erbittert, fügen.

Als Henriette Geburtstag hatte, den dreizehnten, zogen sie sich vor Tisch, ef)e die Gäste tarnen, in bie Jndianerhütte zurück. Das Gras war gelb, durch die blaßblaue Lust zogen Spätsommerfäden. Joa­chim hatte die Hütte mit Astern und Hühnerfedern geschmückt und trug auch sonst eine feierliche Miene Zur Schau. Sie hockten am Boden und starrten durchs Geäst in den Himmel.

.^Henni", sagte Joachim,das mit meinen Schul­freunden ... das mußt du mir nicht Übel nehmen. Die quatschen sonst so, die verstehen das nicht."

Achim", sagte Henriette mit etwas heiserer »du bist ein pikfeiner Kerl."

rc "i-Jv ucimlich ..." sagte Joachim und legte 0Neuheit in seine Stimme.Jch habe mir ge- ooajt ... Wollen wir uns nicht heiraten, wenn wir groß sind?"

Jumbo, das wäre großartig!" rief Henriette be­geistert.

Dann gingen sie zum Mittagessen, und es gab Schokoladenflammeri. Mit Vanillensauce.

Neue Briefmarken in aller Welt.

Neue Briefmarken, die nicht aus reinen Spekula­tionsgründen auf den Markt geworfen find, werden von dem Sammler stets mit Freuden begrüßt. So sind auch in den letzten Wochen einige Neuheiten herausgekommen, die den Philatelisten interessieren. Njassaland hat eine Serie von sieben Werten her­ausgebracht, die das offizielle Wappen der neuen englischen Kolonie führen, nämlich einen auf einem Fels ruhenden Leoparden, der sich von der auf- gehenden Sonne abhebt. Die Werte und Farben sind: V- d grün, 1 d sepia, IVe d rosa, 2 d grau, 3 d tiefblau, 6 d purpurn und 1 sh orange und schwarz. Statt der früheren AufschriftNyassaland Protectorate" ist jetzt nur der Name in weißen Buchstaben auf farbigem Grund am Fuß der Marke zu lesen. Auch die ersten Marken-, die das Bild des neuen Königs des Irak, Gasi I., tragen, sind jetzt auf den Markt gekommen; sie sind unoeräntfert mit Ausnahme des Bildes, das den neuen Herrscher statt des verstorbenen Königs Feifal zeigt. Von den Philippinen kommen Marken mit Bildern verschie­dener Ballspiele, die zur Erinnerung an den 10. Fernöstlichen Ballspiel-Wettbewerb in Manila aus- gegeben wurden. Fußballspieler sind auch auf den italienischen Marken dargestellt, die aus Anlaß der Internationalen Fußball-Wettspiele in Rom er­schienen sind. Jugoslawien verherrlicht das Sokol- Fest, das vom Juni bis September 1934 ftattfinbet, durch Marken, und auch die ersten jugoslawischen Flugpost-Marken, die Flugzeuge über charakteristi­schen jugoslawischen Landschaften zeigen, sind er­schienen. Neue Flugpostmarken bringen Chile und Peru; das letztere Land schmückt feine Marke mit einem Post-Flugzeug, das die Anden überfliegt. Belgien bringt eine Marke zu Ehren des flämischen Komponisten Peter Benoit, deren Erlös für fein Denkmal verwendet werden soll. Wohl die inter­essantesten Neuigkeiten kommen aus Tibet; es ist die zweite Marken-Serie, die dort in den letzten zwanzig Jahren geschaffen wurde. Die Marken, die von heimischen Künstlern in Lhasa hergestellt wur­den, zeigen den weißen Berglöwen, das Sinnbild von Leben und Tod, und außer dem Namen Tibet ist die ganze Beschriftung in tibetanischen Buch­staben. Die Werte sind 1 Scheckey, 1 Schokang, 1, 2 und 4 Trangka. Besonders diese tibetanischen Neu­ausgaben werden bei den Sammlern die größte Beachtung finden, weil von dieser Seite bisher sehr wenig Briefmarken herausgekommen sind.